Holnemvolt Park (Zoo Budapest)
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Fläche in HA: 17
Eröffnungsjahr: 1950
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Zoo Boulevard 6-12
1146 Budapest
Ungarn
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Letzte Änderung: 22.06.2016 (vor 3 Jahren)
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Vorstellung
Holnemvolt Park, was in etwa "Park Anno Dazumal" bedeutet, nennt sich der im Stadtwäldchen mitten in Budapest gelegene historische Vergnügungspark. Dieser ist heute Teil des Budapester Zoos, an den er grenzt, und kann von Zoobesuchern kostenlos besucht werden. Es ist aber auch möglich, ein sehr günstiges Ticket zu erwerben, das nur zum Besuch des Holnemvolt Parks berechtigt. Noch bis 2013 existiert an dieser Stelle ein klassischer, eigenständiger Freizeitpark für über ein halbes Jahrhundert unter dem Namen Vidampark. Und die Geschichte dessen beider Vorgängerparks geht sogar noch weiter zurück. Das merkt man auch heute noch: So ist die Hauptattraktion, die Holzachterbahn "Hullamvasut", bereits seit dem Jahr 1926 in Betrieb. Trotz ihres Alters ist die denkmalgeschützte Bahn immer noch in einem tollen Zustand und bietet, in den mit Bremsern besetzten Zügen (denn in der Schiene gibt es keine integrierten Bremsen), noch ein ursprüngliches Achterbahnerlebnis, das so weltweit auf nur fünf anderen Anlagen zu finden ist!

Darüber hinaus gibt es speziell für Kinder einige weitere kleine Karussells. Alle Attraktionen sind nicht im Eintrittspreis enthalten, sondern werden bei Benutzung mit Token bezahlt. Als Teil des Zoos stellt der Park aber natürlich auch zahlreiche Tiere aus. Im Bereich des Holnemvolt Parks sind dabei hauptsächlich die einheimischen Nutztiere untergebracht. Zu sehen gibt es unter anderem Hirsche, Wildschweine, Pferde, Damwild, Schafe, Rinder, Ponys, Esel, Meerschweinchen und Kaninchen. Auch verschiedene Geflügelarten sind dort zu finden und in dem früher für einen Autoskooter errichteten Rundpavillon leben heute Papageien. Im Streichelzoo können die Kinder den Ziegen und Schafen besonders nah sein und sie füttern. Aber auch einige exotische Tiere haben im Holnemvolt Park ein neues Zuhause gefunden, so beispielsweise Kamele, Strauße, Emus und Schildkröten.

Der Holnemvolt Park ist übrigens nicht die einzige Freizeiteinrichtung im Stadtwäldchen. Direkt nebenan ist der über hundert Jahre alte hauptstädtische Großzirkus mit seiner dauerhaften Zirkushalle zu finden. Auch der Budapester Zoo grenzt direkt an den Holnemvolt Park an und es gibt zwischen diesen beiden Bereichen einen Übergang. Gegenüber steht das "Szechenyi-Bad", eines der großen Thermalbäder, für die die Stadt berühmt ist. Weiterhin sind im Stadtwäldchen eine Eisbahn, eine Veranstaltungshalle, Restaurants und Museen zu finden. Und dann ist da natürlich noch die große Parkanlage des Stadtwäldchens an sich mit ihren Wiesen, Wäldern und Teichen, die zum Spazierengehen und Entspannen einlädt. Eine Attraktion ist auch schon die Anreise zum Stadtwäldchen: Aus der City fährt bis unter den Park die Metro Linie 1, welche die älteste elektrische U-Bahn und nach der London Underground insgesamt die zweitälteste U-Bahn der Welt ist. In der technisch komplett vom restlichen Metronetz getrennten Linie ist überall in den liebevoll sanierten Stationen, den niedrigen Tunneln und auch den Fahrzeugen das historische Flair dieser Millenniums-U-Bahn aus dem Jahr 1896 zu spüren.
Martin Spies . martinspies
Geschichte
Das Stadtwäldchen "Varosliget" ist heute die grüne Lunge der Stadt. Das einstige Jagdrevier des Königs wurde um 1810 in einen öffentlichen Park umgewandelt. Prägend war aber das Jahr 1896, als dort die Budapester Millenniumsausstellung veranstaltet wurde. Zu diesem Anlass wurde die erste elektrische Metro der Welt dorthin eröffnet und das große Schloss als Ausstellungs- und Museumsgebäude erbaut. Bereits 1866 hatte der Zoo geöffnet, 1881 folgte das Thermalbad und weitere zehn Jahre später der Hauptstädtische Großzirkus.

Mit der Millenniumsausstellung hielten auch weitere Freizeitangebote Einzug im Stadtwäldchen. Die Eislauftradition, aus der sich der Eislaufpalast entwickelte, geht auf diese Zeit zurück und auch die Ursprünge des Freizeitparks. Der Besucherzulauf durch die Ausstellung kam nämlich auch dem bereits seit Jahren existenten "Vurstli" gelegen. Das war ein Kirmes- und Zirkussähnlicher Vergnügungsbereich von zahlreichen Schaustellern, Artisten und Gauklern. Mehrfach wechselten diese das Areal, um beispielsweise Platz für den Ausbau der Therme zu machen. Um 1910 eröffnete schließlich der "Englische Park", der "Angol Park", welcher am ehesten einem Freizeitpark glich. 1926 zog der "Vurstli" letztmalig um, dieses Mal auf das Gelände zwischen "Englischem Park" und dem Zoo. Der professionell geführte "Angol Park" machte dem Jahrmarkttreiben nebenan zunehmend Konkurrenz. 1950 wurden schließlich "Englischer Park" und "Vurstli" zusamengefasst zum Vidampark, übersetzt schlicht Freizeitpark, und verstaatlicht. Dem Gorky Park in Moskau als Vorbild folgend wurde der Park in den Folgejahren umgebaut und vollständig eingezäunt.

Einige der heutigen Attraktionen stammen noch aus der Zeit der Vorgängerparks des Vidampark. Das ältestste Fahrgeschäft ist heute das wunderschöne Pferdekarussell, das witterungsgeschützt in einem Pavillion steht und immer noch Groß und Klein erfreut. Aus der gleichen Zeit stammen die Grottenbahn "Barlangvasut", mit der man an Märchenszenen vorbeifährt, und der Bootskanal. Wenige Jahre später wurde eine Parkeisenbahn mit Dampflok im "Englischen Park" in Betrieb genommen, die bis 1974 auch weiterhin im Vidampark verkehrte, bevor sie wegen größeren Materialschäden den Betrieb einstellen musste. 1922 begann dann der Bau der Holzachterbahn, die vier Jahre später den öffentlichen Betrieb aufnahm und so bis heute ihre Runden über das Holzgerüst dreht.

Den Höhepunkt seiner Popularität nach der Zusammenführung der Vorgängerparks erlebte der Vidampark um 1960. Allerdings veralteten die Attraktionen zunehmend, so dass in der Folge ein Besucherrückgang eintrat. Als der Investitionsstau immer größer wurde, beschloss man den Park wieder selbstständig zu machen. Daraufhin holte die Parkführung neue Attraktionen aus dem Ausland in den Vidampark. Das brachte neue Einnahmen, mit denen die alten Fahrgeschäfte unterhalten und saniert werden konnten. Um 1980 wurde auch "Hullamvasut", die Holzachterbahn, grundlegend saniert. Diese steht übrigens, genauso wie das Pferdekarussell und drei weitere Attraktionen, unter Denkmalschutz. Zu dieser Zeit brannte das ebenfalls geschützte verhexte Schloss nieder, wurde aber 1987 rekonstruiert.

Im Jahr 1994 wurde der Vidampark in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nun wurde verstärkt in die Modernisierung und Verschönerung des Parks investiert. So wurde der "Break Dance" präsentiert, 1999 erhob sich der "Ikarus" in die Lüfte und im Jahr 2001 folgte mit dem "Looping Star" eine weitere große Achterbahn. Nach der Saison 2009 verließ dieser wieder den Park und wurde durch einen Spinning Coaster mit drehenden Wagen ersetzt. Für seine gelungenen Bemühungen Tradition zu bewahren und andererseits Innovationen in den Park zu bringen, wurde der Vidampark 2005 mit dem Golden Pony Award, dem Oscar der Freizeitindustrie, ausgezeichnet.

Im Jahr 2008 gab es Planungen, nach denen der Park hätte umziehen sollen, um auf dem Gelände des Vidamparks den benachbarten Zoo zu erweitern. So wären dem Zoo auch die Holzachterbahn und das Pferdekarussell zugefallen. Allerdings konnte der Vidampark doch vorerst auf seinem angestammten Gelände bestehen bleiben. Zur Saison 2009 wurde ein neues Kinderland in Dschungelthematisierung geschaffen und darin die kleine Geisterbahn, umthematisiert zur Dschungelfahrt, integriert. Im folgenden Jahr geriet der Park in finanzielle Probleme, so dass fraglich war, ob er zur Saison 2010 überhaupt öffnen wird. Doch mit Krediten und Unterstützung der Stadt konnte die Finanzierung des Parks kurzfristig gesichert werden.
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Neuigkeiten 2010
In diesem Jahr gab es keine bedeutenden Neuigkeiten.
Neuigkeiten 2011
Während der Park im vergangenen Jahr noch finanziell um seinen Fortbestand bangen musste, gibt es im Jahr 2011 wieder zahlreiche Neuerungen. Für Kinder wurden kleine Bumperboats, Elektro-Quads, eine aufgeblasene Riesenrutsche und ein Kinderkettenflieger angeschafft, wofür das "Rockin Tug" weichen musste. Für die größeren Gäste wurde ein zweiter großer Kettenflieger aufgestellt. Im Polyp kann die ganze Familie gemeinsam Spaß haben, ebenso wie im Simulator. Das Überschlagskarussell "Top Scan" hat den Vidampark wieder verlassen, dafür wurde eine Buggy-Kartbahn errichtet. Ebenfalls neu ist das UV-Panoptikum, in dem man bei einem Rundgang unter UV-Licht zahlreiche verblüffende Effekte erleben kann.
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Neuigkeiten 2012
In diesem Jahr gab es keine bedeutenden Neuigkeiten.
Neuigkeiten 2013
Mit der Saison 2013 endet Ende September auch die Geschichte des Vidamparks als Freizeitpark. Nach 175 wechselhaften Jahren schließt der Park dann für immer seine Tore. Die denkmalgeschützten Attraktionen wie die Holzachterbahn von 1922, das historische Karussell im Pavillon von 1906 und die Grottenbahn von 1912 sowie eine Schießbude und das Autoscootergebäude bleiben aber erhalten. Auf einen Teil des Geländes soll sich dann der benachbarte Zoo ausdehnen und diese Fahrgeschäfte weiter betreiben.
Martin Spies . martinspies
Neuigkeiten 2014
Wie bereits im letzten Jahr angekündigt, endete nach der Saison 2013 die Geschichte des Vidamparks als eigenständiger Freizeitpark. Grund dafür sind seit Jahren schwächelnde Besucherzahlen, zuletzt haben nur noch rund 300 000 Gäste pro Jahr den Vergnügungspark besucht. Daraus resultierten entsprechende finanzielle Probleme und die Stadt war nicht mehr bereit ein jährliches Defizit von umgerechnet etwa einer Viertelmillionen Euro zu tragen. So schloss der Park im November und anschließend wurden die meisten Attraktionen abgebaut und verkauft. Da es sich bei einem Großteil der Fahrgeschäfte um transportable Anlagen handelte, war das problemlos und relativ schnell möglich.

Anschließend konnte der Zoo die Flächen einschließlich der historischen, unter Denkmalschutz stehenden, Attraktionen übernehmen. Etwa zehn Wochen blieben den Gärtnern, Landschaftsgestaltern, Tierpflegern und Technikern Zeit, den Park in eine Erweiterung des benachbarten Zoos zu transformieren. Gestalterisch konnte das Gelände in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit natürlich nicht auf den gleichen Standard wie vom Zoo gewohnt gebracht werden, aber das Ergebnis kann sich auch jetzt durchaus schon sehen lassen. Ende April öffnet der ehemalige Vidampark dann wieder als Teil des Budapest Zoos.

Die neuen Flächen sind mit dem bisherigen Zoo verbunden, so dass die Gäste problemlos von dort auf Erweiterungsgelände gelangen können. Für die Zoobesucher ist damit der Besuch der neuen sechs Hektar ohne Aufpreis möglich. Trotzdem bleibt der ehemalige Vidampark ein abgetrennter Bereich, der von nun an den Namen Holnemvolt Park trägt, was übersetzt ungefähr Park Anno Dazumal bedeutet. Dadurch ist es möglich, diesen Bereich durch einen separaten Eingang zu einem sehr geringen Eintrittspreis (in dieser Saison umgerechnet unter 2,00 Euro) zu betreten auch ohne den Zoo zu besuchen.

Wie bei dem geringen Eintrittspreis zu erwarten, sind die Attraktionen nun nicht mehr im Eintritt inkludiert. Man ist wieder zu einem Token-System zurückgekehrt, bei dem jeder nur das bezahlt, was er auch nutzt. Von den früheren Attraktionen sind die Holzachterbahn, bei der auf jedem Zug immer noch ein Bremser mitfährt, das historische Karussell, die Grottenbahn, die Geistervilla, die Kanalfahrt, die Dschungelbahn sowie das Glaslabyrinth erhalten geblieben. Noch während der Winterpause haben die neuen Eigentümer die Sanierung der Attraktionen, insbesondere der Achterbahn, begonnen, so dass alles bereits zur Wiedereröffnung den Besuchern zur Verfügung steht. Außerdem wurden für Kinder als weitere Attraktionen zwei Kettenkarussells, zwei Eisenbahnen, ein Kinderkarussell, ein Holzlabyrinth, Tretkarts und zwei kleine Kartbahnen beschafft. Ebenfalls neu ist ein Kletterparcours, der bis Ende Mai fertiggestellt sein soll. Außerdem sorgt an Wochenenden ein Puppentheater für zusätzliche Unterhaltung und es besteht die Möglichkeit auf Pferden und Kamelen zu reiten.

Nachdem der Holnemvolt Park nun ein Teil des Zoos ist, sind natürlich auch zahlreiche Tiere auf dem Gelände eingezogen. Hauptsächlich werden in diesem Bereich heimische Haustiere wie Hirsche, Wildschweine, Pferde, Damwild, Schafe, Rinder, Ponys, Esel, Meerschweinchen, Kaninchen und diverse Geflügelarten gezeigt. Im Streichelzoo können die Besucher den Ziegen und Schafen besonders nah sein und sie füttern. Doch auch einige exotische Tiere haben im ehemaligen Vidampark ein neues Zuhause gefunden, darunter beispielsweise Kamele, Strauße, Emus und Schildkröten.
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