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[11.08.13] "Das ist besser als LSD!"
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RickLip
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Aufsteiger Patrick

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Link zum Beitrag #926800 Verfasst am Dienstag, 15. April 2014 22:48
Themenersteller
11 gefällt das Relax
Belantis, was habe ich nicht Schlechtes über dich gelesen. Und ich Trottel habe es auch fast schon geglaubt. Am Sonntag verschlug es uns zu einem Vater-Sohn-Tag in alter Tradition nach Leipzig, wo ich mir eigentlich nur schnell zwei Counts holen wollte. Der dort gelegene Freizeitpark verhalf dem Tag allerdings zu einer vielversprechenden Wendung.


Pedobär heißt uns mit einer Umarmung willkommen! Sehr, sehr geil.


Nach knapp zweistündiger Anfahrt lösen wir unsere Tickets und betreten den Vorplatz des Parkeingangs. Die ersten Serienaufnahmen klacken durch die Kamera und die Sonne sorgt bereits jetzt für angenehme Temperaturen. Auf der anderen Seite des imposanten Tores drängen wir uns unter die wenigen hundert anderen Besucher und fiebern dem Einlass entgegen. Die Begrüßung in Belantis ist rundum gelungen: Der ausladende „Plaza“ ist von einem babyblauen Schloss umgeben, welches man von einem Freizeitpark dieser Größe eigentlich so nicht erwarten kann. Die Gärtnereien sind gut gepflegt und man fühlt sich sofort wie in seiner Lieblingseisdiele in der eigenen Heimat.


Ästhetik in Leipzig



Ankommen, wohlfühlen



Absolut ausreichende Detailarbeit



Etwas feinere Details



Hier hält man’s doch aus!


Huracan. Als das Gatter endlich zur Seite rollt, schwimmen wir mit dem Besucherstrom zur Hauptattraktion und dem optischen Wahrzeichen von Belantis. Der knallrot-monochrome Eurofighter ist bereits vom Parkplatz aus gut zu erkennen und verlangt mit seinem 97°-Drop so manchem Mitfahrer schon ein bisschen Mut ab. Und tatsächlich wirkt Huracan aufgrund des verhältnismäßig weitläufigen Layouts sehr viel imposanter als vergleichbare Anlagen. Praktischerweise können wir sofort einsteigen, rollen um eine Kurve und lehnen uns auf dem Vertikallift dem morgendlichen Himmel entgegen.

Wenn man selbst der bevorstehenden Fahrt ein klein wenig nervös entgegenblickt und der eigene Sohn neben einem die Rückenlage in vollen Zügen genießt, muss man sich als Vater wohl fragen, ob es so eine gute Idee war, mich als fünfjährigen Knirps nach Geiselwind zu schleppen. (Ja, war es.) Wir erreichen den höchsten Punkt und werfen uns mit Schwung in den übersteilen Drop. Durch die Erweiterung des Zuges auf drei Reihen kommt die Airtime hier deutlich besser zur Geltung als auf anderen Eurofightern und bietet einen gelungenen Auftakt in die Fahrt. Allerdings bleibt es vorerst auch bei diesem Auftakt: Die anschließende Zero-G sowie die Cobra Roll rauschen relativ belanglos an mir vorbei. Noch dazu werde ich das Gefühl nicht los, im falschen Film zu sitzen, zeigt das Layout doch starke B&M’sche Anleihen. Mit diesem Vorbild hat sich Gerstlauer jedoch gewaltig übernommen, denn für das absolute Erlebnis „Achterbahn“ mangelt es in Leipzig an der nötigen Laufruhe.

Erstaunlicherweise bringt mich auch der anschließende Speed Bump nicht wirklich aus dem Häuschen (bzw. aus der Sitzschale). Blockbremse, die erste Hälfte ist ohne große Patzer geschafft. Eine Kurve bringt uns wieder auf den Boden zurück und leitet den bevorstehenden Korkenzieher flüssig ein. Eine bodennahe Steilkurve, während der man kräftig in den Sitz gepresst wird, schließt sich an und läuft in die letzte Inversion aus. Dieser Corkscrew ist sehr flach gehalten und eher lang gezogen, sodass man von einer ausgewogenen Portion Hangtime angenehm überrascht wird. Ein kleiner Schlenker nach links und das war es dann auch schon.

Eine abschließende Beurteilung von Huracan fällt mir nicht leicht. Als Achterbahnfan kann ich mir auch ein erfülltes Leben ohne diese Anlage vorstellen, so viel ist klar. Daran tragen insbesondere die Fahreigenschaften des Eurofighters Schuld. Allerdings muss man zu keinem Zeitpunkt seinen Kopf gegen die Schulterbügel drücken – zumindest, wenn man einigermaßen wegstecken kann. Wenn man jedoch den geringen Andrang ausnutzt und einige Fahrten in Folge absolviert, schlägt Huracan doch irgendwann mit leichten Kopfschmerzen aufs Gemüt. Das Layout kann diese Unruhe nur bedingt ausbügeln, bieten doch allenfalls First Drop, Speed Bump und der abschließende Korkenzieher wirklich schöne Achterbahnmomente. Dennoch hatten wir ganz bestimmt unseren wohlverdienten Spaß auf diesem Coaster – und zwar deutlich mehr als aufgrund der vernichtenden Kritiken zu dieser Bahn zu erwarten war.


Theming-Schmankerl am Stationsgebäude



Der erste First Drop: supersteil



Der zweite First Drop mit Airtime-Indikator



Der dritte First Drop mit Spaß-Indikator



Die Zero-G hat Gerstlauer einfach verkackt



Dennoch eine fotogene Inversion



Die beste Reihe (mit Armfreiheit) ist noch frei!



Richtungswechsel



Einfahrt in die Blockbremse



Dynamische Kurve


Ein Spaziergang durch Belantis. Insgesamt ist Belantis so angelegt, dass man automatisch einen Spaziergang um den See in der Parkmitte unternimmt und dabei gelegentlich Abzweigungen in die Peripherie folgt, die dann zum Beispiel zur Frisbee oder zum Drachenritt führen. Der Park ist wirklich sehr weitläufig. Man wird nie von zu vielen Attraktionen an einem Ort erschlagen und kann immer wieder bei einem gediegenen Ründchen durch die Natur verschnaufen. So ist auch zwischen den einzelnen Themenbereichen ausreichend Luft, sofern diese denn überhaupt eindeutig erkennbar sind. Auffallend ist die Anzahl größerer Bauten und verschiedener Gebäude, die dem ersten Anschein nach fast schon aus dem Europa Park übernommen sein könnten. Dem aufmerksamen Blick entgehen allerdings einige billige Attrappen und zu einfach gehaltene Fassaden nicht. Es bleibt dennoch festzuhalten, dass man sich in Belantis wirklich viel Mühe gibt, was sich auch in der Parklandschaft niederschlägt. So können wir die Atmosphäre im Park auch tatsächlich genießen, während wir das abseits gelegene Ägypten verlassen und zur Ritterburg aufbrechen.

Drachenritt. Eine Brücke führt über einen kleinen Wassergraben hinweg und wir müssen erst einmal den Eingang zum Gerstlauer Bobsled finden. Das sieht nach einem Imbiss aus, das ist der Ausgang. Ein Labyrinth, eine Geisterbahn? „Hier geht’s rein!“ Endlich. Zum ersten und letzten Mal heute ist Walkthrough angesagt, denn der Drachenritt lockt viele Besucher an und trifft den Geschmack der Zielgruppe von Belantis mit Bravour. Noch dazu ist der Ride-Op einer der gesprächig-freundlichen, die an ihrer Arbeit merklich Freude finden. Eine Tür fliegt auf und wir erklimmen den Lifthill. Wie schön der Motor bei den Bobsleds doch surrt.

Von hier oben bemerkt man schnell, dass man sich eben „nur“ in Belantis befindet. Was für den Besucher am Boden wie eine waschechte Burg aussieht, entpuppt sich auf zweiten Blick als eine Aneinanderreihung von Betonquadern. Insbesondere hinter der Bahn, wo sich nur noch eine grüne Wiese in die Landschaft erstreckt, ergeben sich einige unschöne Blicke hinter die Kulissen. Sei’s drum, denn der First Drop zieht gut und serviert den Passagieren auf der linken Seite einen Headchopper-Effekt, von dem sich The Swarm eine Scheibe abschneiden könnte. Die obligatorischen Mauskurven der Anlage sind gelungen und scheinen über den Wehrgang der Burg hinwegzuführen. Die Fundamente der Stützen sind jedoch abermals in einem nackten Betonklotz versenkt, welcher von einer Fassade in Richtung der außenstehenden Besucher versteckt wird. Dieser Pfusch sei dem Park allerdings verziehen, denn wo sonst schrammt ein Bobsled schon an einem runden Burgturm vorbei?

Brakerun, zwei Helices in unterschiedliche Richtungen – eine nach links, eine nach rechts; eine nach oben, eine nach unten – mit gelungenem Umschwung dazwischen, Brakerun. Es folgt das Highlight eines jeden Bobsleds: die Airtimehügel. Diese werden in den Morgenstunden noch etwas zaghaft überfahren, packen jedoch nachmittags ordentlich zu und servieren einen Wechsel der vertikalen Beschleunigungen wie im Bilderbuch. Leider kann der Drachenritt hier weder mit der G’sengten Sau noch mit dem Klotti Coaster mithalten. Eine weitere Helix führt durch einen arg billig gestalteten Drachenkopf in eine Untergrundpassage, die mit einem unerwarteten Umschwung aufwartet und in der Schlussbremse ihr abruptes Ende nimmt.

Der Drachenritt ist zweifelsohne eine gelungene Achterbahn, steht jedoch im Schatten seiner beiden deutschen Konkurrenten. Wer keine Haken sammelt, verpasst mit dieser Auslieferung sicherlich nichts, dennoch möchte ich einmal mehr meine ehrliche Bewunderung für Belantis aussprechen, einen wirklich kohärenten Themenbereich inmitten einer Burg aus dem Boden zu stampfen. Das Mittelalter-Flair kommt sicherlich mit seinen Abstrichen, andere Parks vergleichbarer Größe würden sich jedoch nicht einmal die Mühe machen, den Versuch zu wagen. Selbst im zweifelsohne besser gestalteten Plohn sucht man solche Bauten vergeblich. Hier ist einfach ein Mindestmaß an Anerkennung für Belantis fällig.


Thematisierung: Take that, Klotten!



Airtimetechnisch haben die anderen beiden Anlagen in Deutschland jedoch die Nase vorn



Das heißt jedoch nicht, dass der Drachenritt keinen Spaß macht


Götterflug. Die erste Umrundung des Parks ist beinahe geschafft und ich fasse die letzte Hauptattraktion ins Auge. Der Gerstlauer Sky Roller, welcher einst im Innenhof des Deutschen Museums als Prototyp seine Kreise zog, thront auf einem kleinen Berg am Rande des Parkgeländes. Diese Maschine will mir zeigen, was sie kann, und ich will ihr zeigen, wie weit ich mitgehen kann. Perfekte Ausgangslage.

Mein Vater und ich nehmen auf dem gleichen Ausleger Platz. Die Fahrt beginnt und das Fahrgeschäft begibt sich auf Maximalhöhe. Wie ein Kind, das die Bescherung an Weihnachten einfach nicht mehr erwarten kann, wippe ich meine Gondel bereits jetzt beinahe 90° und kippe dabei die Flügel passend. Plötzlich packt mich eine Böe, noch bevor sich das Karussell überhaupt losdreht, und ich stehe bereits 175° kopf. Mit Beginn der eigentlichen Fahrt lehne ich mich in den ersten Überschlag – noch mit Hangtime. Zweiter, dritter, vierter Überschlag. Inzwischen fühlt sich der Götterflug an wie eine Salatschleuder. In aufrechter Sitzposition nimmt der Druck in den Sitz jeweils kurz zu. Ansonsten habe ich keinen Anhaltspunkt mehr, wo oben und wo unten ist.

Die Welt verwischt in einer endlosen Drehung vor meinen Augen. Ich bin jetzt nur noch bei mir und bekomme von außen fast nichts mehr mit. Ich muss laut lachen. Irgendwo in der Ferne ruft mir mein Vater etwas zu. Angeblich wackelt unser Ausleger gehörig. Die Stimme verliert sich jedoch in einzelnen Fetzen, die von oben, unten, rechts und links gleichzeitig zu kommen scheinen. Der Horizont ist inzwischen nur noch eine Linie zwischen einer grünen und einer blauen Fläche, die sich immer schneller drehen. Ich kann nicht aufhören zu lachen. Plötzlich mischt sich ein bisschen Rot in die grüne Fläche. „Das muss Huracan sein.“, denke ich. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob man in diesem Zustand von Denken sprechen kann. Eine weitere Böe ergreift mich und beschleunigt mich wieder in meiner Rotation. „Das ist besser als LSD!“, Gelächter. Das Blut sammelt sich merklich in den Beinen und meinem Kopf, aber ich will jetzt nicht aufhören. Ich kann nicht aufhören.

Der Hauptarm kommt zum Stillstand. Durch geschickte Gewichtverlagerung und etwas Glück mit dem Gegenwind schaffe ich nochmal ein Dutzend Überschläge. Ich stehe still, aber tatsächlich dreht sich noch immer alles. Die Umgebung wird kurz grau und ich bemerke, dass ich noch immer lache. Ich fahre mir mit den Händen übers Gesicht und fasse mich wieder. Der erste klare Gedanke seit Beginn der Fahrt: „Ich will nochmal.“ Acht Mal Schleudern bitte!

Ich habe viel erwartet, aber so ein psychoaktives Grenzerlebnis … Wahnsinn! Ich will so ein Ding auf unserem Uniberg! Genau die richtige Anlage für Spinner (!) wie mich. Es ist mir auch wirklich egal, wie sehr man sich die Schultern bei all den Überschlägen ruiniert. Hier werden noch wahre Thrillseeker geboren. Jedenfalls entnehme ich das einem Gespräch zwischen einem kleineren Jungen und seinem Vater: „Wehe, du überschlägst dich. Das ist so schon genug.“ Daraufhin das Kind in unschuldiger Stimmlage und mit Hundeblick: „Und was ist, wenn es aus Versehen passiert?“


Kniet nieder, ihr Menschenwürmer!



Erste Flugversuche



Nach Goofy’s Sky School klappt’s auch mit den Überschlägen



Vor der Fahrt: Erwartungsvolles Warten



Während der Fahrt: I’ll laugh until my head comes off



Nach 500 bis 600 Überschlägen an einem Tag … rien ne va plus


Fluch des Pharaoh. In einer Welt vor Huracan hat man Belantis wohl betreten und sofort die riesengroße Sandstein-Pyramide erblickt, in der sich eine wahrlich besondere Wildwasserbahn verbirgt. Doch auch im Jahr 2013 weiß dieses Bauwerk noch immer zu imponieren. Bereits in der Queue werden wir mit einer passablen Gestaltung in Empfang genommen, während wir uns durch die engen Gänge der Pyramide quetschen. Auch der Bahnhof ist als rotes Schiff ebenso eindrucksvoll wie die Fahrt, welche darin beginnt. Der Fluch des Pharaoh bedient sich konventioneller Wildwasserbahnmomente wie der Schussfahrt aus der Pyramide, gibt ein wenig Rafting hinzu (bspw. die Wasserfälle neben dem Kanal und die spiralförmige zweite Abfahrt) und verleiht dem Gesamten durch die Gummiboote und den Vertikallift seinen ganz eigenen Charme. Noch dazu ist der Nässegrad für eine deutsche Attraktion eine wahre Erfrischung! Auch bei der ruhigen Bootsfahrt durch die „Wüste“ kann diese Wasserbahn hoch punkten. Einige Abstriche sind dann allerdings bei der Thematisierung zu machen: So ist insbesondere der Innenraum des Lifts mit einigen wenigen Hieroglyphen, welche auf die Wand gezeichnet sind, sehr karg geraten. Aber hey, dafür rauscht man eine Pyramide hinunter. Einfach mal etwas anderes und nicht die zehnte 08/15-Flume durch Tirol.


Ein echter Hingucker



Abstrakte Fotospielerei



Auf ins kühle Nass!


Drachenflug. Da dieser Condor weder Drachenritt noch Götterflug heißt, hätte ich ihn wohl ausgelassen, hätte ich in meinem Holiday-Park-Bericht mein loses Mundwerk unter Kontrolle gehabt und wäre nicht auf dem dortigen Bounty Tower herumgeritten. Zum Glück hat sich Robert meinen Nörgeleien angenommen und mir den Drachenflug in Belantis als bestes Exemplar seiner Art angepriesen. Und Recht hat er. Bereits von außen fällt dieser Condor sofort durch seine wunderbare Gondelgestaltung auf. Doch auch das Fahrprogramm hebt sich vom üblichen Einheitsbrei der Huss-Türme ab. Gerade dann, als mich wieder das monotone, immer wiederkehrende Fahrerlebnis zu nerven beginnt, drosseln die vier Hauptarme ihre Rotationsgeschwindigkeit. Dadurch stellt sich ein völlig neues Condor-Gefühl ein, schwingen die Gondeln doch deutlich beherzter in die Kurven und kommen dabei ordentlich ins Schaukeln. Ein kleines verborgenes Juwel? Vielleicht, aber eben doch nur ein Condor. Wieso andere Parks ihr Fahrprogramm jedoch nicht ein bisschen aufwerten, ist mir jetzt allerdings ein Rätsel. In jedem Fall ein großes Dankeschön für diese Empfehlung.

Verlies des Grauens. Der aufmerksame Leser hat es vielleicht schon bemerkt: Wir absolvieren bereits unsere zweite Runde um Belantis und betreten erneut die liebgewonnene Ritterburg. In den Kerkern dieser verbirgt sich nämlich noch eine weitere Attraktion, welche wir eingangs für eine Geisterbahn hielten. Bereits der Wartebereich, der aus einer abwärtsführenden Treppe besteht, legt sich auf die Stimmung wie schwarze Gewitterwolken an einem Sommerabend. Als uns dann noch ein Henker abholt und zur Preshow führt, befürchten wir, endgültig den Löffel abgeben zu müssen. Doch nicht vergessen, wir sind in Belantis. Und wie wir inzwischen gelernt haben, gibt man sich in Leipzig Mühe, vergeigt es aber dann doch irgendwann. So sackt dann auch die Preshow qualitativ gehörig ab. Besonders der eingespielte Ton vernichtet sämtliches Unbehagen, das eben noch so mühevoll aufgebaut worden ist. Wir werden in einen weiteren Raum geschleust und nehmen in einem Madhouse Platz. Beruhigt lehne ich mich zurück und genieße die Show. Besonders die Einbindung verschiedener Themingelemente auf dem Mittelteil der Schaukel schindet Eindruck; der plötzlich verschwindende Kristall ist in meinen Augen das Highlight der gesamten Fahrt. Prinzipiell heiße ich es auch gut, dass die Handlung figurenorientiert erzählt wird. Doch bitte, liebes Belantis, bitte verpasst diesem Drachen eine anständige Stimme. Sei’s drum, in voller Fahrt spielt das Madhouse sein letztes As und im Schwarzlicht erscheinen kryptische Schriften an den Wänden. Ein griechisches Alpha und die Zahl 69 fliegen an mir vorbei. Das schreit geradezu nach einer tief greifenden Interpretation. Das Verlies des Grauens schneidet als gesundes Mittelmaß ab, ist jedoch für einen Park dieser Größe eine tolle Leistung.


Hier kann man zu vernünftigen Preisen satt werden, wenn man nicht zu viel erwartet



Ganz nettes Eck



Nicht gefahren, aber von der Terrasse nebenan schön zu beobachten



Gefahren und für gut befunden



Traumexemplar!


Wieso so viel Hass? Vielleicht habe ich mir bei meinen abschließenden sechs Fahrten auf dem Götterflug einfach das Hirn herausgeschleudert (Leute, ging’s mir danach dreckig!), jedoch habe ich Belantis als zufriedener Besucher verlassen. Der kleine unscheinbare Park ist zweifelsohne auf Familien mit Kindern ausgelegt und bietet für diese ein wirklich rundes Angebot. Die Landschaft ist gut gepflegt, die Thematisierung im Verhältnis zur Größe absolut herausragend und das Personal war an allen Ecken freundlich und hat uns immer wieder mit guter Laune überschüttet. Bei Belantis geht es mir nicht um die beiden Achterbahnen – die interessieren mich ausgesprochen wenig – sondern vielmehr darum, dass ich bei acht von zehn Attraktionen sehe, wie sehr sich der Park ins Zeug legt. Und zwar mit Erfolg! Böse Zungen können sicherlich behaupten, die Gestaltung sei nichts Halbes und nichts Ganzes. Für meinen Geschmack ist sie ausreichend und wird ihrem Zweck gerecht. Man wird sicher nicht in den Bann einer Geschichte gezogen wie bei Disney oder meinetwegen auch im Europa Park. Aber es ist genug, um den umliegenden Freizeitpark zu vergessen.

Und aus diesem Grund fühle ich mich auch beinahe ein wenig verpflichtet, diesen Bericht zu verfassen. Wir hatten eine gute Zeit in Leipzig und wenn ich mitbekomme, wie schlecht der Name „Belantis“ behaftet ist, ist doch das Mindeste, was ich aus Dankbarkeit für diesen schönen Tag tun kann, meinen Eintritt zu zahlen und den vielen schlechten Worten ein kleines Kontra zu geben. Gebt euch einen Ruck und schaut euch den Park einfach mal selbst an. Vielleicht erlebt ihr ja auch die eine oder andere positive Überraschung.
mülla
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Mitglied Simon

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Avatar von mülla
Link zum Beitrag #926805 Verfasst am Mittwoch, 16. April 2014 08:18 1 gefällt das Relax
Daumen hoch dafür, dass du dich hier abhebst durch eine positive Sicht der Dinge statt durch Genörgel. Du scheinst zu wissen wie man in einem Park Spaß hat und das empfinde ich persönlich immernoch als Kernaspekt unseres Hobbies, auch wenn da scheinbar nicht jeder mit uns konform geht S
The Knowledge
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Onrider

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Link zum Beitrag #926807 Verfasst am Mittwoch, 16. April 2014 08:23 Relax
Ich denke, da war wirklich LSD im Spiel.
Bends
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Aufsteiger

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Avatar von Bends
Link zum Beitrag #926808 Verfasst am Mittwoch, 16. April 2014 08:26 Relax
Mein Besuch ist schon lange her, lange vor Huracan. Damals war das Personal auch super, aber fehlte der Charme. Und den gab es - trotz deutlich weniger Attraktionen - in Plohn en masse.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Belantis heute anders wirkt, man kann es zum Teil auf deinen Bildern sehen.
In 2006 stand da nicht ein Baum/Strauch/Blume, sondern das ganze Areal glich einer Mondlandschaft.
king of kings
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Onrider

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Avatar von king of kings
Link zum Beitrag #926809 Verfasst am Mittwoch, 16. April 2014 08:46 Relax
Sehr schöner Bericht mit guten Anekdoten zum schmunzeln. Danke dafür!

Werde mir im Sommer auch erstmals selbst ein Bild vor Ort machen.

Aber nach den bisher hier gelesenen Berichten, war dieser hier wirklich der erste mit positivem Ausgang für Belantis.
coasterfreak
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Onrider Robert

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Avatar von coasterfreak
Link zum Beitrag #926810 Verfasst am Mittwoch, 16. April 2014 08:54 Relax
Hallo Patrick,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Wir hatten in 2006 nicht so tolle Bedingungen in Belantis. Es war mehr Schein als sein, die Mitarbeiter waren unfreundlich und unmotiviert, das Dümpelwasser in den Seen wurde nicht gewälzt und müffelte entsprechend vor sich hin. Das Essen fand ich teuer und ungenießbar. Ausserdem war das Wetter so naja. Alles in allem hatten wir einen nicht so schönen Tag dort.

Aufgrund deines Berichtes (und des roten Punktes) werde ich dem Park aber in den nächsten Jahren noch einmal eine Chance geben.

Schön, dass Du den Condor ausprobiert hast. Ich denke, damit ist der Beweis erbracht, dass die Dinger auch gut sein können. S

Danke und weiter so.

Robert
Der Sinn des Lebens?
Der liegt irgendwo zwischen Lifthill und Schlussbremse.
Dorian
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Aufsteiger Dorian Kerl
Dortmund
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Avatar von Dorian
Link zum Beitrag #926826 Verfasst am Mittwoch, 16. April 2014 15:39
1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.04.2014 15:40
1 gefällt das Relax
mülla Daumen hoch dafür, dass du dich hier abhebst durch eine positive Sicht der Dinge statt durch Genörgel. Du scheinst zu wissen wie man in einem Park Spaß hat und das empfinde ich persönlich immernoch als Kernaspekt unseres Hobbies, auch wenn da scheinbar nicht jeder mit uns konform geht S


king of kings Aber nach den bisher hier gelesenen Berichten, war dieser hier wirklich der erste mit positivem Ausgang für Belantis.


Stimmt nicht so ganz. S

So schlimm fand ich den Park - bei meinem ersten Besuch 2012 ( onride.de viewtopic.php ) - eigentlich auch nicht. Vor allem die Schlauchboot-Wasserbahn war ganz spaßig. S Man sollte vorher nur seine Erwartungen etwas runterschrauben, dann geht das schon. S

Danke für den ausführlichen und netten Bericht. S

Gruß
Dorian
Meine FOTOBERICHTE und mehr: Dorians Seite bei Onride [Aktualisierung: 13.11.2015]
Ratzeck
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Aufsteiger Marcel Bender
Halle
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Avatar von Ratzeck
Link zum Beitrag #927076 Verfasst am Samstag, 19. April 2014 10:40 Relax
Wow. Toller ehrlicher Bericht. Nichts geschönigt und nichts ungerechtfertigt Krtitisiert. Gefällt mir.
Schön das es noch "Fachpublikum" gibt welches trotz der vielen Berichte unvoreingenommen in den Park geht und doch positives mitbringt. Ebenfalls erstaunlich das du nicht von den Onridern für diesen Bericht aufgefressen wirst . . . S S
Dorian
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Aufsteiger Dorian Kerl
Dortmund
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Avatar von Dorian
Link zum Beitrag #927080 Verfasst am Samstag, 19. April 2014 11:18
1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.2014 11:24
Relax
@RickLip:

Ich sehe gerade, dass du auch mit der FZ200 fotografierst S, hätte ich an den Bildern selbst gar nicht erkannt.

Hast 'ne PM. S

Gruß
Dorian
Meine FOTOBERICHTE und mehr: Dorians Seite bei Onride [Aktualisierung: 13.11.2015]
RickLip
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Aufsteiger Patrick

Deutschland . HE
 
Avatar von RickLip
Link zum Beitrag #927084 Verfasst am Samstag, 19. April 2014 13:03
Themenersteller
Relax
mülla Du scheinst zu wissen wie man in einem Park Spaß hat und das empfinde ich persönlich immernoch als Kernaspekt unseres Hobbies, auch wenn da scheinbar nicht jeder mit uns konform geht S

Fairerweise muss ich aber auch zugeben, dass mir Belantis als Teil einer Tour vermutlich deutlich weniger Freude bereitet hätte. In so einen Einzelbesuch fließt halt doch noch das "Heute fahr ich Achterbahn"-Gefühl mit ein. Aber genau das Gefühl ist vielleicht ja der Teil des Spaß-Habens.

coasterfreak Wir hatten in 2006 nicht so tolle Bedingungen in Belantis. Es war mehr Schein als sein, die Mitarbeiter waren unfreundlich und unmotiviert, das Dümpelwasser in den Seen wurde nicht gewälzt und müffelte entsprechend vor sich hin. Das Essen fand ich teuer und ungenießbar.

Dann hoffe ich, dass der Park dieses Jahr bei dir einen anderen Eindruck hinterlassen kann. Vom Lesen her scheint sich zu damals ja einiges geändert zu haben. S

Ratzeck Wow. Toller ehrlicher Bericht. Nichts geschönigt und nichts ungerechtfertigt Krtitisiert. [...] Ebenfalls erstaunlich das du nicht von den Onridern für diesen Bericht aufgefressen wirst . . . S S

Es freut mich zu lesen, dass ich an den Park einigermaßen fair herangetreten bin. Das wünsche ich mir generell für alle meine Berichte und es gelingt halt immer unterschiedlich. Und ja, ich bin auch froh, nicht gefressen zu werden. S
Steffen
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Aufsteiger Steffen

Deutschland . BW
 
Avatar von Steffen
Link zum Beitrag #927106 Verfasst am Sonntag, 20. April 2014 12:16 Relax
Auch mir gefällt dein Bericht wirklich super!
Gerade Götterflug konnte mich ebenfalls sehr begeistern und so kannst du dir sicher vorstellen wie froh man im Nigloland ist, wenn man mal wieder richtig durchdrehen darf. S

Vielen Dank natürlich für deine Eindrücke und Bilder die du uns mitgebracht hast.

Gruß Steffen
alon
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Mitglied Michael

Deutschland . NW
 
Avatar von alon
Link zum Beitrag #927492 Verfasst am Freitag, 25. April 2014 18:09 1 gefällt das Relax
Danke für den Bericht. Auch wenn ich in großen Teilen eine andere Meinung zu dem Park habe. Aber das ist natürlich alles subjektiv!

Liegt es vielleicht an der Vorbeurteilung. Du hast vorher viel negatives gelesen und einen "eher kleinen Park" besucht (geringere Erwartungshaltung).
Vom Eintittspreis und Auftritt habe ich damals eher einen größeren Park erwartet und da liegt der Park mit seinen 10 (ja nur 10 - wie du selbst schreibst!!!) natürlich weit hinter. Vielleicht haben andere - genau wie ich - viel zu viel erwartet. Gut, ich war am Tag vorher ja auch im sehr sympatischen Plohn und da war das überforderte Belantis-Personal natürlich sehr stark benachteidigt.
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