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Legendia - Śląskie Wesołe Miasteczko in Polen
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Auf dem Rücken eines (Vekoma-)Adlers durch Katowice
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Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

Deutschland . BW
 
Avatar von Caruso
Link zum Beitrag #988765 Verfasst am Montag, 24. Juli 2017 00:12
1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.07.2017 00:24
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Als im letzten Jahr der Bau einer neuen Vekoma Achterbahn in Polen angekündigt wurde, wusste ich, dass es mich irgendwann einmal in unser Nachbarland ziehen wird. Dass es dann aber so schnell und nur knapp zwei Wochen nach Eröffnung sein wird hätte ich nicht erwartet. Als Martin mit seiner Tourplanung um die Ecke kam, sah ich darin die Chance zur Stillung meiner Vekomagier, zumal ich die neueren Versionen noch nicht fahren konnte. Da der zweite Tag der Tour mein Highlight zu werden schien und sich dies auch ohne irgendwelche Abzüge bewahrheitete, möchte ich mit diesem beginnen. Damit das Parkjournal nicht mit etlichen Berichten geflutet wird, werde ich (sofern ich die Zeit dafür finde) zu jedem Tag einen Bericht schreiben und immer dem größten Park bzw. dem Park zuordnen, über den ich am meisten berichten werde. Wer sich nur für den Legendia Bericht interessieren sollte darf gerne durchscrollen.

Nach der längsten Nacht der Tour in Jelenia Góra fuhren wir knapp zwei Stunden zu unserem ersten Programmpunkt des Tages in der viertgrößten Stadt des Landes: Wrocław oder auch Breslau genannt. An diesem Tag sollte das Wetter größten Teils nicht sonderlich gut sein, weswegen ein Großteil der Bilder etwas dunkel und unscharf ist. Wir waren in Breslau aber auch nicht unbedingt an den hübschesten Stellen, wodurch das nicht weiter schlimm ist.


Wenigstens am Denkmal „Train to Heaven“ und damit einer der Hauptattraktionen der Stadt sind wir vorbeigekommen. Für mich als Eisenbahnfan sehr interessant zum Anschauen.



Der eigentliche Besuchsgrund war aber der Lunapark Lorenco mit ein paar kleineren Attraktionen.



Martin: „Sie fährt! Sie fährt!!“ Markus und ich: „Was fährt? Da ist keine Achterbahn.“ Auch nach einem kurzen Plausch musste Martin leider enttäuscht von dannen ziehen.




So setzten wir uns wieder ins Auto und machten uns auf den Weg nach Katowice. Meinem Highlight immer näher kommend wurde das Wetter wieder besser und es klarte zwischendurch auch mal auf. Bevor wir aber in die Großstadt gefahren sind, machten wir noch zwei kurze Abstecher.


Der Erste führte uns in die südwestlich gelegene Stadt Żory und seiner Western City Twinpigs.



Der Park machte einen richtig schönen Eindruck.



Im ganzen Park verteilt gab es auch immer wieder Streetentertainment und passende Westernmusik auf die Ohren.



Als Martin die ersten Attraktionen sah, war ihm gleich klar, dass diese Whiskey-Fässer, …



… das Riesenrad …



… und eine im Wald versteckte Zugfahrt aus dem fränkischen Wunderland stammen. Bei den Fässern ist das Bedienpult auch noch in Deutsch beschriftet.



Was dieses U-Boot aber hier zu suchen hat? Kostete Aufpreis, weshalb wir es nicht besuchten.



Ebenso die nicht im Preis enthaltenen Segways.



Auch das 5D-Kino ließen wir aus.



Denn Markus und Martin hatten das erste Ziel schnell ausfindig gemacht.



Meine erste Achterbahn in Polen wird also ein Big Apple von SBF. Der hat aber etwas ganz besonderes auf dem Lager. Auch dieser Bahntyp macht mir recht große Freude wenn die Reduzierbremse auf der Abfahrt nicht angeschaltet ist.



Wenn sie aber nicht erst eingebaut wurde ist das ganze natürlich noch besser. So gab es hinten wieder eine kurze abrupte Beschleunigung in den Gurt und leichte seitliche G-Kräfte in der Kurve. Hätte schlechter beginnen können.



Da mich die direkt daneben befindliche Schaukel interessierte nahmen wir diese gleich mit.



Mit Luftdruck und leichter Drehung sorgt auch dieses Fahrgeschäft für leichte Magenhüpfer und leichte Schreie der mitfahrenden Familie.



Ansonsten sind noch ein Klettergarten durch den Wald, …



… eine Bogenschießanlage, …



… ein Spielplatz mit Tipizelten und …



… eine große Halle mit einem Wasserfall zu finden. In der Halle wird wohl die Neuheit für das nächste Jahr entstehen.



Gegenüber findet sich noch ein Simulator mit einer netten Gestaltung. Da leider alle Plätze belegt waren konnte nur Martin mitfahren und laut seiner Aussage soll der Simulator nicht schlecht gewesen sein.



Für einen Westernpark obligatorisch auch ein kleiner Tierpark mit Ziegen und Pferden.



Ist das Kai, der unsere Tourplanung nicht mehr ausgehalten hat oder ich am Abend nach der Vekoma-Eroberung?



Auf der anderen Seite des Parks gab es einen Shop, Restaurants und einen weiteren Spielplatz.


Nach knapp 45 Minuten verließen wir den Park dann wieder. Für umgerechnet knapp 12 Euro Eintritt ist er für polnische Verhältnisse schon relativ teuer, bietet aber für Familien mit Kindern so einiges. In diesem kleinen Park hätte ich es auch ohne Probleme länger ausgehalten.



Auf dem Weg zurück gen Norden und Katowice lag noch ein letzter kleiner Park, der jedoch nicht mehr existiert.


Ein paar Hinweise auf den Rodzinny Park Atrakcji sind aber noch vorhanden.



Ob hier noch gecampt wird?



Auch die Stellen der ehemaligen Attraktionen sind noch zu erkennen.



An diesem Punkt stand mal ein kleiner Powered Coaster. Ein paar Halterungen im Boden waren noch vorhanden.



Häufig sind in Polen auch solche Sportgeräte zu finden, die ich hier mal durchprobierte. Ein gutes Aufwärmprogramm für das anstehende Highlight der Tour, das zum Dauerfahren auch einen gut trainierten Körper braucht. Erstaunlich war auch eine ältere Dame, die sich für lange Zeit mit den Sportgeräten beschäftigte.




Dann war es endlich soweit und unser Auto erreichte Katowice. Am Stadtrand an einem See und zu einem Wald hin gelegen findet sich der Hauptgrund für die Tour:


Das Legendia.



Mit einem neuen und sehr hübschen Eingangsbereich. Bei einer englischsprechenden Mitarbeiterin bekam ich bei der Kasse auf der linken Seite 10 Zloty Rabatt.



Um kurz nach 15 Uhr betraten wir den Park. Obwohl Martin schon dreimal hier war erkannte er den Park mit seinem neuen Aussehen nicht mehr. Wir traten den Weg um den See gegen den Uhrzeigersinn an.



Zunächst begegnet der Gast einer Schiffschaukel, einer Traktorfahrt und …



… einem Musikexpress.



Unser erstes Ziel im Park war jedoch die Scary Toys Factory.



Hinter der Thematisierung hat sich dabei ein Zyklon/Galaxi versteckt. Zwar ziemlich bunt lackiert, aber sehr kahl.



Meine erste Fahrt mit diesem Modell in einem sehr engen Wagen, aber mit einer erstaunlich lustigen Fahrt. Hätte ich auch gerne zweimal gefahren, aber die Bahn war so weit weg …



Im Park verteilt gibt es immer wieder Wartezeitenangaben. Als ich die Zeiten sah beruhigte sich mein Puls ein Wenig.



Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt nicht gut und es tröpfelte immer wieder. Am Skyflyer vorbei erreichten wir dann einen Parkteil, der noch den alten Charme von früher versprüht.



Hier zu finden sind eine Wellenrutsche und ein Swing Around. Mein erstes großes Achterbahnhighlight in Polen ist im Hintergrund schon zu erblicken.



Der TicTac Tornado.



Eine Doppellooping Achterbahn von Soquet, die hier 2007 nach fast zwanzig Jahren in Großbritannien eine neue Heimat gefunden hat.


Als wir ihn das erste Mal fahren sahen, war ersichtlich, dass nur die vorderen Reihen besetzt waren. Da im letzten Wagen eine Besonderheit vorhanden ist, wollten wir jedoch auch mal hinten fahren, was dem Martin bislang immer verweigert wurde.


Schnell die aufgeständerte Station erklommen geht es durch ein Extrator ganz vorne an der Station in den Zug. Wer genau hinschaut sieht schon den ersten Grund zur Freude.



Die erste Fahrt unternahmen wir in den beiden ersten Reihen. Nach der Auffahrt geht es mit einer rechts abfallenden Kurve und ein paar positiven G‘s…



… hinein in die beiden Loopings. Schon hier zeigen sich entgegen dem äußeren Erscheinungsbild die tollen Fahreigenschaften, die ich bislang auf allen Soquet-Achterbahnen erleben durfte.



Zum Schluss gibt es noch eine 900° Helix mit einer kleinen eingebauten Abfahrt.


Dann geht es in die Schlussbremse und nach einer kurzen Wartezeit fährt der Zug langsam in die Station zurück. Da alle Mitfahrer ausgestiegen sind nutzten Martin und ich die Chance mal beim Mitarbeiter nachzufragen, ob wir denn nicht im letzten Wagen mitfahren könnten. Kurze und knappe Antwort: „Of course!“


So nahmen wir zu zweit in der umgedrehten vorletzten Reihe Platz. Hier sind die spärlichen Bügel zu erkennen, die jedoch sehr bequem waren und viel Platz ließen.


Markus wartete derweil auf uns am Ausgang. Nachdem noch ein paar wenige Mitfahrer eingestiegen sind legten wir den Weg auf den Lifthill erneut zurück. Aufgrund der Fahrposition geht es dann ziemlich überraschend bergab und die Mundwinkel bergauf. Immer schneller werdend wird der Körper durch seitliche G-Kräfte an die Wand gedrückt, was sich in der kleinen Abfahrt in der Helix wiederholt. In den Loopings kommt es leider nicht zu dem tollen rückwärts Psyké-Feeling, dafür gibt es immerhin laterale G-Kräfte.

Auf jeden Fall ein richtiger Klassiker, den wir daher in der letzten Stunde nochmals gefahren sind, damit auch Markus in den Genuss einer Rückwärtsfahrt kommt. In der Fahrt sind wir dann übrigens nur zu dritt im letzten Wagen gefahren. Also eine Mindestmitfahrerzahl oder ein penetrantes vorne sitzen gibt es augenscheinlich nicht mehr. Da dieser Parkteil im Vergleich zum restlichen Park aber etwas mitgenommen und spärlich aussieht, wird es vermutlich auch dieser Achterbahn bald an den Kragen gehen. Ich hoffe, dass es sich dabei nicht um die Stahlschere handeln wird …


An den restlichen Kinderattraktionen, …



… der heute nicht fahrenden Seilbahn, …



… Trampolinen und …



… einem Autoscooter vorbei, erblickt der Besucher auf der rechten Seite ein Gebäude mit Verzerrspiegeln.



Direkt daneben ist eine Baustelle mit einem großen Erdhaufen zu sehen. An dieser Stelle war einmal eine alte Wasserbahn, …



… von der aber leider nur noch der alte Turm vorhanden ist. Sie soll sehr witzig gewesen sein, wird aber nach meiner Auskunft bei einem Mitarbeiter leider nicht mehr zurückkommen. Die Hoffnung habe ich aber noch nicht verloren.



Dem Weg um den See weiter folgend betreten die Besucher dann den neuesten Bereich des Parks, den ich zu diesem Zeitpunkt im Stechschritt betrat. Dazu mehr dann später.



Den Abschluss des Mittelalterbereichs stellt ein Flic-Flac von Huss dar.



Mit einem echt guten Fahrprogramm und dem passenden Namen „Dragon Wrestling Tournament“.


Ich kannte bislang nur das Modell von Steffen und mir wollte bislang nie eine überragende Fahrt vergönnt sein. Ganz anders hier. Ewig lang, immer auf voller Power aufgedreht und als gegen Ende auch endlich meine Gondel anfing sich schnell und einige Male zu überschlagen kam es dann zum ersten Mal in meinem Leben zur Abschaltung meines Gleichgewichtssinns. Aber nicht im Sinne des Schlechtwerdens, sondern eines gefühlt ewig Drehens ohne zu fühlen wo oben und unten ist, obwohl das Auge alles sieht. Es kam einfach nicht mehr in der Denkzentrale an. Schade, dass ich bei Steffen bislang nie eine so tolle Fahrt erleben durfte.


An einer zur Schaukel in Twinpigs baugleichen Anlage vorbei …



… erreichten wir den Diamond River.



Ein Spillwater aus dem ehemaligen Sommerland Syd, der sehr schön in diesen Themenbereich eingebaut wurde.


Zahlreiche Pflanzen säumen die Fahrstrecke. Nachdem die Bügel horizontal mit Luftdruck an die Mitfahrer herangeführt wurden geht es sehr langsam zum ersten Lift. Nachdem der vordere Block frei ist geht es ebenso langsam nach oben. Da mich Tobias kurz vor Abfahrt auf einen Thread vom Dirk aufmerksam machte, hielt ich mich ausnahmsweise in der zweiten Reihe sitzend etwas fest. Die Welle sieht von außen zwar böse aus, viel Wasser kam dann schlussendlich aber bei beiden Abfahrten nicht ins Boot. Zum Trocknen suchte ich mir dann eine Premiere für mich aus, deren Hydraulikmotor nach mir rief.


Ein Rainbow von Huss im Dragon Temple.


Im Adventureland war es dem Kevin und anderen Gästen verboten in den Sitzschalen für zwei Personen alleine Platz zunehmen, wohingegen es dem Mitarbeiter hier völlig egal gewesen ist. Also alleine hingesetzt (die zwei anderen wollten nicht), die dicken Stangenbügel geschlossen und los geht es. Schon beim Einpendeln zeigten sich die G-Kräfte, die denen des fliegenden Teppichs in Gröna Lund in nichts nachstehen. Nur mit dem Unterschied, dass die Fahrgäste hier eben seitlich sitzen. Dadurch bin ich die komplette Fahrt über den knappen Meter zwischen den beiden Sitzbegrenzungen hin- und hergeflogen, mal mit ein paar Zentimeter Abstand zum Sitz oder eben in diesen gedrückt. Für die geschätzt zwanzig Mitfahrer und für mich eine riesen Gaudi mit einer langen Fahrzeit.

Danach schauten sich der Martin und ich den Bauhof an, auf dem so manches Fahrgeschäft zerlegt gelegen ist. Aber eben auch viel Müll, weswegen eine Parkreinigungskraft ziemlich verwundert und mit einem Grinsen geschaut hat, als wir diesen „Müll“ fotografierten und uns seinen Müllwagen anbot, was ich wiederum sehr amüsant fand.


Allgemein waren sehr viele Mitarbeiter im Park und an den Attraktionen unterwegs. Auch für Streetentertainment ist an vielen Ecken gesorgt.



Ein weiteres Highlight sollte die alte Mix Machine werden, die jetzt Dragon Riders heißt.



Soll die Fahrt laut Martin doch ziemlich grenzwertig sein.


Zunächst durfte ich nicht mitfahren, da vier Mitfahrer nötig sind und weit und breit kein Fahrwilliger zu sehen war. Nachdem die Runde um den See abgeschlossen war und ich zurückkam waren glücklicherweise noch zwei Mädels anwesend und so ließ uns drei der Mitarbeiter nicht lange warten. Das Fahrgeschäft lässt sich am besten wie ein Luna Loop beschreiben, der an ein Karussell geschraubt wurde. Zu Beginn war es auch ein wenig wirbelnd, jedoch wurde das Drehen immer schneller, wodurch der Flüssigkeit im Vestibularorgan keine Zeit mehr bleibt irgendwie zu fließen. Dadurch stellte sich bei mir keine bewusstseinsverändernde Fahrt ein, wie es beim Flic Flac der Fall gewesen ist, da der Mitfahrer einfach nur an die Wand gepresst wird. Zwischendurch habe ich mal versucht mit "nach draußen schauen" nachzuhelfen, aber auch das hat leider nicht geholfen. Das Fahrgeschäft ist zwar etwas ausgefallenes, jedoch würde ich andere Fahrgeschäfte im Park bevorzugen. Gefehlt hat aber vielleicht auch nur jemand gegenüber, dessen oder deren Gesichtsveränderung ich betrachten konnte.

Der Park bietet hier hinten noch eine vierte Achterbahn, …


… die aber noch thematisiert wird und somit geschlossen war.



Obwohl ich die Fahrt mit der Enterprise in Geißelwind sehr mochte, bin ich damit hier leider nicht gefahren. Wenn es sich um ein Schwarzkopf-Modell gehandelt hätte, wäre ich aber sicher eingestiegen.



Vom ganzen Park aus ist die nächste Attraktion sichtbar.



Ein Flugkarussell mit einem langen Fahrprogramm. Das liegt aber v.a. daran, dass der Motor ewig zur Beschleunigung braucht und das Anhalten ebenso lange benötigt.



Der Versuch eines Panoramas während der Fahrt.


Ist einmal die höchste Geschwindigkeit erreicht werden die Fluggäste sogar leicht in den Sitz gedrückt. Ein sehr spaßiges Fahrgeschäft für die ganze Familie, das schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. Nur bei den Treppenstufen sollte der Blick nach unten gerichtet werden, da diese nicht immer im bekannten Abstand stehen.

Danach trennten sich die Wege von Markus + Martin und mir.


Während die M&Ms den Blumenweg zum Riesenrad nahmen und sich die Stadt ein wenig von oben anschauten, …



… lief ich noch ein wenig durch den Park. Vorbei an einer Spielhalle, …



… einem Kettenkarussell, …



… der Teetassenfahrt …



… und dem Platz für die Neuheit des nächsten Jahres, …



… zog es mich zum alten Prater Relikt Circus Hoppala.



Ich habe ihn im Park leider selten fahren sehen und das obwohl nur zwei Personen benötigt wurden.


Martin hat damals gemeint, dass er schon Leute darauf sich übergeben gesehen hat, was meine Vorfreude natürlich immens gesteigert hat, zumal ich überhaupt keine Ahnung hatte, was mich hier erwartet. Als ich dann davor stand wusste ich zumindest, dass er von Moser war. Als ich dann die drehbare Gondelaufhängung gesehen habe war mir klar, dass das ein etwas anderes Fahrerlebnis werden könnte. In der hintersten Gondel sitzend fand ich es aber überraschend, dass sich nicht der Boden abgesenkt hat, sondern der Gondelträger zu einem Halbkreis formte und ich dadurch einige Meter über dem Boden im Bügel hing. Dann ging es auch schnell über Kopf und die Gondelbremse wurde gelöst. So wurden die Fahrgäste mit immer wechselnder Position durch die Station gejagt. Wie sonst auch immer kam bei mir die größte Freude auf, wenn dies über Kopf passierte. Leider war die Fahrt nicht allzu lang und für mich damals in einem weit entfernten Parkteil.


Im Zirkusteil des Parks gibt es dann auch noch eine Zugfahrt, …



… einen HullyGully, …



… sowie eine Karussellfahrt.



Als Radfahrer hätte mich dieses Überschlagfahrgeschäft noch sehr interessiert. Leider war nur eines im Betrieb und dafür war mir die Wartezeit dann doch zu hoch.


Denn damit ist die Parkrunde abgeschlossen und ich machte mich auf den Rückweg in den hintersten Bereich. Auf dem Weg nahm ich noch die Runde auf dem Luna Loop Karussell mit und eroberte dann ein letztes Mal (abgesehen von einer Abschiedsfahrt auf Tornado) mit dem Urvater Polens und seinem weißen Adler die Vekomaburg des …


Lech Coasters, der nicht nach der polnischen Biermarke benannt ist.



Haben die Vekoma-Gefolgsleute nämlich einmal den schönen, aber sehr unübersichtlichen Wartebereich (den ich nicht voll erleben möchte) überwunden, …



… wird in einer Preshow auf die Geschichte der Legende eingestimmt. Nach ein wenig Treppensteigen erreichen dann die tapferen Burgleute …



… den weißen Adler des Herzogs Lech, …



… der einen schicken Zug nach sich zieht. Die Zeiten am Eingang haben nicht gelogen. Die Anhänger des Vekomakönigreichs konnten meist an einer Hand abgezählt werden (wie so oft leider).


Sind dann doch einmal genug Gefolgsmänner und/oder –frauen gefunden oder sofern die Burgherren die immer wieder mitfahrenden Bewunderer nicht länger warten lassen wollen, …


… geht es nach einer kleinen Abfahrt auf einen schnellen 40 Meter Lifthill.



Lange gefackelt wird dadurch nicht und es geht in die Tiefe über dem See.


Ein großer Pluspunkt gegenüber vielen anderen Bahnen. Im letzten Wagen sitzend verschwindet der Zug vor einem nach unten und ist durch die mehr als 90°-Drehung zur Seite nicht mehr zu sehen. Es beginnt trotz der Westenbügel eine wunderschöne und langanhaltende sanfte Schwerelosigkeit einzusetzen, die nach wenigen Augenblicken den Blick in den See ermöglicht. Dann die abrupte Drehung und mit viel Druck in den Sitz hinein in einen Tunnel und die erste Inversion.


Schon vom Lifthill oder Boden aus denkt sich der Fahrgast mit Blick …



… auf den reverse Sidewinder, dass dieser im Vergleich zum Lift etwas mickrig ausgefallen ist.


Und nicht nur dieser wirkt so. Auch der Rest der Strecke ist relativ bodennah, weswegen der Zug eine konstant hohe Geschwindigkeit besitzt. Von weitem hat der Markus schon gemeint, dass er gefühlt mit 20 km/h zu schnell durch die Strecke saust. So kommt es wie es kommen muss: Vom Scheitelpunkt der ersten Inversion ab herrscht ein konstanter Druck in den Sitz. Erst nach knapp vier Sekunden Sitzpresse und damit verbundenem Ausknipsens des Seevermögens (beim mittäglichen Mistwetter aber nur leicht) wird ein Hügel erreicht, der einen mit ganz schön Schmackes aus dem Sitz reißt und die Blutzufuhr ins Hirn wieder ermöglichte. Dazu noch mit einer schicken Drehung nach links fühlen sich die Fahrgäste an Brühl erinnert. Dann wieder eine kurze positive G-Kraft-Presse, …


… die in den nächsten Herausreißer gipfelt. Hair to the air!



Schon hier haben viele keine Kraft mehr oder den letzten Willen verloren die Hände zu heben. Nur noch ein einsamer Vekomakrieger in der vorletzten Reihe und ein kleines Kind vorne kämpfen gegen die Westenbügel und die fetten positiven G-Kräfte an.



Dann geht es zu einem kurzen Abstecher zurück in die hübsche Burg.



Über Kopf geht es durch den Kronleuchtersaal um die neuen Gefolgsleute willkommen zu heißen.


Anschließend geht es wieder mit saftigen positiven G-Kräften unter dem Baum hindurch, der auf dem Warteschlangenfoto zu sehen ist. Nach einer Steilkurve wird die Burg in den Sitz gepresst umrundet, dann der Eingangsbereich mit einem satten Schub in die Bügel überquert und mit der letzten Inversion (wovor noch ein Foto geschossen wird) der Weg zurück über den See angetreten wird.


Durch eine weitere Steilkurve (ich muss nicht sagen was hier für Kräfte wirken …) hindurch und einem kleinen nach außen geneigten Hügel hinüber, …



… wird eine letzte Kurvenfolge mit sehr engem Radius über Land und See befahren. Beim Wechsel zwischen Links- und Rechtskurve gibt es dann zum letzten, dafür wieder sehr abrupten und kräftigen Mal die negative G-Kraft zu erleben.


Mit immer noch recht hoher Geschwindigkeit setzt dann der Adler zur Landung an und tritt den Rückweg zur Station an.

Wow, was eine Bahn. Am besten lässt sich das Fahrerlebnis wie ein Napalm Death Song beschreiben: Kurz, druckvoll und schnell auf dem Punkt kommend. Wobei kurz bei fast einem Kilometer Wegstrecke etwas übertrieben ist, aufgrund der konstant hohen Geschwindigkeit wird die aber rasend schnell abgespult. Dazu mit einem Druck, der meine Arme zum Abend hin immer mehr nach unten zwang, weil einfach keine Kraft mehr zum Gegendrücken vorhanden war.


V.a. weil gegen Abend die Sonne hervortrat, die Bahn in einem wunderschönen Licht erscheinen ließ und die Abfertigung aufgrund der abnehmenden Besuchermasse schneller wurde, wodurch der Adler wärmer und wärmer wurde.


Über den ganzen Tag durften die Fahrgäste sitzenbleiben, sofern eine Reihe frei blieb, wenn die neuen Gäste aus der Preshow gekommen sind. Als diese gegen Ende weniger wurden konnte ich dann mehrmals in der letzten Reihe sitzenbleiben, ohne dass der Bügel überhaupt geöffnet wurde. Da der Zug meist zu 3/4 leer gewesen ist und die Mitarbeiter sonst jeden Bügel einzeln wieder verschließen hätten müssen, öffneten sie diese einfach einzeln. Da mein Vekomawahn schnell Anklang fand, ließen sie mich am Ende einfach sitzen. Und warmgefahren bei Sonnenschein in der letzten Reihe sitzend mit knapp 25-30 Fahrten (mehr ging leider nicht, weil manchmal nur alle fünf Minuten ein Zug abfuhr und wir nur fünf Stunden im Park verbrachten) und weniger werdendem Energiespeicher im Körper, …


… habe ich nach dem reverse Sidewinder bis zur Abfahrt vom ersten Hügel nichts mehr gesehen.



Ich bin noch nie so eine Bahn gefahren, die zwischen so krassen positiven und angenehmen negativen G-Kräften wechselt.



Und dazu auch noch so unglaublich fotogen ist.


Dies führt auch dazu, dass manche Ruderbootfahrer auf dem See extra bis zum Lech Coaster paddeln um ganz besondere Fotos zu machen. Mir war dafür die Zeit aber doch etwas zu schade, da ich dieses tolle Vekomaprodukt dauerfahren wollte, womit ich ziemlich alleine war. Leider hat der Westenbügel bei den G-Kräften auch Nachteile. Sofern die Mitarbeiter diese nicht schon vor der Fahrt mit viel Kraft zugedrückt haben, übernimmt das die Bahn selbst. Dadurch liegt die Weste bei größeren Personen ziemlich stark auf dem Schlüsselbein, was neben den positiven G-Kräften dazu geführt hat, dass ich die Arme nicht mehr heben konnte/wollte. Bei den wichtigen Streckenabschnitten waren sie aber trotzdem oben, so schnell bekommt mich keiner in die Knie. S

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt meinerseits ist auch noch, dass die Inversionen nicht sonderlich „wirbelnd“ sind. Also eine schnelle Drehung um die eigene Achse oder ähnliches fehlt leider, stattdessen werden diese Streckenabschnitte einfach nur durchfahren ohne einen Drehwurm hervorzurufen. Dies hat mir auf dem Formula 1 im Energylandia besser gefallen. Aber das ist bei diesem G-Kraft-Wunder eher Nebensache.

Irgendwann war es dann aber kurz vor 8, ein letztes Mal ließ ich mir das Licht ausknipsen und verabschiedete mich von den netten Mitarbeitern, die allesamt gutes Englisch konnten. So konnte ich noch fragen, wofür der Name „Lech“ eigentlich steht und was mit der Bootsrutsche passiert. Um mich auch von den anderen Mitarbeitern noch zu verabschieden fragte ich ihn nach einem netten Gruß (miłego dnia – schönen Tag noch!), worauf er noch ein paar Brocken Deutsch von mir lernen wollte. Falls euch also mal jemand mit „Viel Spaß” oder „Viel Glück” ansprechen sollte, das hat er von mir.


Do widzenia Lech Coaster!


Fazit
Mein vorab auserkorenes Highlight stellte sich unweigerlich als solches heraus. Viele nette und motivierte Mitarbeiter (beim Lech Coaster standen trotz geringster Besucherzahlen meistens vier Mitarbeiter um den Zug), einige selten anzufindene Attraktionen, gepaart mit zwei echt tollen großen Achterbahnen. Dazu das neue Themingkonzept, welches nach und nach den ganzen Park einbezieht. Wenn es so weitergeht, dann wird in Katowice ein richtig schöner Freizeitpark entstehen (was er eigentlich sowieso schon ist). Die knapp 17 Euro Eintritt sind einfach nur lächerlich für westeuropäische Verhältnisse, weswegen ich erstmal fleißig im Shop eingekauft habe, um mehr Geld dort zu lassen. Vom Essen müssen leider die M&Ms berichten, da diese nach unserer Trennung ein wenig durch den Park flaniert sind. Mir blieb da rätselhafterweise keine Zeit dafür. Ich werde auf jeden Fall wieder kommen!

Ich bedanke mich fürs Lesen und hoffe, dass nicht zu viele Leute auf den Hyper im Energylandia warten. Das Legendia und Vekoma sind immer eine Reise wert.


Habe ich schon gesagt, dass mir die Bahn sehr gefallen hat?
Stormrunn3r
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Redakteur Tobias Kathke

Deutschland . HH
 
Avatar von Stormrunn3r
Link zum Beitrag #988767 Verfasst am Montag, 24. Juli 2017 05:07 1 gefällt das Relax
Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Der Prototyp-Rainbow, der (endlich wieder wirklich) schicke Flic Flac und der Lech-Coaster hätten mich ebenfalls kaum noch aus ihren Fängen gelassen - leider aber auch auf Kosten der anderen Fahrgeschäfte S.

Der Kommentar mit Dirk galt jedoch nicht der ehemaligen Kannibalenbootsfahrt aus dem dänischen Sommerland, sondern der Hopkins-Anlage, die wir in etwa einem Monat besuchen werden - da sind die Wassermengen nämlich eine andere Hausnummer, wie auch die damit verbundene Bremsung. Ich freu mich!
1. Platz Top Bilder 2016Bends
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Mitglied

Deutschland . NW
 
Avatar von Bends
Link zum Beitrag #988769 Smartphone verfasst am Montag, 24. Juli 2017 08:15 Relax
Wobei AugustvonPolen auch im Sommerland Syd kräftig eingeschlagen ist.

Circus Hoppala empfand ich als halb so wild, jedenfalls nicht übler als Speedflip und Konsorten.

Danke für die Eindrücke und Bilder.
coasterfreak96
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Onrider Kevin

Deutschland . NI
 
Avatar von coasterfreak96
Link zum Beitrag #988775 Verfasst am Montag, 24. Juli 2017 13:57 1 gefällt das Relax
Caruso


Ein Rainbow von Huss im Dragon Temple.


Im Adventureland war es dem Kevin und anderen Gästen verboten in den Sitzschalen für zwei Personen alleine Platz zunehmen, wohingegen es dem Mitarbeiter hier völlig egal gewesen ist. Also alleine hingesetzt (die zwei anderen wollten nicht), die dicken Stangenbügel geschlossen und los geht es. Schon beim Einpendeln zeigten sich die G-Kräfte, die denen des fliegenden Teppichs in Gröna Lund in nichts nachstehen. Nur mit dem Unterschied, dass die Fahrgäste hier eben seitlich sitzen. Dadurch bin ich die komplette Fahrt über den knappen Meter zwischen den beiden Sitzbegrenzungen hin- und hergeflogen, mal mit ein paar Zentimeter Abstand zum Sitz oder eben in diesen gedrückt. Für die geschätzt zwanzig Mitfahrer und für mich eine riesen Gaudi mit einer langen Fahrzeit.




Als ich dieses Bild auf dem Portal entdeckt habe, haben sich meine Augen weit geöffnet. Ich in meiner Naivität dachte, es gäbe keine Huss Rainbows mehr und dann sehe ich das! Wahnsinn, es gibt sie doch noch. Die Beiden bei mir in der Nähe im Heide Park und im Serengeti Park haben ja leider schon vor ein paar Jahren Abschied genommen (und ich bin sie nie gefahren...).
Dass dir dieses Fahrgeschäft gut gefällt und dann noch alleine in der Sitzschale, kann ich mir richtig gut vorstellen. S

Auch ansonsten vielen Dank für den sehr interessant geschriebenen Bericht. Der Lech Coaster scheint ja eine echt intensive Spaßmaschine zu sein.
Ich bin schon gespannt auf die weiteren Berichte!
1. Platz Top Bilder 2016Bends
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Mitglied

Deutschland . NW
 
Avatar von Bends
Link zum Beitrag #988782 Smartphone verfasst am Montag, 24. Juli 2017 15:55 Relax
Viele sind es ja auch nicht mehr. Will halt kaum einer ein Überraschungsei betreiben.
3. Platz Beste Berichte 2016: "speedfreaks und turbines Notizblocktagebuch - Kuwait 2015"the turbine
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Moderator Bruno Baumeister
Aachen
Deutschland . NW
 
Avatar von the turbine
Link zum Beitrag #988801 Verfasst am Montag, 24. Juli 2017 20:32 Relax
Vielen Dank für den Bericht!
Der Park is ja überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. Als Anita und ich vor Ort waren, wirkte alles ein bißchen lieblos und man hatte unweigerlich den Eindruck, der Park würde es nicht mehr lange machen. Aber was ich hier sehe, ist wirklich beeindruckend. Neben dem Lech Coaster ist natürlich eine Fahrt in der vorletzten Reihe des Tornados genug Motivation, wieder ins Legendia zu reisen, denn auch uns wurde eine Fahrt in dieser besonderen Reihe seinerzeit verwehrt. Und abgesehen davon: Polen ist immer eine Reise wert!
Lacront
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Mitglied Daniel

Schweiz . ZH
 
Avatar von Lacront
Link zum Beitrag #988807 Smartphone verfasst am Montag, 24. Juli 2017 23:05
2 mal bearbeitet, zuletzt am 24.07.2017 23:08
1 gefällt das Relax
Vielen Dank für deinen toll geschrieben Bericht und natürlich für die ausführliche und lebhafte Beschreibung zum Lech Coaster, der dadurch bei mir nun umso mehr zum Lechz Coaster avanciert ist.
Smilie :580: - bubbleskh - 236676 Zugriffe Smilie :580: - bubbleskh - 236676 Zugriffe Smilie :580: - bubbleskh - 236676 Zugriffe

Wirklich bemerkenswert, was sich da so alles getan hat, wenn man sich die alten Berichte dazu nochmals durchguckt. Mir war auch gar nicht bewusst, was für ein breitgefächertes Arsenal an sonst eher seltenen Flatrides es da gibt.

Weiter so! Bin schon auf die Fortsetzungen gespannt. Smilie :944: - Balmera - 221028 Zugriffe
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