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[Titanic Max] Episode of Kyoto, Osaka and little Fairies P.1
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Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

Deutschland . BW
 
Avatar von Caruso
Link zum Beitrag #994881 Verfasst am Dienstag, 19. Dezember 2017 01:53
2 mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.2017 15:09
Themenersteller
2 gefällt das Relax
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Tag 2: [Greenland] Togo-Mania
Tag 3: [Space World] # Final Summer
Tag 4: [Sightseeing] Episode of Kyōto, Osaka and little Fairies Part 1



Konnichiwa!

Die ersten drei Tage in äußerst schönen Freizeitparks sind vorbei. Leider konnten wir nicht bis zum Ende in der Space World bleiben, da der letzte Shinkansen nach Osaka schon etwas früher fuhr. Während der zweistündigen Fahrt versuchte ich etwas meinen Schlafmangel aufzuholen, da mir die erste Nacht im Saunazimmer noch sehr nachhing. Zwischendurch bin ich aber einmal aufgewacht und als ich aus dem Fenster blickte, sah ich ein Bahnhofsschild mit der Aufschrift „Hiroshima“. Leider machten wir hier keinen Sightseeing-Halt, aber spätestens da realisierte ich, dass nun der Tag ohne Freizeitparks, Achterbahnen und Co. ansteht.

Schon in der Phase der Grundlagenplanung habe ich um einen „ohne-Coaster-Tag“ gebeten, weshalb ich sehr froh war, dass auch Tobias damit einverstanden war und auch direkt meinte, dass er in Osaka/Kyōto und Himeji direkt 3 Tage Sightseeing pur machen könnte. Da hatte ich mich gleich richtig gefreut, denn einerseits wäre es eine Schande in diesem Land nicht ein wenig Sightseeing zu betreiben, andererseits bin ich auch jemand (die die mich kennen wissen das bestimmt), der gerne mit 120% Vorfreude in einen Park geht. Schon auf der Skanditur habe ich gemerkt, dass ich das mit mehreren Tagen Freizeitpark hintereinander nicht (mehr) kann. Wenn noch erstgenannter Grund hinzugezählt werden muss, verstärkt sich das umso mehr und mit nur 99% Freude macht mir ein Parkbesuch einfach nicht mehr so viel Spaß. Daher wird es vor dem nächsten Parkbericht noch ein paar Gedanken zu den 1 ½ reinen Sightseeing-Tagen geben.

Schlussendlich haben wir uns für unsere Sightseeings-Trips die Ziele Kyōto und Osaka herausgesucht. Leider fiel aus Zeitgründen ein Besuch in Himeji weg, weshalb die dortige Burg auch nicht von uns besucht wurde. Aber eine solche besuchten wir kurze Zeit später trotzdem noch. Aber zunächst führte uns nun der vierte Tag der Tour in das kulturelle Zentrum und ehemaliger Sitz des Kaisers von Japan: Kyōto. Ein Studienkollege von mir hat ein halbes Jahr dort gelebt, weswegen ich ihn direkt nach Must-haves fragte. So stellte ich mit ihm zusammen eine ziemlich laufintensive, aber auch sehr ausführliche Tour zusammen, die den Besuch von so vielen wichtigen Dingen wie möglich erlaubte, aber zumindest mich aufgrund des Wetters mehrmals an noch nicht gekannte körperliche Grenzen brachte.

Ein weiterer Vorteil war, dass wir auch mal etwas länger schlafen konnten. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns dann auf den Weg von unserem toll gelegenen Hotelzimmer in Osaka (dazu dann später mehr) nach Kyōto. Schon die ersten Tage waren für mich temperatur- und luftfeuchtigkeitstechnisch eine Qual. An diesem Tag wurde es keineswegs besser, vielmehr müsste der Tag zu den wärmsten (und dann auch noch ohne große Bewölkung) gezählt haben, aber mit einem kleinen Handtuch (wie viele Einheimische) und viel Wasser ausgestattet machten wir uns trotzdem auf den Weg.


Zunächst fuhren wir mit der Bahn zur Station Inari um einen der bekanntesten Schreine des Landes zu besuchen. Hier sind die ersten Stationen des Tages zu sehen.


Diese Zugfahrt stellte dabei eine Besonderheit auf der Tour dar: Ausführlichst wurde auf der Anzeigetafel und über Lautsprecheransagen angekündigt, dass dieser Zug 3 Minuten Verspätung hat. In Worten: Drei! Ich würde mich in Deutschland darüber freuen, wenn die Verspätungsanzeige für fünf Minuten nicht erst, wie meist, bei neun Minuten Verspätung gezeigt werden würde und hier wird ein Feuerwerk gezündet, wenn ein Zug minimalst zu spät kommt. Bei der Selbstverständlichkeit, die die Japaner in Sachen Pünktlichkeit aber an den Tag legen, ist dies aber auch nicht anders zu erwarten. Da entschuldigt sich der Bahnchef für einen 20 Sekunden zu früh losgefahrenen Zug auch direkt öffentlich – und das obwohl vier Minuten später direkt der nächste Zug gekommen ist. So ist es auch nicht überraschend, dass dies unsere einzige Verspätung in Japan gewesen ist. In zwei Wochen mit zahlreichen Zug- und Busfahrten!

Als ich zurück in Deutschland war und eine Zugverbindung zu einem Termin gesucht habe und dann die Umsteigezeit von knapp fünf Minuten gesehen habe, dachte ich noch zunächst, dass das extrem viel ist. Bis mir einfiel, dass ich nicht mehr in Japan bin und deswegen lieber einen früher genommen habe. Auch beim Einsteigen in den Zug direkt wieder der einheimische Kulturschock: Alle auf eine Tür ohne Rücksicht auf andere. Wie sehne ich mich nach Japan …

Zurück zu religiösen Orten: In Japan sind vor allem die Glaubensformen Buddhismus und Shintō vertreten. Die Gottheiten bei ersterem werden mit Tempeln und bei zweiterem mit Schreinen geehrt. Unser erstes Ziel gehört nun zu den Shintō-Schreinen, die (Natur-)Gottheiten gewidmet sind, die das Leben der Japaner beeinflussen. Dies kann neben der Sonne, dem Wind oder dem Regen auch der Reis sein.


Der Fushimi Inari-Taisha Schrein ist dem japanischen Gott (die Kami genannt werden) Inari gewidmet. Hier das große Eingangstor (Eingangs-Torii).



Inari ist der Gott des Reises, der Fruchtbarkeit und der Füchse, weswegen auf dem Gelände zahlreiche Füchse (Kitsune) zu finden sind.



Das große Eingangsgebäude, hinter dem sich nicht nur die Haupthalle (honden) befindet, sondern auch …



… die Gebetshalle (haiden genannt).



Zuvor sollte sich der Gläubige aber symbolisch reinigen, um „sauber“ das Gebet den Göttern vortragen zu können. Anschließend kann er oder sie nach einem festen Ritual beten, was auch ein Glockenläuten und ein zweimaliges Klatschen einschließt, weshalb dies häufig zu hören ist.



Am bekanntesten ist der Schrein aber für seine Allen aus einer vierstelligen Anzahl von Torii, die auf einen Hügel führen, wo sich die Reliquie befindet. Diese werden als Wohnorte der Kami verehrt und sind meist Steine, Schwerter, Edelsteine oder (wie auch hier) Spiegel.


Auf dem Bild ist auch zu sehen, dass dieser Schrein zu den bekanntesten und ältesten Schreinen gehört. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er die meisten Besucher aller Shintō-Schreine zählt und sich so ein Menschenband durch die zahlreichen Torii schob. Bis auf den Hügel sind wir in Anbetracht des noch anstehenden Programms und der Menschenfülle nicht mehr und sind nach einer Runde wieder zurück zur Bahnstation.

Die erste Flasche Wasser war schon erlegt und die Mittagszeit hat begonnen. Was habe ich mich auf die Zugfahrt im angenehm gekühlten Zug gefreut. Ich habe jede einzelne der wenigen Minuten genossen, in denen ich mal nicht geschwitzt habe. Denn das „Problem“ an Kyōto ist seine Lage: Die Stadt liegt in einem nur nach Süden geöffneten Kessel, wodurch sich die schwüle Luft staut.


Am Hauptbahnhof Kyōto angekommen machten wir uns dann auf den Weg zur östlichen Flanke dieses Kessels. Zunächst ging es aber erstmal über den Fluss Kamo …



… zum äußerst hübschen Sanjūsangen-dō;. Nach einem Shintō-Schrein besuchten wir nun einen buddhistischen Tempel. Nachdem ich anfänglich noch etwas skeptisch war, ob sich die 600 Yen Eintritt lohnen würden, muss ich sagen, dass sie sich wirklich gelohnt haben.



Zunächst ist die Haupthalle aus dem Jahr 1266 nicht nur der längste Holzbau Japans, sondern auch für Bogenschützen ein interessanter Ort. Denn hier fand ein als Tōshiya bekannter Wettbewerb statt, bei dem u.a. ein einzelner Schütze in 24 Stunden so viele Pfeile wie möglich über 118 Meter ins Ziel bringen musste.


Den Rekord hält dabei seit 1686 ein 22 Jähriger mit sagenhaften 13.053 Pfeilen. Auch heute findet ein Wettbewerb noch statt, aber nicht mehr auf der Veranda, sondern im Hof. In der Halle ist auch ein Teil der Dachkonstruktion zu sehen gewesen, der bei Renovierungsarbeiten entfernt wurde. Vom Dachbalken selbst war kaum noch etwas zu sehen, dafür steckten zu viele Pfeilspitzen darin. Leider war das Fotografieren verboten, weswegen ich auch keine Bilder vom Innern des Tempels habe. Denn dort verbirgt sich etwas weiteres Unvorstellbares: Neben einer riesigen Statue der „tausendarmigen Kannon“ stehen 1001 im Detail unterschiedliche und lebensgroße Statuen der Kannon. Dieser Anblick wollte einfach nicht enden. Was muss das für eine Arbeit gewesen sein vor knapp 800 Jahren. Unter Androhung des Löschens der Speicherkarte ließ ich meine Kamera stecken. Dies hielt aber einige buddhistische Mönche nicht davon ab mit ihren Smartphones zahlreiche Erinnerungsfotos zu schießen.


Am Nationalmuseum vorbei ging es dann weiter zu einem Hauptbesuchsgrund, wenn nicht sogar meinem Highlight neben den Parks.



Bevor wir dort ankamen, sind wir aber zunächst falsch abgebogen und landeten bei einem weiteren buddhistischen Tempel.



Am Eingang gibt es Infoblätter, wo die Besucher mit „Welcome! Not Kiyomizu Temple? Here is Otani Mausoleum“.


Offensichtlich waren wir also nicht die ersten, die den falschen Weg genommen haben. Bei diesem Tempel handelt es sich um ein Mausoleum für den Gründer der Jōdo Shinshū Buddhismus Tradition. Nach einem kurzen Rundgang legten wir dann aber doch den Gang zum eigentlichen Ziel ein.


Und jetzt wurde es steil. Auch wenn es nur knapp 80 Höhenmeter waren, die waren bei über 35° und drückender Schwüle anstrengend. (Wenn ich mir vorstelle, wie viele traditionell gekleidete Japaner mit Getas (Holzsandalen) hochzulaufen, komme ich direkt wieder ins Schwitzen.)



Daher nutzte ich zum zweiten Mal an diesem Tag einen der alle paar Meter auftauchenden Getränkeautomaten – und es war nicht der letzte Besuch. Ohne die gekühlten Getränke, hätte ich den Tag wohl nicht überlebt. Ich habe mich sicher bestimmt fünf oder sechs Mal mit frischen Wasserflaschen versorgt.



Nach weiteren zahlreichen Treppenstufen erreichten wir dann endlich eines meiner Must-haves in Kyōto: Das UNESCO-Weltkulturerbe und buddhistischer Tempel Otowasan Kiyomizu-dera.



Der Grund findet sich nicht nur in der Haupthalle, die zu unserem Besuchszeitpunkt aber renoviert wurde, sondern auch im Ausblick.


Nach dem Bezahlen eines kleinen Obolusses ging es durch einen Gang mit zahlreichen weißen Zick-zack-Papierstreifen (die zeigen, dass hier Götter wohnen) und Windspielchen zu einem der ebenfalls ansässigen Shintō-Schreine. Am Jishu-jinja befinden sich ein Paar Liebessteine, die 18 Meter voneinander entfernt stehen und einer Legende nach, soll sich jemand bald verlieben, wenn er oder sie den Weg von einem zum andern mit geschlossenen Augen findet. Bei der Masse an Menschen vor Ort würde ich nicht auf die Legende hoffen. S


Aber wie schon gesagt ist die Haupthalle einer der Besuchsgründe. Im Jahr 1633 eröffnet und 13 Meter hoch. Einfach gewaltig, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Holzbau handelt.



Von der großen Terrasse bietet sich ein beeindruckender Blick auf die Stadt und das umgebende Gelände, das vom Tempel aufgekauft wurde, damit die Errichtung von Hochhäusern verhindert werden konnte.



Für Gläubige ist ein weiterer Besuchsgrund der Wasserfall des Otowa-no-taki, von dem drei einzelne Wasserkanäle in ein Becken stürzen, das von Tempelbesuchern aufgefangen und getrunken wird. Es soll heilende Kräfte besitzen und ein langes Leben mit Erfolg bringen. Aufgrund der langen Schlange suchte ich diese Kräfte lieber in japanischer Schokolade und …



… in meinem eigentlichen Besuchsgrund: Dem Ausblick auf dieses sagenhafte Gebäude und die Stadt. Im Dunst ist auch der 131 Meter hohe Kyōto-Tower zu erkennen. Ohne ein Erinnerungsfoto mit mir von hier wäre ich nicht heimgeflogen.



Falls jemand nicht viel Zeit für Sightseeing hat: Ich würde sie hier verbringen. Dann aber am besten zur Dämmerung, angeblich soll dann bei gutem Wetter der Ausblick wunderschön sein. Nach einer guten Stunde (es war schon 14 Uhr) machten wir uns dann wieder auf den Weg in die Stadt.



Vorbei am Busparkplatz. Nach den entspannten Tagen zuvor ein ganz anderes Erlebnis.



Das fünfte Ziel war weniger ein Ziel als ein eher zufällig auf dem Weg liegender Tempel. Denn mir wurde wärmstens ein Gang durch die Altstadt Kyōtos (Gion genannt) empfohlen. Gezeigt ist in etwa der Weg, den wir damals gelaufen sind.



Da wir uns einfach mal mehr oder weniger gehen ließen, kamen wir auch am Kennin-ji vorbei. Mit Baujahr 1202 einer der ältesten Zen-Tempel Japans. Dort zu finden waren einige Kunstschätze, die sich heute im Nationalmuseum befinden. Ich liebe diese Dachformen einfach.



Das schönste an Gion sind aber die kleinen Gassen mit zahlreichen Gebäuden in der traditionellen Bauform.


Ein Grund dafür liegt im zweiten Weltkrieg: Eigentlich sollte Kyōto aufgrund seiner Kessellage ein Ziel der Atombombenabwürfe sein. Da der Kriegsminister Henry L. Stimson aber um die kulturelle Bedeutung der Stadt wusste (auch aufgrund eines vorherigen Besuchs), wurde sie glücklicherweise von der Liste gestrichen. Wobei „glücklich“ in diesem Zusammenhang nur auf die Kultur bezogen ist. Für Kyōto wurde Nagasaki ausgewählt, wo stattdessen viele Japaner ihr Leben ließen. Krieg ist und bleibt einfach kacke.


Um wieder zu erfreulicheren Themen zu kommen: Schließlich landeten wir auf einer großen Einkaufsstraße, die uns dann direkt zum Yasaka Schrein führte.



Ein Shintō-Schrein, der dem Kami des Windes und Meeres gewidmet ist.



Bekannt ist er aber vor allem für den dahinterliegenden Maruyama Park, der im April zu einem tollen Kirschblütenland wird.



Nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir uns gegen 16 Uhr (und somit schon nach der Schließung der meisten öffentlichen Einrichtungen) auf die letzte Etappe.



Vorbei am geschlossenen Haupttor des Chion-in.



Dieser Trockenschrägaufzug hat mich vor Ort sehr interessiert.


Er war Teil des Biwasee-Kanals, der Kyōto mit dem Biwasee verbindet. Der Kanal versorgt seit 1890 die Stadt mit Wasser und wurde neben der Energieerzeugung auch als Wasserstraße verwendet. Um nun vom Niveau Kyōtos zum Austritt des Kanals zu gelangen, wurde dieser Aufzug erbaut. Da der Kanal aber nicht mehr zum Fracht- und Passagiertransport eingesetzt wird, ist er heute stillgelegt. Genutzt wird der Kanal aber weiterhin zur Wasserversorgung, für Feuerwehreinsätze und zur Bewässerung.


An unserem nächsten Ziel, der Tempel Nanzen-ji, kann ein weiteres Überbleibsel dieser Wasserversorgung besichtigt werden.



Das 1889 gebaute Aquädukt, eine 93 Meter lange Backsteinbrücke, die den Nordteil Kyōtos mit Wasser versorgte.



Der Zen-Tempel ist bekannt für seinen traditionellen Garten, den wir leider nicht mehr besuchen konnten.



Das beeindruckende Haupttor aus Holz begutachteten wir aber aus der Nähe.



So langsam setzte die Dämmerung ein und wir verließen die menschenüberlaufenen Plätze. Da passte es doch super, dass wir nun den Philosophenweg entlang liefen, der im Frühling eine rosa-weiße Straße der Meditation ist.



Mit dem Honen-in Tempel erreichten wir dann auch den vorletzten Tempel des Tages. Den kostenpflichtigen Teil konnten wir nicht mehr besuchen, aber der wurde mir bei Zeitnot auch nicht empfohlen.



Der Rest des Tempels strahlt eine nette Ruhe aus und der Garten ist recht hübsch.



Der letzte Tempel hätte dann noch der recht bekannte silberne Pavillon namens Ginkaku-ji werden sollen. Hier hatte ich aber auch nicht mehr unbedingt damit gerechnet, dass er noch geöffnet hat. Leider gab es auch keinen kostenlosen Außenbereich.


Anschließend liefen wir westlich zu einer großen Kreuzung, an der öfters Busse vorbeifuhren. Dort entdeckte der Tobias dann zum Glück eine Busverbindung zum letzten Ziel, an dem man aufgrund seiner Vergangenheit wenigstens mal vorbeilaufen sollte. So konnten wir immerhin diese drei Kilometer bis zum ehemaligen Kaiserpalast fahrend zurücklegen. Erstaunlich fand ich den Einheitspreis von 230 Yen, egal wie viele Stationen gefahren werden.


Dann folgten die letzten Meter zu Fuß in Kyōto.



Und das waren einige, denn der Kaiserpalast ist etwa 1,5 Kilometer lang.


Hier zu sehen ist der innere Palastkomplex, der nur zweimal im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich ist. Ausländer können ihn nach Anmeldung vor Ort das ganze Jahr über besuchen. Da mein Uni-Kollege aber meinte, dass die Palastanlagen nicht zu den Highlights zählen, beließen wir es daher bei einem Gang entlang der Begrenzung.


Auf einer Parkbank der öffentlich zugänglichen Grünanlagen genossen wir dann den hübschen Sonnenuntergang. Was muss das für ein Anblick vom Kiyomizu Tempel sein, der um die Uhrzeit aber auch schon geschlossen gewesen war.



Die vier Kilometer zurück zum Hauptbahnhof investierten wir dann gerne 260 Yen. Ich mag diese Tickets und das System der Bahnsteigsperren, die die Tickets nach Benutzung sofort einziehen und somit keinen Müll verursachen.


Allgemein ist das Zugfahren in Japan super einfach. Wie eingangs schon geschildert kommen die Züge super pünktlich. Eine Zugverbindung wird also so gut wie nie an den Zügen selbst scheitern. Man sollte nur darauf achten, dass auch genug Zeit für den Umstieg besteht, v.a. wenn mit schweren Koffern gereist wird. Wegen Kanjis sollte sich auch niemand Gedanken machen. Meist steht an jeder Station der romanische Ortsname angeschrieben. Falls jemand einen abgelegenen Ort ohne Tourismus erreichen möchte, sollte er oder sie wenigstens die Hiragana und Katakana können, da die Ortsnamen für Schüler immer in Silbenschrift umschrieben werden. Den Fall hatten wir auf der Tour aber nie, mir sind zumindest solche Schilder ohne Romanji nur bei ganz kleinen Stationen auf dem Weg zum Fuji-Q-Highland aufgefallen. Notfalls hilft aber auch ein Tablet oder das Handy.


Für diese empfehle ich (Tobias schätze ich auch mal) übrigens ein Pocket Wifi. Für zwei Wochen hat dieses knapp 65 Euro gekostet und hat uns mit wunderbarem Breitband Internet versorgt, auch in den abgelegensten Orten. Ebenso mussten wir uns auch an mit Menschen überlaufenen Stellen nie um die Verbindung kümmern.


Damit endete dann auch der Kyōto Tag, der mir aufgrund der Schwüle in Verbindung mit der ernormen Hitze als einer der bislang erschöpfensten Tage meines Lebens im Gedächtnis bleiben wird.



Da kam es uns doch wie gelegen, dass uns der fünfte Tag zunächst in die unweit von unserem Hotel (Daiwa Roynet Hotel Osaka Kitahama, das wirklich super gelegen war und ein tolles Frühstück zu bieten hatte; hast du gut ausgewählt Tobias S ) gelegene Burg zu Osaka führte.


Hübsch aussehen tut der Hauptturm ja, auch wenn der Großteil aus dem Jahr 1997 stammt, da er mehrmals zerstört wurde.



Alleine der Ausblick auf Osaka war der Eintritt aber wert. Was muss das früher für ein Ausblick ohne die vielen Hochhäuser gewesen sein.



Einen kleinen temporären Wasserpark hätte es auch gegeben. Die Ausstellung in der Burg war leider nicht sehr interessant und das umgebende Gelände ebenso.



Daher machten wir uns dann auf den Weg zur hinter dem Crystal Tower gelegenen Bahnstation Kyobashi, von wo aus wir zum Hirakata Park fuhren, um den es in Part II gehen wird.



Nach der Rückkehr vom Park empfiehlt es sich am Abend einen Abstecher in das Dotonbori genannte Viertel um den gleichnamigen Fluss zu unternehmen.



Mit einem komisch geformten und einem wohl schon seit einigen Jahren nicht mehr im Betrieb befindlichen Riesenrad eines Supermarkts (Don Quixote Ferris Wheel).



Um diese Uhrzeit versprühen die kleinen Gassen mit ihren vielen Leuchtreklamen einen besonderen Charme.



Den Abend ließ ich wie am Tag zuvor dann am für mich schönsten Ort Osakas ausklingen: Dem Rosengarten des Nakanoshima Parks unweit unseren Hotels.


Zu der Uhrzeit wehte ein angenehmer Wind und bis auf wenige Jogger und vereinzelten Leuten herrschte angenehme Stille.

Schlussendlich kann ich für mich bezüglich des Sightseeings sagen, dass ich mich in den kleinen japanischen Freizeitparks weit mehr wie in Japan gefühlt habe, als in den Großstädten. Diese waren einfach zu sehr von (westlichen) Touristen geflutet. Am ehesten gefallen haben mir noch der Kiyomizu-dera aufgrund seiner Lage und Bauform, sowie der Gang durch die Altstadt, da mir die japanische Architektur super gefällt. In Osaka durch die Shoppingmeile mit den zahlreichen kleinen japanischen Läden zu laufen hat ebenso Spaß gemacht. Jedoch werde ich als jemand, der von Großstädten sowieso nicht viel abgewinnen kann, das nächste Mal diese nicht mehr unbedingt besichtigen. Wie schon im Kijima Kogen Bericht angesprochen werde ich bei einer zukünftigen Tour (die es sicher irgendwann geben wird) eher in der Natur wandern gehen und, sofern es meine Knie bis dahin noch erlauben, auch den Fuji besteigen. Einen Besuch bei einem Konzert meiner beiden Lieblingsbands aus Japan werde ich dann sicher auch dranhängen, sofern zu der Zeit eine Tour ansteht. Vor Ort sind die Konzerte einfach besser als in Europa. Die 1 ½ Tage haben neben dem Sightseeing-Aspekt aber auch ihren anderen Daseinsgrund erfüllt: Die Lust auf die kommenden Parks war wieder unbändig.

Damit bin ich auch am Ende und hoffe, dass ich dem ein oder anderen Kyōto näher bringen konnte und bedanke mich fürs Lesen!

Mata ne!

Nicolas
Bends
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Deutschland . NW
 
Avatar von Bends
Link zum Beitrag #994883 Smartphone verfasst am Dienstag, 19. Dezember 2017 07:36 Relax
Total spannend, da würde ich gerne mal hin.
Stormrunn3r
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Redakteur Tobias Kathke

Deutschland . HH
 
Avatar von Stormrunn3r
Link zum Beitrag #994885 Verfasst am Dienstag, 19. Dezember 2017 13:34 1 gefällt das Relax
Nicolas … in meinem eigentlichen Besuchsgrund: Dem Ausblick auf dieses sagenhafte Gebäude und die Stadt. Im Dunst ist auch der 131 Meter hohe Kyōto-Tower zu erkennen. Ohne ein Erinnerungsfoto mit mir von hier wäre ich nicht heimgeflogen.



Und ohne Erinnerungsfoto von dir würde hier etwas fehlen.



Danke für den extrem kurzweiligen Bericht



über den heißesten und anstrengendsten Tag der Tour.



Kaum zu glauben, was wir alles an einem Tag marschiert sind S.






Hell Yeah! Schnabelteah!
coasterfreak96
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Deutschland . NI
 
Link zum Beitrag #994957 Verfasst am Freitag, 22. Dezember 2017 09:40 1 gefällt das Relax
Vielen Dank für den sehr interessanten und schön ausführlichen Sightseeing-Bericht!
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