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Unser Notizblocktagebuch: Mexiko 2017
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speedfreak
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Onrider Anita Eisert
Aachen
Deutschland . NW
 
Avatar von speedfreak
Link zum Beitrag #1009193 Verfasst am Sonntag, 02. Dezember 2018 16:19
Themenersteller
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Notizblocktagebuch einer Coastertour, Mexiko 2017

Donnerstag, den 20.04.2017

Nachdem wir heute Vormittag erst in Seattle, Washington, USA angekommen sind, steigen wir nun schon wieder in ein Flugzeug, um dem unfreundlichen und verregneten Wetter im Staate Washington zu entfliehen.
Unser kurzer Besuch auf der Washington State Fair war nur mäßig erfolgreich, aber wir freuen uns über die fantastischen Fahrten auf dem alten hölzernen Classic Coaster von 1935, der ja auch der eigentliche Hauptgrund unseres Besuchs auf dieser Halbkirmes war. Bei den anderen beiden Achterbahnen hatten wir weniger Erfolg. Die Wildcat ist wasserscheu. Eine Handvoll Wolken am Himmel reichten aus, um sie zwar testen aber nicht eröffnen zu lassen und bei Rainier Rush steckte die ganze Zeit während unseres Besuches ein Elektriker mit dem Kopf im Schaltschrank.
Dennoch sitzen wir jetzt glücklich und begeistert in unserem Volaris Flieger, der kurz vor Mitternacht den amerikanischen Boden Richtung Süden verlässt. Das gibt mal wieder sehr wenig Schlaf! Gute Nacht!





Freitag, den 21.04.2017

Kurz nach sechs Uhr morgens berührt unser Flieger sanft den für uns noch jungfräulichen Boden. Die Aufregung steigt, wir sind jetzt in Mexiko!

Unser Gepäck haben wir, immigriert sind wir auch schon, also brauchen wir als nächstes erstmal Bares. Die ATMs im Flughafen verhalten sich heute sehr störrisch und weigern sich vehement, uns bunte Scheinchen in der Landeswährung zu geben. Obwohl uns MasterCard und VISA Logos anlächeln, verschmähen die kastenförmigen Geldaushändiger unsere Plastikkarten. Letzter Ausweg ist der Exchange Schalter. Hier ist es natürlich ohne Probleme möglich, an Mexikanische Pesos zu kommen, wenn auch zu einem hässlichen Wechselkurs, der in uns das Gefühl aufkommen lässt, über's Ohr gehauen worden zu sein.

Da hilft nur, Ruhe zu bewahren und sich einen gigantischen Bananen-Nuss-Muffin zum Frühstückskaffee zu bestellen. Schon sieht die Welt viel rosiger aus.

Bei der Hertz Autovermietung versucht die zuständige Mitarbeiterin Bruno zwischen dem Korrigieren ihres Tagesmakeups zunächst ein größeres Auto und irgendwelche überflüssigen Zusatzversicherungen aufzuschwatzen. Bruno bleibt aber trotz ihrer jetzt wieder frisch leuchtend roten Lippen beharrlich und bekommt dafür den Super-Premium-Spitzen-Ladenhüter der Woche. Unser Dodge hat nicht nur Reifen mit massiv reduzierter Profiltiefe, er birgt auch noch so manch andere Überraschung in sich, wie wir später feststellen werden.
Ausgestattet mit Bargeld und dem silberfarbenen Qualitätsgefährt kann das Abenteuer Mexiko also beginnen.

Das erste Ziel, unser Hotel, liegt am anderen Ende der Stadt und präsentiert uns als Geschenk Guadalajaras dicken Freitagmorgensberufsverkehr. Doch wer hätte das geahnt? Die Mexikaner fahren deutlich entspannter als die Deutschen! Offensichtlich ist man Stau gewohnt, also wozu noch überflüssigerweise darüber aufregen? Wenn es länger dauert, dauert es eben länger. Es wird zwar ein bisschen chaotischer gefahren, dafür wird der Blinker viel und reichlich in alle möglichen Richtungen betätigt. Die Hupe lässt man hingegen nur selten sprechen.

Deutlich später als die Navigationssoftware es vorgegeben hat, checken wir im Hotel ein. Es ist sauber, das Personal sehr nett und im Gegensatz zum letzten Hotel in Kalifornien komplett kakerlakenfrei! Wir sind aber nicht zum Ausruhen hier, sondern wollen nur schnell die Koffer loswerden und die Zahnbürste in unserem Gebiss mal nach dem Rechten schauen lassen. Der Tag hat ja gerade erst begonnen.


Selva Mágica

Vor lauter Aufregung vor all dem Neuen und der Aussicht, in Kürze die Bekanntschaft mit gleich zwei Schwarzköpfen machen zu können, packen wir die Fotoapparate in den Rucksack, der uns heute gar nicht weiter als Tageshandgepäck begleitet, stellen diesen neben unsere Koffer auf dem Boden ab und machen uns auf den Weg. Wir stauen uns erneut quer durch diese lebhafte Stadt, um auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz von Selva Mágica ankommend zu bemerken, dass die Schließanlage unseres Dodge von noch minderer Qualität ist als die seiner Pneus. Dazu ist unfassbar heiß und ein Public Baño wäre jetzt auch wirklich dringend angesagt.


Zusammengefasst: Nach zwei Stunden Stoßstange an Stoßstange durch die Stadt haben wir Geld bezahlt, um auf einem Parkplatz ohne Klo festzustellen, dass wir unsere Fotoapparate im Hotel vergessen haben und nun den Schrott Dodge nicht abschließen können. Alles in allem eine mehr als unbefriedigende Situation, in der es schwer fällt, Improvisations- und Erfindergeist zu bewahren.
Von Geistesblitz und Blasendruck getroffen aktivieren wir die Zentralverriegelung von innen, steigen über die Beifahrerseite aus und verriegeln die Tür -die einzige mit einem mechanischen Schloss- mit dem Schlüssel.

Nachdem wir jetzt frisch entwässert sind und Bruno bereits engagiert bunte Pixel mit seiner Handylinse einfängt, gehen in der ersten Achterbahn Catarina auch meine Mundwinkel automatisch nach oben.


Wie aufregend, unsere erste mexikanische Achterbahn!



Jubilé, der Zyklon gegenüber, ist zwar überflüssigerweise mit Schulterbügeln ausgestattet, diese stören aber nicht, da der Pinfari einwandfreie Fahreigenschaften an den Tag legt.


Nach diesen zwei Runden auf Standardachterbahnmaterial wird es spannend für uns. Schon im Vorfeld des Urlaubs haben wir uns bei näherer Youtube-Betrachtung dieses Schienenovalwunders japanischer Provenienz ein paar Lachtränen wegwischen müssen. Diese Bahn ist Jetcoasterdesign in Vollendung, wenn auch mit etwas steileren und runderen Hügeln. Zudem ist das hellblaue Schätzchen mit einer Fahrfigur ausgestattet, die bei den neumodischen Bahnen von B&M, Mack und Konsorten völlig in Vergessenheit geraten ist: Die bodennahe, lange Gerade.


Das seit neuestem auf diesem Sansei Yusoki Co., Ltd. angebotene VR wollen wir erstmal links liegen lassen. Als Puristen stellen wir uns deshalb in die Warteschlange für eine Fahrt ohne virtuellen Schnickschnack.



Wie erwartet tuckern wir gemächlich mit üblicher Jetcoasterlifthillgeschwindigkeit dem höchsten Punkt der Bahn entgegen, von wo aus wir einen schönen Ausblick über die Bahn haben.


Schneller als erwartet zieht uns der First Drop in die Tiefe. Hui, gar nicht so schlecht! Die folgenden Airtimehügel tragen ihren Namen ganz unjapanisch zu Recht. An den oberen Spitzen des Schienenverlaufs versuchen die Chaisen uns jedesmal aus dem Sitz zu katapultieren.


Nachdem wir etwa dreiviertel der Strecke mit abwechselnder Polüftung und -drückung verbracht haben, ändert die Bahn plötzlich ihren Charakter und geht quasi in den Yogamodus über.


Wir gehen den geraden Weg, der uns frei von sämtlichen störenden Kräften macht. Keine g-Kräfte, weder mit positivem noch mit negativem Vorzeichen. Keine lateralen Kräfte. Keine Beschleunigungen in Fahrtrichtung, nicht positiver und nicht negativer Natur. In diesem Bereich erfährt der wissensdurstige Achterbahnfahrer, was Geschwindigkeit wirklich ist, ganz pur dargereicht vom Fahrtwind und komplett isoliert von anderen störenden mechanisch-physikalischen Einflüssen.


Entspanne dich! Geniesse die Geschwindigkeit! Werde eins mit deiner rollenden, stählernen Umwelt und den dich umströmenden Luftmassen!


Unmittelbar bevor wir und die Mitfahrer endgültig mit Zug, Bahn und Universum verschmelzen, setzt Titan doch wieder auf alte Qualitäten und wirft uns beim letzten Airtimehügel noch einmal kräftig aus dem Sitz. Schlussbremse. Das war klasse!


Aufweckbump bevor wir wieder in der Station ankommen.


Wir verlassen die Station brabbelnd und kichernd und gehen zum zweiten Eingang, um das Erlebnis gleich noch einmal mit der freundlichen Unterstützung von Mack Media, projiziert in modische Klotzbrillen, erleben zu können. Zwar ist jetzt die aus dem Europapark bekannte, an die Addams Family erinnernde Zusatzbesatzung mit an Bord und bewegt sich auch der Strecke entsprechend ganz anständig, das Fahrerlebnis gewinnt dadurch jedoch nicht an Qualität.


Die dicken, schwarzen, rechteckigen Brillen machen das Ergebnis nicht ansehnlicher. Weder von innen, noch von außen.



Heute gibt es keinen Tornado. Genauer gesagt weht nicht mal ein laues Lüftchen.


Die schlechte Nachricht ist, dass sich Tornado, der Schwarzkopf Jet Star, wegen Wartungsarbeiten heute leider außer Betrieb befindet. Die gute Nachricht lautet, dass Selva Magica die Heimat eines zweiten, ganz besonderen Schwarzkopfschätzchens ist.


Dies ist einer der vielen Gründe, warum wir jetzt in Mexiko sind.



Sein Ruf, er sei eine nicht gerade zimperlich vorgehende Bahn aus den berühmten Münsterhausener Werkshallen, ist ihm bereits vorausgeeilt. Und tatsächlich werde ich während der ersten Fahrt in der Last Row ordentlich ran genommen, aber zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich mich aufgrund der hohen Kopfstützen auch nicht wirklich optisch auf die Fahrt konzentrieren kann.


Sanft, aber dennoch fordernd. So mögen wir das.



Wir haben den Eindruck, dass er hier ein gutes Zuhause gefunden hat.



Also gleich nochmal und schauen, wie die Fahrt vorne ausschaut. Ab in die Front Row und das Ganze jetzt mit Sicht auf den Schienenverlauf. Und siehe da, hier macht diese Karre wirklich extrem viel Laune. Einfach nur WOW.


Faszinierend ist, dass der Zug in sich verdreht in der Station nicht nur verweilt, sondern auch beschleunigt wird.


Neugierig auf mexikanische Skurrilitäten, durchlaufen wir einen menschlichen Körper, lassen uns in einer sehr unterhaltsamen Show durch ein schiefes Haus führen und gehen durch den Geister Walk Through, in der eine Live Schreckerin den Gruselfaktor erhöht. Bleibende Eindrücke hinterlassen hierbei die Fäden, die von der Decke hängen und die rauen Polster, die die teilweise recht schmalen Gänge noch enger machen und an denen man sich zwangläufig entlangschubbern muss.


Die liegende Blondine kann man begehen.



Bei diesem Walkthrough begeben wir uns auf eine vom Mund abwärts geführte Anatomiereise.



Casa del Terror ist gar nicht mal so schlecht.


Zu dem Wristband haben wir Essensgutscheine erhalten, die wir jetzt erst mal in Burguesa und Papas Fritas umsetzten und uns unter dem Schutz eines Sonnenschirms einverleiben.

Zum Abschluss drehen wir noch ein paar weitere Runden auf dem Bullet und machen eine Chill-Out-Fahrt auf dem Titan, denn es ist Zeit, dass wir uns erneut quer durch den Stadtverkehr stauen.


Weit rumgekommen ist das gute Stück. Wir auch. Schön, dass wir uns hier getroffen haben!


Zurück im Hotel sammeln wir die Unterlagen für die Autovermietung ein, um uns auf den Weg zu Hertz zu machen und die nicht funktionierende Schließanlage zu reklamieren.

Möchte man in Mexiko nicht nur schnelle Hilfe bekommen, sondern überhaupt Gehör finden, gibt es eine einfache Zauberformel: Die fraglichen Personen direkt ansprechen und zwar auf spanisch. Da Bruno genau das mit einem Hertz Mitarbeiter tut, bekommen wir zwar leider keinen neuen Wagen, aber wenigsten wird unser Schließproblem im Handumdrehen durch Einsetzen einer neuen Schlüsselbatterie behoben. Da hat sich der Volkshochschulkurs schon direkt am ersten Tag in Mexiko bezahlt gemacht. Glücklich juckeln wir wieder quer durch die stark befahrene Innenstadt Guadalajaras, denn wir sind für heute noch nicht fertig.


Villa Allegria

Der Ride Op bleibt stur. Der kleine Feliz Dragon darf nur von Kindern gefahren werden. Dass wir ebensolche sind, nimmt uns der Achterbahningangsetzter aber irgendwie nicht ab.


Wir würden sie gerne fahren, ...



... aber wir dürfen nicht.



Parque del Refugio

Hier ist keine Diskussion nötig, denn der kleine Gussy ist schlicht und einfach nur samstags und sonntags in Betrieb und hat auch ein Schutzhäubchen übergestülpt.


Niemand da. Und der Zug hat sich unter seiner Decke versteckt.



Parque Infantil Plaza de la Bandera


Auch hier geht nichts.


In der sich allmählich ankündigenden Abenddämmerung leeren sich die Straßen merklich und die Läden schließen ihre Rollläden. Ein Zeichen, dass es auch für uns Zeit wird, ins Hotel zu verschwinden.


Coole Rutschen gibt es hier. Wir haben allerdings Zweifel, dass schon mal jemand einen kompletten Umlauf geschafft hat.



Samstag, den 22.04.2017

Um 06.30 Uhr wird aufgestanden! Die Frühstücksauswahl ist wunderbar antieuropäisch und besteht aus Bohnenpüree, Huhn mit Paprika und herzhaftem Rührei. Die Beilagen sind selbstverständlich keine Brötchen, sondern Nachos. Nachdem wir uns den Bauch mit diesen lokalen Spezialitäten vollgeschlagen haben, machen wir auf den Weg Richtung San Luis Potosi.

An mexikanischen Autobahnen ist ein bunter Artenreichtum anzutreffen. Vor Tagesanbruch sieht man regelrechte Völkerwanderungen, die vermutlich auf dem Weg zur Arbeit sind. Wenn man bedenkt, dass wir sogar mitten in der Großstadt über eine unbefestigte Schotterpiste mit erhöhtem Schlaglochanteil fahren müssen, scheint die Nahwanderung an der Schnellstrasse eine durchaus sinnvolle Form der Fortbewegung zu sein. Zum Glück sind die Fußgänger überwiegend mit Warnwesten und Taschenlampen bestückt, nur die ganz Mutigen tragen einfach schwarz.

Radfahrer und vor allem Radrennsportler nutzen den glatten Asphalt der Autobahn entweder in oder entgegen die Fahrtrichtung, genauso wie der hier ansässige Roadrunner, der die barrierefreie Fortbewegung auf dem vegetationslosen und glatten Untergrund ebenso zu schätzen weiß. Dieses knuffige und flugfaule Vögelchen aus der Kuckucksfamile schafft allein mittels seiner flinken Beinchen Höchstgeschwindigkeiten bis zu 32 km/h und scheint sich damit auch deutlich geschickter anzustellen als die unzähligen wilden Hunde, die es leider nicht lebendig über die Straße geschafft haben.

Auch wir benötigen für unsere geplante Strecke länger als gedacht. Google schätzt die 360 km Distanz mit 4 Stunden Fahrzeit ein, tatsächlich sind es aber eher 5 Stunden.

Dies ist nicht zuletzt den unzähligen Varianten der in diesem Land üblichen Verkehrsberuhigungsmittel geschuldet. Die verwendeten Features reichen von Metallknöpfen, über Balken, bis zu einfachen Bodenwellen, die quer über die Fahrbahn gebaut sind. Hat ein Verkehrsteilnehmer bereits einen Flug über oder einen Aufsetzer auf den farblich nicht immer gut gekennzeichneten sogenannten Topes hinter sich, wird er in Zukunft sogar bei Fake-Markierungen, die nur die Unebenheit der Fahrbahn vortäuschen, seine Geschwindigkeit deutlich verzögern. Die Anfahrt zum Quiqueland entpuppt sich hierbei als wahrhaftes Topes-Strickmuster: echt - fake - echt - fake - fake - echt - echt ...


Tres topes.



Muchos topes.


Parque de Diversiones Quiqueland


Schon aus der Ferne lockt die große Achterbahn.



Da sind wir. Direkt neben dem Geschäft, in dem es alle nur denkbaren Plastikartikel gibt, befindet sich der Eingang des Parks im Super-Q. Na hoffentlich ist hier Nomen nicht Omen.


Wir sind echt hart im Nehmen. Grenzen kennen wir kaum. Und in eine fahrbereite Achterbahn sind wir bisher noch immer eingestiegen.

Trotzdem gibt es sie wohlmöglich, die Achterbahnen, in die wir nicht einsteigen würden. Dieser vielleicht nur in der Traumwelt existierenden Spezies sind wir allerdings noch nicht begegnet. Bis heute.

Montaña Rusa Ala Delta ist solch ein Fabelwesen. Beim Anblick dieser hellblau-rostfarbenen Höllenmaschine sind wir sehr erleichtert, sie nur anschauen und anfassen zu können. Rcdb sagt über die Bahn, dass sie von 2009 bis 2015 oder früher in Betrieb gewesen sein soll. Ehrlich gesagt, können wir uns das nicht ganz vorstellen. Ist aber auch egal.

Entscheidend ist, dass wir erst jetzt hier sind und das Gebilde glücklicherweise nur visuell erleben können und gar nicht erst in Versuchung gebracht werden, uns auf diese gewagte Konstruktion und damit potentiell auf die letzte Achterbahnfahrt unseres Lebens zu begeben.




Die große Bahn überragt den gesamten, recht naturbelassenen Park. Naturbelassen heißt in diesem Zusammenhang, dass man nur wenige Hauptwege und künstliche Beete angelegt hat. Der Besucher muß selber sehen, wie er über Stock, Stein und Gestrüpp zu den Attraktionen gelangt.



Wäre die Hängegleiter-Achterbahn in Betrieb, so hätte man ein echtes Kapazitätsproblem. Nicht, dass der Park stark besucht wäre, es gibt halt nur einen Wagen mit zwei Sitzplätzen.



Die Fahrfiguren beschränken sich auf eher kleine Bewegungen.



Trotzdem hat man den Eindruck, dass man beim Bau das Biegen noch nicht in Vollendung beherrschte.



Immerhin, Stützen und Schienen sind aus annähernd dem gleichen Profil. Das reduziert die Anzahl der nötigen Schweißlehren.



Bei einem kleinen Rundgang stellen wir fest, dass man trotz der vermutlich nicht gerade kleinen Investitionskosten für den SBNO Gleiter noch ein bisschen Geld für weitere Attraktionen übrig hatte.



Auf üppige Thematisierung musste aus Budgetgründen aber wohl verzichtet werden.


So groß ist die Freude über den potentiell entgangenen Achterbahntod allerdings nicht, als dass wir nicht trotzdem noch die andere Achterbahn fahren wollen. Der kleine Gusanito, der im Schatten des großen Self-Made Inverters lebt, ist ebenfalls außer Betrieb. Das ist jedenfalls die Aussage des knapp im Teenageralter befindlichen Ride Ops, der dies aber vermutlich eher aus Lustlosigkeit denn aus fundiertem Wissen uns gegenüber äußert.

Den zweiten Ride Op, den wir auf eine Fahrt in dem Wurm, wie er von der Belegschaft liebevoll genannt wird, ansprechen, ist etwas ehrlicher mit seiner Aussage, dass dieses Fahrgeschäft nicht für Erwachsene sei.

Hm, nach der sehr langen Anfahrt möchten wir aber den Park nur sehr ungern gänzlich ohne Credit verlassen!

Also kratzen wir unsere spärlichen Spanischkenntnisse zusammen und fragen uns in der Parkhierarchie nach oben. Und siehe da, nach einem sehr netten Gespräch mit dem Parkbesitzer bekommen wir die offizielle Genehmigung mit zugehörigem Sitzplatz in dem Kleinstoval.


Hallo Gusanito!



Schön, dass wir doch noch Zugang erhalten!


Die Fahrt ist allerdings nicht wirklich vertrauenserweckend. Die erste Runde schaffen wir nur mit dem Willen und Muskelkraft des Operators, der uns für die erste Steigung anschieben muss. Doch dann kommt die kleine Karre in Schwung und wir erhalten diverse Runden auf dieser sehr zerbrechlich wirkenden Angelegenheit. Wir bedanken uns herzlich für die erwiesene Gastfreundschaft und erwidern sie mit dem Kauf von Getränken, Keksen und Lutschern mexikanischer Herkunft und sind so gut gerüstet für die Weiterreise durch das Land der Kakteen.


Parque Infantil Miguel Hidalgo

Bei einem Preis von 12 Pesos pro Person kommt gar nicht erst eine Diskussion auf, ob man eine Bahn fahren darf oder nicht. Für die umgerechnet ca. 0,56€ legt der hier ebenfalls sehr junge Ride Op sogar sein Eis aus der Hand und packt beherzt zu, als wir in der zweiten Runde mit unserem Bob Espunja die kleine Steigung nicht mehr schaffen und einen Rollback haben. Sind diese kleinen Monster aber erst mal auf Touren, gibt es kein Halten mehr und so drehen wir auch hier Runde um Runde um Runde um ...


Bob Espunja ...



... hat nur einen kleinen Aktionsradius.



Parque J.M. Romo

Parque J.M. Romo ist ein betriebseigener Park, der erstens nur einmal monatlich und zweitens ausschließlich für Mitarbeiter geöffnet hat. Wir lieben Herausforderungen und deshalb haben wir schon vorab mit dem Park mit tat- und sprachkräftiger Unterstützung einer befreundeten Spanischlehrerin Kontakt aufgenommen. Und siehe da, nach mehrmaligem Nachfragen bekamen wir nicht nur eine Antwort, sondern auch die Ausnahmegenehmigung, den Park bei der nächsten Öffnung zu besuchen. Toll!

Schade nur, dass sich dieses sehr kleine Zeitfenster erst zwei Wochen nach unserer Rückreise nach Deutschland befindet!


Trotzdem wollen wir uns anschauen, wie der Park von außen aussieht. Wir sind schließlich sowieso gerade in der Gegend.



Feria Nacional de San Marcos in Aguascalientes

Als wir uns gegen 18.00 Uhr der Feria Nacional de San Marcos in Aguascalientes nähern, tobt hier bereits das bunte Leben. Umso erstaunter sind wir, dass unser Navi fest der Überzeugung ist, dass wir noch zweieinhalb Kilometer zum eigentlichen Ziel zu fahren hätten. Ob wir da die falschen Koordinaten einprogrammiert haben sollten? Nein, die Kirmes ist einfach gigantisch!

Alleine auf dem Weg zum auserwählten Parkplatz zählen wir schon die ersten Kinderachterbahnen und einen Galaxi. Für 80 Pesos (knapp unter 4€) dürfen wir unser Auto auf einem bewachten Parkplatz direkt vor dem Kirmesportal abstellen. Hier empfängt uns La Catrina, die als übergroße Statue die Besucher begrüßt. Sie ist nicht nur besonders hübsch, sondern auch besonders tot, was sie zu einem Gothic erster Klasse macht.


Kurzzeitig überlegen wir, ob wir unsere neue Freundin mit auf's Amphi Festival nehmen sollen, verwerfen den Gedanken aber wegen unzulänglicher Transportkapazitäten sofort wieder.


Auf dem eigentlichen Festplatz sehen wir bereits von weitem mehrere Achterbahnen. Aber bei dieser Größenordnung entscheiden wir, dass es wohl besser ist, systematisch vorzugehen und vor allem keine Zeit zu verlieren, denn das wird noch ein sehr langer Fußmarsch und ein ebenso langer Abend werden.

Bezahlt werden die Attraktionen auf dieser Feria bargeldlos mit einer Plastikkarte, auf die man Geld buchen kann. Kleine Häuschen, an denen man diese Karten erhalten oder aufladen kann, sind reichlich vorhanden. Mit einer solchen Garcia-Card bestückt, drehen wir unsere erste Kirmesachterbahnrunde auf einem Wacky Worm.


Ah, das ist ja schon die erste Achterbahn!


Im Wagen vor uns hat man gleich drei Kinder auf eine Sitzbank gestopft, von denen allerdings nach der zweiten Runde der Kleinste in der Mitte unter Produktion von Schallwellen großer Amplitude deutlich zu verstehen gibt, dass sich seine Begeisterung für dieses Fahrgeschäft sehr schnell gelegt hat. Kein Problem, ein kurzer Stopp im Bahnhof, Papi hebt seinen fahrunwillig gewordenen Nachwuchs einfach durch die geschlossenen Bügel aus dem Wagen und für den Rest der Wurmbesatzung geht es nahezu verzögerungsfrei weiter.

Zweite und dritte Station sind ein ein Galaxi und Speedy, der mit seinen dicken, weich gepolsterten Sitzen Sofafeeling aufkommen läßt.


Der erste große Coaster der Kirmes fährt sich ganz anständig ...



... und hat schicke Autos!



Die größte Achterbahn der Kirmes ist der Speedy.



Die Sitze und Bügel sind so weich gepolstert, dass die Quatität des Tracks völlig irrelevant ist.


Auf dem Weg zum anderen Ende der Feria geht es vorbei an Verkaufsständen, die Töpfe, Schälchen, Plastikeimer, Holzkochlöffel, Zeug, Kram und PiPaPo feilbieten, gefolgt von fantastischen Streetfoodständen, an denen wir uns Marschverpflegung in Form von Gorditas ("Pummelchen") mit auf die Hand nehmen. Viel Zeit zum Essen bleibt aber nicht, hinter den sich anschließenden Spielbuden erreichen wir bereits die nächsten Achterbahnen.


Pummelchen.


Diese Kirmes ist so groß, dass wir bereits den zweiten mobilen Sessellift passieren, der in Längsrichtung der Kirmes aufgebaut ist. Natürlich haben die einzelnen Stützen die Form des Eifelturms. Es ist immer der Eifelturm!


Die nächste Achterbahn ist ein weiterer Vertreter der Galaxi-Klasse. Mark 1 fällt aber vom Design und der Fahrweise hinter dem Cyclone zurück.



Auch eine Bayernkurve ist hier vertreten. Diese tollen Rundfahrgeschäfte sind glücklicherweise noch auf Kirmessen rund um den Globus zu finden.



Obwohl ein echter powered Coaster, kann der Dragon vom Spaßfaktor einer Bayernkurve nicht das Wasser reichen.



Gegenüber steht ein Wacky Worm.



Immerhin hat der Besitzer ein gewisses Verständnis für die Unannehmlichkeiten einer Gebissfehlstellung und hat seinem Schützling eine Zahnspange verpasst.



Dieser Gus muss seine Runden leider ohne uns drehen. Wir dürfen nicht mitfahren.


Das andere Ende der Feria liegt sozusagen mitten in der Innenstadt und hier profitieren zusätzlich die Restaurants und Bars von dem Tumult. Das Angebot der mechanischen Spielzeuge beschränkt sich jetzt nur noch auf einen Freifallturm. Vorbei an der Konzerthalle werfen wir einen Blick in das nächste Zelt. Das dort aufgeführte Showtanzspektakel, gesponsert von einem lokalen Bierbrauunternehmen, halte ich aufgrund der Discobeleuchtung und der Lärmbeschallung irrtümlicherweise für einen Break Dancer.

Bruno trumpft hingegen mit der Entdeckung eines echten Big Apple Coasters auf, der ebenfalls hier unter der Zeltplane untergebracht ist und wackelnd seine Runden dreht.


Mit diesem dritten und letzten Wurm haben wir dann wohl alles abgegrast, was sich 2017 achterbahntechnisch auf der Feria Nacional de San Marcos befindet.


Da es jetzt schon langsam dunkel ist, wird es Zeit, sich auf den Weg die knappen 3 km zurück Richtung Isla San Marcos zu machen. Eine Aufgabe haben wir nämlich noch zu erledigen. Wir möchten gerne sehen, ob wir noch Überbleibsel des Schwarzkopfklassikers Thriller finden können.

Können wir leider nicht. Dafür entdecken wir, dass das Riesenrad vom emiratischen Schausteller Freij bereit gestellt ist. Gerne würden wir eine Runde fahren, aber die Queue ist länger als unsere Geduld und somit drehen wir noch eine kleine Runde über den Viehmarkt, der Bruno an seine Jugend in Leer, nämlich den zum Gallimarkt gehörenden Viehmarkt, erinnert.


Vieh!


Für den Tagesausklang im Hotel kaufen wir uns ein Bier mit Salz-Limette-Tomatengeschmack, das überraschend erfrischend schmeckt und deutlich besser ist, als die Gesichtsausdrücke der dies hier lesenden Onrider es gerade vermuten lassen.


Lecker!



Sonntag, den 23.04.2017

Während wir auf halben Weg Richtung unseres nächsten Ziels am Splash Inn Hotel vorbeifahren, glauben wir eine Halluzination zu haben. War das da im Schatten des Riesenrades nicht eine kleine Achterbahn? Das sollten wir uns mal näher anschauen!

Machen wir, aber nicht jetzt! Da wir uns auf der dem Park abgewandten Autobahnseite befinden, bookmarken wir die Koordinaten und werden uns das morgen auf der Rückfahrt aus der richtigen Richtung kommend noch mal näher ansehen.

Aprospos ansehen: Die längere Autofahrt erlaubt das strassennahe Sightseeing sozusagen im Vorbeifahren. Auffällig sind auf diesem Abschnitt die zahlreichen Verkaufsstände, die zu dieser Jahreszeit vor allen Dingen eins anbieten: Erdbeeren.

Es gibt Fresas, Fresas con crema oder Fresas con chocolate. Um nicht übersehen zu werden, wird mit dem, was man an stoffigem Material zur Verfügung hat, gewunken und gewedelt. In der Ferne sind zunächst sehr große, langsame und ausladende Bewegungen zu erkennen, die bei Annäherung aber immer schneller, hektischer und kürzer werden. Dies ist wohl der sogenannte Erdbeerverkaufsdopplereffekt! Wie bei seinem Schallpendant sinkt auch hier die Wedelfrequenz, wenn sich das Auto wieder vom Objekt des Rotfruchthandels entfernt.


Winke, winke!


Parque Bicentenario

Für einen Park dieser Größe ist der Eintritt mit 50 Pesos spottbillig, da können wir locker darüber hinwegsehen, dass die Wasserflaschen nicht mit hineingenommen werden dürfen und leider draußen bleiben müssen.

Die chinesische Beijing Shibaolai Amusement Equipment Jungle Mouse, auf die ich mich im Vorfeld dank guter Erfahrungen in China wirklich sehr gefreut habe, kann man nicht mal als eine Aussichtsfahrt bezeichnen. Das ist wohl neben dem Pandafull Coaster in Japan einer der langsamsten Achterbahnen der Welt. Selbst der chinesische Wacky Worm, der dieser Schnarchmaus gegenüber steht, nimmt seine Runden deutlich sportlicher.


Verspricht eigentlich Spaß, ...



... kann unsere Erwartungen aber nicht erfüllen.



Da ist der Wurm schon flotter unterwegs ...



... und die größere Botanikdichte in und um die Bahn erhöht die gefühlte Geschwindigkeit.


Zu Mittag gibt es etwas ganz besonders Spannendes: Chicharrones. Das Weiße, das das Bett für Weißkraut, Tomaten und den frischen Koriander bildet, sind keine Zwiebeln, sondern beißt sich wie gekochte Schweineschwarte oder Pulpo. Ersteres ist tatsächlich richtig!


Wer will schon Six Flags? Wir wählen Chicharrones!



Lokale Spezialitäten sind unser Lieblingsessen!


Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich die Mexikaner überweidend von Chips mit Soße ernähren. Und Sie lieben Chili über alles. Egal ob Fleisch, Süßspeisen, Eis oder Bier. Ohne Chili geht es hier nicht. Die Ränder von Cocktailgläsern oder auch Bierbechern werden nicht mit Zucker, sondern mit Pulver dieser scharfen Paprikaschote verziert. Sogar Fruchteisgetränke werden mit Chili bestäubt. Und es dient hierbei nicht etwa nur zu Dekozwecken. Schon die kleinsten Kinder naschen zu allererst mit den Fingern den roten Puder herunter, bevor sie überhaupt den Saft trinken.

Montaña Rusa, die chinesische Loop and Screw Bahn, kommt aus dem gleichen Hause wie seine Spielgefährten nebenan. Im Gegensatz zu Vekoma oder Arrow Achterbahnen vergleichbaren Typs muss man sich vor dem Schließen der Schulterbügel eine Gurtschlaufe über Kopf und Oberkörper ziehen. Die Schulterbügel werden dann zusätzlich mit einem Gurt verriegelt. Das Sicherheitsgefühl mag hierdurch bei den Gästen gesteigert sein, den Spaß vergrößern solchen unfreiwilligen Bondagespielchen aber nicht. Wie wir es von Überkopfachterbahnen chinesischer Provenienz kennen, quält sich der Zug tatsächlich schlagend durch die Inversionen und andere schlecht gebogene Schienenabschnitte.


Der Roller Coaster made in China ...



... sieht vor dem blauen Himmel gar nicht so schlecht aus, ...



... taugt aber nichts.


Alles in allem stehen im Parque Bicentenario nur sehr wenige elektrisch betriebene Attraktionen. Der Schwerpunkt liegt eher bei Sport und Erholung. So findet man ausgedehnte Grünflächen zum Picknicken, Go Kart Bahnen, einen Bereich zum Skaten, Fußballplätze, Schwimmbad mit Wasserpark und ähnliches.


Parque Xochipilli

Im Parque Xochipilli dürfen wir den Gusanito tatsächlich für 10 Pesos pro Person fahren. Bei diesem Preis kann man trotz kaum vorhandener Höhendifferenz von einem anständigen Preis-Leistungs-Verhältnis reden!


Oh, ein Gusanito. Diese kleinen Würmchen sind in Mexiko zahlreicher vertreten als ihre großen Brüder mit den Zahnlücken.



Und fahren kann man sie auch manchmal.


Fiestas de primavera Salamanca

Diese Kirmes ist anders als die Kirmessen, die wir von zu Hause kennen. Der gesamte Bereich ist eingezäunt, dafür gibt es aber einen Eingangsbereich, in dem man die Eintrittstickets für erschwingliche 2,50€ kaufen kann und anschließend fein säuberlich nach Weiblein und Männlein getrennt durch die Personenkontrolle geht. Im Eintrittsgeld enthalten sind fast alle Attraktionen. Wie die Schilder schon so schön sagen: "Juego gratis!"

Das fühlt sich schon ein bisschen wie eine Art temporärer Freizeitpark an, hier allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass sozusagen Aus- und Eingang durch den Souveniershop gehen. Mäanderförmig wird man an allerlei Verkaufsständen vorbeigeführt. Im ersten Gang wird jede Menge Ramsch aus lokaler Herstellung feilgeboten, gefolgt von für uns viel interessanteren Erzeugnissen. Hier gibt es nämlich alles für das leibliche Wohl.

Als wir endlich ins Freie stoßen, liegt zwischen uns und dem Kirmesplatz nur noch ein Vorplatz, auf dem ein munteres Durcheinander aus Darbietungen akrobatischer und musikalischer Natur herrscht. Jeder, der zuschaut oder auch nicht zuschaut, bekommt in jedem Fall hartnäckig ein Sammelhütchen zwecks Leistung einer kleinen monetären Wertschätzung unter die Nase gehalten. Die Mexikaner zeigen sich alle spendabel, also schließen wir uns an.

Auf dem eigentlichen Kirmesplatz geht es erst ab 19.00 Uhr so richtig los. Wir nutzen die restlichen Minuten bis zur Öffnung der Rides, um uns schon mal ein bisschen zu orientieren. Auffällig ist, dass der gesamte Boden des Kirmesplatzes aus porösem Lavagestein besteht. Das hat natürlich große Vorteile wenn es regnet. Leider tragen wir heute aber unsere Teva Sandalen, deren Eignung für diesen abrasiven Untergrund eher gering ist. Nicht nur deshalb fallen wir auf als seien wir Aliens vom Mars.

Neben drei Klein- bzw. Kleinstachterbahnen darf natürlich auch hier der mobile Sightseeing-Sessellift nicht fehlen.

Es ist so weit, um 19.30 Uhr erwachen die mechanischen Spiele endlich zum Leben. Neben dem namentlich unbekannten Wacky Worm, auf dem wir unseren tausendfünfhundertsten Count feiern, stehen hier noch zwei kleine Ovale namens Katy und Gusy, in die wir mit ein wenig Überredungskunst, auf spanisch artikuliert natürlich, einsteigen dürfen.


Buenas tardes, gusano sin nombre!



Trotz nicht zu beeindruckender Höhe hat man vom Wurm aus doch eine anständige Aussicht auf den Kirmesplatz.



Juego gratis! Ganz ungewohnt für uns sind hier tatsächlich fast alle Attraktionen im Eintrittspreis enthalten.


Über dem aus nur einem einzigen Schalter bestehenden Bedienpult von Katy hängt ein Jesuskreuz. Solch Unterstützung von oben kann der Ride Op nach unserer Meinung gut gebrauchen. Während wir bereits mit Volldampf fleißig unsere Runden drehen, beginnt er in aller Seelenruhe, die Schienen zu schmieren, mit seinen Fingern auf den Gleisen direkt vor unserem fahrenden Zug.


Die Hände sind noch dran, da kann man nach getaner Arbeit seiner Brötchengebemaschine mal ein paar Runden zusehen.



Nachdem wir dem Ride Op wahrheitsgemäß erklären, dass wir erfolgreich Katy gefahren sind, gewährt er uns auch Zutritt zu seinem Gusy.


Vor der ersten Fahrt müssen beim Gusy die Stützen neu justiert und in der Höhe austariert werden. Nichts leichter als das: Mit dem Stemmeisen hebt man die Stütze hoch und schiebt einfach ein Holzbrettchen unter den Achterbahnstahl. Fertig!


Der Platz füllt sich schnell ...



... und so begeben wir uns in unser Hotel. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Mit Kirmes.



Montag, den 24.04.2017

Wie gestern bereits angekündigt, sind heute unsere Spürnasen gefragt. Hat der gestern beim Vorbeifahren gesichtete Wasserpark mit dem Riesenrad jetzt eine Achterbahn oder nicht? In der Nähe der gebookmarkten Koordinaten fahren wir langsamer, bis wir das Riesenrad entdecken. Da zufälligerweise direkt daneben eine Filiale der Italian Coffee Company Kaffeespezialitäten im oberen und unteren Temperaturbereich feilbietet, nutzen wir den kurzen Stopp, um uns innerlich zu erfrischen. Nach der Pflicht, die Existenz der vermeintlichen Achterbahn zu be- oder widerlegen, natürlich!

Der Wasserpark scheint auf Sparflamme zu laufen. Wir sehen nur sehr wenige Gäste und die meisten Rutschen scheinen auch geschlossen zu sein. Von außen können wir außerdem erkennen, dass die Trockenattraktionen wie das Riesenrad und der tatsächlich anwesende Coaster geschlossen sind. Von daher verzichten wir darauf, in den Park zu gehen, zumal wir keinerlei Öffnungszeiten in Erfahrung bringen können.

Tolle Fotos kann man von außerhalb nicht machen, aber immerhin erkennen wir, dass die Achterbahn ein Oval ist. Herzlich willkommen in der Liste der neu von uns aufgestöberten Achterbahnen, Gus, Gusy oder Gussy oder wie auch immer du heißen magst!

Den Familienzuwachs feiern wir in der Lokalität nebenan bei einem Eiskaffee und amüsieren uns über die deutsch-mexikanische Wortinterpretation der blätterteigumhüllten Kernobstsüßspeise, die hier als "Strudel de Manzana" verkauft wird.

Parque de la Selva


Auf dem nicht ganz linearen Weg zum Park treffen wir auf diese sehr kompakt gepackten Kirmesattraktionen. Ist hier etwa noch irgendwo eine Jahrmarktsveranstaltung von der wir nichts wissen?



Endlich angekommen.


Unser erster, ursprünglich für heute geplanter Park ist Parque de la Selva. Hier lernen wir den Unterschied zwischen virtueller und realer Welt kennen. Das Internet hatte uns weismachen wollen, der Park habe zwischen 16.00 und 21.00 Uhr geöffnet. Die Realität sagt, der Park ist heute geschlossen.


Das war so nicht geplant.


Überall in diesem Land hängen zusammengebundene Schuhe über Stromleitungen. Während wir anfangs noch darüber philosophiert haben, was es damit auf sich haben könnte, müssen wir jetzt konstatieren: Wir wissen es nicht, haben keine Ahnung, keinen blassen Dunst, sind völlig planlos. Der Interpretationsspielraum ist einfach zu groß.

Umgekehrt haben wir aber auch noch keinen einzigen dieser großen runden und sehr bunten Sombreros gesehen, die wohl überall auf der Welt mit mexikanischer Kultur in Verbindung gebracht werden, außer wahrscheinlich in Mexiko selbst. Wundern muss einen das aber auch nicht, der Deutsche trägt ja z.B. auch nur sehr selten einen Bollenhut mit riesigen roten Bommeln obendrauf.

Aufregend ist der Straßenverkehr geregelt. Es gibt vor Baustellen keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. Nur weil der Gegenverkehr ausschließlich durch ein paar Pylonen abgetrennt ist, muss man ja nicht gleich die zulässige Höchstgeschwindigkeit herabsetzen, oder?


Feria de Tepatitlan

Wie schon bei der Kirmes gestern Abend leuchtet, dreht und bewegt sich auch in Tepatitlan nichts vor 19.30 Uhr. Und genauso wie gestern ist der Eintritt wieder unfassbar günstig und auch die Fahrgeschäfte sind im Eintrittspreis enthalten.


Das Beste, was ein Chevy werden kann.


Im Gegensatz zu den drei Winzigstachterbahnen vom Vorabend steht hier aber was Anständiges. Ratoncito ist ein Coaster, der bei uns immerhin schon durch seine für mexikanische Kirmesverhältnisse beeindruckenden Ausmaße und eine gewisse Einzigartigkeit im Design punkten kann. Alles weitere muss jetzt die Fahrt zeigen.


Wir ziehen eigenständige Designs Standardmodellen immer vor. Es kann also nur gut werden.


Zwar hat das Mäuschen, so die Übersetzung von Ratoncito, Schulterbügel, glücklicherweise stören sie aber nicht während der Fahrt. Das mag natürlich auch daran liegen, dass alle unsere Hirnkapazitäten mit der Wahrnehmung und Verarbeitung des Fahrverlaufs ausgelastet sind, so dass wir gar nicht mehr an die Temperaturerhöhung der Ohren durch niederfrequente Schläge derselben gegen die breiten Fahrgastniederhalter denken können.


Die Wagen wirken wie kleine Schuhkartons, trotzdem kann sogar Bruno einigermaßen drin sitzen.


Neben ein paar weiträumig durchfahrenen Kurvendrops gemischt mit klassischen Mauskurven hat diese Achterbahn eine kreativ gebogene Helix, die mit ebenso kreativer Geschwindigkeit durchfahren wird und das Highlight der Fahrt bildet.


Langsam durch die großenräumigen Abfahrten ...



... und blitzeschnell durch die engen Radien.


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Interessanterweise erfahren wir den größten Adrenalinausstoss nicht während, sondern erst nach der Fahrt. Jetzt, da wir Zeit haben, um die Bahn auch mal in Betrieb von außen zu betrachten, stellen wir fest, dass die Berechnung der Statik wohl nicht mit bei uns üblichen Sicherheitsfaktoren durchgeführt wurde. Anders können wir es uns nicht erklären, dass sich insbesondere die freitragenden, also nicht unterstützten Kurvenbereiche im knapp zweistelligen Zentimeterbereich durchbiegen.

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Die vor dieser besonderen Achterbahn entstandene Warteschlange ist leider nicht mehr so kurz, wie wir es gerne hätten, so dass wir uns jetzt erstmal den anderen Bahnen zuwenden.

Da wäre zum Beispiel ein Gus. Bei diesen Kleinstovalen weiß man nie, ob man fahren darf oder nicht. Heute gehen wir trotz, unserer Meinung nach, rhetorisch hervorragend aufgebauter und auf spanisch beinahe akzentfrei vorgetragener Antragstellung auf die Teilnahme einer einfachen Fahrt leer aus. Schade!


No podemos hacer montar en el Gus.



Nächster Stopp ist der Brucomela. Gefahren, ausgestiegen und hiermit im Tagebuch erwähnt.


Die letzte schienengeführte Bahn ist der Powered Coaster, der hier eine große Beliebtheit unter den Besuchern zu haben scheint. Dementsprechend lang ist die Queue und dementsprechend groß ist auch die Versuchung der kleineren Kirmesgäste, die Abkürzung zu nehmen und sich einfach vor uns in die Schlange zu stellen.

Nachdem wir gerade eben schon bei der Anwendung unserer Sprachkenntnisse gescheitert sind, wollen wir es bei den Kindern gar nicht erst versuchen. Diese haben ihre Rechnung jedoch nicht mit der hinter uns ebenfalls wartenden und nun ungehalten werdenden Mutter gemacht. Sie hat offensichtlich keine Lust, auf ihre vergnügliche Fahrt in der angetriebenen Achterbahn unnötig lange zu warten und macht den Rotzblagen deutlich, dass sie dahin gehen sollen, wo der Pfeffer wächst. Oder alternativ ans Ende der Schlange.


Warten.


Auch der Zug des funkenschlagenden Drachen steht nicht da, wo er sollte. Die Bremse schafft es nicht, ihm die richtige Position zuzuweisen und er hält mit den vorderen beiden Wagen außerhalb der Station. Das stört aber weder die in diesen Wagen befindlichen Kinder noch den Ride Op. Der Nachwuchs klettert einfach kurzerhand behände über die Schienen und die zweite und dritte Wagenreihe zurück in die Station.

Da auch auf dieser Kirmes eine Seilbahn mit Stützen im Eifelturmdesign steht, wie wir es die letzten beiden Abenden schon gesehen haben, können wir uns dieser offensichtlich nationalen Spezialität nicht entziehen und drehen wortwörtlich eine Runde auf dem nicht zu Transportzwecken, sondern als Aussichtsfahrt dienenden Sessellift. Während der etwas längeren Wartezeit spricht uns eine Familie an und während wir versuchen, mit unserem nicht einmal hundert Vokabeln umfassenden Wortschatz Antworten zurechtzubasteln, vergeht die Zeit wie im Fluge.

Tatsächlich ist die Seilbahnfahrt sehr chillig und man bekommt einen schönen Überblick über die Achterbahnen, die vielen Cocktailstände, die Maiskolbenverkäufer und die auf Stelzen laufenden Clowns, die kleinen Kindern aus länglichen Luftballons allerlei Figuren stricken, um sich anschließend bei deren Eltern ein Trinkgeld in angemessener Höhe abzuholen.


Es ist an der Zeit, mal wieder eine lokale Spezialität auszuprobieren.



Manche Geschäfte stehen ein bisschen abseits. Logische Konsequenz: Sie werden weniger frequentiert.


Gut, dass wir schon so früh hier angekommen sind. Die Warteschlangen werden jetzt richtig lang. Aber wir wollen sowieso gehen, denn der Wecker wird morgen früh eher klingeln, als uns lieb ist. Immerhin müssen wir ein Flugzeug erwischen, das uns nach Mexico City bringen soll.


Dienstag, den 25.04.2017

Nach einem kurzen Flug gelandet, schnappen wir uns den nächsten Mietwagen und fahren zum ersten Park in der gigantischen Hauptstadt Mexikos.

Parque Francisco Villa

So groß die Stadt, so klein der Park. Und da in einem kleinen Park eine große Achterbahn fehl am Platze wäre, starten wir heute auf einem Wacky Worm namens Oruga achterbahntechnisch in den Tag. Befriedigend ist das aber nicht wirklich. Also wieder rein ins Auto und auf in den Süden Richtung Puebla, wo die nächste Kirmes auf uns wartet.


Hier soll ein Freizeitpark sein? Man erkennt ihn kaum, ...



... es sei denn man kommt dichter ran.



Aber Vorsicht, nicht zu dicht ran gehen!


Feria de Puebla


Eine der ersten Attraktionen auf dem Platz ist die Crazy Mouse. Da fahren wir doch gleich mal mit!


Was passiert auf einer Drehmaus, wenn beim Aufstieg der Wagen vor einem in der Blockbremse stehen bleibt? Richtig, der Wagen auf dem Lifthill bleibt ebenfalls stehen. Dies ist zufälligerweise genau das Gefährt, in dem wir gerade sitzen. Und was passiert, wenn sich der Wagen vor einem aus der Blockbremse löst und weiter fährt? Falsch, wir fahren nicht, wie erwartet, den Lifthill weiter nach oben, sondern warten, bis wir vom Ride Op evakuiert werden. Das scheint auch allgemein gar keine größere Aufregung zu erzeugen. Einfach mitten auf dem Kettenlift die Bügel aufmachen und dann aussteigen.

Prima, ich wollte schon immer mal über die Treppe einer Wilden Maus laufen! Es bleibt alles ganz entspannt, wir dürfen im nächstverfügbaren Wagen in der Station gleich wieder Platz nehmen und unser Ticket abgeben. Moment mal! Das haben wir doch gerade erst gemacht!? Die gute Dame, die die Zettelchen einsammelt, war gerade in einen kleinen Ausflug ins World Wide Web vertieft, so dass sie unseren Rückzug von der ersten Fahrt gar nicht mitbekommen hat. Unsere Abwärtstreppenbegleitung klärt sie aber auf und wir dürfen jetzt eine komplette Runde auf der Achterbahn drehen ohne einen weiteren Obolus entrichten zu müssen.


Der Galaxi ...



... hat wirklich stylische Autos.


Im Nascar setzt sich ein junges Paar zu uns in den Wagen, das, angefeuert durch die weniger couragierte Restgruppe, jetzt vermutlich ihren Mut unter Beweis stellen muss. Sichtlich wohl ist den Beiden nicht. Nach der Fahrt werden die beiden Mutigen aber als wahre Helden gefeiert. Gut gemacht!

Das Mitfahren auf dem Gusy erfordert wieder ein wenig sprachliches und taktisches Geschick. Wir geben dem Ride Op, der zögernd auf den Wacky Worm deutet, unmissverständlich zu verstehen: Ja, den auch! Aber erst, wenn wir hier eine wortwörtliche Runde drehen durften! Schließlich lenkt er ein und lässt uns zur Strafe eine zweistellige Anzahl Durchläufe in den beengten Chaisen sitzen.


Läuft! Das steht sogar auf seiner Mütze niedergeschrieben!



Nächste Station ist der Dragon Wagon.



Hübsch sieht er aus ...



... und der Betreiber hat praktischerweise die Werkstatt gleich in und um die Bahn aufgebaut.



El Chavo ist momentan ohne Operator. Macht nichts, ...



... die Höhendifferenz dieser schienengeführten Attraktion ist zu gering als dass sie unserer Achterbahndefinition genügen würde.



Aprospos Höhendifferenz: Für den Zugang zu manchen Attraktionen muß man entweder die richtige Zugangsposition finden oder hochkraxeln.



Da Attraktionskletterei aber das Geschäft schmälern kann, sollte man den potentiellen Gäste idealerweise Steighilfen anbieten. Diese müssen nicht teuer sein.


Während wir an den unzähligen restaurantähnlichen Zelten vorbeischlendern, versucht man uns einladend lächelnd und winkend dahingehend zu bewegen, dass wir einkehren mögen, um uns häuslich niederzulassen, viel zu essen und noch mehr Geld dafür zu bezahlen. Aber seitdem wir auf der Feria de Abril in Spanien einmal eine dermaßen unverschämt hohe Geldsumme für unverschämt kleine und unverschämt verkokelte Bratwürste gezahlt haben, ist uns der Appetit auf Essen im Sitzen vergangen, zumindest soweit es Kirmessen betrifft.


Es gibt ja auch Alternativen zu den Restaurantzelten.



Und so ein Schaschlik-to-go hat hier ganz anständige Dimensionen.


Gut gesättigt wagen wir eine Fahrt mit der Geisterbahn. Als echte One-Man-Show hat der junge Mann hier an seiner Bahn multiple Aufgaben. Er ist Kassierer, Ride Op und Erschrecker zugleich. Und vor allem in letzterer Funktion macht er seine Arbeit sehr gut. Dreimal tritt er in Aktion und jedesmal quietsche ich ordnungsgemäß!


Gleich drei Geisterbahnen bietet die diesjährige Feria de Puebla. Wir entscheiden uns für das Exemplar Dark Ride.



Das abendliche Hotelbier kaufen wir auf der Feria. Schließlich gibt es passend zur Kirmes ein Festbier. Wir teilen uns eine kleine Dose, dessen 710ml Inhalt für uns beide als Schlummertrunk mehr als ausreichen.



Mittwoch, den 26.04.2017

Six Flags Mexico

Die Anfahrt quer durch Mexikostadt ist heute früh ganz besonders zäh, trotzdem bin ich äußerst hibbelig, dank Durst, Vorfreude und Blasendruck. Beim Park angekommen, können wir endlich alle Füllstandsanzeigen auf Normalmaß bringen und ganz entspannt Richtung verstahlte Schlangenhaardame gehen.

Medusa ist eine echt heiße Lady! Aber die strikte Regel besagt: Es sind keine Taschen erlaubt, auch wenn sie noch so klein sind. Wir suchen uns ein Schließfach und stopfen gleich alles hinein: Tasche, Kopfbedeckung, Sonnenbrillen, Wasser und Fotoapparate. Letzteres ist ein böser Fehler, denn Medusa ist eigentlich nur aus der Queue fotogen.


Erst als alles verstaut ist und wir unter unserer Kleidung nackt sind, dürfen wir die Queue zum Medusa Steel Coaster betreten.


Nach Durchstehen der mit 10 Minuten angegebenen, tatsächlich aber 30-minütigen Wartezeit können wir im Gefährt der sterblichen Drittelgorgone Platz nehmen. Der First Drop übererfüllt unsere Erwartungen ganz klar. Im First Drop dem Erdboden überkopf entgegenzustürzen ist schon ein sagenhaftes Erlebnis.


Sieht von außen ...



... spannender aus ...



... als sie sich fährt.


Der Rest der Fahrt lässt uns aber nicht unbedingt vor Ehrfurcht zu Stein erstarren. Im Gegenteil, diese RMC Umwandlung gehört abgesehen von der genialen, verzwirbelten ersten Abfahrt zum Langweiligsten, was ehemaliges Holz werden kann. Da kann uns auch die VR Variante, auf die wir sowieso noch länger warten müssten, nicht locken. Medusa Steel Coaster ist nicht viel mehr als ein extended Goliath @ Six Flags Great America. Immerhin, von außen hat die stark schwankende Lifhillkehrenkonstruktion noch einen gewissen Unterhaltungswert.


Der Zierer Tivoli Large Tsunami geht direkt vor uns in Störung, sodass wir uns später erneut anstellen müssen.



Unser neuer Freund heißt Superman el Último Escape. Er ist der fahrende Beweis dafür, dass Morgan jedem B&M überlegen ist! Vor allem auf den vorderen Plätzen hat die Bahn das Quentchen mehr Airtime als ihr eigentlich guttut. Die Fahrelemente erinnern uns an einen CCI Woodie, was sich z.B. in plötzlichen Richtungswechseln direkt hinter den Airtimekuppen widerspiegelt. Bei einer Wartezeit von nur 3 Zügen ist klar, dass wir uns hier mehrfach vergnügen.


Was für eine geile Achterbahn!



Batman vs. Superman?



Hier stiehlt ganz klar die Schmalztolle dem Schwarzträger die Show.



Den Joker kennen wir noch aus der Zeit, als er Nordamerikaner war.



Hier sieht er allerdings viel besser aus und seine coole Freundin hat er auch mitgebracht.



Während wir bei diesen vorsommerlichen Temperaturen schon schwitzen, tragen die Einheimischen erstaunlicherweise fast überwiegend geschlossene Schuhe und meistens sogar noch Jacken oder lange Hemden über ihren T-Shirts. Wir hingegen finden das Wetter einfach nur traumhaft.


Uns dürstet nach was Erfrischendem. Eine fruchtig-reife Mango wäre toll. Das Ganze verzehrt mit einem Berg Chilipulver ist noch viel toller.


Erfrischt, gestärkt und voller neuem Tatendrang machen wir uns auf den Weg, den restlichen Achterbahnen einen Besuch abzustatten.


Roller ...



... und Boomerang sind wirklich absolute Standardware.



Lediglich der Dark Knight kann trotz fehlender Individualität mit seiner Thematisierung punkten.



Bevor wir den Park verlassen, drehen wir noch ein paar Runden auf unserem neuen Lieblingscoaster Mexico Citys.



Donnerstag, den 27.04.2017

In so einer gewaltigen Stadt wie Mexiko City mit so unglaublich zähem Verkehr wird für unser Empfinden erstaunlich selten gehupt. Und an der Qualität des hiesigen Reißverschlussverfahrens, das mit uno y uno (eins und eins) ausgeschildert ist, kann sich der Rest der Welt nur ein Beispiel nehmen. Zugegebenermaßen ist die Fahrweise gelegentlich sehr kreativ, aber irgendwie bleiben dabei alle immer entspannt.

Erkenntnis des Tages 1 Im Vergleich zu den Mexikanern nehmen die Deutschen im Strassenverkehr ist alles viel zu persönlich.


Erkenntnis des Tages 2 Wenn man zu 12 (!) im VW Polo unterwegs ist, ist die Warnblinkanlage einzuschalten.


Erkenntnis des Tages 3 Gurtpflicht besteht nur, wenn die Anzahl der Personen im Fahrzeug die Anzahl der vorhandenen Gurte nicht überschreitet. Natürlich gilt die Gurtpflicht nicht für das Transportieren von Personen im Kofferraum oder auf der Ladefläche.


Perimágico

Die Fahrt auf dem Zierer Tivoli in der Mall Centro Comercial Perinorte hinterlässt weniger bleibenden Eindruck als seine auf das Frontcar modellierten blutunterlaufenen Augen. Das sieht nicht gesund aus.

Die Schlussbremse des Huracan befindet sich hingegen in einer Location, die die vermutlich durch Tränen geröteten Augen erklärt. Wir beenden unsere Fahrt in der Gerümpelkammer.


Eingang.



Ein Coaster.



Eingeengt.



Ein Zug.



La Feria Chapultepec Magico


Und schon erwartet uns das nächste Highlight der Tour!


Die Schönheit in gelb und rot, Quimera, der Schwarzkopf Dreier Looping lockt uns! Neben den bekannten Bügeln finden wir hier längenverstellbare Hosenträgergurte, die auch peinlichst genau auf guten und festen Sitz kontrolliert werden.


Gurte? Wozu das denn?


Da wundert sich der alte Schwarzkopfkenner und lässt sich für eine entspannte Fahrt doch eher ein bisschen mehr Freiraum. Welch böser Fehler!


Zunächst klettern wir wie gewohnt gemütlich den Lifthill hoch, ...



... dann sausen wir den First Drop steil herunter ...



... in den ersten Looping. Und dann geht es erst richtig los!


Während wir vor der ersten Fahrt noch die Existenz der textilen Antiabhebevorrichtungen belächeln und das ganze Gurtgedöns überhaupt in Frage stellen, greifen wir vor der zweiten Fahrt freiwillig zu diesen stützenden Hilfsmitteln und ziehen sie eher zu stramm als zu locker. Die Trimmbremsen sind zwar montiert, das aber vermutlich nur aus ästhetischen Gründen. Den Zug verzögern sie in keinster Weise. Ob das so in Sinne von Anton Schwarzkopf gewesen sein möge, bleibt ungeklärt! Quimera ist die Bestie ohne Bremsen und der mit Abstand intensivste, lebende Schwarzkopf noch vor dem Bullet. Die Fahrt macht superviel Laune, ist aber auch richtig anstrengend und fordernd. Wir schauen uns zum Verschnaufen erst einmal die anderen Bahnen an und kommen dann wieder.

Die Crazy Mouse Ratón Loco hat zusätzlich zu unserem Gefährt gleichzeitig noch einen weiteren Wagen auf dem Lift. Das gibt einem jetzt nicht gerade ein Gefühl der Sicherheit. Für maximalen Fahrspaß haben wir unsere Gondel mit Segnung durch den Ride Op mit möglichst asymmetrischer Gewichtsverteilung beladen, also Bruno - Anita - leer - leer.

Diese glorreiche Idee ist vielleicht nicht die beste gewesen und so schießt mir, nachdem wir schon die halbe Fahrt komplett ungebremst durch den Track rasen und sich zu Beginn des zweiten Teils die Rotationsbremsen lösen, der Gedanke durch den Kopf, dass sich doch hoffentlich bitte in der nächsten Kurve die Drehrichtung ändern möge, da ich sonst entweder rausfalle und sterbe, oder direkt in der Gondel aufgrund der rotationsinduzierten g-Kräfte ablebe!

Nun, die Richtung ändert sich nicht und wir drehen uns als gäbe es kein Morgen! Tatsächlich ist uns nach der Fahrt nicht ganz klar, ob wir uns noch im diesseitigen Universum befinden. Hier reicht uns diese eine Fahrt und wir torkeln zur nächsten Achterbahn weiter.


Sieht aus wie jeder andere beliebige Reverchon. Aber das hier ist der Pirouettenwolf im Mäusepelz!


Die letzte uns fehlende Möbiusachterbahn aus Holz mit dem wenig individuellen Namen Montaña Rusa hat wie seine Brüder in Blackpool und West Mifflin den Vorteil, dass man selbst bei Einzugbetrieb beide Spuren des Racing Tracks fahren kann, wenn auch ohne den Wettbewerbscharakter.


Nur einer der beiden Eingänge ist geöffnet. Sobald der Zug eingetroffen ist und es sich genügend Gäste für eine komplette Zugfüllung im Wartebereich eingefunden haben, weist der Mitarbeiter den Fahrwilligen die richtige Bahnhofseite zu.



Das Fahrmaterial ist nicht mehr das Frischeste, aber wer will schon auf einer klassischen Achterbahn neumodische Plastikbomber haben?



Wie auch bei seinen Geschlechtsgenossen geht es je nach Startseite entweder nach rechts oder nach links aus dem Bahnhof heraus.



Wie gerne würden wir die Bahn als echten Racer fahren. Insbesondere auf dem Lifthill ist es uns so doch ein bisschen zu ruhig.



Die Fahrt macht dann wiederum viel Spaß und jetzt ist es nicht mehr so schlimm, dass der zweite Zug fehlt. Immerhin können wir uns so besser auf die Fahrt konzentrieren ...



... bis wir wieder in den Bahnhof hoppeln.


Auch diese Achterbahn macht dem Capital of Thrillrides namens La Feria de Chapultepec keine Schande! So muss Holz sein, schroff, aber airtimebeladen.


Vor gerade mal fünf Tagen sind die American Coaster Enthusiasts hier gewesen und haben der Bahn das Prädikat "Roller Coaster Landmark" verliehen. Zu Recht, wie wir finden!



Wir verlassen das Holz für den Moment und wenden uns der letzten verbliebenen Achterbahn des Parks zu.



Neben Selva Mágica, den wir ja bereits als erstes diesen Urlaub besucht haben, ist auch dieser Park die Heimat von gleich zwei Exemplaren der legendären Bahnen, die in den siebzieger und achtziger Jahren die berühmten Münsterhausener Werkshallen verlassen haben.



Das Frontcar hat ein zeitlos schönes Design, ...



... wird dabei aber von einem echten Kraftpaket befeuert, das seine Energie ...



... über einen sehr kompakten Mitnehmer an den Zug weiterleitet.


Grandiose Fahrt! Cascabel 2.0 ist dabei die sanfteste und zahmste Achterbahn im Park. Das heißt natürlich nicht, dass sie deswegen schlecht wäre. Im Gegenteil, hier können wir entspannt viel Spaß haben!


Von Cascabel 2.0 aus hat man eine tolle Aussicht. Man schaut entweder Richtung Montaña Rusa ...



... oder Richtung Quimera.


La Feria de Chapultepec Magico bietet wirklich alles, was den achterbahnaffinen Thrillseeker glücklich macht. Darf ich hier bitte wohnen?


Wir geniessen den Tag und gehen im Wechsel zu Montaña Rusa, ...



... Quimera, ...



... Cascabel 2.0, ...



... Quimera ...



... und Quimera.



Schließlich winken wir zum Abschied nochmal unserem neuen Lieblingsschwarzkopf zu und machen uns wieder auf den Weg.


Für die 19 km von La Feria Chapultepec Magico zurück zum City Express Aeropuerto brauchen wir fast 2 Stunden und das ist gar nicht mal besonders langsam für Ciudad de Mexico Verhältnisse. Außerdem sind wir darauf eingestellt, denn die Fahrt zu Six Flags gestern morgen ging ja auch nicht gerade deutlich schneller. Wir bleiben also entspannt und geniessen die Fahrt mit Drive-Through-Sightseeing.


Freitag, den 28.04.2017

Warum umständlich, wenn es auch einfach geht? Der Mietwagen bleibt heute einfach im Schutz der Tiefgarage unseres Hotels stehen. Für die kurze Fahrt zum Flughafen nehmen wir ein Taxi und dann besteigen wir mal wieder, nur ausgerüstet mit unserem Turnbeutel, ein Flugzeug für unseren heutigen Tagesausflug. Es geht nach Monterrey.

Dort angekommen empfängt uns am Flughafen unser Fahrer Rodolfo, der uns heute den ganzen Tag zur Seite stehen und durch die als nicht so ganz sicher geltende Gegend fahren wird. Wie zu erwarten hat er keine Probleme, uns aus dem Pulk der Mexikaner herauszufischen. Schnell möchte er uns in ein Gespräch verwickeln, wird dabei aber durch unsere noch nicht ganz so tiefgehenden Spanischkenntnisse ausgebremst. Englisch spricht er nicht.

Bosque Mágico


Wir werden überaus freundlich empfangen. Sonne und Personal strahlen um die Wette!



Zunächst werden wir von diesem Ride begrüßt, ...



... aber natürlich gehen wir erstmal zur größten Achterbahn im Park.



Sieht ein bisschen aus wie Hulk mit Fischvergiftung.


Zombie The Ride hat eine fantastische Thematisierung inklusive lebendiger Untoten in der Queue und einem mindestens 30 minütigem Gruselfilm, der neben der Warteschlange auf Monitoren im sehr schön dekorierten Gebäude gezeigt wird. Schade, dass die Verweilzeit nicht lang genug ist, um den Film komplett zu sehen. Achterbahnfahren geht vor Film schauen und so gehen wir nach 10 Minuten am Monitor stehend doch mit unvollendetem Filmerlebnis zur Station weiter. Die Fahrt als solche sticht abgesehen von den deutlich angenehmeren Temperaturen nicht über das Erlebnis baugleicher Anlagen wie z.B. im Holiday Park heraus. Standardbahn bleibt Standardbahn.


Das Setting ist klasse.



Gott sei Dank. Die Drehmaus hat funktionierende Bremsen! Nicht, dass wir noch wegen überhöhter Rotationsgeschwindigkeit ...



... ins Gefängnis gesteckt werden!


Die beiden Teenager, die zu uns weißen Gringos in den Wagen von Policías y Ratones gesetzt werden, sind zunächst sehr skeptisch. Als wir uns während der Fahrt mit Begeisterung akustisch nicht zurückhalten, taut das Verhältnis auf und wir werden schnell zu guten Freunden und eingeladen, oder genauer gesagt, gebeten, mit ihnen zusammen nochmals die große, grüne Bahn der wandelnden Leichen zu fahren, vor allem, da sich einer der beiden auf so ein Monster gar nicht erst traut. Ich vermute, dass ihm die Queue zu gruselig ist, denn eine Fahrt auf Zombie würde ich eher als langsam bezeichnen. Doch auch bei dem mutigeren Fahrwilligen steigt sichtlich die Nervosität, je näher es zur Einstiegsplattform geht. Nach der Fahrt stimmen wir ihm selbstverständlich zu. Das ist die größte und tollste Bahn und selbstverständlich unsere Lieblingsachterbahn!


Gleich nochmal mit unserem neuen Freund fahren.



Der Tornado ist ein Zwilling der Geschwindigkeitsschlange im Fort Fun ...



... und fährt sich hier prima.


Parque Plaza Sesamo

Der Kinderpark verpatzt seinen Auftritt durch das lustloseste und gelangweilteste Personal, das wir je erlebt und dem ranzigsten Frittenfett, das wir je gerochen haben. Um nicht zu verhungern, greifen wir lieber zu einem mexikanischen Alternativnahrungsmittel, bestehend aus Kartoffel- und Mais-Chips. Während wir also gemütlich im Schatten hockend den Inhalt unseres Tütenmittagessens leeren, werden im Propeller die Mitfahrer nach einer Vollgasfahrt oben in der Brüllhitze mutwillig gegrillt oder einfach nur vergessen. Als die Fahrgäste endlich erlöst werden, sind nicht mehr wirklich viele Krümel in unseren Tüten. Überhaupt wundern wir uns, was Thrillmaschinen wie ein Propeller und ein Space Shot in einem Kinderpark zu suchen haben.


Das sind jetzt nicht unbedingt die Attraktionen, die wir im Sesamstrassenpark erwartet hätten.



Mit etwas in der Art von Ernies Quietscheentchenkarussel hatten wir allerdings schon gerechnet.



Aber wir sind natürlich wegen der Achterbahnen hier. Catariños hat hübsche Kurven, ...



... ist aber trotzdem nur ein Zierer Tivoli Small, passt aber natürlich zur Zielgruppe.



Wie die meisten powered Coaster ...



... kann uns auch Expreso Minero nicht wirklich vom Hocker hauen. Also auf zur nächsten Kirmes!


Expo Feria Guadalupe

Da Rodolfo uns die Parkplatzgebühren ersparen möchte, setzt er uns einfach vor dem Hauptportal der Feria ab und versichert, dass er uns ein paar Meter weiter vor dem 7eleven um Punkt 20.00 Uhr wieder aufsammeln werde. Wir scheinen um 18.30 Uhr nicht nur die ersten Gäste des Tages, sondern die ersten Gäste dieser Feria am Premierentag überhaupt zu sein. Der Eintritt kostet 20 Pesos pro Person, die Fahrattraktionen sind diesmal nicht im Eintrittsgeld inkludiert. Wie bereits erwartet, führt der Weg nicht direkt zu den mechanischen Spielen, sondern in S-Kurven vorbei an lebenden Rindern, lecker gewürzten Rinderteilen auf dem Grill und jeder Menge Krimskrams.


Angekommen auf dem eigentlichen Kirmesplatz trifft uns die Erkenntnis, dass es in Mexiko wohl nicht so eine tolle Idee ist, am ersten Spieltag sehr früh eine Kirmes aufzusuchen. Das Riesenrad ist noch gondellos, ...



... der Ring of Fire sieht mit seinem abgeknicktem Looping fast ein bisschen mitleidserweckend aus ...



... und der Dragon liegt wie ein Puzzlespiel mit vorsortierten Teilen auf dem Boden.


Gus ist eine der wenigen fahrbereit aussehenden Attraktionen. Die ältere Dame im eleganten Sommerkleid und auffälligen Ohrringen gibt uns aber den Hinweis "Hace no luz!" was übersetzt so viel wie "Es gibt kein Licht!" heißt und bedeutet, dass die Stromversorgung für die gesamte Ecke mit den Kinderfahrgeschäften erst später eingeschaltet wird. Das können wir also vergessen!


Auch hier sind wir zu früh.



Gussy schläft unter seinem Häubchen den vorabendlichen Schlaf der Ovalachterbahnen und hat die Füßchen bislang nicht nivelliert.



Beim Mega Montana Rusa wird noch durchs Gestänge geklettert und über die Schienen gewischt. Für uns macht das den Eindruck, dass die Bahn noch nicht ansatzweise fahrbereit ist.


Als der erste Wagen dann aber unerwarteterweise zu einer Testfahrt losrollt, bleibt er prompt auf dem ersten Hügel stehen und in der Rücklaufsperre stecken. Das scheint kein unbekanntes Problem zu sein, ein sehr junger Mechaniker läuft in fast professioneller Parcourmanier den Track nach oben und drückt mit seiner Schulter, der richtigen Technik und einer ordentlichen Portion Muskelkraft den Wagen Raste für Raste vorwärts über die Sperre hinweg. Als der Wagen durch diese Anschubhilfe wieder ins Rollen kommt, springt er geschickt mit einem Satz von hinten hinein, um Ihm mehr Gewicht zu geben.


Hier wird mit vollem Körpereinsatz gearbeitet.


Aber schon bei der nächsten Rücklaufbremse bleibt die Chaise wieder stecken und das Spielchen wiederholt sich. Nach dieser Hürde schafft der Wagen die Runde endlich bis in die Schlussbremse. Das Problem erkennend sitzen bei der nächsten Testfahrt 4 Mitarbeiter als träge Masse mit im Fahrzeug. Gemeinschaftliche Ruckbewegungen der drei Mitreisenden und den Tretrollerprofi am Heck des Wagens verhindern einen erneuten Stillstand.

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Da wir ungläubig mit großen Augen diesem Spektakel folgen, kommen wir mit Eric, dem Vorarbeiter der Crew ins Gespräch. Der komplette Pinfari verteilt sich auf 4 Transporte, der mit vollständiger Besatzung in 2 Tagen aufgebaut werden kann.

Eric spricht nicht nur englisch, erkennt sich auch aus und so schwätzen wir ein bisschen über Achterbahnen. Selbstverständlich kennt er auch die Alpina Bahn und den Olympia Looping, die er beide gerne mal fahren würde.

Wir erzählen ihm, dass wir unglücklich sind, da wir doch so gerne eine Fahrt auf seiner noch nicht fahrbereit erscheinenenden Mega Montana Rusa machen würden, wir aber nicht mehr lange Zeit haben, da wir heute Abend noch nach Mexico City zurückfliegen müssen.

Gesagt, getan, sitzen wir samt dem akrobatischen Anschiebespezialisten und einem Kind in der nächsten Testfahrt. Das ganze kostet uns nur den Aufwand, in die Station zu klettern, da ein paar nebensächliche Details wie Stationstreppen noch nicht angebaut sind, ein Ticket brauchen wir nicht zu kaufen. Wir bedanken uns mit einem Lächeln und ein Werbeposting für seine Facebook Seite.

Juegos Mecánicos (Official) From Germany with Love!
2 grandes entusiastas de las montañas rusas alrededor del mundo nos visitaron esta tarde y disfrutaron al máximo de la Mega Montaña Rusa en la Expo Guadalupe 2017
Vive la Experiencia!
#EspectacularesGarcia




Wir haben nicht mehr viel Zeit, bis Roberto uns wieder vor den Toren der Feria aufsammeln möchte. Aber jetzt erstrahlt der kleine Gus in voller Beleuchtung und ja, wir dürfen auch hier sehr gerne als erste Testfahrer den kleinen Wurm einweihen. Die oben bereits erwähnte Dame im fortgeschrittenen Alter küsst Ihre Hand, in der Sie unser Fahrgeld hält und bekreuzigt sich dreimal.

Wir wünschen Ihr, dass der Wurm Ihr ein gutes Geschäft einbringen möge und uns, dass wir heil hier wieder raus kommen mögen. Jeder in einem eigenen Wagen platzgenommen, kann es losgehen und auch dieses Gefährt benötigt etwas zusätzlich manuelle Schubunterstützung, um den stolzen, 60 cm hohen Hügel zu überwinden. Beherzt packt die Lady mit Ihrer Hand und den feurig lackierten Fingernägeln ins Fahrwerk, um ihrem Baby noch mehr Schwung zu verpassen. Derart motiviert schafft der kleine Zug die Steigung mühelos, um dann unter den kritischen Blicken der Chefin Runde um Runde um Runde zu drehen. Selbstverständlich bleibt neben dieser verantwortungsvollen Aufgabe der mitanpackenden geschäftsführenden Gesellschafterin trotzdem Zeit, Spiegel und Lippenstift auszupacken, um das Lippenrot aufzufrischen. Ein gepflegter Auftritt von Mensch und Maschine ist schließlich das halbe Geschäft!


Hace luz!



Wir müssen leider gehen. Schön war's, auch wenn wir hier gefühlt nur eine halbe Kirmes erlebt haben.


Kaum dass wir das Feria Gelände verlassen haben und unseren abgesprochenen Treffpunkt erreichen, sehen wir bereits Rodolfo angerollt kommen. Er beherrscht Widererwarten die deutsche Pünktlichkeit. Immer noch atemlos von den Spontanfahrten geht es jetzt direkt zum Flugplatz, wo ein Flieger von Viva Aerobus uns zurück nach Mexiko Stadt Richtung unseres City Express bringen wird.


Samstag, den 29.04.2017

Parque Infantil Cuauhtémoc

Der grüne Park inmitten Morelias hat neben Arealen, die für Skateboarder und Rollschuhfahrer eingerichtet sind, auch einen Bereich mit elektrisch-mechanisch betriebenem Spielzeug. Eintritt wird nicht erhoben und für eine geringe Gebühr von nur 5 Pesos pro Person dürfen wir auf dem Wacky Worm ohne Zahnlücke, dafür aber mit herausragenden Unterzähnchen mitfahren.


In einem Kinderpark ist natürlich für den Thrillseeker nicht sooo viel zu tun, ...



... außer sich in eine Kinderachterbahn zu setzen, ...



... Stimmung zu machen ...



... und die Runden zu absolvieren, um am Ende ein Häkchen setzen zu können, ...



... während es sich die vernünftigen Menschen in unserem Alter im Schatten vor der Bahn gemütlich machen.


Das Streetfoodangebot ist sehr verlockend, so dass wir uns gemeinsam ein Tostada Gigante Alemanes bestellen und von dem riesigen Sandwich beide gut satt werden. Es wird sich hingesetzt, in Ruhe gegessen und erst dann bezahlt! Zur Unterhaltung findet vor uns eine öffentliche Selbstfindungstanzübung statt, möglicherweise zum Mitmachen für alle. Uns reichen unser Nachmittagsmahl und ein bisschen Zuschauen, bevor wir uns auf den Weg zur Kirmes machen.


Essen fassen!


Expo Feria Michoacan

Im Gegensatz zu den bisher besuchten Kirmessen haben die Attraktionen auf der Expo Feria Michoacan größtenteils schon nachmittags geöffnet. Mehr noch, in der großen Halle tobt bereits ein Konzert und auch die Open Air Bühne erfährt die letzten Vorbereitungsarbeiten.

Der powered Caterpillar mit den großen Augen steht im Bereich, in dem die Fahrgeschäfte für die Kleinsten der kleinen Besucher angeordnet sind, also direkt neben dem Horrorhaus mit den frei herumlaufenden Liveschreckern, die mit Axt und Kettensäge Gäste in Ihre Attraktion nötigen. Wir haben Glück, uns können die Häckselgeräte nicht erreichen, denn wir sitzen im ebengenanntem Wurm gefangen und müssen eine zweistellige Rundenzahl absolvieren.


Wir haben kein Muffensausen vor den düsteren Kollegen nebenan, wir sitzen in der kleinen, angetriebenen Kinderachterbahn.



Wobei, bei dem Gesicht kann einem schon Angst und Bange werden!


Die Wagen auf der Wilden Maus sind sehr süß und da nicht wirklich viel Andrang herrscht, nehmen wir uns die Zeit, vor der Abfahrt noch schnell ein Selfie zu schießen. Dies bemerkt der Ride Op und bietet sich sofort an zu assistieren.


Die Fahrt ist anständig, was für uns seit der Erfahrung auf Ratón Loco in Mexico City bedeutet, dass sie nicht zu extrem ist.


Unsere junge mexikanische Mitfahrerin beäugt uns zunächst noch sehr kritisch, aber nachdem Bruno sie auf Spanisch fragt, ob Ihr die Fahrt gefällt, kommt zunächst ein schüchternes "Si" und dann noch ganz viel mehr, dessen Inhalt wir nicht mehr zu übersetzen vermögen und ihre Wortflut deshalb nur mit einem Lächeln und Nicken quittieren.


Trotz Quasselattacke von der Seite ...



... geniessen wir die Fahrt und die Aussicht über die Kirmes.



Die Geisterbahn lassen wir aus. So überragend war die Spukerfahrung in Puebla vor ein paar Tagen nicht.



Auweia, was für ein Gesicht, ...



... jetzt bloß nicht einschlafen, sonst sind Albträume während der Fahrt vorprogrammiert.


Wir schließen unseren Besuch mit einer Fahrt auf dem gruseligen Wacky Worm ab und werfen noch einen kurzen Blick in die Messehallen. Es offenbart sich die Anwesenheit von zu verkaufendem Tand und Pferden. Beides befindet sich außerhalb unseres Interessengebiets und so treten wir den Rückweg ins Hotel an.


Sonntag, den 30.04.2017

Heute ist Abflugtag. Den Verkehr in der Stadt kennend wollen wir uns deshalb auf die beiden Parks im Schatten des großen und unübersichtlichen Flughafens von Mexikos Hauptstadt beschränken. Schnell müssen wir lernen, dass das zumindest an diesem Sonntag keine gute Idee war. Sowohl in der Nähe von Bosque de Aragón als auch vom Lago Mayer Alameda Oriente ist kein Parkplatz verfügbar. Selbst die Seitenstrassen sind alle mit stehenden Fahrzeugen mehr als überfüllt. Uns bleibt also nichts übrig als nach mehreren vergeblichen Umkreisungen des Zielgebietes das Handtuch zu werfen und aus der Ferne den Kinderovalen ein "Wir kriegen euch noch! Das nächste Mal!" zuzurufen.

Bei der Autovermietung liefern wir unseren Chevy Aveo ab und vertreiben uns die Zeit auf dem Flughafen. Kurz vor Abflug spricht uns ein junger Mann mit den Worten "Hey, seid ihr nicht Bruno und Anita von onride?" an. Dieter, ein stiller Mitleser unserer Lieblingsinternetachterbahnplattform, hat uns erkannt. So vergeht die verbliebene Zeit bis zum Abflug natürlich noch schneller und ehe wir uns versehen, sind wir auch schon wieder in Deutschland.


Fazit:

Zwölf Parks und sechs Kirmessen in zehn Tagen haben uns mit der daraus resultierenden Erlebnisdichte einen quasi perfekten Urlaub beschert.
Bezüglich der Sicherheitslage wird laut Auswärtigem Amt in ganz Mexiko zu erhöhter Vorsicht geraten. Wir haben uns der Thematik mit gesundem Menschenverstand genähert, Grund zur Panik bestand zu keiner Zeit. Im Gegenteil, wir haben die Mexikaner als sehr freundlich und hilfsbereit kennengelernt und mit gutem Wetter und leckerem Essen kriegt man uns sowieso immer.

Für diejenigen, die jetzt Appetit auf dieses tolle Land bekommen haben, ein kleiner Tipp: Ein Volkshochschulkursus kostet nicht viel, bringt aber unheimliche Vorteile, wenn man so eine Reise machen möchte. Ohne unsere Spanischkenntnisse wäre uns an vielerlei Stellen nicht so schnell geholfen worden und wir hätten so manche Achterbahn nicht fahren können.
Für uns steht fest, wenn wir mal wieder einigermaßen in der Gegend sind, werden wir Mexiko einen erneuten Besuch abstatten. Es hat uns dort richtig gut gefallen!

Dankeschön ...

  • Thomas E.! Ohne dich hätten wir von den meisten Kirmessen keine Kenntnis gehabt.
  • José D.! Ohne dich hätten sicherlich nicht so einfach einen guten und zuverlässigen Fahrer für Monterrey gefunden.
  • Richard B.! Deine Berichte waren eine große Inspiration für diese Tour.
  • Onrider! Ihr unterstützt onride finanziell und/oder mit euren Berichten und Postings. Ihr sorgt dafür, dass onride lebt und wir deshalb unsere Berichte hier veröffentlichen können.
Tupaii
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Mitglied Fabian
Hamburg
Deutschland . HH
 
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Link zum Beitrag #1009194 Verfasst am Sonntag, 02. Dezember 2018 18:15 Relax
Klasse, klasse, klasse! Zugegeben: ich habe den Text nur überflogen bisher (Schreibe gerade an meiner Masterthesis...), aber da habt ihr ja echt ein paar tolle Bahnen erlebt!

Schade, dass ihr in Washington so ein Pech mit dem Wetter hattet. Ich mag die Gegend! Der kleine Park in Federal Way hatte wahrscheinlich noch geschlossen?
Bends
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Aufsteiger

Deutschland . NW
 
Avatar von Bends
Link zum Beitrag #1009201 Smartphone verfasst am Montag, 03. Dezember 2018 10:03 Relax
Toller Bericht. Ich musste ihn auf Wiedervorlage für heute setzen, weil man eure Tagebücher nicht einfach nebenbei lesen kann (und vor allem lesen sollte!), umso mehr freue ich mich ihn komplett gelesen und genossen zu haben.
mülla
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Mitglied Simon

Deutschland . HE
 
Avatar von mülla
Link zum Beitrag #1009216 Verfasst am Montag, 03. Dezember 2018 19:56 Relax
Heftig. Hatte mich kürzlich auch mal virtuell in Mexico umgeschaut. 3-4 der von euch besuchten Parks würden mich tatsächlich interessieren S
Danke dass ihr den Rest besucht habt, damit ich es nicht mehr muss S Euer Urteil über Medusa muss ich aber erstmal selbst prüfen, um es zu glauben.
Es war wie immer eine Freude, euren Bericht zu lesen.
Koelle
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Aufsteiger

Deutschland . TH
 
Avatar von Koelle
Link zum Beitrag #1009218 Smartphone verfasst am Montag, 03. Dezember 2018 20:18 Relax
Danke ihr beiden für dieses wiedermal geniale Tagebuch.
Mexiko wäre auch so ein Land was mich sehr reizen würde, aber ohne spanisch Kenntnisse und ohne Begleitung doch etwas schwierig zu bereisen.

Das war die perfekte Lektüre um sich die Zeit am Flughafen zu vertreiben und noch ein bisschen weiter in die Ferne zu schweifen😁.

Gern öfter mehr davon👍.
mceck
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Aufsteiger Nico

Deutschland . HH
 
Avatar von mceck
Link zum Beitrag #1009220 Verfasst am Montag, 03. Dezember 2018 21:13 Relax
Mal wieder vielen Dank für einen genialen Bericht. Leider bin ich dadurch gestern Abend "zu spät" ins Bett gekommen. S
Vor über 20 Jahren hätte ich La Feria Chapultepec Magico besuchen können. Meine Eltern wollten nebenan in ein Museum, aber alleine hab ich mich damals (so ganz ohne Spanischkenntnisse) nicht getraut, reinzugehen.
Damals war ich halt einfach noch nicht Fan genug, heutzutage würde mir sowas nicht mehr passieren...
the turbine
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Moderator Bruno Baumeister
Aachen
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Link zum Beitrag #1009227 Verfasst am Dienstag, 04. Dezember 2018 20:44 Relax
Tupaii ... Der kleine Park in Federal Way hatte wahrscheinlich noch geschlossen?

Unser Zeitfenster in Seattle war zu klein, als dass wir noch was anderes hätten machen können und wollen. Aber eines Tages werden wir auch mal wieder in die USA reisen und dann ist die Gegend auch eins unserer Ziele.
Tupaii
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Mitglied Fabian
Hamburg
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Avatar von Tupaii
Link zum Beitrag #1009228 Verfasst am Dienstag, 04. Dezember 2018 21:33 Relax
Klingt gut, die Gegend an sich ist toll -ich war für fast 2 Monate da! Wale gucken lohnt sich definitiv und bis Vancouver ist es auch nicht weit! Der Woody im PNE Playland ist auch spaßig, genauso wie der in Federal Way (an dem ihr evt sogar direkt vorbei gefahren seid!).
nuebelstar
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Aufsteiger

Deutschland . BW
 
Avatar von nuebelstar
Link zum Beitrag #1009232 Verfasst am Mittwoch, 05. Dezember 2018 04:20 Relax
Toller Bericht.

Zitat Überall in diesem Land hängen zusammengebundene Schuhe über Stromleitungen. Während wir anfangs noch darüber philosophiert haben, was es damit auf sich haben könnte, müssen wir jetzt konstatieren: Wir wissen es nicht, haben keine Ahnung, keinen blassen Dunst, sind völlig planlos. Der Interpretationsspielraum ist einfach zu groß.

Es gibt hier in Mexiko ein Sprichwort, die Schuhe aufzuhängen, wenn man stirbt. Daher gibt es in Ländlichen Regionen den Brauch, die Schuhe über Stromleitungen zu hängen, wenn jemand verstorben ist,.

Nur bei Medusa Steel Coaster geh ich nicht ganz mit, gerade vorne drückt die Bahn einen immer wieder in die Bügel, ist für meine Begriffe eine Spaßmaschine. Allerdings habe ich keinerlei RMC Vergleichsbahnen. Superman kann ich dagegen nicht so viel abgewinnen.

Und in Mexiko Stadt fahren sie wie die Gestörten, die Kommentare habe mich dazu sehr überrascht S

Über die Feria in Aguascalientes hab ich schon so viel gutes gehört, aber es noch nicht geschafft, sie zu besuchen - tolle Eindrücke!

Falls jemand vor hat Mexiko Stadt zu besuchen, kann ich gerne ein paar tole Restaurants empfehlen und evtl auch dazukommen.

Inzwischen gibt es in Mexiko Stadt auch einen 3. Park - [url="https://www.kataplum.com.mx/"]Kataplum[/url], auf dem Dach einer großen Shopping Mall.
- Berichte aus den USA und Mexico
JPeschel
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Mitglied

Deutschland . BY
 
Link zum Beitrag #1009234 Verfasst am Mittwoch, 05. Dezember 2018 12:34 Relax
Vielen Dank für den wie immer toll geschriebenen Bericht! Aber wenn man "Notizblocktagebuch" in der Beitragsübersicht liest, dann weiß man ja schon, was einen erwartet...

Ich muss aber gestehen, dass bei mir zum ersten Mal nicht das "Die Tour will ich auch mal machen!"-Gefühl aufgekommen ist. Die Exoten sind natürlich immer ein guter Grund, aber der (Kirmes-)Kleinkram lockt mich nicht so.

Jochen
king of kings
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Onrider

Deutschland . NW
 
Avatar von king of kings
Link zum Beitrag #1009246 Verfasst am Mittwoch, 05. Dezember 2018 23:19 Relax
Ein ähnliches Gefühl hatte ich auch:

Wie immer ein klasse Bericht mit herrlichen Anekdoten zu Unbekanntem und Aufregendem, exotischen Ländern, den Menschen dort, Parks und Bahnen, mit Tipps und Tricks zu Fahrerei und Essen. Da stören eigentlich nur die ganzen Wacky Worms S
Es gibt immer einen Grund sich zu freuen.
... warum eigentlich nur einen?
First Public Rider on Raik - 29/06/2016
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