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Ai Pioppi in Italien
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IT16 II: Osteria ai Pioppi 17.7.16
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martinspies
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Leiter Martin Spies
Nackenheim
Deutschland . RP
 
Avatar von martinspies
Link zum Beitrag #1026279 Verfasst am Montag, 25. Mai 2020 11:31
1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.05.2020 11:32
Themenersteller
1 gefällt das Relax
Direkt die zweite Station sollte das Highlight der ganzen Tour sein. Das war auch der Grund, warum ich überhaupt unbedingt die Nacht von Samstag auf Sonntag durchfahren wollte nach Italien. Denn in diesem außergewöhnlichen Park hat man höchstens Sonntags Nachmittags bei gutem Wetter die Möglichkeit Achterbahn zu fahren…

Auch wenn das für mich der Top-Park war, sollte man jetzt keine perfekten Thematisierungen, Hightech-Attraktionen, perfekte Parkanlagen oder höher, schneller, weiter erwarten… Das Gegenteil ist, zumindest für mich, sogar noch viel faszinierender. Erst recht, wenn man in Europa wohl nirgendwo etwas Vergleichbares findet…
Dieser Park ist nämlich vollständig selfmade. Einfach mit Schweißgerät, Metallschrott und und Schreubendreher was in den Wald gezimmert. Entsprechend kostet das auch keinen Eintritt, vielmehr ist das daas Hobby eines Imbissbetreibers.

Direkt am Parkplatz fällt die erste Achterbahn ins Auge, allerdings die, die seit etwa 5 Jahren noch nicht fertig ist. Gegenüber den Bildern auf RCDB gibt es aber schon Fortschritte zu sehen. Catapulta ist dem Namen entsprechend eine Katapultachterbahn. Die Beschleunigungsstrecke:


Station und Gewichtsturm für den Antrieb:


Der Wagen hat inzwischen Sitze und Bügel:


Das Gewicht wird wohl per Elektromotor angehoben und beschleunigt dann beim Fallen den Wagen:


Das Gewicht landet dann auf den Federn:


Überall auf dem Gelände verteilt gibt es Spielgeräte und kuriose Fahrgeschäfte. Nahezu alles Manuellangetrieben:




























Da kommt die erste fahrbare Achterbahn, auch diese ein Shuttle-Coaster:


Das ist der Wagen dazu:


Diesen muss man zunächst zum Start hochschieben:


Dann Platz nehmen, Bügel schließen und per Griff die Arretierung lösen und ab geht die Fahrt den Hügel hinunter…


… durch die Station und über den Hügel…


…und dann gegenüber den Turm hinauf. Anschließend das ganze natürlich retour:


Dieses Video wird direkt von youtube.com abgespielt. onride.de übernimmt keine Haftung für die dargestellten Inhalte.


Diese Bahn wird vollständig durch die Benutzer bedient und ist rein mechanisch. Möglicherweise ist diese daher immer in Betrieb, jedenfalls lief diese bereits bei meiner Ankunft, während die anderen Personalbetreut sind und erst Nachmittags geöffnet haben.

Die nächste Achterbahn ist eine Doppelanlage, die auch erst Nachmittags in Betrieb genommen wurde:


Die beiden Wagen fassen jeweils maximal 2 Erwachsene und zusätzlich bis zu 2 Kinder. Noch sind sie in der Station festgesetzt, weil die Bahn noch nicht in Betrieb ist:


Zunächst muss man von Hand die Wagen rückwärts die Strecke hinauf schieben:




Oben rasten die Wagen dann ein und man kann einsteigen:


Dann wird die Handbremse gelöst und der Wagen rollt los, durch die Station hindurch und direkt dahinter den steilen Gegenanstieg hinauf. Anschließend pendelt der Wagen in der Station aus:


Diese beiden Bahnen waren von Personal beaufsichtigt und sind erst Nachmittags in Betrieb gegangen. Direkt hat sich eine riesige Warteschlange gebildet mit Wartezeiten von etwa einer Dreiviertelstunde. Leider hat in der Zwischenzeit mein Akku schlapp gemacht, deshalb gibt es keine Fotos und Videos in Betrieb.

Weiter durch den „Park“:


Riesenrutsche selfmade…


… und das ist das zugehörige Treppenhaus (oder Leiternhaus?):


Wird schon halten…


Die letzte noch fehlende Achterbahn soll eigentlich Sonntagsnachmittags bei gutem Wetter ebenfalls in Betrieb sein, blieb an dem Tag aber leider geschlossen.






Der Wagen dieses Shuttle-Coasters wird elektrisch diesen Hügel hinaufgezogen:


Die Seilwinde dazu:


Dann klinkt der Wagen aus, rast den Hügel hinunter und den Gegenturm nahezu senkrecht empor:


Wäre ich sehr gerne gefahren. Ein weiterer Grund unbedingt noch einmal hier hin zu fahren…

Noch ein paar weitere Eindrücke:












Wie schon erwähnt ist das eigentliche Geschäft des Besitzers die Osteria, ein riesiger Imbiss in seinem Wäldchen. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, hier auch etwas zu kaufen, wenn die Attraktionen schon frei sind. Allerdings war ich nun schon länger hier als eingeplant und es war immer noch mega voll und auch am Imbiss eine unendliche Schlange durch den halben Wald…


So habe ich dann leider darauf verzichtet. Aber bis zum nächsten mal kann ich mir schon mal die Spiesekarte übersetzen:


Super-geiler Park! Absolut skuril und überraschend, dass es so etwas in Europa noch gibt. Wobei ich im Hinterkopf habe, dass in irgendeiner Reportage mal erwähnt wurde, dass die Geräte wohl sogar TÜV-geprüft sind. Wenn sich nur irgendwie entfernt mal wieder die Gelegenheit bietet, muss ich unbedingt noch mal hin!
coasterfreak
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Aufsteiger Robert

Deutschland . NW
 
Avatar von coasterfreak
Dabei!
Link zum Beitrag #1026284 Verfasst am Montag, 25. Mai 2020 15:17 Relax
Endlich gibts dazu mal einen Bericht. Vielen Dank.
Diese Einrichtung steht schon seit Jahren auf meiner Bucket List und wird bei meiner nächsten Italien Reise mit eingeplant.
Der Sinn des Lebens?
Der liegt irgendwo zwischen Lifthill und Schlussbremse.
king of kings
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Onrider

Deutschland . NW
 
Avatar von king of kings
Link zum Beitrag #1026311 Verfasst am Montag, 25. Mai 2020 23:13 Relax
Leev Martin, was da noch für Schätze auf deiner Kamera zutage kommen S

Auch hierfür danke!

Und wie das mit dem TÜV aussieht, weiß vielleicht FMF1980 Smilie :928: - Maliboy - 133524 Zugriffe Smilie :923: - speedfreak - 35101 Zugriffe
Es gibt immer einen Grund sich zu freuen.
... warum eigentlich nur einen?
First Public Rider on Raik - 29/06/2016
JPeschel
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Mitglied

Deutschland . BY
 
Link zum Beitrag #1026334 Verfasst am Dienstag, 26. Mai 2020 12:35 1 gefällt das Relax
Stand 2015 gab es jedes Jahr eine Inspektion durch einen unabhängigen Ingenieur.

Mal ein paar Zitate aus dem Bericht, den ich 2015 für die KPR geschrieben habe:

"Im Jahr 1969 hat sich Bruno Ferrin, Jahrgang 1937, einen Traum erfüllt und neben seinem Beruf als Ausfahrer für Hefe eine kleine Osteria eröffnet - ein Lokal, in dem Wein und kleine Speisen angeboten werden. Die damals auf dem Grundstück vorherrschenden Pappeln waren Namensgeber für "Ai Pioppi". Damals besorgte er einfach etwas Wein und Würstchen, die an den Bäumen hängend darauf warteten, für Gäste gegrillt zu werden. Als er vier Haken benötigte, ging er zu einem Schmied, der sich damit jedoch nicht abgeben wollte. Er sagte, Bruno solle sie selber herstellen wenn er denn könne, und zeigte auf das Schweißgerät.

Das funktionierte mehr schlecht als recht, aber die Initialzündung war da und Bruno lernte zu schweißen. Vier Jahre später begann er dann mit dem Aufbau eines Spielplatzes mit selbstgebauten Attraktionen, denn die Arbeit mit Stahl war zu seiner zweite große Leidenschaft geworden. Er begann mit einigen kleineren Spielgeräten und der hohen Einzelrutsche."

"Den Anfang machte 1995 der Bob. Das ist eine zweispurige Anlage, links mit einem roten und rechts mit einem gelben Wagen für bis zu zwei Erwachsene und zwei Kinder. Den Eingang zu jeder Seite markiert eine Konstruktion aus zwei gekoppelten Toren. Das innere Tor lässt sich nur öffnen, wenn die Personen im Zwischenbereich mindestens 50 Kilogramm wiegen.

Dies ist notwendig, weil der Bob, wie fast alle Geräte, manuell betätigt wird. Der Wagen muss rückwärts emporgeschoben werden, was gar nicht so einfach ist, besonders wenn der Boden etwas feucht ist. Oben angekommen hakt er ein, sodass man gefahrlos einsteigen kann."

"Das Highlight ist seit 2010 das Pendolo, die einzige motorisch betriebene Attraktion. Dies ist auch nötig, denn das Fahrzeug wiegt 700 Kilogramm und fasst bis zu sechs Fahrgäste, jeweils drei Rücken an Rücken. Es hakt in einen Mitnehmer ein, der es die 35 Grad steile Rampe auf eine Höhe von 30 Metern bringt. Dort wird die Verbindung mechanisch gelöst und der Wagen rast hinab. Im Tal werden zwar nicht die vom Konstrukteur angegeben 100 Stundenkilometer erreicht, aber ca. 70 werden es schon sein - der dadurch erzeugte Anpressdruck lässt den Wagen leicht vibrieren. Jetzt geht es senkrecht die Gegenrampe hinauf und der Wagen pendelt aus, unterstützt von einer per Hebel bedienten Skid Brake.

Das Pendolo ist nicht nur die einzige Attraktion mit Antrieb, sondern auch die einzige mit Bediener. Der schließt die Bügel, bedient die Elektrik und betätigt die Bremse. Auf Knopfdruck zieht ein motorangetriebenes Seil den Mitnehmer samt Wagen empor - ohne jegliche Sensorik. Ein zweiter Knopf bringt den Mitnehmer wieder in die Station. Da es auch dort keinen Sensor gibt, endet der Mitnehmer je nach Beschaffenheit des Seils mal hier und mal da - zur Not schiebt der Bediener den Wagen halt ein Stückchen. Die Bügelüberwachung erfolgt auch überwiegend mechanisch - an dem Stellhebel für die Bügelverriegelung ist ein Stab, der einen Not-Aus-Schalter betätigt, wenn die Bügel nicht gesichert sind. Aufgrund der Zykluszeit von 4 Minuten kommt das Pendolo auf eine Kapazität von 90 Personen pro Stunde, was schnell zu längeren Wartezeiten führt."

Jochen
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