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Ein Bahnsinniger Hals-über-Kopf in Tripsdrill
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Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

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Link zum Beitrag #1027430 Verfasst am Freitag, 26. Juni 2020 04:34
1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.2020 04:53
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Teil 1: Bericht von der Pressekonferenz
Teil 2: Fahrtbeschreibung der beiden Achterbahnen mit Anmerkungen



Weiß-blauer Himmel, herrlicher Sonnenschein und ...


... schwarz-weiße Störche überblicken die Presseöffnung der beiden neuen Achterbahnen - dem bislang größtem Einzelprojekt in der über 90-jährigen Geschichte des Erlebnisparks.


Nach fast genau einem Jahr der Bauzeit und weiteren fünf Jahren der Planungs- und Entwicklungszeit werden am 26.06.2020 die Familienachterbahn "Volldampf" und die Hängeachterbahn "Hals-über-Kopf" eröffnen.


Begrüßt wurden die Pressevertreter von Pressesprecher Herrn Birger Meierjohann.



Mit Vorfreude in der Stimme und sich über das, wie bei jeder von ihm begleiteten Eröffnung, tolle Wetter amüsierend übernahm anschließend der Bürgermeister von Cleebronn, Herr Thomas Vogl, das Wort.


Er lobte die vorbildliche Planungsarbeit des Parks, die ein Einschreiten des Gemeinderates nichtig machte. Besonders stellte er dabei in den Vordergrund, dass der Park zum ersten Mal die traditionellen Parkgrenzen in Richtung Süden verlassen hat und aufgrund der Größe und Platzierung des Projekts einen umfassenden Bebauungsplan benötigte. Dieser ist - Fluch und Segen zu gleich - aufgrund zahlreicher Schutzgebiete äußerst komplex. So müssen auf Natura 2000-, Wasser- und Vogelschutzgebiete achtgegeben werden. Dies bietet dann aber auch die Möglichkeit solche Projekte in einer besonderen Umgebung zu bauen. Daher betonte Herr Vogl, wie gut die Anlage in die Umgebung und in die Natur passt und behutsam in die vorhandene Vegetation integriert wurde.

Zum Schluss prägte er als Eisenbahnfreund und Hobbyeisenbahner den Begriff "Bahnsinniger", weshalb er sehr über die Thematisierung von Volldampf zum Thema "Schwäbische Eisenbahn" erfreut ist und sich auch über eine Reaktivierung der Zabergäubahn freuen würde.


Mit Erfolgswünschen und einem "allzeit gute Fahrt" übergab er das Mikrofon an Herrn Benjamin Fischer von der Geschäftsführung.


Erst mit 55 Tagen Verspätung durch die Corona-Maßnahmen konnte Tripsdrill wieder für seine Gäste öffnen. Dabei zeigte sich jedoch die Stärke des Familienunternehmens der Familie Fischer, in dem alle an einem Strang ziehen sowie schnell und flexibel Entscheidungen getroffen werden, wodurch auch diese Phase bewältigt werden konnte.


Und dadurch auch die beiden Achterbahnen in Betrieb genommen werden.


Schon nach der Eröffnung der Karacho im Jahr 2013 reiften die Pläne für das nächste Großprojekt. Nach dem Zusammenkommen mit einigen Achterbahnfirmen und dem Besuch anderer Parks weltweit stand bald der Entschluss fest: Eine Doppelanlage, deren Verläufe sich mehrfach kreuzen.

Zunächst stellte er die Größe dieses Projekts vor: 1,3 ha, 229 Betonfundamente, die die Konstruktion halten und 7400 m³ Erde wurde ausgehoben (fast genau der Inhalt von drei olympischen Schwimmbecken).


Weiterhin werden über 4000 Bäume und Sträucher gepflanzt, die nach 2-3 Vegetationsperioden auch den etwas südlicheren Parkbereich naturnah erscheinen lassen werden.


Die größere der beiden Achterbahnen ist nach der Geschichte der sieben Schwaben thematisiert.


Diese waghalsigen Draufgänger stürzten sich Hals-über-Kopf mit einer Lanze und Rucksäcken voller Reiseproviant bewaffnet ins Abenteuer. Auch zu finden an den schicken Zügen.


Mit dem Ziel ein Furcht erregendes Ungeheuer am Bodensee zu vertreiben, stellte sich dieses jedoch als Hase heraus. Das als historisches Wirtshaus thematisierte Stationsgebäude wird im Frühjahr 2021 fertiggestellt werden, da eine sorgfältige Thematisierung im Stile Tripsdrills ausreichend Zeit benötigt. Mitfahren können Gäste ab einer Körpergröße von 1,20 Metern und einem Alter von 6 Jahren, wodurch Hals-über-Kopf zur Überkopf-Achterbahn mit der niedrigsten Altersfreigabe in Deutschland wird.


Für noch kleinere Gäste bietet Volldampf einen Fahrspaß für die ganze Familie ab 4 Jahren und 95 Zentimetern Körpergröße.



Die Gestaltung orientiert sich dabei an dem bekannten Volkslied "Auf de schwäbsche Eisenbahne", weshalb der Frontwagen eine altehrwürdige Dampflok darstellt.



Jeder Waggon wird dabei von einem Wappen der Städte und Gemeinden geziert, die im Lied besungen werden: Stuttgart, Ulm, Biberach, Meckenbeuren und Durlesbach.



Hier wird die Strecke fiktiv über Ludwigsburg, Bietigheim, Kirchheim und Cleebronn bis nach Tripsdrill weitergeführt.


Weiterhin wird im Text ein "Bäuerle" erwähnt, der sein "Böckle" an den letzten Waggon bindet. An der Endstation findet der Bauer jedoch nur noch den abgerissenen Kopf am Seil baumelnd vor. Passend zur Familienachterbahn wurde daher auch dieser Part des Liedes etwas umgestaltet und familienfreundlich arrangiert:


Nun klammert sich der angebundene Ziegenbock an den letzten Wagen und begleitet so die eingestiegenen Familien auf ihrer turbulenten Reise.


Weiterhin dankte Herr Fischer den beim Bau beteiligten Firmen:

Zuallererst der niederländischen Achterbahnherstellerfirma Vekoma, von der Stefan Holtman angereist ist. Erwähnenswert ist hierbei auch der Senior Concept Engineer Benjamin Bloemendaal, der zusammen mit seinem Team das innovative Layout der Achterbahnen erstellt und berechnet hat. Ebenso wichtig und für die Tripsdrill-typische Thematisierung und das Design der Achterbahn zuständig, sind die Firma Imaginvest um Herrn Emmanuel Mongon aus Paris für Volldampf und das Kreativteam des Erlebnispark Tripsdrill rund um das Spiegeltor - ThemePark Studio-Team von Daniel Göttler für Hals-über-Kopf.

Weitere beteiligte Firmen sind die Firma RCS, die für den Aufbau der Schienen verantwortlich war, das Bauunternehmen Wildermuth, das Ingenieurbüro Rainer Klein, das die Statik berechnet hat und weiterhin das Ingenieurbüro Dietz, das auch nach 30 jähriger Zusammenarbeit mit dem Park für die Bauplanung, Bauleitung und die Vermessung zuständig war.

Zum Ende der Pressekonferenz übergab Benjamin Fischer das Wort an den angereisten Sales Manager der Firma Vekoma aus Vlodrop, Stefan Holtman, der die Familie Fischer bereits seit 1999 kennt und mit ihnen regelmäßig neue Ideen besprochen hat.


Auch für Vekoma ist die Doppelanlage ein ganz besonderes Projekt.


So stellen Hals-über-Kopf und Volldampf nicht nur die erste Doppelanlage mit unterschiedlichen Achterbahnen und unterschiedlichen Zielgruppen dar, vielmehr handelt es sich bei Hals-über-Kopf auch um den Prototyp einer Weiterentwicklung des Suspended Family Coasters. Bei diesem waren jedoch keine Überschläge möglich, weswegen eine Weiterentwicklung notwendig wurde. Im Unterschied zu den bisherigen Suspended Looping Coasters (SLC), können nun jedoch die Sitze ein wenig zur Seite schwenken, wie dies auch schon bei den Suspended Family Coaster der Fall ist. Dadurch ergibt sich das Gefühl sanft unter der Schiene zu schweben. Weiterhin wurden neue ergonomische Sitze konstruiert, in denen die Fahrgäste nur durch Schoßbügel gehalten werden. Weiterhin sitzen die Fahrgäste etwa ein Meter auseinander, wodurch sich ein nie dagewesenes Fahrgefühl ergibt.


Nach einem Countdown und untermalt von "Auf de Schwäbsche Eisenbahne" erfolgten dann die ersten offiziellen Fahrten der beiden Achterbahnen.



Im Anschluss nahm die Familie Fischer im Zug der Volldampf Platz und ...



... unternahm gemeinsam mit weiteren Familienmitgliedern, Herrn Holtman und einem sichtlich gut gelauntem Herrn Jakob Wahl von der IAAPA eine erlebnisreiche Fahrt.



Natürlich stattete die Familie auch der Hals-über-Kopf einen Besuch ab und überließ anschließend den angereisten Pressevertretern die beiden Bahnen zum ausgiebigen Testen.


Ohne fahrerische Überraschungen vorwegzunehmen (die gibt es in Teil 2) hier meine Meinung zum neuen Meilenstein:
Vekoma bleibt seiner Linie treu und hat zwei Top-Achterbahnen im Schwabenländle platziert. Wie von Herrn Holtman prophezeit fährt sich nicht nur der Family Boomerang sehr gut und mit überraschenden Kräften, sondern auch die Fahrt mit Hals-über-Kopf gleicht einem Schweben, wie es die Experten von artverwandten Bahnen wie Orkanen oder Kvasten kennen. Vor allem im Vergleich zu anderen Invertern glänzt der Prototyp des Suspended Thrill Coasters mit einem nie dagewesenen Fahrgefühl der Körperfreiheit, der Aussicht in den hinteren Reihen und überraschenden Fahrfiguren, wie sie in dieser Form noch nicht bei Invertern zu finden waren. Eingeklemmte Oberarme und Oberkörper, Körperkontakt zum Nachbarsitz und nur stark eingeschränkte Sicht in den hinteren Reihen waren einmal. Die Thematisierung von Volldampf lässt die Besucher in die glorreiche Zeit der Dampfeisenbahn eintauchen. Mit wachsender Vegetation und der Fortsetzung der tollen Gestaltung der Züge von Hals-über-Kopf in der Station werden die Fahrgäste in der Zukunft sicherlich auch zu waghalsigen Draufgängern und im Wirtshaus in eine andere Zeit versetzt.

Für das Zielpublikum bieten die Anlagen einen überaus großen Fahrspaß und mit Hals-über-Kopf ab 6 Jahren auch die erste Möglichkeit eine große Achterbahn mit schwerelosen Überschlägen und etwas druckvolleren Kräften kennen und lieben zu lernen. Dadurch hat sich Tripsdrill für mich für Familien mit achterbahnliebenden Kindern zwischen 3 und 10 Jahren zu einer der, wenn nicht sogar zu der Hauptadresse in Deutschland in Sachen Freizeitparks entwickelt. Doch auch für Erwachsene bieten die Anlagen mit ihrem Duellingeffekt und den abwechslungsreichen Fahrelementen einen großen Fahrspaß, der die Fahrwilligen schnell zurück in die Wartebereiche bringen oder alternativ zu einem Wiederholungsbesuch animieren wird.

Daher kann ich dem Park zu zwei großartigen Achterbahnen gratulieren, die ein breites Publikum ansprechen werden und wünsche Tripsdrill mit diesen Anlagen eine erfolgreiche Zukunft und das Erfüllen ihrer Träume.

Nicolas Mayer


Der Wächter des Zabergäus umrahmt von einer der Familienachterbahnen Deutschlands.
Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

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Link zum Beitrag #1027431 Verfasst am Freitag, 26. Juni 2020 04:51
Themenersteller
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Herzlich Willkommen zur genaueren Betrachtung der beiden neuen Achterbahnen.


Die Bahnhofsuhr zeigt mir ebenfalls "bahnsinnigen" Eisenbahnfreund an, dass es Zeit wird an den Bahnsteig zu kommen.



Dieser liegt inmitten einer alten Bahnhofshalle im Stile des 19. Jahrhunderts, die mit ihrem Glasdach die Wartezeit durch Blicke auf schwerelos darüber hinwegfliegende Gäste verkürzt.



Was passt da besser als auch eine passende Lokomotive als Frontwagen zu verwenden. Das treibt mir Dampflokfan ein freudiges Lachen auf die Wangen.



Platz genommen in den sehr bequemen Zügen.



Rückwärts geht es auf den 22 Meter hohen Lifthill, der knapp an einer anderen Schiene vorbeiführt und vor allem aus der letzten Reihe sehr hoch wirkt und dem ein oder anderen eine Perle Angstschweiß auf die Stirn bringt.



Mit einer für eine Familienachterbahn dieser Größe sehr ordentlichen Geschwindigkeit von 60 km/h schießt der 13,6 Meter lange Zug durch die Station.



Bei der Geschwindigkeit und der Form des ersten leicht nach außen geneigten Hügelchens wundert es dann nicht, dass auch die Pressekollegen von NRJ überrascht lachen müssen.



Vor allem auf einem der linken Plätze aufgrund des folgenden Umschwungs nach links ein toller Auftakt.



Unter dem First Drop von Hals-über-Kopf hindurch führt die Strecke ...



... zum Camelback, der einen in den hinteren Reihen nett aus den Sitzen hebt.



Es schließt sich ein weiterer Camelback an, der dieses Mal jedoch getwisted ausgeführt wurde ...



... und hinten wieder für einen netten Magenheber sorgt.



Mit der passenden Vegetation wird das eine richtig fotogene Bahn! Nach dem Knipsen der Fahrtfotos erfolgt anschließend eine scharfe Kurve nach rechts, die ...



... in das baldige Wirtshaus führt. Bei meiner ersten Fahrt war ich äußerst überrascht und musste freudig lachen, denn ...



... der abschließende "Curved Stall" ...



... führt direkt über die Station von Hals-über-Kopf.



So können die Fahrgäste kurz dem darunter stattfindenden Trubel beiwohnen und den dortigen Menschen zuwinken (und natürlich auch umgekehrt).



Anschließend kommt der niedliche Ziegenbock so richtig zur Geltung und macht seinem Gesichtsausdruck alle Ehre.


Auf dem Rückweg kann es dann zu einer tollen Begegnung der beiden Achterbahnen kommen, auf die ich später eingehen werde. Bei der Rückwärtsfahrt dieser insgesamt 500 Meter langen Strecke fehlt aufgrund der nur halb beladenen Züge hinsichtlich der aktuellen Pandemielage ein wenig die Geschwindigkeit, um die Wirkung der Vorwärtsfahrt zu erreichen. Dies könnte aber auch von Vorteil für jene Fahrgäste sein, die eine Rückwärtsfahrt mit den bei der Vorwärtsfahrt wirkenden Kräften nicht vertragen würden und so zu Wiederholungsfahrten animiert werden. Dieser Drang nach Wiederholungsfahrten wird mit dem Abschluss der Thematisierungsarbeiten an der Station von Hals-über-Kopf und der wachsenden Vegetation sicherlich noch weiter verstärkt werden. Die Bahn selbst stellt eine überaus tolle Familienachterbahn dar, die für ihr junges Zielpublikum auch wirklich den Namen "Achterbahn" verdient hat.


Den Curved Stall über der Station der großen Schwesterbahn schon angesprochen, dreht es sich nun um Hals-über-Kopf.


Noch steht die Attraktion inmitten des Rohbaus. Im nächsten Jahr wird diese aber sicherlich tripsdrilltypisch erstrahlen ...


... und die Thematisierung des wunderschön mit Holzoptik gestalteten und super bequemen Zugs fortführen.



Der für einen Inverter mit Überschlägen neue Schwenk-Mechanismus.


Nach dem Schließen des schulterbügellosen Rückhaltesystems, das den Sitzen in Sachen Komfort in nichts nachsteht, und dem Schließen des Sicherheitsgurtes, ...


... macht sich der 15,6 Meter lange Zug auf den Weg zum knapp 30 Meter hohen Lift.



Und jedes Mal war ich überrascht, wie schnell er diese Strecke zurückgelegt hat. Schienen, über Schienen, über Schienen, neben Schienen.



Wenn gerade die Dampfeisenbahn vorbeifährt, gibt es einen tollen Duelling-Effekt.



Die erste Reihe besticht natürlich durch ihre grandiose Beinfreiheit. Die erste Abfahrt war jedoch auf einem anderen Platz eine ganz große Überraschung.



Denn in Erwartung eines für Inverter sonst üblichen First Drops wurde ich hier leicht in den Bügel gezogen. Ein grandioser Auftakt!



Und mit knapp 80 km/h schließt sich direkt darauf das nächste Highlight über der Station von Volldampf an.



Mein Lieblingsfahrelement: Die Zero-G-Rolle. Was war das für ein Erlebnis bei der ersten Fahrt eine solche mit der noch nie dagewesenen Körperfreiheit zu fahren und das langsam einsetzende Schweben im Sitz zu spüren.



Vor allem auf den linken Plätzen, wenn der Bügel ganz gemütlich die Reise sanft am Oberschenkel anschmiegend dirigiert.



Besonders toll finde ich dies dabei in der letzten Reihe, da die Drehung durch die einsetzende Abfahrt immer schneller wird. Ein Effekt, den ich auch schon auf Kumali toll fand, nun gesteigert durch das neue Rückhaltesystem.


Was ich besonders an solchen Inversionen liebe ist, wenn die Drehung in den folgenden Streckenverlauf unmittelbar übergeht und dadurch die Drehung verlängert wird.


Genau das findet hier zur Auffahrt in den Immelmann statt. Wobei ich diesen eher als einen Jr. Immelmann bezeichnen würde.



Was dem Fahrspaß auch in Verbindung mit dem leichten Ruckeln an dieser Stelle jedoch überhaupt keinem Abbruch tut.



In der letzten Reihe wird der Weg zurück in die Horizontale aufgrund dem weitem Abstand von Sitz zur Schiene mit ordentlich Schwung gefahren, was rechts sitzend einen weiteren kurzen Airtime-Hüpfer bietet.



Anschließend führt die Strecke am See vor der Altweibermühle, dem Donnerbalken und den bestehenden Bäumen herum vorbei.


Nun folgt zum ersten Mal ein Streckenabschnitt mit Fahrerlebnissen, die ich in dieser Form noch nicht bei einem Inverter kennenlernen durfte und daher eine große Überraschung waren.


Es schließt sich eine Abfolge von Airtime Hügeln an, die allesamt für einen kurzen Moment Floating Airtime präsentieren.



Nach dem ersten Airtime-Hügel folgt eine Linkskurve, ...



... die hinauf zum ebenfalls Floater bepackten Twisted Airtime-Hügel führt.



Die Kombination von wechselnder Querneigung mit plötzlich absackendem Sitz ist erneut äußerst spaßig.



Und spaßig geht es mit der sich fortsetzenden Drehung weiter.



Nach den Airtime-Momenten heißt es nun wieder der Schwerelosigkeit frönen.



Erneut macht es mir hier für mich in den hinteren Reihen am meisten Spaß. Der Zug dreht sich langsam über Kopf, die Schwerelosigkeit setzt ein und die Drehung nimmt ab der Überkopf-Position rasant zu.



Aufgrund der Drehung im Uhrzeigersinn ist für diese Rolle natürlich der rechte Platz der Place to be.



Nach Schwerelosigkeit und negativen G-Kräften fehlen für die Vollendung noch positive Kräfte, die in der folgenden Helix geboten werden.



An dieser Helix gefällt mir erneut besonders, dass die Drehung aus der Rolle hinaus in die Helix hinein fortgesetzt wird. Hierbei einen Gruß an die Freunde von phantagraphy, die mir dieses großartige Bild zur Verfügung gestellt haben!



Und hier werden die Mitfahrer mit knapp 3G ordentlich in die Sitze gedrückt.



Damit wieder genügend Blut ins Gehirn kommt (wir sprechen hier immerhin von einer Familienachterbahn ab 6 Jahren und keiner Highthrill-Licht-aus-Knipser-Achterbahn) ...



... folgt erstmal wieder ein schöner schnell durchfahrener Bunny-Hop, ...



... der die Hände wieder vom Bügel hebt, sofern es der Fahrgast gerne möchte.



Es folgt ein kurzer Schlenker unter Bodenniveau.



Auch den Kollegen vom ECC scheints zu gefallen!



Das nächste Element liegt unmittelbar neben der Station und dem Eingang zur Bahn und ist unglaublich fotogen.



Dieser Overbanked-Turn erreicht etwa die gleiche Querneigung wie der Immelmann.



Und auch hier findet der Umschwung zurück in die Horizontale mit einer ordentlichen Geschwindigkeit statt. Und besonders erfreut bin ich erneut darüber, dass die Drehung in die folgende Kurve fortgesetzt wird.



Der Umschwung findet dann wieder mit einem kurzen Airtime-Hüpfer statt.


Direkt neben der Strecke ist jedoch die rote Schiene von Volldampf zu erkennen. An dieser Stelle kann es zu einem Racing-Effekt kommen, wenn Volldampf gerade auf dem Rückweg ist. Ich hatte dieses Glück leider nur ein einziges Mal in Volldampf sitzend, als auf einmal der Hals-über-Kopf-Zug aus dem Overbanked-Turn herauskommend neben mir auftauchte. Mit gleicher Geschwindigkeit fuhren wir so die Strecke bis zum folgenden Element in nur wenigen Metern Entfernung nebeneinander her und konnte mich dabei genüsslich amüsiert mit den Fahrgästen von Hals-über-Kopf kurz unterhalten, bis diese unter mir abtauchten. Dies war bislang, aufgrund der inversen Fahrtrichtungen, wodurch ich den anderen Mitfahrern ins Gesicht schauen konnte, die schönste Interaktion zweier Züge, die ich bislang miterleben durfte. Ich drücke jedem die Daumen, dass er oder sie auch dieses Erlebnis machen darf.


Auf diesem Bild ist die nebeneinander liegende Fahrtstrecke und der Bereich gut zu sehen, wo Hals-über-Kopf aufgrund der Querneigung Volldampf besonders nah kommt, ...



... bis der Hals-über-Kopf-Zug im sogenannten Canyon Dive abtaucht.



Dort unten gibt es dann erneut reichlich positive G's zu spüren. Und zum finale der Bahn folgt nun der schönste G-Kraftwechsel: ...



Von +X zu 0 G in wenigen Sekunden. Mein Highlight der Bahn.



Mit einer Linksdrehung (linker Platz!) mitten durch die Helix.



Auch hier empfehle ich wärmstens die hinteren Reihen, da auch in dieser Rolle die Drehung ab der Überkopf-Position rasant zunimmt und bis in den in der folgenden Kurve stattfindenden Umschwung anhält, während die vorderen Reihen diesen Effekt erst zu spät erreichen.



Was für eine fotogene Stelle.



Und spaßig zugleich. Auch von der anderen Himmelsrichtung.



Auch hier erneut einen großen Dank an die Leute von phantagraphy. So frei beweglich ein solch grandioses Element zu befahren. Horst Lichter würde sagen: Ein Träumchen.



Wie schon angesprochen folgt ein letzter Dive, der die Drehung etwas weiter fortsetzt, was vor allem in den hinteren Reihen besondere Wirkung zeigt.



Und mit einem Hüpfer ...



... in die äußerst sanft bremsende Schlussbremse ist die fahrerische Geschichte der Hals-über-Kopf erzählt, deren thematische Fortsetzung im kommenden Jahr folgen wird.


Ob nun vorne oder hinten und rechts oder links wird eine Geschmacksfrage sein und stellt nun eine Kritik auf sehr hohem Niveau dar. Vorne fühlt es sich fast wie Fliegen an, wenn der Zug in die Überschläge schießt und die Tränen vom Fahrtwind aus den Augen kullern. Die Ausfahrten aus den Überschlägen wirken dabei nur für meinen Geschmack von den Übergängen zwischen den Kräften her etwas unrund, während in der letzten Reihe links die gesamte Fahrt eine zusammenhängende Geschichte erzählt und jede G-Kraft in eine andere fließend übergeht. Dazu kommend auch noch die intensiveren Ausfahrten aus den Überschlägen, die allesamt in den folgenden Kurven eine Fortsetzung finden.

Wie aus den vorangegangenen Zeilen feststellbar sein dürfte: Ich mag diese Bahn, wie es die englische Übersetzung des Bahnnamens vermuten lässt. Ich finde Familienachterbahnen klasse und diese setzt mit ihrem Fahrkomfort, den Überschlägen, den kurzen Airtime-Momenten und der druckreichen Helix dem ganzen die Krone auf. Wenn nun noch die großartige Thematisierung des Zuges fortgeführt wird und sich die Natur um die Strecke herum eingelebt hat, wird diese Bahn in Verbindung mit Volldampf ein besonderes Schmuckstück darstellen.

Damit wünsche ich jedem Achterbahnfan viel Spaß beim Kennenlernen der beiden Bahnen und dem Herausfinden eines Lieblingsplatzes, sowie viel Erfolg für eine mögliche Interaktion beider Züge.


Vielen Dank fürs Lesen und zum Schluss erneut ein dickes Dankeschön an phantagraphy!
PowerNagel
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Onrider

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Link zum Beitrag #1027433 Verfasst am Freitag, 26. Juni 2020 06:45 1 gefällt das Relax
Danke, für den Bericht !
PowerNagel's und Karlita's, nächste Freizeitparkbesuche: Europa Park
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