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[Volldampf zum EP] Tag 2.4: Rulantica
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Runner
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Redakteur Dominik Leinen
Beilingen
Deutschland . RP
 
Avatar von Runner
Dabei!
Link zum Beitrag #1031104 Verfasst am Freitag, 01. Januar 2021 04:21
2 mal bearbeitet, zuletzt am 01.01.2021 04:27
Themenersteller
2 gefällt das Relax

Beim letzten Besuch 2015 ging es von der Funny-World weiter nach Frankreich, der nahegelegene Europa Park war erst bei einem gesonderten Besuch im Rahmen des Winter-Usertreffens von RCT-3.org im selben Jahr an der Reihe. Diesmal sollte die kurze Entfernung aber genutzt werden, und so ging es aus Kappel geradewegs weiter ins Nachbarörtchen Rust. Übernachtet hatte ich dort zuletzt 2012 in der Pension Schmidt, die mittlerweile Gästehaus Parkblick heißt. Aufgrund der Nähe zum Parkeingang hatte ich diese auch nun wieder auf dem Zettel gehabt, die Preise überstiegen meine Vorstellungen allerdings deutlich. Leider sind nicht alle Pensionen in Rust auf den bekannten Buchungsplattformen vertreten, was die Suche nach einem günstigen Zimmer nicht gerade erleichterte. Zumal ich möglichst nah am Park oder dem zugehörigen Wasserpark übernachten wollte, um die Parkgebühren zu sparen. Letztendlich klapperte ich bei Google-Maps die angezeigten Übernachtungsmöglichkeiten ab und suchte auf den Homepages nach den Preisen. Mit 59€ für ein Doppelzimmer samt Frühstück (plus Kurtaxe) war das M&M Gästehaus Marta Spoth eindeutig die günstigste Option. Das Zimmer war zwar nicht gerade modern und das Bad ein klein wenig eng, aber insgesamt sauber und gemütlich. Das inkludierte Frühstück war auch gut und die Besitzerin sehr freundlich. Worauf ich im Vorfeld nicht geachtet hatte: Ein hauseigenes WLan für Gäste gibt es offenbar nicht. Ist für mich aber aktuell nicht mehr so wichtig wie noch vor wenigen Jahren. Der größte Pluspunkt war aber die Nähe zu Rulantica, wo es nach kurzer Umzugspause (nachts ist es ja bekanntlich kälter als draußen) hin ging.


Einmal um die Ecke standen wir auch schon am Ortsrand von Rust und hatten das Ziel direkt vor Augen.



Leider ist die Infrastruktur nicht optimal auf Fußgänger ausgelegt. Zwar gibt es einen Weg entlang der Straße, aber offenbar nur eine einzige Unterführung unter der Zufahrtsstraße hindurch. Da wir uns aber nunmal nicht auskannten und der Verkehr auch eher überschaubar war, kürzten wir kurzerhand über den Grünstreifen und besagte Straße in Höhe der Parkplatzeinfahrt ab.


Vorbei am Hotel mit dem Restaurant Bubba Svens und auf den großen Vorplatz zwischen Hotel und Wasserparkhalle.



Auf der anderen Seite lugt ein leider unthematisiertes Technikgebäude hinter einem grünen Hügelchen hervor.



Daneben wurde direkt an der Halle des Parks noch gebaut. Das dürfte die inzwischen eröffnete Saunalandschaft Hyggedal sein.



Und dort geht es hinein in die Ende 2019 eröffnete Wasserwelt.



Das Foyer ist auf jeden Fall für größeren Andrang gewappnet.



Trotzdem ist die Kapazität des Wasserparks begrenzt, auch ohne Corona. Der Erwerb eines Online-Tickets war daher von Anfang an empfohlen, aktuell ist er Pflicht. Da wir den Tag über eh anderweitig verplant hatten, war unsere Wahl auf das Abend-Ticket ab 17 Uhr für 35,50€ (statt dem regulären Tagesticket für 38,50€) gefallen. Dazu kam ein Spind für 1€, den wir uns teilten, den Parkplatz für 7€ hatten wir uns ja wie gesagt gespart. An der Kasse wurden die Tickets eingescannt und wir erhielten jeweils ein Rula-Band. Ein RFID-Armband, welches einer kleinen Uhr ähnelt - leider ohne Zeitanzeige, das wäre noch ein tolles Feature für die Zukunft. Dieses ermöglicht das Passieren der Drehkreuze, dient als "Schlüssel" für den Spind und speichert sämtliche Ausgaben innerhalb der Wasserwelt. Letztere müssen dann vor dem Verlassen von Rulantica beglichen werden. Aber dazu später mehr, wir suchten uns erstmal freie Umkleiden, zogen uns um und stopften unsere Sachen in einen freien Spind. Dieser lässt sich wie gesagt mit dem Rula-Band (sofern ein Spind darauf gebucht wurde) verschließen und natürlich auch wieder öffnen - auch mehrfach, man kann also auch zwischendurch etwas aus dem Spind rausholen oder hineintun. Meine Kamera hatte ich im Zimmer gelassen, die hat bekanntlich etwas Angst vor Wasser. Das Handy war zwar dabei, blieb aber erstmal in der Tasche, da ich nicht wusste, wie voll es sein würde. Fotos hatten für mich keine Priorität, kurz vor der Schließung blieb aber noch etwas Zeit für eine kleine Fotorunde durch das nächtliche Rulantica. Die Qualität der Bilder ist daher zu entschuldigen.


Der erste Eindruck war schonmal nicht schlecht. Die Thematisierung ist auf jeden Fall mal etwas anderes.



Nach Durchquerung der eher schlicht gehaltenen "Shower World", bei der die Hälfte der Duschen zur Einhaltung der Abstände (mit einem kaum sichtbaren Aufkleber gekennzeichnet) gesperrt und somit nicht funktionstüchtig waren, landeten wir quasi in der rechten Ecke der Halle, direkt unter der Stelzenstadt Rangnakor. Praktischerweise türmte sich direkt um die Ecke der erste Reifenstapel auf, bei dem wir uns sogleich bedienten. Damit kämpften wir uns das erste Treppenhaus hinauf zu der in 16,5 Metern startenden Duell-Rutsche Odinrås. Diese besteht aus zwei parallel verlaufenden Röhren, welche nach den beiden Raben des Göttervaters Odin benannt sind, nämlich Hugin und Munin. Zu unserer Überraschung konnten wir den Doppelreifen nahezu ohne Wartezeit ins Startbecken wuchten und uns nach Umspringen der Ampel auch sofort in die Fluten stürzen. Man bekommt auf den 149 Rutschmetern doch ein schönes Tempo drauf und in den Kurven schwingt man überraschend weit aus. Highlight dieses Rutschentyps sind allerdings die Geraden, bei denen die Röhren zusammengeführt werden und die Zwischenwand wegfällt, sodass man seinen Rutschgegner - so man denn einen hat - sehen kann. Das Ganze wird garniert von ein paar zackigen Jumps und einer etwas steileren Abfahrt ins Ziel. In der letzten Kurve wechseln die Röhren zudem noch die Seite, sodass der Gegner plötzlich rechts statt links beziehungsweise andersherum auftaucht. Auch wenn die beiden Röhren quasi identisch sind, haben wir gleich beide mitgenommen. Leider ohne Kontrahenten, was natürlich ein wenig den Sinn der doppelten Röhre nimmt. Aber ich fand Hugin und Munin tatsächlich recht gut, als Auftakt in jeden Fall gelungen.


Gleich daneben geht es hinauf zu den Falltürrutschen Dugdrob und Vildfål, welche in gut 20 Metern Höhe starten.



Der ganze Turm mit den vier Rutschen ist recht schlicht, aber immerhin weitestgehend vollständig thematisiert. Was ich damit meine, erfahrt ihr später. Durch ein paar wenige kleine Fensterchen konnten wir einen ersten Blick auf den noch überschaubaren Außenbereich werfen. Und auch auf die Bauarbeiten zu dessen erster Erweiterung für 2021 gleich daneben. Draußen war es noch hell, im Turm dank der rustikalen nordischen Holzoptik dagegen ziemlich dunkel und etwas bedrückend. Die beiden quietschbunten (grün und orange) und hochmodernen Startkapseln der Falltürrutschen wirken inmitten des ansonsten quasi leeren Raumes dagegen völlig fehl am Platz. Wir stellten uns zunächst bei der linken, grünen Vildfål an. Es gibt wohl die Möglichkeit, die Besucher selbst über den Start des Countdowns entscheiden zu lassen, bei uns wurde die Abschusssequenz aber durch den Operator eingeleitet. So starten beide Rutschen gleichzeitig und die beiden Rutscher können sich auch hier quasi duellieren. Die Startkabinen stehen dazu mit einigem Abstand leicht schräg zueinander, eine Etage tiefer führen die Röhren daher aufeinander zu. Dank eines kleinen Versatzes kommen sie aber natürlich aneinander vorbei, während sie schon nach wenigen Metern deutlich abflachen. Und damit man das auch als Rutscher zumindest halbwegs mitbekommt, ist dieser Teil der Röhre durchsichtig.


Das zweite Glaselement in der darauffolgenden Kurve über dem Rand der Stelzenstadt reicht dagegen nicht für eine Aussicht auf Rulantica.



Nach besagter Kurve geht es ein gutes Stück geradeaus, ehe man sich in einer Helix schließlich zum Landebecken hinabwindet. Auch wenn ich den Kick der Falltürstarts nach wie vor mag - obwohl dieser mit jeder weiteren Rutsche abzunehmen scheint - war ich hier tatsächlich nicht daran interessiert, auch noch die zweite Rutsche auszuprobieren. Der Fall ist einfach zu kurz und das anschließende Layout ziemlich unspektakulär. Aber vor allem spritzt einem das Wasser unentwegt ins Gesicht. Und das kann ich überhaupt nicht leiden. Somit blieb es bei diesem einen Rutsch und für mich sind die Falltürrutschen die schlechtesten der großen Rutschen in Rulantica.


Gleich neben dem Aufgang zu den Falltürrutschen befindet sich eine kleine Basalt-Formation, in die eine weitere Treppe eingearbeitet wurde. Diese führt allerdings nicht zu einem Intamin-Launchcoaster, sondern in die obere Etage eines kleinen Anbaus. Während der kurzen Wartezeit konnten wir dort einige hübsche Schiffsmodelle bewundern, ehe wir uns zum ersten Mal an diesem Abend nach draußen wagten. Hier startet nämlich der Wildwasserfluss Vildstrøm. Rund 190 Meter soll der lang sein, wobei sich die Strecke nach einigen Metern teilt und erst am Ende wieder zusammengeführt wird. Während ich die rechte Spur nahm und als erster den Ausstieg erreichte, testete Markus die linke und brauchte dort deutlich länger. Bei einer späteren Wiederholung wählten wir die jeweils andere Spur, wobei die rechte wiederum deutlich schneller bewältigt war. Links hat man definitiv eine längere Strecke zurückzulegen, man kommt dabei allerdings auch kaum voran. Die Empfehlung geht also klar zugunsten der rechten Spur, bei der dies zumindest etwas besser funktioniert. Trotzdem hat mich der Vildstrøm insgesamt nicht so richtig überzeugt, da kenne ich deutlich spannendere Wildflüsse.


Quasi direkt gegenüber führt ein geschwungener Weg am Kinderbereich Trølldal vorbei nach oben.



Der Bereich sieht wirklich sehr schön aus und versteckt auch ein paar Rutschen für die kleineren Besucher, die wir allerdings nicht getestet haben. Stattdessen folgten wir dem Weg weiter nach oben, wo sich an der Wand zum Umkleidegebäude die aufpreispflichtigen Komfort Sofas befinden. Wir dachten dummerweise, dies seien die deutlich teureren Hyddas, und wunderten uns, wer dafür so viel Geld ausgeben sollte. Aber die sind tatsächlich an anderer Stelle vom übrigen Publikumsverkehr abgeschirmt. Leider gibt es hier zwischendrin keine weitere Möglichkeit, wieder nach unten zu kommen. Entweder man nimmt die geschwungene Rampe rund um Trølldal.


Oder man geht weiter in die Skål Bar inmitten von Ragnakor. Dort führt eine kleine Wendetreppe wieder nach unten.



Neben dem Aufgang um Trølldal führt eine Rampe hinunter zum Einstieg von Snorris Saga, dem Lazy River des Wasserparks.



Der windet sich im Gegensatz zu vergleichbaren Anlagen nicht einfach nur quer durchs Bad, sondern kommt tatsächlich als eine Art Themenfahrt daher. Der erste Teil der 250 Meter langen Strecke verläuft in einer Höhle, obendrauf befinden sich weitere Wege und der Sitzbereich eines Schnellrestaurants. Nachdem Namensgeber und Maskottchen Snorri auf zwei Leinwänden vorbeigehuscht ist und die Besucher begrüßt hat, gibt es leider auch schon den ersten Anlass zu kleinerer Kritik. Außer den zwar gut gestalteten und schön bunt beleuchteten Höhlenwänden gibt es nicht viel zu sehen. Bis sich die Höhle nach wenigen Metern nach oben hin öffnet und den Blick auf die riesige Leinwand freigibt, welche an der "zentralen" Wand hängt, wo die Dachträger der muschelförmigen Halle zusammenlaufen. Die wurde leider nicht so perfekt in die Felslandschaft integriert, wie man es bei einem solch ambitionierten Projekt eigentlich erwarten würde. Zudem ist der untere Rand quasi auf Höhe des Weges oben, von dort wirkt die Leinwand auch etwas besser. Immerhin muss man sich nicht sonderlich verrenken, man liegt ja im Reifen und schaut eh schon etwas nach oben. Damit die Besucher im weiteren Verlauf der Höhle nicht einschlafen, werden sie von unten kurz mit ein paar Luftblasen massiert. Zwei Beamer projizieren ebensolche noch zusätzlich an die Wände. Leider befinden sich diese Beamer - vermutlich zum Schutz vor Feuchtigkeit und zur besseren Zugänglichkeit - in den Technikräumen hinter den Höhlenwänden. Statt die Öffnung so klein wie möglich zu machen, hat man hier allerdings einfach rechteckige Fenster verbaut, welche den Blick unweigerlich auf die Beamer und die hell erleuchteten Betonwände dahinter lenken. Das hätte man sich so vielleicht besser sparen sollen, oder man müsste wenigstens das Licht ausschalten. Es folgen diverse - deutlich besser integrierte - Leinwandfenster an den Höhlenwänden. Darauf begleiten ebenso wie auf der Riesenleinwand Meerjungfrauen die auf ihren Reifen vorbeigleitenden Besucher. Beim ersten Mal meinte ich auch, eine Bewegung des Wassers verspürt zu haben, so als sei gerade eine der Nixen unter uns hindurchgeschwommen. Da dies bei der Wiederholungsfahrt nicht mehr der Fall war, kann es aber auch Einbildung oder schlicht purer Zufall gewesen sein. Zwischen dem Wellenbecken und dem Aufgang zum zweiten Rutschenturm verlässt man schließlich die Höhle und gleitet fortan wie ein klassischer Lazy River offen durch die Halle.


Nach kurzer Zeit wird die Themenfahrt dann mit einem weiteren Tunnel unter dem Skip Strand mit seinen drei Mini-Rutschen fortgesetzt.



Genauer gesagt fährt man dort durch das Innere des auf dem Felsen sitzenden Schiffes. Auch hier hat man wieder eine (doppelte) Leinwand eingepasst, auf welcher eine Meerjungfrau und ein Meerjungfraumann - allerdings etwas jünger und agiler als der bei Spongebob S - die Hauptrollen spielen. Die beiden duellieren sich neckisch, indem sie sich gegenseitig mit Blitzen aus ihren Zweizacken zu treffen versuchen. Das war es dann allerdings auch schon mit den Themenfahrt-Anteilen von Snorris Saga. Der Rest das Kanals führt nur noch am hinteren Teil der Halle entlang, ohne weitere Thematisierung an dutzenden Liegen vorbei. Kann ich ja so gar nicht leiden, wenn man quasi auf dem Präsentierteller an den dort entspannenden Besuchern vorbeigondelt. Glücklicherweise waren von den unzähligen auf allen freien Plätzen im Bad verteilten Liegen nur sehr wenige in Benutzung. Die überschaubare Zahl an Besuchern verteilte sich lieber auf die Rutschen und Becken.


Aber zurück zu Snorris Saga, wo sich der Namensgeber schon weit vor Ende mittels eher simplem Animatronic verabschiedet.



Insgesamt hat mir Snorris Saga recht gut gefallen. Von einer Themenfahrt zu sprechen, wäre zwar sicherlich übertrieben, aber die Gestaltung der Höhlen mit ihren Leinwänden ist durchaus ansehnlich. Das entspannte Treibenlassen eines Lazy Rivers hat man damit durchaus etwas aufgepeppt. Hier und da dürfte es dann aber doch gerne noch ein bisschen mehr sein. Ein kleiner Wasserfall, ein paar Fontänen, oder sonstige kleinere Effekte könnten noch etwas mehr Leben in die Sache bringen. Kleinere Abzüge gibt es für die Beamerfenster und andere optische Fehler, die sich offenbar aus nachträglichen Ergänzungen ergaben. Während die Lampen in der Höhle schön in die Felsstruktur eingebaut wurden, standen im Außenbereich einige Strahler querbeet auf den künstlichen Felsen verteilt. Ganz besonders ins Auge stieß mir ein Lämpchen unter der letzten Brücke über den Kanal. Das Kabel hatte man wohl noch mit Farbe an die künstliche Holzstruktur der Brücke angepasst, sodass es nicht weiter auffiel. Dieses führte allerdings zu einer Abzweigdose, welche in strahlendem Weiß und wirklich mitten an der Decke unmöglich zu übersehen war. Ich sehe ja ein, dass man die Wirkung der Beleuchtung erst im fertigen Zustand richtig einschätzen kann und hier und da noch etwas anpassen muss. Aber dann nimmt man doch wenigstens ne braune Dose und knallt da nicht so ein weißes Kästchen auf die wirklich gut gemachte Holzimitation. Ich hoffe, das war wirklich nur so provisorisch wie es aussah und wird baldmöglichst richtig gemacht. Denn ansonsten kann man auf Snorris Saga wirklich hervorragend entspannen. Wir entschieden uns dennoch gegen eine zweite Runde und steuerten die Ausfahrt an. Schließlich hatten wir noch einiges mehr zu entdecken.


Unter anderem den Außenpool, der hier als Frigg Tempel daherkommen soll. Leider merkt man davon herzlich wenig, thematisiert ist dort nämlich lediglich die angeschlossene Bar mit Namen Tempel Krog. Und selbst die hat nicht wirklich viel mit einem Tempel gemein. Ansonsten ist es eben ein stinknormaler Outdoor-Pool mit den klassischen Massageliegen, zwei dieser Wasserpilze und einer Schwalldusche. Hinzu kommen weitere Liegen rund um den Pool herum, dafür war es an diesem Abend aber schon etwas frisch. Hinter Pool und Bar schirmte ein Holzzaun den Außenbereich von der bereits erwähnten Baustelle für die 2021er Erweiterung Svalgurok mit diversen weiteren Rutschen ab. Viel gab es für uns draußen also nicht zu sehen, sodass wir nach kurzer Zeit auch wieder die Flucht nach Innen antraten. Wobei es hier rund um den Zugang zum Außenpool auch nicht wirklich angenehm war, einige der Türen in der Glasfront der Halle standen nämlich offen. Ich weiß nicht, ob die von Besuchern einfach offen gelassen werden können, oder ob die tatsächlich - warum auch immer - absichtlich offen sein sollten, aber für die Energiebilanz kann das nicht gut sein. Und angenehm war es auch nicht dort vorbeizulaufen, das zog wie Hechtsuppe. Aber zurück zu Rulantica, genauer gesagt dem Skip Strand.


Dort kann man auch von einem Schiffswrack aus übers Wasser - bzw. das dort aufgereihte Treibgut - laufen. Das nennt sich dann Hoppablad.



Die Rückseite des Wracks dient als Brücke zur schmalen Insel zwischen dem Skip Strand und dem Kanal von Snorris Saga.



Und dann wäre da noch der Dampfer, der besagtem Lazy River eben einen Darkride-Part spendiert.



Von dessen Oberdeck starten wie erwähnt drei weitere Mini-Rutschen.



Zwischen Felsen und einigen künstlichen Kiefern versteckt sich gleich daneben die Skog Lagune. Wiederum mit eigener Bar.



Die am Zugang zum Becken aufgestellte Getränkekarte enthielt leider keine Preise, demnach war es für uns zu teuer und wir steuerten lieber direkt den zweiten und größten Rutschenturm des Bades an. Im riesigen Eispalast Vinterhal warten gleich 6 Rutschen auf die Besucher. Die beiden kleinsten sind baugleich und verstecken sich unter der Steilwand der Tornado Wave in der Ecke der Halle. Aus gerademal 4 Metern starten die Isbrekker. Von dort geht es recht unspektakulär geradewegs nach unten, wo die Rutschen anderthalb Meter über dem Landebecken einfach enden, sodass man ins Wasser plumpst. Hätte ich auch drauf verzichten können. Die vier übrigen Rutschen machen da schon deutlich mehr her, werden aber allesamt wieder mit Reifen genutzt.


Ganz oben braucht man 4er-Reifen, die per Aufzug nach oben kommen. Zur Ebene darunter muss man Einzel- oder Doppelreifen selbst schleppen.



Ich meine, wir erwischten zuerst den linken Treppenaufgang, der uns zu Stormvind führte. Dabei handelt es sich um eine klassische Trichter-Rutsche. Nach einer gemütlichen Linkskurve geht es steil bergab und rechtsherum in den Trichter hinein, wo man leider extrem schnell an Geschwindigkeit verliert. Mehr als zwei Runden sind schon eine absolute Seltenheit, es kann aber auch schon nach einer Runde Schluss sein. Für die Kapazität ist das sicherlich nicht verkehrt, nimmt dem Trichter aber irgendwie seine Daseinsberechtigung. Das kurze Stück bis zum Ausstieg ist dann auch nicht weiter erwähnenswert. Da hat mir die unmittelbar daneben startende Två Fall deutlich besser gefallen, auch wenn es sich "nur" um eine simple Röhrenrutsche ohne Spezialelemente handelt. Den Sog im Startbecken hatte ich hier total unterschätzt, ich fand absolut keinen Halt. Schlussendlich hing ich total verkrampft schon halb in der Röhre drin, ehe die Ampel endlich grün wurde. Markus hatte sich schon gefragt, was ich da mache, ihm ging es dann aber wohl ähnlich. Das Tempo auf dem Weg nach unten ist dann überraschend flott und ein paar kleine Jumps werten die Rutschpartie weiter auf. Die vermeintlichen Highlights von Rulantica starten aber eben ganz oben in fast 19 Metern Höhe. Hier begannen wir mit der Rafting-Rutsche Svalgur Rytt, deren gigantische Röhre mit gut 200 Metern die längste in ganz Rulantica ist. Auf Videos wirkt die Rutsche eher lahm, in Wirklichkeit kommt sie irgendwie rasanter daher. Insbesondere im kurzen offenen Teil innerhalb der Halle schaukelt man auch schön weit hoch. Und mit uns beiden Fliegengewichten rauschten wir im Landebecken bis hinten an die Treppe. Noch etwas mehr Action verspricht Vinter Rytt. Ein paar langsame Kurven, dann geht es abrupt steil bergab und hinein in die Halle, wo man in der Ecke eine Steilwand emporrutscht. Mit leichter Airtime geht es dann wieder zurück und über den Isbrekker-Rutschen in einer sanften Kurve um den Kopf der Seeschlange Svalgur herum wieder nach draußen. Nach einer gemächlichen Kehre ist dann auch hier der Ausstieg erreicht. Ich muss Markus Recht geben, dass die normale Rafting-Rutsche insgesamt etwas besser ist. Bei Vinter Rytt ist die Steilwand mit ihrer Airtime zwar mein persönliches Action-Highlight in Rulantica, dafür ist der restliche Rutschenverlauf halt nur Mittel zum Zweck. Was beiden Rutschen leider fehlt ist die Abwechslung durch etwas Spin. Hierzu müsste der Boden halt noch flacher sein, so wird direkt am Start festgelegt, wer vorwärts und wer rückwärts rutscht. Einzig in der Steilwand kann man sich etwas drehen. Auch nutzen beide Rutschen unterschiedliche Reifentypen. Bei Vinter Rytt sind es mehr oder weniger vier zusammengeschweißte Einzelreifen und die jeweils gegenüberliegenden Plätze müssen immer zusammen besetzt werden. Man rutscht also entweder zu zweit oder zu viert. Bei Svalgur Rytt kommen dagegen runde Reifen mit flachem Boden zum Einsatz, wo man sich quasi frei drin platzieren kann. So kann man hier auch zu dritt rutschen. Nur alleine schaut man gerade zu Corona-Zeiten bei beiden Rutschen dumm aus der Wäsche. Wenn dann zwei identische Reifen hintereinander hochkommen, fehlt natürlich ein Reifen für die andere Rutsche. Genauso andersrum, wenn mal nur an einer Rutsche Leute anstehen und gerade der Reifen für die andere Rutsche kommt. Letzteres dürfte aber wirklich nur kurz vor Feierabend passieren, ansonsten haben Svalgur und Vinter Rytt nämlich mit Abstand die längsten Wartzeiten. Während wir uns ansonsten fast überall direkt in die Fluten stürzen konnten, trockneten wir hier über locker 20 Minuten im Treppenhaus ab. Und dieses ist auch unser größter Kritikpunkt an Vinterhal, denn hier ist offensichtlich das Geld für die Thematisierung ausgegangen. Bis auf Höhe der Handläufe hat man noch Spritzbeton-Eisblöcke modelliert, darüber sind meist lediglich schwarze Wände und Decken zu sehen. Von den Mitten durch den Raum führenden Pumpenrohren - auch in schwarz - mal ganz abgesehen. Die hätte man in einem schönen Rostton wenigstens noch als Steampunk verkaufen können, aber so? Nein, das kann eigentlich nicht der Anspruch eines ansonsten so gut gestalteten Bades sein. Da sieht ja selbst der einfach weiß gekachelte Rutschenturm im Miramar besser aus...


Immerhin reißen es die Rutschen dann wieder raus. Smilie :58: - Maxi - 306038 Zugriffe



Irgendwo in diesem Bereich muss sich dann auch der Zugang zum im Oktober 2020 eröffneten Saunabereich Hyggedal befinden. Auf zusätzlichen 1.000 Quadratmetern verteilen sich dort mehrere Saunen, Bars und weitere Sofas und Hyddas - allerdings wird hier wieder ein Aufpreis fällig. Vorbei an einem Souvenir-Shop näherten wir uns nun quasi auf dem Dach der Snorris-Saga-Höhle der großen Leinwand. Dort befinden sich wie erwähnt einige Sitzplätze des SB-Restaurants Lumålunda, welches wir auf der Suche nach einer kleinen Stärkung erkundeten. Pizza und Pasta waren allerdings nicht ganz nach Markus Geschmack. Also gingen wir zur anderen Seite, denn zwischen Vildstrøm und Außenpool befindet sich mit Snekkjas ein zweites SB-Restaurant, bei dem Burger im Mittelpunkt stehen. An großen Touchscreens stellt man seine Bestellung zusammen, hält kurz das Rula-Band dran und bekommt eine Abhol-Nummer. Ich hatte die Bestellung kaum abgeschickt, da erschien meine Nummer auch schon auf dem Display und ich konnte den Burger in Empfang nehmen. Preislich soweit in Ordnung, der Burger selbst gut essbar und die Pommes dazu reichlich. Gibt definitiv schlechteres Schwimmbad-Essen.


Zur Verdauung ließen wir uns noch eine Runde durch Snorris Saga gleiten, ehe wir auch dem zentral gelegenen Wellenbecken einen Besuch abstatteten.


Wenn das Schiffshorn ertönt, setzt der Wellengang im Surf Fjørd ein. Es gibt wohl verschiedene Programme mit unterschiedlich starkem Wellengang. Leider weiß ich nicht, welches wir erwischt haben, aber so richtig überzeugen konnten mich die Wellen nicht. Schließlich war es an der Zeit für Wiederholungsrutschs. Zunächst in Vinterhal, wo die Wartezeiten inzwischen schon leicht zurückgegangen waren. Daher nahmen wir auch Två Fall und Stormvind diesmal zusammen im Doppelreifen nochmal mit. Weil Markus beim ersten Mal gar nicht so richtig mitbekommen hatte, dass es sich bei Odinrås um eine Wettkampf-Rutsche handelte, wollten wir anschließend nochmal rüber nach Ragnakor, wobei uns Volker über den Weg lief, der von Tripsdrill aus direkt zum Europa Park gefahren war. Da er alleine unterwegs war, hatte er eben Svalgur und Vinter Rytt bisher nicht testen können. Wir verabredeten uns daher nach einer zweiten Runde Vildstrøm - wir mussten ja noch die jeweils andere Spur testen - in Vinterhal um besagte Rutschen mit ihm gemeinsam zu testen. Und jetzt war tatsächlich gar nichts mehr los, wir konnten direkt in den Reifen steigen. Bei der Rafting Rutsche zu dritt, bei der Steilwand verzichtete Markus. Eine halbe Stunde vor Schluss war Rulantica bereits nahezu menschenleer. Optimal für eine kleine Fotorunde. Vorher gönnten sich Markus und ich dann aber doch noch das kleine Rennen auf Hugin und Munin. Obwohl ich deutlich besser wegkam und bis zur zweiten Geraden deutlich führte, lag Markus nach der letzten Kurve plötzlich doch vorne und gewann. Wir testeten aber nicht mehr, ob das an der Rutsche lag, oder er wirklich so viel schneller wurde.


Stattdessen schnappte ich mir wie gesagt mein Handy und machte die paar Fotos für diesen Bericht.



Derweil waren wir auch soweit wieder trocken, sodass das Umziehen flott vonstatten ging und wir auschecken konnten. Vor dem Verlassen des Bades muss man zur Kasse, dort wird das Rula-Band ausgelesen und man zahlt die während des Besuchs entstandenen Kosten. Ich war zunächst etwas irritiert, als ich das Band wieder zurückbekam und dachte, man könne es behalten. Aber man braucht es natürlich wieder, um durchs Drehkreuz rauszukommen. Hier werden die Bänder in eine Öffnung eingeworfen und verschwinden.


Am Parkplatz verabschiedeten wir uns von Volker, der mit dem Auto dort war. Wir machten uns wieder zu Fuß auf den Weg zu unserer Pension.



Dabei verpassten wir doch glatt unsere Querstraße und mussten nochmal Google Maps bemühen. Smilie :58: - Maxi - 306038 Zugriffe



Am Horizont konnten wir derweil erkennen, wie groß der Europa Park doch tatsächlich ist. Von Silver Star auf der einen bis zum blauen Schimmer von Blue Fire und Wodan auf der anderen Seite musste man den Kopf doch ein gutes Stück drehen. Leider war dies nicht mit einem Handyfoto einzufangen. Aber die Strecke sollten wir ja am Folgetag noch selbst erlaufen müssen...


Fazit: Ich muss gestehen, ich war skeptisch, ob Rulantica den doch recht stolzen Eintrittspreis wirklich wert ist. Aber letztlich muss man ganz klar sagen: ja. Natürlich gibt es ein paar Kritikpunkte, allen voran die mangelnde Thematisierung in Vinterhal. Auch die Beschilderung könnte noch etwas besser sein und das Rula-Band hätte gerne noch als Uhr fungieren können, wenn es schon so aussieht. Ohne Brille fand ich nämlich selbst die großen Uhren an der Außenwand der Halle noch zu klein. Skeptisch bin ich auch bezüglich der Rutschfestigkeit der Bodenbeläge, mehrfach kam ich ins Rutschen und legte mich fast hin - obwohl ich schon versuchte, kleinere Schritte als sonst zu machen. Ansonsten ist Rulantica aber wirklich sehr schön geworden. Snorris Saga vereint einen entspannten Lazy River mit Themenfahrt-Elementen und die großen Rutschen bieten allesamt Action - mal mehr, mal weniger. Mir persönlich haben Odinrås mit dem Wettkampf-Charakter, die flotte Två Fall und natürlich Svalgur und Vinter Rytt am besten gefallen. Letztere insbesondere zum Schluss ohne Wartezeit. Überhaupt war der Besuch sehr entspannt, das wird bei größerem Andrang aber definitiv anders aussehen. Insofern müssen wir Corona schon fast danken, einen besseren Besuchszeitpunkt hätten wir wohl kaum finden können.
Hab' Sonne im Herzen und Pizza im Bauch,
dann bist du glücklich und satt bist du auch.
Lacront
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Mitglied Daniel

Schweiz . ZH
 
Avatar von Lacront
Link zum Beitrag #1031204 Verfasst am Sonntag, 03. Januar 2021 19:49 1 gefällt das Relax
Hi Dominik, vielen Dank für den wie immer ausführlichen und auch schon lange erwarteten Rulantica-Bericht! An dieser Stelle noch die besten Wünsche für ein hoffentlich wieder etwas normaleres 2021 - gut gerutscht bist du ja anscheinend. Smilie :413: - Diddi - 93072 Zugriffe S S

Runner Bei Vinter Rytt sind es mehr oder weniger vier zusammengeschweißte Einzelreifen und die jeweils gegenüberliegenden Plätze müssen immer zusammen besetzt werden. Man rutscht also entweder zu zweit oder zu viert. Bei Svalgur Rytt kommen dagegen runde Reifen mit flachem Boden zum Einsatz, wo man sich quasi frei drin platzieren kann. So kann man hier auch zu dritt rutschen. Nur alleine schaut man gerade zu Corona-Zeiten bei beiden Rutschen dumm aus der Wäsche. Wenn dann zwei identische Reifen hintereinander hochkommen, fehlt natürlich ein Reifen für die andere Rutsche. Genauso andersrum, wenn mal nur an einer Rutsche Leute anstehen und gerade der Reifen für die andere Rutsche kommt.

Interessant zu lesen, dass an diesem Turm offenbar dieselbe "Problematik" herrscht wie bei The Surge und Disco H20 im seligen Wet 'n' Wild Orlando oder auch Wolfpack und Master Blaster in Schlitterbahn New Braunfels (Blastenhoff). Irgendwie bin ich von anderen Berichten davon ausgegangen, dass diese Rutschen entweder weiter auseinander liegen und entsprechend auch separate Reifenlifte haben, oder dass bei beiden Cloverleafs zum Einsatz kommen, welche Proslide ja nun schon seit einiger Zeit zu favorisieren scheint.

Überhaupt hat mich, wie an anderer Stelle schon geschildert, bisher eigentlich vor allem diese Thematik davon abgehalten, mal nach Rust hochzufahren und dem Ganzen einen Besuch abzustatten, als Grenzquerungen dann wieder erlaubt waren. Gemäss Covid-Regelwerk auf der Website wären offiziell ja nur Personen desselben Haushalts zu zweit oder zu viert in die Rutschhilfen platziert worden - womit eine sich mit Coaster-Kollegen vor Ort treffende Einzelperson aus einem Haushalt mit rutschunwilligen Personen dann eben gerade bei den interessantesten Anlagen benachteiligt gewesen wäre. Aber wie ebenfalls schon erwähnt und im Bericht ja auch aufgezeigt: Wie will man sowas überhaupt umsetzen resp. kontrollieren? Da scheinen für vollere Tage wohl auch Kapazitätsüberlegungen mitzuschwingen. Smilie :282: - soundmachine - 416223 Zugriffe

In jedem Falle ist die Lust nun noch einmal massiv gesteigert, das Besuchsprojekt bei einer stabileren Lage dann vielleicht doch mal noch in Angriff zu nehmen. S
"Sometimes your shallowness is so thorough it's almost like depth."
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