Space World (geschlossen)
Über den Park
Fläche in HA: 24
Eröffnungsjahr: 1990
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8050071 Yahatahigashi-ku
Japan
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onride.de Redaktion
Redakteure: Nicolas Mayer Caruso
Letzte Änderung: 25.10.2018 (vor 37 Wochen)
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Vorstellung
An der Schnittstelle (der so genannten Kammon-Straße) zwischen den beiden Hauptinseln Kyūshū und Honshū, die auch als japanisches „Kernland“ bezeichnet wird, gelegen, befand sich in der Präfektur Fukuoka im Stadtteil Yahatahigashi-ku der Stadt Kitakyūshū ein Ort, an dem sich die Besucher wie Astronauten fühlen oder in ihre Welt eintauchen konnten. Der Weltraum Campus war dabei nicht nur interessant für Adrenalinjunkies, die die zahlreichen Thrillattraktionen aufsuchen oder für Familien, die mit ihren Kindern dort einen tollen Tag verbringen wollen, sondern auch als Lern- und Erfahrungsort. So konnte hier den Schulkindern die Wissenschaft und der Weltraum näher gebracht werden - auch in mehrtägigen Exkursionen, wofür die parkeigene „Space Lodge“ wie geschaffen war.

Bis 2006 war die Hauptattraktion dabei das als „ASTRESTA“ betriebene Astonauts Training Stadium, das gemeinsam mit der „Space Camp Foundation“ geführt wurde. Diese vor allem in den USA aktive Stiftung setzt sich dafür ein, dass Kinder (aber auch Lehrer, die im Unterricht das Thema Weltall unterrichten) am eigenen Körper und mit Selbsteinsatz erfahren, was die Arbeit als Wissenschaftler bedeutet und die Motivation dafür wecken. Je nach Altersstufe konnte dann an technischen Geräten wie einem Weltraumzirkel oder einem Mock-Up des Columbia-Cockpits trainiert oder ganze Missionen nachgestellt werden. Nach der Auflösung des Space Camps Japan bestand aber weiterhin am Space Campus verteilt im Park die Möglichkeit des Fortbildens.

Zwischen dem Riesenrad und der Achterbahn „Venus GP“ war nämlich weiterhin ein Weltraummuseum zu finden, das in Zusammenarbeit mit dem Smithsonian Museum in Washington und der japanischen Raumfahrsbehörde JAXA (entspricht der US-amerikanischen NASA oder der deutschen DLR) zahlreiche Originalexponate zeigte. So war nicht nur die Geschichte der menschlichen Raumfahrt zu sehen, sondern auch unter anderem originale Raumfahrtsanzüge, sowie Modelle der Apollo- und Gemini-Kapsel, Sputnik1 und des Mondfahrzeugs. Im Zwischenraum der „Venus GP“ befand sich schon zur Parköffnung zudem ein Modell des Space Shuttles Discovery in Originalgröße, womit den Besuchern vor Augen geführt werden konnte, wie groß diese Raumfähren eigentlich sind (so hat der externe Kraftstofftank einen Durchmesser von 8,4 Metern). Das Highlight dürfte aber ein Gesteinsbrocken gewesen sein, der bei der Apollo 12-Mission im November 1969 auf dem Mond eingesammelt wurde und damit das einzige Mondgestein in Japan gewesen ist.

Aber auch für Freizeitparkfans hatte die Space World einiges geboten. So bietet sich als Vergleich zu einem Space Shuttle Start nichts besseres an als ein Launch Coaster von Intamin, der 2006 als „Zaturn“ öffnete. Durch die Dunkelheit schweben war mit dem „Black Hole Scramble“ im Space Dome möglich, wo es auch einen großen Simulator gab. Die größte Achterbahn des Parks war „Titan MAX“, die mit einer Streckenlänge von 1530 Metern die 7. längste Bahn des Landes war. Von einer Mars Station aus und an einem Mars-Gelände vorbei schoss der Zug mit 115 km/h durch die Space World. Aber auch die Wasserfreunde wurden durch zwei besondere Wasserattraktionen und einen kleinen Wasserpark beglückt. Für Aussichtsliebhaber bot sich daneben eine Fahrt mit dem 100 Meter hohen Riesenrad an.
Nicolas Mayer . Caruso
Geschichte
Der Space World zugrunde (aber auch für deren Ende verantwortlich) liegt eine Fabrik, die den Rohstoff für die heißgeliebten Achterbahnen liefert: die damalige Nippon Steel Corporation, die nach einer Fusion nun „Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation“ heißt. Sie begann Ende der 1980er sich zu verkleinern, wodurch das hiesige Gelände brach lag. Aus diesem Grund war dieser Ort auch ein Kandidat als Standort für die Universal Studios Japan. Schlussendlich entschloss sich die Firma aber zum Bau eines eigenen Freizeitparks mit Space Thema. So bestand der Park bei seiner Eröffnung am 22. April 1990 nicht nur aus zwei Achterbahnen (dem „Space Coaster“ und dem „Black Hole Scramble“, der in ehemaligen Fabrikhallen eröffnet wurde und nun als Space Dome fungierten), sondern auch aus einem Space Shuttle Modell in Originalgröße. Zwei Jahre später öffnete ein großes 4D Kino (das zuletzt als 4D Vision Pop Stella betrieben wurde) und ein weiteres Jahr später mit „Planet Aqa“ der erste Rapid River der deutschen Firma Hafema.

Am 5. März 1994 wurde es dann „weltrekordig“ in der Space World: Mit „Titan“ eröffnete die damals (gemeinsam mit der schon fünf Jahre alten Maxnum XL-200) für kurze Zeit steilste Achterbahn der Welt. Einer der seltenen Arrow Hyper Coaster brachte seine Gäste auf eine Höhe von 51 Meter und zu einer Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h. Ein Jahr später folgte dann eine Kinderachterbahn von Togo namens „Clipper“, dessen Wägelchen passend zum Standort als kleine Space Shuttles gestaltet waren. Ein weiteres Jahr darauf (genauer am 13. Februar 1996) zog mit „Venus“ (heute mit dem Zusatz GP) die für 11 Jahre letzte Achterbahn in den Park. Die deutsche Firma Maurer Rides baute zusammen mit dem in Japan als „Coaster Gott“ bezeichneten Anton Schwarzkopf die 40 Meter hohe Bahn, die bisher ein Unikum der Firma geblieben ist und hoffentlich in einem anderen Park zu neuem Leben erweckt wird. Im gleichen Jahr wurden auch die letzten beiden Wagen des Space Coasters umgedreht, der von nun an „Boogie-woogie Space Coaster“ hieß.

Nachdem 1997 mit einem Free-Fall-Tower eine weitere Thrillattraktion eröffnet wurde, erreichte der Park seinen Höchststand von 2,16 Millionen Besuchern. Die gleiche Attraktion war dann aber auch ein Grund, weshalb es zu einem Rückgang der Besucherzahlen kam, da es zu einem Unfall mit wenigen Leichtverletzten kam. Daher wurde viel Geld in zusätzliche Sicherheit, 5 Milliarden Yen in die neue Wasserattraktion „Twin Mercury“ und eine neue JR-Bahnstation direkt in Parknähe investiert. Zum neuen Jahrtausend wurde mit dem „Space Eye“ ein 100 Meter hohes Riesenrad und zum 28. April 2001 ein neues 4D Kino eröffnet, in dessen Vorräumen aber zuletzt eine Ausstellung über die Gundam World zu finden war. Zu dieser Zeit wurde die Space World (wie auch viele andere Parks) vom Rückgang der Freizeitparkindustrie getroffen, die im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung und der Eröffnung der Universal Studios Japan stehen. So wurde im März 2004 ein Verlust von 35,1 Milliarden Yen für das vergangene Geschäftsjahr vermeldet.

Aus den genannten Gründen wurde daher die Geschäftsleitung (nicht aber das Gelände) am 27. April 2005 von der Nippon Steel Corporation auf die „Kamori Kanko Co.,Ltd.“ übertragen, die sogleich mit einer Überarbeitung und Erneuerung des Parks begannen. Damit einhergegangen ist aber auch die Schließung mancher Attraktionen wie das schon angesprochene Astronauten Training, da keine Lizenz mehr vorlag. So wurden u.a. neue Charaktere, ein neues Ticketsystem und neue Shows eingeführt. Die auffälligste Erneuerung dürfte aber „Zaturn“ gewesen sein: Die sechste Achterbahn des Parks, die seine Fahrgäste innerhalb von 2,3 Sekunden auf 129,2 km/h beschleunigt. Im Dezember 2007 wurde zunächst die Indoor-Eislaufanlage eröffnete, worauf sich an Silvester aber leider ein (zum Glück) nicht tragischer Unfall auf Titan V ereignete, der zu deren zweijähriger Schließung führte.

Im Jahr 2008 wurde dann das erste Mal nach 11 Jahren wieder ein Besucherzuwachs erreicht. Dies hat vor allem, aber nicht nur, mit der Eröffnung des Wasserparks zu tun. So konnten durch neue Shows, vereinzelte Veranstaltungen und einen neuen Zug für die seit dem 20.3.2015 als „Titan MAX“ bezeichnete Achterbahn im Jahr 2012 1,44 Millionen Besucher und im März 2016 ein Rekordgewinn verzeichnet werden. Für Aufregung sorgte der Park im November 2016, als er in seine Eislaufbahn 5000 nicht für den Verzehr geeignete Fische einarbeitete, woraufhin sich der Park entschuldigte und die Attraktion einen Monat später schloss. Am 16. Dezember des gleichen Jahres überraschte der Park nach den Erfolgen in der Vergangenheit dann mit der Meldung den Park nach 27 Jahren zum 1.1.2018 zu schließen. Wie japanische Medien berichteten, soll der Grund dafür im Scheitern der Verhandlung über einen neuen Pachtvertrag zwischen der Betreibergesellschaft und der nun als „Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation“ bekannten Gründerfirma, die das Gelände vermietete, gelegen haben. Die Betreiberfirma erwägt aber nach der Schließung der Space World einen neuen Park in Kitakyūshū zu eröffnen.
Nicolas Mayer . Caruso
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In diesem Jahr gab es keine bedeutenden Neuigkeiten.
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