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La Ronde in Kanada
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Coaster Craze 2016: La Ronde
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Lacront
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Mitglied Daniel

Schweiz . ZH
 
Avatar von Lacront
Link zum Beitrag #969590 Verfasst am Mittwoch, 06. Juli 2016 15:49
7 mal bearbeitet, zuletzt am 30.06.2020 22:28
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Nach meiner Great Escape in den Norden übernachtete ich nun also in Plattsburgh NY, noch etwa eine halbe Stunde von der kanadischen Grenze und etwas mehr als eine runde solche von meinem nächsten Ziel, La Ronde, entfernt gelegen. Nachdem ich in den vergangenen Tagen eigentlich gut in den Tagesrhythmus gekommen bin, schlug hier der Jetlag wieder zu, so dass ich viel zu früh erwachte - was ich dann aber für ein frühes Frühstück und ein zeitiges Losfahren nutzte, so dass ich um etwa 08.15 Uhr das einzige Fahrzeug an der Grenze war und nach entsprechend wartezeitfreiem Übertritt bereits um 09.00 Uhr - eine volle Stunde zu früh - auf der schönen Île de la Sainte-Hélène inmitten des St.-Lorenz-Stroms eintraf. Genauer gesagt auf dem hinteren Parkplatz von La Ronde, dem heute auf dem Programm stehenden Semi-Six-Flags-Park. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Weltausstellungs-Gelände, dessen Freizeitpark-Attraktionen seither von der Stadt Montréal und nunmehr eben von Six Flags betrieben werden. Am Fusse des bereits beeindruckend in der Sonne funkelnden Goliath stationierte ich also den Ford und war schon ganz gespannt - die tolle Lage und der erste optische Eindruck sind auf jeden Fall schon mal nicht zu verachten!


Noch ist alles ruhig am hinteren Eingang, entrée village genannt. Durch die Vorabrecherche wusste ich, dass es hier zwei Parkeingänge gibt und nachdem ich die markante Gerberträgerbrücke Pont Jacques-Cartier schon zur Hälfte von Osten her abgefahren bin wollte ich die Zeit bis zur Öffnung noch nutzen, um zu Fuss da hoch zu laufen, damit ich noch einige Fotos in der Morgensonne schiessen und hinterher durch den dort halt näher gelegenen Vorder- und Haupteingang in den Park gelangen kann.


Mit gebotener Vorsicht ging ich also der Zufahrtsstrasse zum hinteren Parkplatz entlang, ein Trottoir gibt es hier keines. Dabei musste man öfters grössere Schlaglöcher und Pfützen überspringen, wurde dafür aber auch mit einem Blick auf die Rückseite einiger Bahnen oder auf das Monorail-Depot belohnt. S


Vampire


Le Cobra




Als Fussgänger auf die Brücke zu gelangen ist nicht so einfach, aber auch nicht unmöglich, wenn man weiss wie. S


Aaah...


Wenn Verkehrsschilder in Serie gefertigt werden. S


Endlich oben angekommen musste ich nun nur noch eine eingehauste Unterführung auf die andere Seite nehmen, um meine gewünschten Fotos machen zu können.








Der Witz ist ja: von hier oben sieht das Ganze bei dem strahlenden Sonnenschein tatsächlich wie ein toller Park aus! Warum ich das jetzt so mürrisch hier schreibe? Im Nachhinein gesehen wurden diese Fotos mit einem ungemein hohen Preis bezahlt! S


Nachdem ich von der Brücke nämlich wieder runter und zum Vordereingang marschiert war, musste ich mir leider eingestehen, was für ein Schuss in den Ofen diese ganze Idee mit dem da Hochgehen doch war. Bereits jetzt um 09.45 Uhr war die Schlange an den Metalldetektoren schon drei ausschweifende Wartezickzacks lang. Und weil Six Flags eben Six Flags ist und wahrscheinlich ohnehin erst um kurz vor zehn mit den Kontrollen dort angefangen hat wartete ich im Endeffekt geschlagene 40 Minuten um überhaupt in den Park hinein zu gelangen! Wie ich mir nun den als erstes fotografierten und noch leeren Hintereingang wieder herbeisehnte und die soeben gemachten und nicht mal so toll rausgekommenen Fotos verteufelte. Smilie :18: - Dr. Weizenkeim - 78480 Zugriffe


Wer denkt, dass nur die europäischen Franzosen herrlich zurechtkonstruierte Begriffe für international gebräuchliche englische Wörter erfinden können, dem sei eine Reise nach Québec wärmstens ans Herz gelegt: nicht nur heisst KFC hier PFK (I kid you not), Selfie Sticks werden als "perches à égoportrait" bezeichnet! Mais oui!
S S S




Um etwa schon 10.20 Uhr also endlich im Park angelangt, steuerte ich sogleich den Ostteil an, wo ich die auch bei maximaler Auslastung schlimmsten Kapazitätsgurken vermutete. Da beim Boomerang noch alles abgeriegelt aussah, marschierte ich dann zum direkt daneben liegenden Vekoma-Korkenzieher mit Bayernkurve, der den ultrakreativen Namen Super Manège trägt.




Wie vermutet gibt es hier nur einen Zug, zum Glück konnte ich um diese Uhrzeit gleich mit Walk-on darin Platz nehmen. Fährt sich halt wie die meisten Exemplare: wippt man mit dem Kopf zur ja ausreichend bekannten Strecke mit, passiert nichts Schmerzhaftes, aber eben auch nichts sonderlich Aufregendes. Was mir hier noch irgendwie schräg reingekommen ist: manche Bügel haben Haltegriffe, manche keine, manche auch nur einen - ein System oder gar eine Symmetrie war dahinter jedenfalls nicht zu erkennen. Smilie :250: - Stef - 91122 Zugriffe




Die Zamperla-Maus Toboggan Nordique hab ich mir nach dem ersten Blick auf die jetzt bereits ellenlange Warteschlange geschenkt.


Also weiter zu einer richtigen Seltenheit, zum Intamin Stand-up Le Cobra! Früher im Skara Sommarland beheimatet und eines von nur zwei existierenden Exemplaren. Streng genommen bin ich im weiteren Reiseverlauf zwar noch einem dritten begegnet, aber das liegt eigentlich vielmehr als dass man darin stehen kann - und zwar schon seit einer Dekade. S Jedenfalls war hier - oh Wunder - auch nur ein Zug im Einsatz, das machte um diese Uhrzeit aber zum Glück noch nichts aus.




Für mich also eine Premiere auf diesem Bahnentypus und entsprechend auch diejenige in den entsprechenden Zügen! Sehr interessant fand ich ja, dass die Bügel hier quasi halb Togo und halb B&M sind: Wie hinreichend bekannt zieht man die ganze Konstruktion erst einmal so weit runter, dass der Fahrradsattel unter den Hintern passt, hierauf folgt aber der entscheidende und irgendwie witzige Unterschied: mit dem linken Arm fädelt man sich togogleich in einen feststehenden Schlaufenteil, über die rechte Körperhälfte kommt dann noch ein gespiegelt L-förmiger Klappteil runter - zusammen ergibt das dann einen klassischen Stand-up-Schulterbügel. Exotisch und grandios! S


Zur Fahrt an sich: überraschend gut! Der First Drop, der Looping und fast das gesamte anschliessende Rumgekurve fahren sich relativ ruhig und insbesondere die schmissigen Umschwünge erfahren durch die Stehposition einen echten Zugewinn. Hie und da ist die alte Dame auch etwas ruppig - insbesondere im Tal nach dem Looping wurde das Zentralmassiv durch die Kombination aus positiven G-Kräften und Rumpolterei ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Aber so ist sie vermutlich eh nur zu den Herren der Schöpfung und im genialen Gesamterlebnis gehen solche Stellen sowieso unter. S Schönes Ding, mit Seltenheitsbonus obendrein!


Als nächstes an der Reihe: der allererste Batman, der sich innerhalb der Six-Flags-Familie weigerte, diesen Namen anzunehmen: Le Vampire!






Nicht nur vom Namen her ist dieser Batman ein Fall für sich: erstens handelt es sich hierbei um eins der seltener anzutreffenden spiegelverkehrten Exemplare und zweitens auch noch um eins, das diese Saison rückwärts fährt! Auch hier war selbstverständlich Einzugbetrieb angesagt, allerdings reichte die Schlange zu meinem Fahrzeitpunkt auch nur knapp über die Treppe vor der Station hinaus. Nach etwa einer Viertelstunde wurde ich wieder einmal vorgelassen, um einen leeren Platz zu füllen, und zwar in die Backrow, die rein sichtmässig nun aber die Front ist! S


Findet den Fehler! S


Ich hab mich im Vorfeld ja noch gefragt, ob es so eine tolle Idee ist, einen vorwärts ja schon reichlich intensiven Batman wirklich rückwärts fahren zu lassen. Aber einmal an der Lifthillspitze ausgeklinkt und wahrlich erschreckend brutal gegen die Schulterbügel gedrückt in die Tiefe gesogen bleibt gar keine Zeit mehr für solche Überlegungen! Auch für den erfahrenen Coasterfreak ein schlicht nur noch bekloppter Mindfuck! Trotz riesigen positiven G-Kräften wird man nicht in die Sitzlehne, sondern nach vorn in die Bügel gedrückt! Jeder erwartete Richtungswechsel wird durch das gespiegelte Layout UND die Rückwärtsposition gleich doppelt "falsch" absolviert! Jegliches Mitbewegen zur Strecke wird in der "jetzigen" Frontrow verunmöglicht, da die sichtbare Strecke ja bereits absolviert wurde - visuell unfassbar surreal, besonders in der Zero-G-Roll! Und trotz ja vertrautem Layout sieht man die gedanklich erwarteten Elemente einfach nicht kommen! Am Ende stellt sich wahrhaftig etwas ein, was man als viel rumgekommener Achterbahnfan schon lange nicht mehr erlebt hat: man lässt die Bahn einfach machen! S Man ist ein passiver Spielball inmitten eines rauen G-Kraft-Matches und kann absolut nichts anderes tun als todesmutig darüber zu lachen, was die Bahn gerade mit einem anstellt! Ein absolut irrwitziges und an Härte fast nicht mehr zu übertrumpfendes Thrillerlebnis! Und glaubt mir: wenn man den Druck in den letzten Korkenziehern nicht zu antizipieren vermag, tun die Zehen gleich doppelt so weh wenn das Blut mit ungebändigter Wucht da reingestossen wird. S




Eins der merkwürdigsten und grobsten Achterbahnerlebnisse seit langem! Nichts war hier so, wie es sein sollte - schlicht und ergreifend fantastisch, was die Rückwärtsfahrt bei dieser eigentlichen Standardbahn hier ausmacht. Hinterher war mir richtig schwindlig - das ist nach einer schienengebundenen Achterbahn so auch schon länger nicht mehr vorgekommen bei mir. Echt grandios! Ich möchte behaupten: auf diese Weise die geilste Bahn an meinem Besuchstag! Alleine dafür hat sich der Abstecher nach Kanada eigentlich schon gelohnt.


Jetzt muss ich leider, leider, leider überleiten zu einem Abschnitt, den ich den Tiefpunkt nennen muss.

Der Tiefpunkt

Nach der Rückwärtsfahrt mit dem Blutsauger schaute ich noch einmal beim Boomerang vorbei: immer noch zu. Weiter zur Doppel-Holzachterbahn Le Monstre: zu. Dann hab ich beim Vekoma SLC Ednör vorbeigeschaut: in Betrieb, aber nur mit einem Zug. Nunmehr in der Nähe des Hintereingangs angekommen, wo immer mehr Menschen unablässig reinströmten, stellt sich bald einmal Gewissheit übers heutige Schicksal ein: mit Six-Flags-Abfertigungen beim heutigen Andrang wird das übel ausgehen. Richtig übel.

Dann hab ich gesehen, dass der B&M-Hyper Goliath immerhin mit zwei Zügen unterwegs ist, also hab ich mich hier angestellt, noch nichts Böses ahnend. B&M-Hyper fressen durch ihre enorme Sitzplatzanzahl in der Regel ja gut was weg, also wird das hier schon nicht allzu schlimm sein. Aber dem war nicht so. Gefühlt alle fünf Minuten ging es ein, zwei Schritte vorwärts - und auch nur, weil mir entgegendrängende Parkbesucher die Queue wieder verliessen. Ich begann die Taktung der Züge zu beobachten und zu timen, und was ich da sehen musste war arg düster. Etwa alle sechs bis zehn Minuten schaffte es ein Zug auf den Lifthill. S Ich habe zwar erwartet, dass es durch die neuen VR-Teile hier wohl schon zu etwas Verzögerung kommen wird, aber gleich so? Ich schaltete auf Krisenbewältigungsmodus um und musste jede Alternativstrategie für den heutigen Tag gleich wieder verwerfen. Es blieb nur noch eine Option, und zwar die, die mich grenzenlos ärgert und auf die Six Flags es ja genau abgesehen hatte: heute würde es nicht ohne Warte-Tamagotchi gehen.

Resigniert kraxelte ich nach einer halben Stunde vergeudeter Wartezeit bei der nächstbesten Gelegenheit unter den Absperrungen durch und verliess zusammen mit zwei Teenie-Mädchen nun die Queue. Abrupt meinen Laufschritt stoppend erkannte ich alsbald deren Grund, den Wartebereich verlassen zu müssen: die blonde junge Dame vor mir entlud geräuschvoll ihren Mageninhalt. S Irgendwie nur "Jetzt schon?" denkend, da ja nun weiss Gott noch nichts passiert ist, überwand ich per Scherensprung jedoch auch dies Hindernis und durchwanderte nun einmal den gesamten Park in Richtung des Vordereingangs, wo die roten Erlösungen für heute verkauft wurden.

Mit dem Season Pass genoss man immerhin einen kleinen Rabatt, so dass sich der Regular Flashpass also auf 30 statt 35 kanadische Dollar belief, was mir beim damaligen Wechselkurs preislich zumindest diskutabel erschien. Ausserdem spart man mit dieser Variante so gesehen ja keine Zeit, da man die effektiv angeschlagene Wartezeit bucht, die man aber zumindest ausserhalb der wirklich stillstehenden Warteschlangen verbringen darf - im Grundsatz recht disneyesk also und halbwegs fair. Grummelig buchte ich diesen in der Abrechnung schliesslich 23.20 Franken ausmachenden Posten mit der Kreditkarte ab, mit dem tröstenden Gedanken, immerhin ein paar nützliche Coop Superpunkte dafür zu erhalten und mit der Idee, mir das vielleicht rückwirkend auf den Geburtstag schenken zu lassen. S Trotzdem: ich habe mich der asozialen Politik von Six Flags gebeugt und hab zum ersten Mal in meiner Coasterkarriere einen Flashpass kaufen müssen. Daher: der Tiefpunkt.


Stolz war ich nicht drauf. S


Als ich das Gerät gegen 12.15 Uhr überreicht bekam, erhielt ich die Meldung, dass der Boomerang nun geöffnet sei, also buchte ich den gleich mal ein - man stelle sich vor: die erste Flashpass-Buchung überhaupt ist ein Boomerang! - und konnte mich dort dann schon bald durch den separaten Eingang da reinmogeln.


Man kann von Glück sagen, dass heute trockene Witterungsverhältnisse herrschten. Ja, dieser Trampelpfad ist der Flashpass-Zugang!

Um 12.38 Uhr vibrierte das Ding endlich, tatsächlich war es aber schon später - wie ich im Nachhinein bemerkte ging die Uhr auf dem Teil acht Minuten hinterher. Glaubt mir: an dem so begonnenen Tag war das genug, um mich zur Weissglut zu treiben!


Durch den Umstand, dass auch hier einer dieser Züge im Einsatz war, wo jeder Viererwaggon manuell entriegelt werden muss und man nicht zu den Gates vordringen durfte, bis sämtliche Vorgänger die Station verlassen hatten, dauerte es einen wahrlich zähflüssigen Zyklus, bis auch ich dann endlich in der Backrow sass. Wie in Great Escape folgte auch das hiesige Exemplar dem Trend der schnaaarchigen Liftbesteigung, nach dem Ausklinken erlebte ich vor- wie rückwärts einen der schlimmsten je gefahrenen Boomerangs. Möglich, dass ich kopfwippmässig nicht so mitgemacht habe, wie ich sollen hätte, aber ich hatte nun mal miese Laune und keine Schuld dran! Drum also frei nach Comic Book Guy: worst Boomerang ever.
Smilie :284: - AngelRides - 11910 Zugriffe

Die nächste Buchung bot sich auf dem SLC mit dem cringeworthy Taufnamen Ednör - L'Attaque für 13.16 Uhr an, was ich kaum glauben konnte. Ich vermutete, dass man da inzwischen wohl doch den zweiten Zug auf die Schiene geholt haben muss - sonst wäre die Bahn nicht in diesem Zeitfenster buchbar gewesen. Bei einer während der Überbrückungszeit getätigten Fahrt mit dem Doppeldeck-Aussichtsturm La Spirale bestätigte sich diese Vermutung und bald darauf begab ich mich also auch hier in die Flashpass-Queue.


Selten hab ich bei einer Achterbahn schon im Vorfeld so wenig Bock gehabt. Welcher Park holt sich ernsthaft einen gebrauchten Vekoma SLC, wo bereits ein Batman-Klon dort steht, und benennt ihn dann auch noch so scheisse?! Smilie :249: - Stef - 86500 Zugriffe


Immerhin muss man diesem aus dem ehemaligen Astroworld stammenden Exemplar attestieren: sieht so auf den See hinaus gebaut durchaus schniek aus und durch die Lage über dem ja recht weitläufigen Lac des Dauphins ist es auf dem Lifthill so richtig kribbelig luftig. Da jedoch einmal runtergedonnert hört der Spass - wie so oft an diesem Tag - auch schon wieder auf. Zu den Schultern ist dieses Exemplar etwas weniger schlimm, die Ohren werden aber mindestens so krass wie beim Mind Eraser in Six Flags America verdroschen.


Und da man die Blume auf dem Misthaufen ja nicht ignorieren soll: durch den doch noch erfolgten Einsatz des zweiten Zugs hatte diese Bahn die mit Abstand besten Operations im Park. So gute, dass ich während einer der noch folgenden Überbrückungsphasen bis zum nächsten Flashpass-Termin tatsächlich noch ein zweites Mal gefahren bin. Und nun wollen wir nicht mehr darüber reden.

Noch während des Wartens auf die erste Ednör-Attacke - das hielt ja lange hin S - wurde Le Monstre endlich auf "operating" gesetzt und bot sich für 14.23 Uhr zum Buchen an. Notabene: bereits wenige Sekunden nach Freischaltung und angeblicher Queue-Öffnung schon mit mehr als einer Stunde Wartezeit! Smilie :250: - Stef - 91122 Zugriffe


Tant pis. Diese Zeit konnte ich wunderbar in der ca. 45-minütigen Schlange des gleich neben Ednör gelegenen Intamin Indoor-Coasters Le Dragon überbrücken. Und das ist nicht mal übertrieben, denn hier gab es eine trotz Einzugbetrieb (weil auch diese Bahn nur einen hat) sich stets etwas fortbewegende Schlange durch ein sehr schattiges Wäldchen.


Die Chaisen kommen hier als irgendwie eigenartig geformte Halbkreis-Muschelsofas daher. Ähnlich wie beim Alpine Bobsled am Tag zuvor sitzt man hier fast auf dem Boden. Zum Einsatz kommt ein bequemer T-Bügel für beide Passagiere, nach dessen Kontrolle verschwindet man dann in der Dunkelheit und den gekurvten Lifthill hoch. Oben angekommen windet man sich in mehreren Spiralen dann wieder runter - einen grösseren Drop wie beim Skull Mountain in Six Flags Great Adventure, einer Anlage gleicher Machart, sucht man hier vergebens. Das Runtersausen verläuft mehrheitlich durch absolute Finsternis, ganz vereinzelte Lichteffekte wie z.B. ein Sternenhimmeltunnel werten die Fahrt etwas auf. In der finalen Helix begegnet man dann schliesslich dem Drachen, dann rollt man bereits wieder aus der Burg raus und zurück in die auf einer Art Veranda platzierte Station.

War das nun eine Dreiviertelstunde Wartezeit wert? In einem normalen Park würde ich mit einem "wohl käumstens" antworten, am heutigen Tag im hiesigen Park mit seinem Portfolio an Scheiss-Abfertigungen und Schnarchbahnen war dies aber tatsächlich eins der kleineren Übel. Die zahlreichen hier mitfahrenden Kinder hatten jedenfalls einen Heidenspass.


Endlich schlug die Stunde dann Le Monstre!


Es waren zwar beide Seiten in Betrieb, aber ich muss ja nicht extra erwähnen, dass dort jeweils nur ein Zug à 20 Passagiere zum Einsatz kam und sie natürlich auch nicht synchron abgefertigt und -geschickt wurden. Angesichts der heute ja nun stolzen Besuchermenge hat man bei diesem Anblick wirklich eine inbrünstige Wut im Bauch auf die hierfür Verantwortlichen. Und eine noch grössere, wenn man bedenkt, dass die zuvor hier eingesetzten Morgan-Züge dank des leichteren Gewichts jeweils acht Passagiere mehr fassen konnten. So sehr ich die PTC-Züge sonst auch liebe: für so einen Fall sind sie schlicht ein Griff ins Klo.

Die nächste halbe Stunde meiner Ferien sah dank einem längeren Breakdown auf beiden Seiten der Anlage dann so wie oben abgebildet aus: auf der Flashpass-Treppe hockend, in der Nachmittagssonne verbrutzelnd, keinen Kenntnisstand über den aktuellen Zustand der Bahn habend, entnervte und schier vor dem Kollaps stehende Schlangen-wieder-Verlasser beobachtend... Ich hab mich echt gefragt, was ich eigentlich hier mache. So weit bin ich schon gesunken, um heute meinem Hobby frönen zu können? Ich sitze seit einer Viertelstunde auf einer Holztreppe fest, um mich - sofern man das Problem überhaupt in den Griff kriegt - dann für eine potentiell beschissene Gross-Holzachterbahn vor Leute zu drängeln, die schon stundenlang dafür gewartet haben. Und hab auch noch dafür bezahlt, for fuck's sake! Breakdowns passieren nun mal, aber am heutigen Tag hätte dieser mir nicht ungelegener kommen können. Die eingeschränkte Sicht auf die Station und die Tatsache, dass man an dieser Stelle Durchsagen nicht mithören konnte haben natürlich auch nicht weitergeholfen. Mit Abstand eine der scheusslichsten, traurigsten und unspassigsten Episoden dieser Ferien.


Der zwischenzeitlich eingebuchte Termin für Goliath war auch noch in weiter Ferne...


Eine dreiköpfige Gruppe von Teenie-Mädchen schräg neben uns in der Normalschlange stand wohl auch kurz vorm Aufgeben, da erblickten sie jedoch einige Begleiterinnen ausserhalb der Queue und baten diese, ihnen Wasser zu kaufen, da sie nun schon seit zwei Stunden hier anständen und es einfach nicht weiterginge. Prompt schossen die Begleiterinnen einige Zeit später zwei Wasserflaschen in die normale Queue hoch, welche die drei Anstehenden natürlich sofort runterleerten. Inständig baten sie die anderen darum, dass sie ihnen die Flaschen am nahen Trinkbrunnen kurz auffüllen und wieder hochschmeissen mögen. Was sie bald darauf auch taten - nur fiel die zweite Flasche dann in die Fastpass-Queue hinein, weil die Anstehenden sie nicht fangen konnten. Eins der Mädchen hinter mir in der Flashpass-Schlange erbarmte sich ihrer, holte die Flasche und schmiss sie den Anstehenden dann doch noch erfolgreich zu - was auf dem obigen Foto dokumentiert ist. Angesichts ihrer ausgetrockneten Kehlen bedankten sich die normal Anstehenden erstaunlich lautstark und schletzten das Wasser nur so runter, wie man gut Schweizerdeutsch hier sagen würde. Ja, für eine nicht enden wollende halbe Stunde lang war dies das fesselndste Entertainment. S

Andere hatten weniger Glück - die Ungewissheit darüber, wie lange diese Zwangspause denn noch dauern würde, war für manche dann einfach zu viel. Eine entnervte Mutter verliess auch nach angeblich mehr als zwei Stunden vergeblichen Wartens die Schlange mit ihren zwei weinenden kleinen Töchterchen, die nun schlicht Hunger und Durst hatten. Ich möchte all diejenigen, die hier im Forum und der sonstigen Internetsphäre einen auf Verständnis für die Generierung von künstlicher Nachfrage nach Flashpässen machen, wirklich inständig darum bitten, sich eine solch wirklich herzzerreissende Szene mal aus der Nähe anzusehen und sich genau zu überlegen, ob ihn oder sie das im Namen von Wirtschaftsfreiheit tatsächlich kalt lässt. Diese Familie war nur hier, um etwas Spass zu haben - und bloss weil sie sich den "falschen" Park, die "falsche" Bahn und den "falschen" Zeitpunkt für natürliche Bedürfnisse ausgesucht haben, werden ihnen nun zwei Stunden ihres Lebens für nichts und wieder nichts gestohlen? Gerade nach eindringlichem Mitkriegen einer solchen Geschichte sollte nun schlicht und ergreifend der gesunde Menschenverstand einsetzen, so dass man zum Schluss kommt: sowas darf und soll in einem Freizeitpark einfach nicht passieren. Punkt. Zwei kleine Mädchen an einem Ort, wo man eigentlich hingeht um Spass zu haben, so weinen zu sehen, während im Hintergrund ein komplett fehlgeleiteter Systemmechanismus am Werk ist, der genau solche tragischen Auswüchse in vollem Bewusstsein als Basis in Kauf dafür nimmt, um den Leuten noch mehr Geld abzuknöpfen... Das ist schlicht und ergreifend asozial und widerlich. Ihr könnt euch ja sicher denken, dass ich mir mit meinem roten Tamagotchi am Karabinerhaken jetzt noch dreckiger als eh schon vorgekommen bin. Will ich hier wieder ein Anti-Flashpass-Plädoyer halten? Nein, das Thema ist gerade im Parkjournal-Forum weiss Gott schon zur Genüge durchgekaut, ich werde bei entsprechender Diskussionsentfachung in den Kommentaren nicht mehr drauf eingehen und wie man sieht war ich zwecks Ferienkomfort-Rettung ja auch nicht stark genug, mich dem System zu widersetzen und halt nicht alle Bahnen zu schaffen, was wohl eh einiges an Credibility Points kosten würde. S Ich möchte vielmehr darauf aufmerksam machen, wie mies man sich an diesem Tag noch zusätzlich gefühlt hat, wenn man auch nur ein bisschen Herz hat - denn dann wird das abschliessende vernichtende Fazit dieser Review über diesen eigentlich mit viel Potential beschenken Park umso nachvollziehbarer. S


Unter tosendem Applaus wurde die Bahn nach 35 Minuten Treppenhockerei dann aber doch noch in Betrieb genommen und etwa zwei Zyklen später, was ca. einer weiteren Viertelstunde entspricht, durfte auch ich endlich irgendwo in der Mitte Platz nehmen.




Der Lifthill ist bis auf etwa drei Viertel der Starthöhe unfassbar langsam - etwa so wie der des hiesigen Boomerangs. Dann wird die Kette aber plötzlich beschleunigt und aus knapp 40 Metern poltert man dann ins Verderben. Wie erwartet war diese Bahn die reinste Prügelmaschine - nicht gerade so schlimm wie Cedar Points Mean Streak, aber vor allem in sämtlichen Tälern schon ziemlich nah dran. Was ich aber fast noch unangenehmer fand: viele der Kurven wurden wegen Trimbremsen sehr gemächlich durchfahren, wiesen aber trotzdem die für Vollspeed konzipierte Neigung auf - besonders in der grossen Rumschwenk-Helix und in den Passagen danach lag ich praktisch seitlich mit vollem Gewicht auf dem harten Sitztrenner und musste mich ultra-awkward nach rechts stemmen, um meine Sitznachbarin nicht zu zerquetschen. Bei PTC-Zügen normalerweise kein Problem, da man sich mit der rechten Hand ja an der Wagenwand hochziehen könnte, hier natürlich unmöglich, da man diese Seitenflügel angebracht hat, die Hades 2012 auch hatte, damit die Passagiere die Hände nicht in die Höhe oder aus dem Zug raus strecken. Ich muss der Bahn - oder vielmehr der grünen Seite, für die der Flashpass ja galt - allerdings auch zwei mehr als nur nette Airtimestellen zugute halten: die Abfahrt vom zweiten Hügel direkt ins Seitenstützwerk des Lifthills hinein und irgendeine der Kleinstkuppen im abschliessenden Rumgegurke vor der Schlussbremse. Über 50 Minuten Wartezeit für so eine Fahrt waren dann aber doch etwas hart an der Grenze - genau wie die Fahreigenschaften. S Ernsthaft: ein Woodie, den man einfach nur vergessen will.

Tjaaa, und dann galt es noch eine gute Eindreiviertelstunde totzuschlagen bis zu meinem Goliath-Termin. Nur hatte ich angesichts des gemeinen Einzugbetriebs auf sämtlichen Bahnen ausser Goliath und Ednör halt zu so rein gar nichts Lust. Die Monorail war auch zu, ebenso waren inzwischen die meisten Flatrides in der Nähe des Hintereingangs geschlossen, die am Morgen noch in Betrieb waren. Auch die Neuheit dieser Saison, ein Chance Falling Star namens Gravitor, war noch nicht einsatzbereit. Was für ein Scheisspark, ey. Ich tätigte also wahrhaftig noch eine Fahrt auf Ednör mit 40 erträglichen Minuten Wartezeit in der Regulär-Queue, zweimal fuhr ich auch noch einmal mit dem Aussichtsturm. Dann ging ich noch kurz zum Auto raus, um Goliath zu fotografieren und um eine kleine Snackpause einzulegen. Ansonsten hing ich einfach an Schattenplätzen am See und um Goliath rum, bis das Tamagotchi endlich vibrierte und ich in die Flashpass-Queue durfte.


Und dort stand ich noch einmal geschlagene 50 Minuten an. Nicht etwa wegen einer Panne wie auf dem Monstre, sondern schlicht und ergreifend aufgrund der Scheisshaftigkeit (vgl. Balog 2009: 1 S) der Abfertigungen durch diese verfluchten VR-Dinger. Ich möchte mich an dieser Stelle selbst aus dem Six-Flags-Neuheiten-Thread zitieren, da ich es treffender wohl nicht noch einmal hinkriege:

Zitat Jeder einzelne, der so ein Ding während der Fahrt wollte, hielt den Betrieb minutenlang auf. Alle Ride-OPs zupften, zerrten und zurrten bei jedem einzelnen Kandidaten an diesen Dingern herum, dass es fast nicht mit anzusehen war. [...] Mein Zug stand vor Abfahrt geschlagene acht Minuten in der Station. Acht. Nach einer 50-minütigen Wartezeit in der Fastpass-Schlange.

Fast eine qualvolle Stunde später ging es um 18.00 Uhr dann endlich den Lifthill hoch. Und wohlgemerkt hatte die Digitalanzeige in der Station denselben Rücklauf wie die Uhren auf den Fastpass-Qbots - tatsächlich war es also noch etwas später. Zusammen mit den maschinengewehrartigen Laserschussgeräuschen, welche die vollen acht Minuten im Stationsstillstand lang stets aus dem VR-Teil meines Sitznachbarn erklangen genug, um mich nach so einem Tag halb in den Wahnsinn zu treiben!!! S




Jetzt gucke man sich die geniale Lage direkt am St.-Lorenz-Strom dieses schicken Kleinsthypers doch einmal an und erkläre mir gehaltvoll, warum denn ausgerechnet diese Bahn diese kapazitäts- und sichtkillende Scheisse aufgebrummt bekommen soll?! Meine Fahrt ohne VR-Brille war nämlich einfach nur der Oberhammer! Zur Zeit bin ich bei den Clamshell-Bügeln "zwischen zwei Klicks", wo zur oberen Einraststufe eine gute Handbreite Platz bleibt und ich mit allem Drücken und Pushen die nächste alleine nicht hinkriege - das war bei sämtlichen B&M-Hypern dieser Reise so und die Ride-OPs haben bis auf eine einzige Ausnahme bei Diamondback auch keine Anstalten gemacht, da noch zu "stapeln".

Entsprechend ist mir jeder B&M-Hyper-Airtimemoment dieser Reise eingefahren, weil ich viel mehr als sonst abgehoben bin - und hier auf Goliath eben sogar gefühlt noch stärker, und das in der vierten Reihe! S Möglich, dass es am guten Eingefahrensein durch die nun doch fortgeschrittene Tagesstunde lag oder auch daran, dass diese Fahrt auch ohne VR-Brille mit allen Sinnen in vollen Zügen genossen wurde, da sie - mal wieder helvetisch ausgedrückt - tamihueresiech hart verdient werden musste. Aber Goliath ist trotz seinen vergleichsweise geringen Höhen- und Geschwindigkeitsdimensionen sofort zu einem meiner Lieblings-B&M-Speedcoaster aufgestiegen! Irgendwie ist die Parabelform der Hügel hier wohl ganz leicht anders, so dass die Airtime auf sämtlichen Abfahrten wirklich feste und lange bis ganz in die Täler runter angehalten hat. Zusammen mit dem genialen Setting in der Abendsonne kam also wahrhaftig eine Fahrt dabei raus, die sich mindestens in die Top 5 des persönlichen B&M-Hyper-Rakings hochkatapultiert hat - magnifique! Smilie :944: - Balmera - 276289 Zugriffe






Tatsächlich musste ich bei diesem vom Parkplatz gemachten Foto des First Drops stressen, den Zug überhaupt noch draufzukriegen, denn so früh hab ich ihn nach der bisherigen Taktung gar nicht erwartet. Er sauste wahrhaftig schon vier Minuten nach dem vorangegangenen da runter, hielt damit den ungeschlagenen Tagesrekord, und dicht rangezoomt erkennt man auch warum: kein einziger der Fahrgäste hat hier eine VR-Brille auf. Hätte mich heute nicht mehr gewundert, wenn mir die Passagiere dieser Runde erzählt hätten, dass die VR-Brillen gerade dann alle kaputt gegangen sind - meinetwegen auch auf französisch. Smilie :413: - Diddi - 93210 Zugriffe

Nach fünf, ja, fünf geschlagenen Minuten Stillstand in der Schlussbremse erreichten dann also auch wir die Station und damit war der letzte der heute nervlich schaffbaren acht Counts erledigt. Nach beinahe acht Stunden, bordel de merde! S Ich war echt fix und foxi. Trotzdem musste ich nun noch einmal den ganzen Park durchschreiten, um mein Warte-Tamagotchi im Büro beim Vordereingang zurück zu geben. Und dann erneut, weil das natürlich der schnellste Weg zum Hinterausgang und zu meinem dort abgestellten Auto war. Ich nutze daher die Gelegenheit, euch die Restfotos entlang dieser Route zu präsentieren:








Le Splash


Mini-Starflyerchen Vol Ultime. Der Turm ist wirklich nur 45 Meter hoch und die Sesselchen werden nicht einmal bis zur höchstmöglichen Stelle hochgefahren.


Junge, hat dieser Mäcces ein grosses und beschissenes Playland!


Kettenflieger Tour de Ville


Freefall-Tower Orbite


Wildwasserbahn La Pitoune




Demon, ein Mondial Roll Over


Hon-hon-hon. Smilie :1015: - Frossi - 143654 Zugriffe


Und mit diesem abschliessenden Bild, das durch die seit Jahren durchgeschmierten Scheiben der Spirale gemacht wurde, verabschieden wir uns, würde ich meinen, recht passend von meinem schlimmsten je durchlebten Freizeitparkbesuch.

Nun, man hat es aus der Revue wohl schon dezent rauslesen können, aber es sei hier im Fazit noch einmal versichert: Was sich an diesem 3. Juni in La Ronde gezeigt hat war schlicht und ergreifend eine Vollkatastrophe. Eine 40-Minuten-Schlange, um überhaupt hinein zu gelangen. Einzugbetrieb auf fast jeder Bahn trotz anständig gefülltem Park. Abfertigungen, die einen dermassen verzweifeln liessen, dass ich mich dazu getrieben sah, meine Flashpass-Virginität zu opfern. Dehydrierte, kurz vor dem Kollaps stehende und in fiesesten Queues zusammengepferchte Menschenmassen, die an einem eigentlichen Vergnügungsort ein grenzwertig ironisches und trauriges Bild zeichneten. Und zu allem heran dann sogar noch hundsmiserabel schlechte Bahnen, wenn sie nicht gerade aus Schweizer Feder stammten. La Ronde war nicht gross verwunderlich mit sehr grossem Abstand der allerschlimmste Tiefpunkt dieser Ferien und ich möchte behaupten auch einer meiner gesamten Coaster-Fanboy-Karriere. Ich würde diesen Park verdreschen, wenn ich das könnte. Den für dieses Desaster Verantwortlichen wünsche ich ganz "Schwere soziale Probleme und Zeug mit Kelly"-gemäss den Hefepilz dahin, wo er sie wirklich stört! Knet-knet-knet-knet-knet!!! S Wer also jemals deswegen nach Montréal zu reisen gedenkt: seid gewarnt und überlegt es euch lieber siebenmal. Ich persönlich würde diesem an sich wunderschön gelegenen und durchaus mit einem gewissen Charme angelegten Park nach dieser Vorstellung nun keine Träne mehr nachweinen. La Ronde - la honte!

Selbstredend musste auf diesen Tag natürlich noch ein Freitagabendstau auf der Fahrt zurück zur Pont Jacques-Cartier folgen, so dass die nur zehn Kilometer lange Fahrt zu meinem Quality Inn in Brossard 35 statt 15 Minuten beanspruchte. An der dortigen Rezeption angekommen musste ich natürlich eine grosse Gruppe Skinheads oder so vor mir haben, die zwar vier Zimmer wollten, aber nur eine Kreditkarte fürs Depot dabei hatten. Und auch mein seit dem Durchschreiten des Westernbereichs in La Ronde gehegter Essenswunsch nach einem Footlong Meatball Sub von Subway wurde mir bei der anschliessenden kleinen Einkaufstour verwehrt, da trotz ubiquitärer Anpreisung des Spezialpreises keine Fleischbällchen mehr vorhanden waren. Ich hätte ausflippen können, stopfte den Ärger jedoch mit einer viel kanadischeren Bacon-Sandwich-Variante und Poutine vom BK neben dem Hotel zu. Was für ein Tag, ey. Ich plumpste nur noch ins Bett und schlief meinen grenzenlosen Frust weg.


Am nächsten Morgen erwachte ich wieder zeitig und hatte nur noch einen Wunsch: fluchtartig zurück in die USA zu düsen. Ein Frühstück wäre zwar inkludiert gewesen, aber im Bedienrestaurant des Hotels. Daher langten mir ein Kaffee aus der Maschine in der Lobby und ein paar gestern noch gekaufte Süssteilchen, so dass ich um 07.20 Uhr bereits zur längsten Fahretappe dieser Ferien aufbrach, die runde 700 km und mit ein paar Pausen den ganzen Tag beanspruchen würde.


Die erste solche erfolgte an der schon bald wieder erreichten Grenze, was bei nur etwa vier oder fünf Fahrzeugen vor mir in der Spur keine zehn Minuten dauerte.




Die zweite in Lake George, wo ich problemlos mein Handykabel in der Travelodge zurück erhielt.

Übrigens löste das Navi kurz zuvor das Rätsel um "Ausable Chasm" durch eine etwas logischere Schreibweise des einen Verzweigungsschilds: der mysteriöse Name hat nichts mit einem was auch immer -baren Verb zu tun, sondern ist schlicht ein zusammengeschriebenes "au sable" - "am Sand" - das ihm von seinem französischstämmigen Entdecker so verpasst wurde. S


Die dritte Pause zum persönlichen und fahrzeugtechnischen Energietanken bei Perkins und Mobil in Newburgh. S


Und die vierte in den berühmten Woodbury Outlets, wo ich trotz überwältigender Auswahl doch nicht fündig geworden bin.


Nach ganz runden neun Stunden Reisezeit war ich dann in den Hawthorn Suites in Fogelsville PA angekommen und hab meine schöne kleine Suite bezogen.


Da die Six-Flags-Parks dieser Tour zum Glück nun abgeschlossen waren konnte mich und mein Nagelscherchen auch davon nichts mehr abhalten. S

Das wärs nun also gewesen. Ich verspreche aber: ab hier geht es stimmungsmässig fast nur noch aufwärts. Einen guten Hinweis darauf haben diejenigen wohl schon gefunden, die Fogelsville gegooglet haben: der nächste Bericht wird aus dem Dorney Park folgen. Bis dahin: entschuldigt bitte das Frustdumping und habt recht vielen Dank fürs Lesen! S
"Sometimes your shallowness is so thorough it's almost like depth."
Tejay
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Assistent Thorsten Janke
Bochum
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Avatar von Tejay
Link zum Beitrag #969603 Verfasst am Mittwoch, 06. Juli 2016 18:02 1 gefällt das Relax
Ich habe mit dir gelitten beim Lesen. Kann das Zelebrieren des Zerschneidens auf dem letzten Bild sehr gut nachvollziehen. Und, hey, ein Condor-Foto st auch noch dabei! Bin schon auf the Home of Hydra mit deinen Augen gespannt.
mülla
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Aufsteiger Simon

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Avatar von mülla
Link zum Beitrag #969666 Verfasst am Donnerstag, 07. Juli 2016 10:06 1 gefällt das Relax
Herzliches rückwirkendes Beileid.

Um es sehr kurz zu halten: Nicht unbedingt die Fast Passes sind das Schlimme, viel schlimmer ist es wenn ein Park den Verkauf derart erzwingt, siehe auch Port Aventura. Ein Unding... Ich wünschte Parks würden mehr auf ihren Ruf geben, auch wenn sich der unter den Durchschnittsbesuchern weniger stark verbreiten mag.
No Limits
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Redakteur Tobias Michel
Düsseldorf
Deutschland . NW
 
Avatar von No Limits
Link zum Beitrag #969668 Verfasst am Donnerstag, 07. Juli 2016 11:24 Relax
Danke für diesen leider sehr traurigen Bericht. Manchmal frag ich mich, wie ein Park mit einer solchen Mentalität überhaupt überleben kann. Denn eines kommt dort ja offensichtlich deutlich zu kurz: Der Spaß. Das wofür solche Vergnügungsstätten eigentlich überhaupt erst erfunden wurden.
Voschi
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Aufsteiger Andreas Vogel

Deutschland . BW
 
Avatar von Voschi
Link zum Beitrag #969705 Verfasst am Donnerstag, 07. Juli 2016 17:35 Relax
Vielen Dank für den Bericht und deine Warnung. Du hattest es ja schon angekündigt S
Wirklich schade wenn ein Tag, der eigentlich dem Spaß gewidmet ist, mit gewalt kaputt macht.
Vorallem da der Park ansonsten wirklich schön aussieht und liegt.

Lacront er also jemals deswegen nach Montréal zu reisen gedenkt: seid gewarnt und überlegt es euch lieber siebenmal.


Ich habe ja schon mit dem Gedanken gespielt, den Park in die nächstjährige Tour aufzunehmen. Aber das überlege ich mir jetzt definitiv noch mal genau...
JPeschel
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Mitglied

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Link zum Beitrag #988302 Verfasst am Donnerstag, 13. Juli 2017 15:15 3 gefällt das Relax
Voschi Ich habe ja schon mit dem Gedanken gespielt, den Park in die nächstjährige Tour aufzunehmen. Aber das überlege ich mir jetzt definitiv noch mal genau...


Ich habe den Park in meine diesjährige Tour aufgenommen, und es nicht eine Minute lang bereut.

Nachdem die FKF-Tour am Freitag in Toronto endete und ich dort noch etwas Sightseeing unternommen habe, ging es noch für zwei Tage nach Montreal, mit einem Besuch in La Ronde am Montag, dem 10.7.2017. Daniels Warnungen noch im Hinterkopf habe ich mich direkt in die zwei Windungen lange Schlange vor der Sicherheitskontrolle gestellt, die dann aber schon 30 Minuten vor Parköffnung begann und sehr schnell geschafft war.

Als dann um kurz vor 11 schon die Seile zu den Parkbereichen fielen, ging es zunächst zur Maus. Die hat aber nicht, wie alles andere, was ich sehen konnte, pünktlich den Betrieb aufgenommen, sondern war defekt und der Wartebereich wurde geleert. Sollte es etwa doch ein Lacront-Gedächtnistag werden?

Also weiter zum Super Manège. Walk-on mit freier Sitzplatzwahl. Dann zum Boomerang. Walk-on mit freier Sitzplatzwahl. Wenn man schon mal da ist, noch den Afterburner namens Manitou mitnehmen. Natürlich ohne Wartezeit, dafür schwingt der aber auch höchstens halb aus.

Als nächstes Monstre. Die grüne Seite fuhr, die Wartezeit lag bei einem Zug, also knapp 5 Minuten. Bei der blauen Seite gabe es noch Testfahrten. Da die Dummies aber schon entfernt wurden, war zu vermuten, dass die zweite Seite auch bald öffnen würde. Da lag meine Wartezeit später am Tag dann tatsächlich bei 30 Minuten. Die Züge werden absichtlich mit einem Versatz von 15-20 Sekunden abgefertigt. Laut Auskunft eines Mitarbeiters wird das gemacht, um die Struktur zu schonen.

Der SLC fuhr mit zwei Zügen, also Walk-on bei freier Sitzplatzwahl. Bei Goliath waren auch zwei Züge im Einsatz, von VR war allerdings nichts mehr zu sehen. So fand meine erste Fahrt statt bei, natürlich, Walk-on mit freier Platzwahl. Später am Tag lag die Wartezeit kurzzeitig einmal bei 15 Minuten, meistens so bei 5. Die Abfertigung war super, die Züge konnten allermeistens aus der Schlussbremse direkt in die Station rollen.

Inzwischen war die Maus auf, der Wartebereich war aber halb gefüllt. Das war jedoch nicht tragisch, es gibt ja einen Zugang für Single Rider. Drei Wagen bzw. 4 Minuten nach Ankunft war ich auf dem Lift.

Dann also weiter in den anderen Parkteil zu Vampire. Zweizugbetrieb und Walk-on bei freier Platzwahl. Nach 1,5 Stunden im Park waren 7 von 10 Achterbahnen gemütlich gefahren.

Mittags setzte kurz leichter Nieselregen ein, und in diesem Fall machen Monster und das Riesenrad als erstes zu. Bei dem Riesenrad vergingen nach dem Niederschlag fast 1,5 Stunden bis zur Wiedereröffnung, was so ziemlich die einzige schlechte Erfahrung an meinem Besuchstag war. Zu dieser Zeit lag die Wartezeit bei Dragon bei ca. 20 Minuten, aber dafür sind das Ende des Wartebereichs und die Fahrt ja überdacht.

Die insgesamt längste Wartezeit gab es bei der Neuheit Titan, der Zamperla-Schaukel, mit 45-75 Minuten. Auch hier gibt es Single Rider, der Vorteil ist bei einer einzigen Gondel mit 40 Plätzen aber natürlich deutlich geringer als bei einer Maus mit Viererfahrzeugen.

Die Kinderachterbahn Marche du Mille-pattes ist für Erwachsene nur in Begleitung eines Kindes fahrbar. Da ich keine Lust hatte, mir eines auszuleihen, habe ich einfach beim Gästeservice nachgefragt, da sich auf der Tour herausgestellt hat, dass es bei Cedar Fair Parks Ausnahmegenehmigungen gibt, wenn man danach fragt. Die gibt es hier zwar nicht, aber ich sollte kurz vor Parkschluss dorthin gehen, dann könne ich fahren, das würde mit der Operateuse geklärt. Auch das hat dann also bestens funktioniert.

Alles in allem war der gesamte Park in den 10 Stunden äußerst entspannt machbar, und es waren auch Wiederholungsfahrten auf Dragon, Vampire und Goliath drin. Letztere bin ich 6 oder 7 Mal gefahren. Zwar wurden bei Vampire und dem SLC im Laufe des Tages jeweils die zweiten Züge von der Strecke genommen, aber die Wartezeiten blieben trotzdem unter 15 Minuten.

Insgesamt war es also ein toller Tag. An den Operations gab es jedenfalls überhaupt nichts auszusetzen. Einziger Wermutstropfen war der Stand-Up Cobra, der unschön abgezäunt und SBNO auf seinen Abriss wartet. Wenn eine Attraktion schon ihre Lebenszeit hinter sich hat, dann darf man sie gerne direkt abreißen und nicht als Salz der entgangenen Seltenheit in die Wunde gerieben bekommen. Ansonsten war der generelle Zustand an einigen Ecken nicht toll. Beim Aussichtsturm zum Beispiel konnte man an vielen Stellen erkennen, welche Farbschichten dort im Laufe der Jahre aufgetragen wurden. Aber auch das konnte meinen positiven Gesamteindruck nicht trüben. Wer also jemals wegen La Ronde nach Montréal zu reisen gedenkt: überlegt nicht lange und macht es.

Jochen
Lacront
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Mitglied Daniel

Schweiz . ZH
 
Avatar von Lacront
Link zum Beitrag #988313 Smartphone verfasst am Donnerstag, 13. Juli 2017 21:34
2 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.2017 22:00
Themenersteller
Relax
Hi Jochen, vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, der doch ein ganz anderes Bild von diesem an sich ja schönen Park zeichnet. Zeigt halt wieder mal, wie tages- und von Glück abhängig sowas sein kann. Und lässt mein Herz grad ein bisschen bluten. S

Warum konnte man auch an meinem Besuchstag nicht schon eine halbe Stunde vor Betriebsbeginn mit der Sicherheitskontrolle anfangen? Wieso gabs nur bei mir diese mühsamen Staggered Openings und fast überall Einzugbetrieb? Weshalb musste diese unsägliche VR-Plagerei auf Goliath sein? Und wer hätte ahnen können, dass es an einem 3. Juni so viel voller sein würde als an einem 10. Juli...? Äch.

Die Single Rider Line an der Zamperla-Maus hätte ich ja auch gut gebrauchen können, aber entweder hab ich sie übersehen oder es gab sie damals schlicht noch nicht. Kannst du mir sagen, wo genau sich denn der Zugang dazu befindet?
JPeschel
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Mitglied

Deutschland . BY
 
Link zum Beitrag #988339 Verfasst am Freitag, 14. Juli 2017 12:45 1 gefällt das Relax
Lacront Kannst du mir sagen, wo genau sich denn der Zugang dazu befindet?


Der ist am Eingang der normalen Warteschlange ausgeschildert und befindet sich auf dessen Rückseite, zum McDonalds hin. Man kommt also die Treppe auf der Einstiegsseite hoch, aber von der Liftseite aus, nicht der Schlussbremse.

Single Rider ist dort aber wohl tatsächlich neu oder zumindest extrem unbekannt, da die Operateuse recht überrascht war und von ihrem Supervisor eingewiesen wurde, wie das Prinzip funktioniert.

Wir hatten wirklich Erlebnissse so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Wenn es mir wie Dir ergangen wäre, dann hätte ich auch kein gutes Haar an dem Park gelassen. Zumal das Rideportfolio ja bis auf Monstre ziemlich austauschbar ist.
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