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Festyland in Frankreich
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[Tron-Tron-Trône] Festyland
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Stormrunn3r
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Redakteur Tobias Kathke

Deutschland . HH
 
Avatar von Stormrunn3r
Link zum Beitrag #1011188 Verfasst am Sonntag, 17. Februar 2019 15:26
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Festyland



Der letzte Tag meiner Achterbahnreise durch Frankreich sollte mit einem Knaller beginnen. Die Achterbahn 1066 – nicht zu verwechseln mit dem erfrischend charmanten Lager Kronenbourg 1664 – hat es mir vor langer Zeit angetan, als ich die ersten Bilder ganz zufällig auf der Achterbahndatenbank Rcdb gesehen habe. Es war also klar, hier müsste ich irgendwann mal hin. Die eine oder andere Neuheit kam in der Zwischenzeit dazu, doch über den 1989 gegründeten Freizeitpark wusste ich bis zum Besuch nicht sonderlich viel.

Am Stadtrand des Örtchens Carpiquet bei Caen befindet sich die Zufahrt zum Festyland. Sein Auto stellt man auf dem Parkplatz direkt neben der Nationalstraße 814 ab; der Park selbst befindet sich auf der anderen Seite dieser und ist über einen breiten Tunnel zu erreichen, der jedoch in simpler Wellblechoptik statt der Gardalandischen Diskothek daherkommt. Der Eingangsbereich selbst ist einladend und versetzt einen sogleich in die Zeit der Belle Époque. Nach einem angenehmen Chat mit dem Kassenpersonal und mit der bis dato noch neuesten Ausgabe des Festy Telegraphs – dem recht aufwändigen Parkführer des Freizeitparks – ausgerüstet konnte es auch sogleich auf Erkundungstour gehen.





Hier geht's rein.














Vorbei an zahlreichen Kinderfahrgeschäften – darunter auch die Oldtimerfahrt Nationale 13, die zwar nicht den Namen des Périphérique um Caen trägt, dafür den der darin mündenden Straße –, sowie der Cafeteria des Parks geht es sogleich in Richtung der größeren Fahrgeschäfte des Freizeitparks. Den Anfang macht dann der kleine Familienfreifallturm La Tour d’Esnambuc aus dem Hause Zamperla. Die Fahrt auf dem Sky Tower bietet eine tolle Aussicht und zahlreiche mundwinkelverändernde Hopser, welche vor allem jüngere Parkgäste zum Dauerfahren anstiften dürften.


Tour d'Esnambuc


Mich selbst zieht es dann doch lieber in die Hände einer Soquet-Achterbahn. Gut, dass uns bereits seit längerer Zeit der Drakkar Express anlächelt. Der Eingang der Anlage befindet sich jedoch im überaus aufwändig gestalteten Wikingerthemenbereich; Heimat des Parkmaskottchens und Aushängeschild des Freizeitparks. Hierfür biegen wir vom Hauptweg an der Pferdereitbahn Chevauchée de Guillaume nach links ab.

Die Fahrt auf der dienstältesten Achterbahn des Parks beginnt mit einer Linkskurve, woraufhin nach einer kurzen Gerade der Lifthügel erreicht wird. Der Steigung des Geländes folgend geht es sogleich nach oben. Hier genießen wir ein wenig die Aussicht auf die umliegende Umgebung, ehe wir uns ins Tal stürzen. Mit Schwung geht es nun durch eine parallel zum Hauptweg befindliche Senke, die mit einem kleinen Wasserfall und einem Teich wunderbar in Szene gesetzt wurde. Weiterhin der Linkskurve folgend erklimmen wir einen Hügel und stürzen uns ein weiteres Mal rasant gen Boden. Im Close Call mit der linksseitigen Vegetation geht es nun durch eine weitere Senke, in der wir auch das erste Mal die Richtung wechseln. In einer ans Gelände angepassten 270° Helix legen wir etwas an Höhe zu, woraufhin wir die eben absolvierten Strecke überqueren und uns sogleich in einer Linkskurve gen Boden werfen. Nun rasen wir über einen kleinen Hügel an der Rückseite der Station, an dem sich dann die finale Helix in seichter Bayernkurvenmanier anschließt. Nach einem kurzen Anstieg ist die Station dann auch wieder erreicht und der Zug wird gebremst. Eine zweite Runde schließt sich an.



















Der Drakkar Express ist eine überaus nette Kinderachterbahn französischer Bauart, die im Vergleich zu anderen Anlagen des Herstellers jedoch ein wenig zahmer daherkommt. Die Fahrt ist super und kann durch ihre Anpassung an das vorhandene Terrain überzeugen. Blöderweise führt einem der Ausgang der Anlage zurück auf den Hauptweg des Freizeitparks, wodurch man für mögliche Wiederholungsfahrten immer einmal um die finale Helix der Anlage herumlaufen muss.

Die nächste Attraktion auf unserem Rundlauf ist der Air Race Miolnyr. Das Überschlagsfahrgeschäft aus 30t Stahl bietet eine aufregende, leicht monotone und absolut schwindelerregende Fahrt mit Überschlägen in Dauerschleife. Ein tolles Geschäft, wofür sich die Investition von einer Million Euro absolut gelohnt hat.


Miolnyr


Nebenan besticht der Kinderbereich des Freizeitparks in seiner vollen Pracht. Neben einem kleinen Teetassenkarussell und einem Jump Around in Froschoptik überzeugt dieser Bereich vor allem durch sein überdachtes Bällebad und den beiden Neuheiten für diese Saison. Mit dem Rockin’Tug Niorty und der Kindereisenbahn Troll Roll hat man eine echt schöne Fahrgeschäftssymbiose geschaffen, die man so nur selten in Freizeitparks antreffen kann. Ein echt schöner Bereich, der den Kleinen sicherlich sehr zusagen dürfte.


Bällebad



und die Neuheiten 2018 (Niorty und Troll Rock)


Uns zieht es derweil wieder zurück zum Hauptweg, woraufhin wir uns weiter den Hügel hinab begeben. Hier stehen mit der Schlauchbootrutsche Pirat’Ak und der Schiffschaukel Cap’tain Roc zwei Klassiker, die in keinem französischen Freizeitpark fehlen dürfen. Etwas wilder hingegen geht es auf der Disk’O Le Grand Tournoi zu. Druckreich und überaus rasant geht es mit der Scheibe über die U-förmige Strecke.


Cap'tain Roc,



Pirat'Ak



und die Disk'o



Le Grand Tournoi.



Eine Ebene weiter oben treffen wir auf weitere Fahrgeschäfte aus italienischer Produktion. Neben dem Kettenflieger Tourny und der Berg- und Talbahn Valhalla zieht hier vor allem die Drehschaukel Eretic alle Blicke auf sich. Typisch Zamperla bietet diese eine schwungreiche Fahrt mit allerlei Airtimemomenten. Leider dreht sich die Anlage vom Typ Discovery hier nur monoton in eine Richtung, wodurch die Fahrt wenig abwechslungsreich daherkommt; dabei sind wir hier doch gar nicht auf einer HUSS Großschaukel. Schade!


Die Drehschaukel Eretic komplementiert



mit dem Kettenflieger Tourny



und der Berg- und Talbahn Valhalla das Rundfahrgeschäftsportfolio.


Für den richtigen Dreh müssen wir also eine andere Anlage aufsuchen. Zum Glück steht in diesem Park ein Hydro Lift von Zamperla. Kenner dieser Anlagen wissen was sie hier erwartet – alle anderen werden von der wilden Rutschpartie dieser Raftinganlage absolut überrascht werden: Es gibt schlichtweg keine vergleichbaren Anlagen, die den Dreh so gut raushaben.

Dabei beginnt die Fahrt auf Kaskade noch vergleichsweise harmlos. Nach einer kurzen Rechtskurve erwartet einem sogleich der Vertikallift der Anlage, der einen flink nach oben befördert. Dort angekommen kippt der Aufzugskorb nach vorne und wir rollen sogleich auf die Wasserrutsche. Mit Schwung werden wir nun in die erste Helix geworfen, woraufhin wir uns anfangen beständig im Kreis zu drehen. Nach einem wilden S-Kurven-Manöver am Turm entlang drehen wir uns so abartig schnell im Kreis herum, wodurch die nachfolgende Wasserung einem Spiel Russisch Roulette gleicht: Man weiß im Vorhinein nie, wen es erwischen könnte. Ein Spaß für die ganze Familie! Nun folgt der ruhigere Teil der Fahrt, auf dem uns zahlreiche Elemente einer klassischen Raftinganlage erwarten. Im Gegensatz zum Prototypen aus dem italienischen Leolandia ist die Rückführung zur Station ein wenig kompakter ausgelegt. So durchquert man einen von Haarnadelkurven und mehreren zickzackförmigen Geraden bespickten Kurs, ehe man dann in der Station wieder aussteigen darf; sofern man das denn überhaupt möchte. Wiederholungsfahrten sind nämlich garantiert.


Zamperla baut so manch abgefahrene Sachen.



Die Rundbootraftingrutsche Kaskade gehört definitiv dazu.








Kommen wir nun zur Achterbahn 1066. Der Kurzzugsoquet mit dem Widderkopf ist nämlich eine wahrlich bemerkenswerte Anlage. Direkt am Hang gebaut nutzt diese diesen für ihren wilden Ritt absolut gekonnt aus. Darüber hinaus sieht die Anlage durch ihre halbseitige Mittelalterkulisse am Lift der Anlage schlichtweg großartig aus.

Die Fahrt beginnt mit einer in einen Tunnel führenden Rechtskurve. Hieran fügt sich sogleich der Lift der Anlage an, der uns zügig hinaufbefördert. Oben angekommen stürzen wir uns sogleich die 17m hohe Abfahrt hinunter. In stetiger Hanglage rasen wir nun in einer weiten Rechtskurve durch das Tal. Mit Schwung erklimmen wir dann einen Hügel, worauf uns eine lange Abwärtshelix erwartet. Mit voller Wucht geht es durch das anschließende Tal, ehe wir einen weiteren Hügel emporschießen. Mit leichter Airtime setzen wir zur nächsten Schussfahrt an. In einer Steilkurve setzten wir zum letzten Manöver der Fahrt an und preschen dabei durch die tiefste Stelle der Fahrt. Mit viel Elan erklimmen wir dann den Hang hinauf zum Plateau, woraufhin uns auch bereits die Bremsstrecke der Anlage erwartet. Kurz darauf erreichen wir dann die Ausstiegsposition der Anlage.


1066



eine Zahl wie eine Achterbahn.






Ein absolut widderliches Fahrvergnügen S


























1066 ist zwar eine überaus kurze Achterbahn, dafür aber eine mit einer ganz und gar grandiosen Fahrt. Die Strecke wird druckvoll und mit vollem Elan durchquert. Die Fahreigenschaften sind hervorragend. Hier wäre ich gerne noch öfters eingestiegen. Irgendwann ging die Anlage jedoch leider in die Mittagspause und ich hatte noch ein weiteres Ziel auf meiner Liste.

Das Festyland ist ein überaus schöner und stimmiger Freizeitpark, der durch seine vielen Fahrgeschäfte aus italienischer Produktion ein wenig einem Zamperla Wunderland gleicht; doch das ist bekanntlich keine schlechte Wahl. Gepaart mit einigen Fahrgeschäften aus dem Hause Soquet ergibt sich ein hervorragender Familienfreizeitpark, der einen gekonnt mehrere Stunden unterhalten kann.
Hell Yeah! Schnabelteah!
Phl fan
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Redakteur Janek Richter

Deutschland . NW
 
Avatar von Phl fan
Link zum Beitrag #1011240 Verfasst am Mittwoch, 20. Februar 2019 12:31 1 gefällt das Relax
Die Soquet-Bahn ist mir aufgrund der Burg auch schon mehrfach ins Auge gestoßen, hatte es bisher aber leider in keine Tour geschafft. Und mit der Zamperla Wasserbahn, von der ich bisher nichts wusste, hat der Park nun einen weiteren Besuchsgrund erhalten. So viel Spaß wie auf der Schwesteranlage im Leolandia hatten wir selten auf einer Wasserbahn. Absolute Spaßmaschinen !

Vielen Dank für den Bericht aus diesem Park, von dem man sonst selten - oder eher: nichts - hört !
Stormrunn3r
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Redakteur Tobias Kathke

Deutschland . HH
 
Avatar von Stormrunn3r
Link zum Beitrag #1011261 Verfasst am Mittwoch, 20. Februar 2019 21:32
Themenersteller
Relax
Danke S. Gerade wegen solch unbekannten Parks schreibe ich meine Berichte. Hoffentlich kommt irgendwann deiner noch dazu – dann wären es immerhin schon mal drei S.
Hell Yeah! Schnabelteah!
mülla
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Mitglied Simon

Deutschland . HE
 
Avatar von mülla
Link zum Beitrag #1011289 Verfasst am Donnerstag, 21. Februar 2019 13:27 Relax
Die Bahn war mir bei den Recherchen für einen Frankreich-Abstecher auch aufgefallen. Liegt allerdings etwas weit vom Schuss, selbst wenn man die Reise nach Puy du Fou wagt. Daher danke für die Eindrücke, die ich dann vorerst wohl nicht selbst bekommen werde S
In memory of Space Mountain - De la terre à la lune - RIP 1/16/2005
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