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Linnanmäki in Finnland
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Taiga in the air!
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Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

Deutschland . BW
 
Avatar von Caruso
Link zum Beitrag #1017284 Verfasst am Samstag, 17. August 2019 02:25
2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.2019 14:01
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2. August, Freitag. Etwa 16 Uhr. Nicht eine Regenwolke im Himmel. Die frische Luft des Nordens in der Nase.

Das Nest des frisch eingeflatternden Vogels verlassend frage ich mich, ob ich mir nach bis dahin drei getätigten Runden auf den Flügeln von Taiga eine weitere Runde antun soll. Die große Fahrfreude, die ich bis dahin von dieser Bahn gelesen habe, wollte einfach nicht überspringen, auch wenn es mit jeder Fahrt besser wurde. Doch ein Sitzplatz zur vollendeten Fahrtbeschreibung fehlte mir noch: Die linke kaudal Region des Vogels.

31. Juli, Mittwoch. Nicht ganz so frische Luft im Braunkohlerevier.

Das erste Zusammentreffen mit Malte und Janek nach unserem Efteling-Treffen im Dezember. Eigentlich wollte ich über diesen/meinem Lieblingspark meinen Comeback-Bericht schreiben. Denn seit knapp zehn Monaten ist es still geworden, was Parkberichte angeht. Etwas, was mir seit meinem ersten Bericht zum Tayto Park schwer fällt. Doch seit einem Vorfall im März, von dem ich dem ein oder anderen näher Vertrauten hier erzählt habe, war es mir nicht mehr möglich mit meiner gewohnten Freude einen Parkbericht zu schreiben. Hinzu kommt der Stress im nach langem Studium endlich herbeigesehnten Beruf, weswegen ich lange gebraucht habe, um den Vorfall soweit verarbeitet zu haben, dass ich wieder mit meiner alten Euphorie über mein liebstes Hobby schreiben kann. Efteling ist dafür der richtige Ort für mich, jedoch benötigt der Bericht dafür noch zu lange, weil mir der Park zu sehr am Herzen liegt. Auch die England Berichte werden dann irgendwann weitergehen.

Balsam auf die Seele ist daneben aber auch ein schon lange gebuchter Trip mit meinen Schwedenkumpanen, auf den ich mich ewig gefreut habe. V.a. mit der lustigen Truppe, von denen sich ¾ auf der Annakirmes (die übrigens keine Bilderberichte mag ...) versammelt haben.


Und so ging es mit der über die Monate langsam zurückgewonnenen Begeisterung von Düsseldorf aus nach Helsinki!


Als Flugzeugfan (möge mich als Naturschützer der Schlag treffen, aber als technikbegeisterter Mensch faszinieren mich diese Maschinen und das Fliegen an sich - ich fahre dafür auch noch mehr Fahrrad ...) freute ich mich mit einer kleinen 20 Jahre alten A319-100 fliegen zu dürfen, da mir diese noch auf der Liste fehlte.

Nach einem warmen Tee, schlechtem Wetter über Deutschland und zweier nerviger Belgier neben mir, die sich online Videos anschauen mussten und dazu auch noch in Französisch quaken mussten, war ich froh, ...


... als der Himmel aufklarte und den Blick auf das Land der Seen und Wälder (und Helsinki) frei gab.



Und was entdecken denn die Augen da? Das Olympiastadion Helsinki von 1952! Es wird fleißig renoviert und soll im nächsten Jahr wieder eröffnet werden. Dahinter ist übrigens so ein kleiner Freizeitpark zu erkennen ...



Angekommen organisierte uns der Janek ein Auto, mit dem er uns zu unserem Domizil für zwei Nächte brachte.



Mit netter Aussicht auf so ein weniger von Chinesen heimgesuchten Touri-Hotspot.



Ganz im Gegensatz zur Havis Amanda, der Verkörperung Helsinkis, der Tochter der Ostsee.



Mit ihrem verführerischen Blick und dem Körperbau wickelte sie zahlreiche Touristen aus dem Reich der Mitte um den Finger.



Ebenso der Vorplatz des Doms zu Helsinki. Dort habe ich einer netten chinesischen Familie ein Familienfoto geschossen.



Wenn ich mir schon nicht die Temppeliaukio und die Kamppi-Kapelle anschaue, dann wenigstens diese evangelische Kirche.



Natürlich darf auf einem Trip in ein fremdes Land auch ein größerer Sightseeing-Spot nicht fehlen. In Helsinki bietet sich dafür wunderbar das Weltkulturerbe an, zu dem es mit der im Zweitagesticket der Öffis inkludierten Fähre geht.



Was macht der Freizeitparkjunkie also für Sightseeing? Richtig, um 5:30 am zweiten Tag aufstehen. Dafür waren nur Yoga-Verrückte auf der Insel unterwegs, auf der täglich früh morgens dafür Veranstaltungen stattfinden.



Die interessierten sich aber weniger für die Insel, als für entspannte Sinnlichkeit im Einklang mit dem Körper. Dafür fahre ich lieber the Ultimate.



So hatte ich die gesamte Insel für mich alleine. Bis auf eine vereinzelte Putzkolonne oder einen kurzen Plausch mit Einheimischen.



Interessant ist die Insel ja.



Und zum Glück dienen diese riesigen Kanonen von Krupp heute nur noch zum Besichtigen.



Mit dem Königstor endet dann aber auch schon die kurze Stippvisite (habe 2 ½ Stunden auf der Insel verbracht).



Glücklicherweise bevor die Idylle von zahlreichen Touristen heimgesucht wurde.


Viel zu sehen gibt es dort nicht, wofür es sich lohnt dort rüber zu fahren. Auch meine drei Kollegen waren später am Tag dort und werden das Gleiche berichten können. Bei einem irgendwann kommenden Folgebesuch werde ich dann eher einen Besuch der Seurasaari bevorzugen. Auch wenn die morgendliche Fährfahrt die Nasennebenhöhlen mit frischer reiner finnischer Luft füllte.


Noch ein entspannter Fußmarsch durch den Esplanadi-Park.



Und dann geht es mit der Straba Linie 9 zum eigentlichen Ziel.



Linnanmäki. Oder auf Schwedisch Borgbacken.



Mal ein etwas anderer Eingang.


Wer etwas Geschichtliches über den Park wissen möchte, dem empfehle ich die Parkvorstellung vom Julian. Das meiner Meinung nach Wichtigste zum Park ist aber die Tatsache, dass der Park von einer Kinderhilfsorganisation betrieben wird und 1950 eröffnet wurde, um damit Geld für diverse Wohltätigkeitsprojekte zu sammeln. So konnte der Betreiber 2017 immerhin stolze 4,5 Millionen Euro bereitstellen. Als ich diesen Umstand im Park erfahren habe, war es meine Zweitagesaufgabe dort möglichst viel Merch zu kaufen.


Am ersten Tag gönnten wir uns das Abendwristband und fuhren davor mit zweien der neun sowieso für jeden kostenlos zu fahrenden Attraktionen.


Die restliche Zeit aßen wir im leckeren Burgerrestaurant gegenüber der Kasse für Wristbands. Nach kurzer Bitte um eine englische Karte kam ein Mitarbeiter und wies uns auf eine halbe Stunde Wartezeit hin, die ich für den leckeren Veggie-Burger aber gerne investiert habe, zumal wir das Wristband eh nicht früher kaufen konnten.

Nach dem Erwerb von diesem (drei Stunden vor Parkschluss) schauten wir zunächst bei der neuen Attraktion vorbei, jedoch schreckte uns die Stunde Wartezeit (die einzige Attraktion mit einer Wartezeitentafel) ab. Statt unserer zick-zack-Chronologie gehe ich den Park einfach im Uhrzeigersinn durch.


Da passt es doch als großer Fan von Insane wunderbar, dass direkt daneben der kleine Bruder steht.



Der kleine ältere Bruder, war Kirnu doch das erste Modell der intaminschen ZacSpins.



Wenn auch im Vergleich zu Insane leider schon die erste Abfahrt ausgebremst wird. Trotzdem immer wieder lustig auf die verschwindende Schiene zuzufahren, wenn auch der freie Fall nicht so krass wie erwartet ausfällt.



Das konstante Ausbremsen setzt sich leider auch auf der restlichen Strecke fort, weswegen das kleine Modell nie an die Intensität des großen Bruders herankommt.



Zumindest war die Wartezeit nie so richtig hoch. Und mit Malte habe ich einmal eine ungleiche Beladung gehabt, wodurch wir schon in der Station mit den Füßen auf dem Boden entlang geschliddert sind.



Da wir rückwärts in der Station losgefahren sind, ist dann die lustigste Stelle der Fahrt umso besser. So schießen die Fährgäste hier mit Gesicht gen Himmel in den Bügel, ...



... um dann auf den Kopf gedreht zu werden ...



... und mit ordentlich Druck in der Birne in der Bremse zu landen.


Trotz zahlreich eingebauter Magnetbremsen ist der kleine ZacSpin trotzdem bei weitem besser als das S&S'sche Modell. Nur schade war, dass hier etwas an Mitarbeitern gespart wurde, weshalb es zu Peek-Zeiten doch etwas voller wurde. Immerhin haben sie immer nach Single-Ridern gefragt. Überrascht war ich dann aber doch, als auf einmal eine 2:1 Beladung abgeschickt wurde. Wohl auch ein Zeichen dafür, dass das Gerät bei weitem weniger intensiv ist.


Am Teetassenkarussell und dem leckeren Burgerladen vorbei zurück zum Eingangsbereich.



Dort gibt es mit dem 4D Kino eine weitere Attraktion, die ohne Kosten gefahren werden kann.


Zumindest einer der beiden Filme. Da Janek Ice Age nicht ausstehen kann, waren wir im kostenlosen Film, für den der Zuschauer auf einen beweglichen Boden geführt wird. Einen richtigen Film würde ich hier nicht erwarten, wenn ich auch das gezeigte nicht ganz so kinderfreundlich finde.

Gegenüber finden sich auch die ersten thematisierten Toiletten des Parks. Was aus solchen alles herausgeholt werden kann! Als Tipp: Fußpedale!


Dann geht es etwas den Berg nach oben zu unserer ersten Achterbahn in Finnland.



Der finnische Donnergott Ukko hat bis zur Eröffnung einer gewissen Bahn ein paar Meter weiter den Höhen- und Geschwindigkeitsrekord für Finnland gehalten.



V.a. erster Rekord wurde aber meiner Meinung nach mit der Zerstörung des äußeren Erscheinungsbilds des Parks an dieser Stelle bezahlt. So wirkt der Woodie daneben wie eine kleine Kinderachterbahn.



Die Bahn selbst ist mir schon aus dem Skyline Park bekannt, wenn auch nicht mit solch grellen Farben.



Und mit zwei Tage alten Rädern fährt sich der sowieso sehr bequeme Zug natürlich noch umso besser.



Ich mag den Moment einfach, wenn es ganz langsam in die kopfüber gestellte Waagerechte geht ...



... und auch etwas in dieser Position bleibt, bevor die Abfahrt beginnt. Mit weit weggestreckten Extremitäten in einer der 1. Reihen des Zuges immer wieder ein sehr geniales Fahrgefühl, das kein Sky Rocket dieser Welt bieten kann.



Die immer schneller werdende Drehung mit gleichzeitig sich verstärkender seitlicher G-Kraft ist dann noch das I-Tüpfelchen.



Und dann geht es hinab.



Mit viel Druck durch die Station, ...


... auf der Liftseite wieder nach oben, worauf der freie Fall in Rückenposition beginnt. Einfach eine super Position für sowas und schade, dass es ein solches Gefühl nur auf manchen Achterbahnen gibt. Dann nochmal Pendeln, in den letzten Reihen schicke Hangtime und ab in die Bremse, wo ein lustiger Ruck durch den Körper geht und mit der lauten Liftkette (zum Glück tragen hier die Mitarbeiter Gehörschutz) zurück zur Station. Wenn ich zurück im Skyline Park bin werde ich die Bahn wieder öfters als nur zweimal fahren, versprochen.


Im Bereich des Ausgangs gibt es einen kleinen Wasserhahn, wo sich Wasserflaschen kostenlos auffüllen lassen.



Zurück den Berg hoch gibt es den wohl besten Freifallturm Finnlands.


Warum wohl? Auf dem Gestell von Raketti steht so schön "Vaghals". Die Wartezeit war uns einfach zu waghalsig. Trotzdem würde ich nach den Fahrten auf den restlichen Freifalltürmen behaupten, dass die gute alte S&S-Power deutlich besser ist.


In dieser Ecke des Parks gibt es daneben noch ein kleines Kettenkarussell, ...



... eine Windmühle, in der alte Musik gespielt wird, ...



... ein Wasserspielplatz, der bei unserem Besuch sehr gut besucht war und die Kids meist sehr nass wieder herauskamen, ...



... ein weiteres Karussell, ...



... die Station der Monorail, ...



... die wohl von den Gebrüder Ihle aus meinem Nachbarort Bruchsal stammt ...



... und natürlich eine gewisse Holzachterbahn. Wie in Dänemark einfach das finnische Wort für Achterbahn als Name: Vuoristorata.



1951 eröffnet um Touristen der Olympischen Spiele ein Jahr später anzuziehen. Schlussendlich durfte die Bahn glücklicherweise aber auch langfristig stehen bleiben und ist damit auch heute noch die älteste Achterbahn Finnlands.



Ein Woodie, der mir von KumbaK verschlimmbessert aus Bakken bekannt ist. Dort aber zum Glück ohne das hässliche Ding dahinter. Dafür mit einem schönen Garten in der Mitte!


Denn der gute dänische Designer Valdemar Lebech wurde damals angefragt, der seine Pläne für die Bakkensche Rutschebanen hier in Orginalgröße (In Bakken musste die Bahn etwas kleiner gebaut werden) umsetzen konnte. Er war damit zur damaligen Zeit der Designer der beiden größten Achterbahnen Europas.


Hier zum Glück noch ohne KumbaK Züge mit Bügel, die vor Angst schon vor der ersten Abfahrt zugehen. Stattdessen rastet hier die Stange weit entfernt ein.



Interessantes Zugdesign.



Alle guten Dinge sind drei. Gates sucht der TÜV vergebens, stattdessen bekommen es hier die Leute hin sich geordnet hinter die gelbe Linie zu stellen.



Und dann wird die Luftdruckbremse gelöst und los geht's.



Wer schon einmal in Bakken war wird mir zustimmen: Der Lift ist viel zu gerade! Aber der Kabellift dafür wieder schön flott.


In Bakken habe ich gelernt, dass die letzte Reihe doch ordentlich Airtime liefert. Daher haben wir uns für die ersten Fahrten die hintersten Reihe herausgesucht. Die erste Abfahrt bietet dann einen ganz seichten abhebenden Moment. Im Tal schüttelt es dafür ein wenig.


Die zweite Abfahrt mit Sprungschanze war dann im Vergleich zu Bakken aber eine Enttäuschung. Trotzdem zumindest ein leichter Magenhüpfer wie bei der ersten Abfahrt.



Am Muskelprotz am Bremshebel (vermutlich der Taavi ganz vorne) lag das nicht, wie sich das später noch herausstellen sollte. Bloß was ist mit der Bremserin geschehen?


Der nächste Hügel ist vergleichbar mit der ersten Abfahrt.


Wie an den Haaren zu sehen ist die nächste Abfahrt dann zumindest ein Hinternlupfer. Doch wer richtig Spaß haben will muss woanders sitzen.



Die Jungs machen es richtig.



Denn was auf dem nächsten Hügel im vordersten Wagen geschieht ist kaum zu glauben.


Malte und ich haben uns am zweiten Tag am Abend von den anderen getrennt, die uns per Nachricht mitteilten, dass wir doch den Woodie mal vorne fahren sollten. Gesagt, getan. Ich hatte meine Kamera und meine Umhängetasche zwischen den Beinen und erwartete leichte abhebende Kräfte. Dass es mich stattdessen aus dem Sitz katapultiert und ich erstmal wie ewig erscheinende Sekunden um mein Zeug und mich selbst bange, war nicht zu erwarten. Das war wohl das erste Mal, dass ich aus Angst nach meinen Taschen und dem Bügel gegriffen habe. Unglaublich.

Echt blöd, dass ich diesen Moment nie in einem Foto verewigt habe.


Der Bitte nicht aufzustehen war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr nachzukommen.


Und mit dem Muskelprotz als Bremser war sogar die Auffahrt zur 3. 180° Kurve bei meiner letzten Runde mit dem Woodie überraschend luftig.


Die Auffahrt zur 4. 180° Kurve war dann leider nicht mehr so stark. Vielmehr wird hier der Zug fast auf Stillstand heruntergebremst.


Die Strecke im Tunnel ist dann leider nicht mehr der Rede wert, auch wenn die Fahrt in Dunkelheit etwas das Adrenalinlevel ob der ausgestreckten Arme erhöht. Zurück in der Station öffnen sich dann bei voller Fahrt die Bügel und die Fahrgäste springen heraus. Der Zug wird langsam auf den davor parkenden Zug aufgefahren und der Bremser hüpft in eben jenen Zug und die nächste Runde beginnt. Die Aufsichtsperson in der Station parkt nun den geleerten Zug an der Einstiegsplattform ein und die außenherum geeilten Gäste können wieder einsteigen.

Die Warteschlange reichte bei unserem Besuch meist bis zum Eingang von Ukko, jedoch sind wir immer nach ziemlich genau zehn Minuten im Zug gesessen. Unglaublich, was das Ding für Menschen schluckt. Sehr schade, dass sich Bakken für den Umbau entschieden hat. Sowohl kapazitätstechnisch, als auch für das Fahrerlebnis. Während die beiden Rutschebanen in Kopenhagen Backseatcoaster sind, ist der hiesige Woodie ganz klar ein Frontrow-Woodie. Sehr schade, dass ich die Bahn nicht öfters als nur 5x gefahren bin. Das heimliche Highlight im Park, wenn auch etwas ruppiger als das Bakkensche Modell. Sehr schöne Backstagebilder mit Erklärung mancher technischer Aspekte gibt es übrigens in Stephans Bericht!


Schade ist, dass die Gäste direkt nach Parkschluss aus dem Park geschmissen werden, wodurch ich keine Nachtbilder von der schönen Beleuchtung machen konnte.



Der Bereich hier ist aber auch eindeutig der schönste im Park, v.a. wenn das Licht angeht und Ukko vergessen wird.



Auch der TopSpin sieht super aus und hat ein überraschend tolles Fahrprogramm mit zahlreichen Überschlägen. Eigentlich auch nur Überschläge - kurz und gut.


1992 und 1993 stand an dieser Stelle einmal eines der wenigen Katapulte von Schwarzkopf, das aufgrund zahlreicher technischer Probleme wieder abgebaut wurde.

Nun gibt es drei Wege: 1) Um den alten Wasserturm herum, 2) den weiten Weg Richtung Südeingang und 3) zum Kinderbereich.


Beginnen wir mit dem Rundgang um den Wasserturm. Dieser wurde etwas umfunktioniert und beherbergt nun den Zierer Linnunrata.



Mit einem spacigen Theming, hieß die Bahn doch bis 2003 auch Space Express. Dann entschied der Park, dass alle Attraktionen mit englischen Namen umbenannt werden. Worauf zeigt denn Janek?


Der jetzige Name ist aber nicht weniger weltraumlastig: Milchstraße.


Leider wurde die Bahn mit VR ausgestattet, wodurch die eigentlich mit zwei Zügen betreibbare Bahn auf Einzugbetrieb verdammt ist.


Wir haben uns in die ersten beiden Reihen gesetzt. Die Fahrt beschreiben kann ich leider nicht, da ich nur einmal gefahren bin und dabei diese blöde Brille auf hatte. Nach den Erzählungen von Janek, der später nochmal ohne Brille gefahren ist, hätte ich darauf verzichten sollen. Vielleicht kann er noch ein paar Worte dazu finden. Malte hat die Brille während der Fahrt ausgezogen, da sie sehr schwer auf der Nase liegt. Der Film selbst war nun auch nicht das tollste auf Erden, auch wenn es drei zur Auswahl gibt. Das nächste Mal fahre ich auf jeden Fall ohne, vom Gefühl ist die Bahn nämlich nicht schlecht gewesen und sie soll v.a. noch über Theming verfügen, das obendrein auch noch genau nach meinem Geschmack sein soll.


Den Weg weitergehend folgt die erste in Italien produzierte Enterprise von 2009.



Vom renommierten Hersteller "Emiliana Luna Park" und gesponsert von Radio Nova, den wir über einen Großteil der Reise im Auto gehört haben.


Die Fahrt selbst war überraschend toll. Einerseits dreht sich das Teil ähnlich der Enterprise in Slagharen recht lange am Boden, was mir alleine schon ausreichen würde. Andererseits wackelt der Ausleger recht kräftig, wenn sich dieser wieder gen Boden bewegt. Dadurch werden die Gondeln ordentlich in der 90° Position durchgeschüttelt, wodurch sich davon überrascht doch meine Hand etwas am Gitter festhielt. Diese Enterprise führt dabei die Ehre der alten schwarzkopf'schen Enterprise weiter, die am Platz von Raketti früher ihre Runden drehte.


Direkt daneben findet sich der Ausgang des Technical Park'schen Riesenrads, dessen Eingang sich aber erst über eine Treppe in der unteren Ebene erreichen lässt.


Unter dem Riesenrad finden sich auch die Boxautos, die wie die Monorail aus Bruchsal stammen. Zumindest die erste Version vor der Erneuerung. Das Riesenrad selbst wird in der Station immer mit zwei Gondeln gleichzeitig beladen, wodurch die kurze Warteschlange auch schnell abgearbeitet wurde. Von dort bieten sich einige nette Fotomöglichkeiten.


Ansonsten finden sich auf dem Rundweg v.a. Kinderfahrgeschäfte wie Poppis, ein Fahrgeschäft von Gosetto mit einem lustig aussehenden Fahrprogramm.



Ebenso ein schon älteres Zierer-Fahrgeschäft.


Weiterhin eine kostenlose Eisenbahnfahrt um den Wasserturm herum, ein Zamperla Riesenrad und neben weiterhin Rundfahrgeschäften ...


... auch ein Aussichtsturm von Intamin. Dieser war auch vor Ort unsere erste Anlaufstelle, da wir ihn vor dem Kauf der Abendwristbands fahren und uns so einen Überblick schaffen konnten.



So gibt es auch einen netten Ausblick auf Helsinki.



Damit stehen die Gäste direkt vor der höchsten Attraktion Finnlands: Kingi. Mein erster Moser-Freifallturm mit 75 Meter Höhe.



Die Sitze an sich sind nicht schlimm, die Bügel selbst auch nicht, auch wenn der Schließmechanismus recht laut ist. Aber die Kombi?


Wer kam auf die Idee? Als ehemaliger FFT Bediener treibt mir dieser Turm die Tränen in die Augen. Wer die Hände heben möchte zahlt dies mit eingeklemmten Oberarmen.


Dazu noch ein extrem langweiliger Fall, der den Funtime-Türmen in keinster Weise nachsteht. Da ist nichtmal ein hochgeflogenes Haarsträhnchen zu erkennen.


Das einzig schöne an dem Turm ist, dass er super als Aussichtsfahrt dient, ich als Single Rider keine Wartezeit hatte und dass der Hakenwagen schon nach unten fährt, bevor die Gondel überhaupt unten ist. Etwas, was ich bei den Intamin-Türmen vermisse ...

Der Ausgang führt durch eine Spielhalle. Diese dominieren den großen Platz, ...


... in dessen Mitte sich ein transportables Funhouse findet, das von 2018 bis 2020 hier Station macht, bis das neue stationäre Funhouse errichtet wurde.


Das alte musste gemeinsam mit einer Kinderrundfahrt Platz für die Station der neuen Achterbahn machen.

Zu diesem Platz führt neben dem Weg an Kingi vorbei auch eine Treppe hinter dem TopSpin, wo sich die zweiten Toiletten des Parks befinden.


Bei den Männern mit Formel 1-Theming mit passender Beleuchtung. Und am ersten Wasserhahn eiskalten Wasser.



Die Spielhallen werden auf der Hangseite von zwei Rund-bzw. Laufgeschäften unterbrochen. Einerseits dieses Spiegellabyrinth. Mit tollen 3D-Effekten.



Weiterhin ein Zirkusrundfahrgeschäft.



Vorfreude!



O-Ton: "Zum Glück haben wir hier nicht lange angestanden." Ich fand ja den Drehmechanismus der Gondeln recht spannend.



An der Bühne vorbei, wo der finnische Roland Kaiser die Menge zum Tanzen brachte, ist dann der Kinderbereich erreicht.



Ein im Vergleich zum Rest des Parks recht großzügig gestalteter Bereich mit viel Platz zum Laufen. Da wäre doch locker noch Platz für den Rainbow gewesen?



Ein Schwarzkopf-Produkt ist aber auch in Ordnung.



Mustekala, Coleoidea, 鲲, Dintenfische, Осьмино́ги, Ahtapot, ...



Ein Polyp, der ziemlich herunterkommen wirkt und beim Anfahren komische Geräusche von sich gibt.



Auch die Bremse quietscht sehr lange, bis die Gondel stehen bleibt. Dafür ist das Gerät ziemlich flott unterwegs, sogar mit leichten Magenhüpfern, auch wenn Janek und ich uns recht wenig gedreht haben.



Kontroverser ist wohl eher das Kinderfahrgeschäft nebenan.



Aus meiner geliebten Schmiede von Technical Park.



So viel Druckluftverbrauch für solch eine Attraktion. Auch Herr Merrick vorne findet die Attraktion höchst spannend.



Von der Diskussion darüber während der letzten onride-Tour habe ich erst daheim erfahren.


Da Pilotti kostenlos ist, konnten wir die Zeit nach dem Kauf der Abendwristbands anderweitig nutzen.


Aber nicht für den kleinen Zamperla-Turm. Zwei davon bin ich schon gefahren, das reicht erstmal.


Damit ist diese Sackgasse abgearbeitet und es geht zurück Richtung Kingi, um den großen Rundgang auf der unteren Ebene zurück gen Kirnu zu starten. Laut Parkplan können sich Eltern in der Nähe des Turms einen "Attraction Buddie" zur Hand nehmen, der/die mit den Kids die Attraktionen fährt, während die Eltern entspannt zuschauen können. Auch in Särkänniemi gab es diesen netten Ferienjob für junge Finnen. Das hätte ich gerne mal im Holiday Park früher gesehen ...

Unterhalb der Pferdereitbahn von den Gebrüdern Ihle führt der Weg nun etwas den Hang hinab.


Auch ein recht hübscher Bereich.



Etwas abseits vom Trubel bieten sich zwei kleine Häuschen zum Entspannen an. Interessant ist, dass dies der einzige Ort ist, an dem der Parksoundtrack zu hören ist.



Von dort aus wird der große Platz des Südeingangs erreicht.



Dort gibt es zwei Fahrgeschäfte für Kinder und ...



... eines für größere Kinder, die Technical Park mögen.


Der Nachfolger des Huss Boosters und meine erste Begegnung mit einem Heavy Rotation. Als wir das Ding früh am Morgen gefahren sind, haben die Mitarbeiter noch kurz auf Mitfahrer gewartet. Als dabei einer der beiden Monorail-Züge vorbeifuhr, haben die beiden Mitarbeiter mit der Fahrerin getanzt. Sah lustig aus.

Die Fahrt beging echt krass und endete mit einem langweiligen Herumgegurke. Hat also direkt mit dem Finale begonnen und das Eingrooven erst zum Ende hin gebracht. Nur sollte die Kopflehne anders gestaltet werden, denn die ist hart wie Stein und sehr unbequem, wenn der Kopf durch die starke Drehbewegung dagegen gezimmert wird.


Dagegen ist das Spinning vom finnischen Blitz Salama aus deutscher Produktion schon sehr gemächlich.



Ist der Lift mit einem ordentlichen Ruck erreicht, gibt dieser sogleich ähnlich Dragon Fury ordentlich Gas. Im Unterschied zu diesem bremst er aber leider vor der Spitze wieder ab.



Dadurch fehlte mir etwas die Power auf den ersten Metern.



Auch im Immermann-Turn.



Und dann folgte auch schon die Blockbremse, die fast jeglichen Schwung nahm. Von Spinning möchte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sprechen.



Auch die Strecke bis zur zweiten Blockbremse ist recht behäbig. Ab dieser begann sich unser Wagen dann wenigstens etwas zu drehen.



An der Stelle gab es sogar einen leichten Magenheber.



Auch hier.


Und dann ist auch schon die Schlussbremse erreicht. Salama ist super platziert und bietet einen netten Ausblick. Vom fahrerischen ist dieser Maurer Spinner aber leider bei unserer einzigen Fahrt nicht sonderlich hängen geblieben. Ich glaube aber, dass er mit einer ungleichen Beladung noch etwas mehr auf dem Drehteller hat, auch wenn die Bahn von den Kräften her nicht mit den Winjas oder Dragons Fury mithalten kann. Bei der zweitlängsten Wartezeit hier in Helsinki wollte ich das aber nicht nochmal ausprobieren.


Ganz im Gegensatz zum Rafting, dass ich gemeinsam mit Janek nach einer sehr kurzen Wartezeit absolvierte.


Zunächst saßen wir zu 7 im Boot, bevor der Mitarbeiter uns noch zwei weitere Leute ins Boot setzte, trotz recht geringer Wartezeit. Dadurch war ich an den Rand neben den Einstieg gefesselt und unser Boot hatte ziemlich Tiefgang. Und so war es schon im Tunnel geschehen und meine linke Seite samt Rücken zum Auswringen.


Die Wasserfontänen aus der Figur Sampo waren dann auch nur noch ein Tropfen auf den nassen Stein.



Zumindest beim großen Wasserfall, wo eine schöne Brücke der Monorail gebaut ist, hatten wir Glück.


Am Tag davor sind hier zwei Mädels direkt bis zur Wasserwand geschippert und mussten dort lange verweilen. Die sind wohl auch nicht unbedingt trocken ausgestiegen.


Das Laufband ist dann der lustige Abschluss. Dieses kennt wohl nur den Zustand an und aus. Ein entspanntes Anfahren gibt es nicht.


In der Station fand ich schön, dass die Boote beim Ausstieg so gedreht werden, dass die Treppe aus dem Boot direkt zur Plattform zeigt. Und beim Einstieg dann erneut gedreht wird, sodass eine Treppe dort zum Einstieg zeigt.

Passend war dann, dass am sonst so sonnigen zweiten Tag genau jetzt eine größere Wolkendecke durchgezogen ist. Mit Sonne waren die Temperaturen um 18° C gut auszuhalten, ohne wurde es durch den wohltuenden Seewind aber schnell frisch.


Da passt es ja, dass Tulireki mit seinen Feuerwagen on fire ist.



Mir gefällt ja die Darstellung des finnischen Nationalepos "Kalevala" in diesem Parkbereich, auch wenn die dritten thematisierten Toiletten nicht ganz dazu passen.



Auch die Sitzposition ist für mich etwas gänzlich Neues. Denn die Bahn ist eigentlich mit einer Wilden Maus oder einem Bobsled zu vergleichen.


Dafür ist die Sitzposition durch den "E-Motion" Mechanismus erhöht und noch wichtiger: Die erste und dritte Reihe sitzen deutlich vor bzw. hinter den Achsen. Das ist in den tollen Mauskurven dann sehr von Vorteil. Nach einer kurzen Wartezeit, da nur zwei Züge auf der Strecke sind (der dritte vergammelt auf dem Wartungsgleis), wird der steile Lift in Angriff genommen. Und nach einer kurzen Abfahrt zur Tempoaufnahme beginnt das neuartige Fahrerlebnis.


So fährt der Wagen auf drei wilde Mauskurven zu.


Bei den normalen Maus- oder den Bobsledwagen sieht die 1. Reihe diese auch auf sich zukommen. Sobald diese erreicht ist, setzt auch sofort die Kurvenbeschleunigung ein. Hier ist das durch den nach vorne verlagerten Sitz etwas anders, wodurch der Kurvenknall erst mit Verzögerung einsetzt. Dieses schwammige Fahrgefühl setzt sich in den folgenden Kurven fort. Auch bei meiner ersten Fahrt in der letzten Reihe war diese Fahreigenschaft etwas Besonderes und führte zu einem fetten Grinsen in meinem Gesicht.


Da ist es nicht verwunderlich, dass doch einige die Hände hoch nehmen. Und das in einem Land, wo gefühlt kaum jemand dies praktiziert.



Nach den drei Kurven folgt eine sehr leicht gebankte Kurve nach rechts. Dabei fühlt es sich wie eine S-Kurve durch leichtes Kippen nach links und wieder nach rechts an.


Ist das die einzige Stelle, wo der E-motion-Effekt noch aktiviert ist? Ich würde zu gerne wissen, wie dieses Konzept in den ersten Jahren umgesetzt war.


Nach einer Blockbremse und einer 180° Kurve folgt dann die Stelle der Bahn.



Eine sehr steile Abfahrt, auf der es irgendwie zu einer Sprungschanze kommt und die Mitfahrer ordentlich in die Bügel gezogen werden. Wird das vermutlich durch die Überreste des Kippeffekts hervorgerufen?



Bis zur nächsten Blockbremse folgt dann ein wenig Herumgekurve.



O-Ton Rene: "Dass die Bahn dir (mir) gefällt wusste ich, dass sie Malte aber auch gefällt ist eine Überraschung." Und auch der letzten Reihe.



Und so sind wir zwei am zweiten Tag gleich zweimal hintereinander bei geringer Wartezeit gefahren. Danke fürs Fotoschießen Rene!



Nach der zweiten Blockbremse ist dann leider etwas der Rumms aus der Bahn.



Da ist es auch nicht schlimm, dass die Schlussbremse erreicht ist.



Die Meinung der beiden entspricht wohl leider eher der Mehrheit der Achterbahnverrückten.



Der Durchschnittsbesucher in Finnland wiegt wohl 69 kg.



Knick Knack, es ist von Mack!


Endlich mal wieder eine Bahn von Mack, die mir richtig gut gefällt, nachdem die Eurosat das Ende ihres Lebens erreicht hat. Schade, dass dieser Bahntyp aus dem Portfolio der Homepage verschwunden ist.


Es lohnt sich übrigens auch ein Blick nach oben. Mit etwas Glück gibt es hier ein High-Five-Moment.



Ansonsten gibt es hier noch eine kleine Themenfahrt und die Station des Powered Coasters Pikajuna.



Zum Glück war tote Hose.



Sonderlich gut einsehbar ist er nicht.


Ist aber auch nicht schlimm, da er sehr langsam, sehr heruntergekommen und sicherlich der rappeligste Powered Coaster von Mack ist, den ich bislang gefahren bin. Er wird nächstes Jahr aber auch 30 Jahre alt und hat schon so manchen finnischen Winter mitgemacht. Und durch die Hanglage werden die Fahreigenschaften auch super kompensiert.

Von dort führt nun eine Treppe zum Eingang des Riesenrads, von wo aus ein Weg Richtung Kirnu führt.


Und damit fehlen noch zwei Attraktionen: Einerseits die Hexenfahrt Kyöpelinvuoren hotelli.



Von Gosetto wie der Blue Train in Stockholm. Kann also nur gut sein.



Interessant ist die hohe Fahrposition, v.a. in der hinteren Reihe. Da hatte Janek fast schon Angst, dass er an die Decke stößt.


Wenn die Schlange aus dem Haus heraus steht dauert es etwa 10 Minuten. Dann werden Hexen bei ihren alltäglichen Aufgaben besucht, wobei es wieder den einen oder anderen Effekt gibt, der auch im Wagen eingebaut ist. Mit wenig Mitteln viel herausgeholt und hat das Level der hiesigen Darkrides doch deutlich angehoben. Natürlich darf auch eine Sauna-Szene nicht fehlen ...

Damit ist die Runde durch den Park abgeschlossen und die Besucher wieder am Wald von Taiga angelangt.


Bei angeschlagenen 60 Minuten (dies ist die einzige Attraktion, wo eine analoge Wartezeitentafel verwendet wird) stellten wir uns am ersten Abend kurz vor 21 Uhr in die Warteschlange.



Mit einem zweiten Fahrtticket für 9 Euro kann jemand, der nicht anstehen möchte, links direkt zum Innern des Vogelkäfigs gehen.



Ansonsten geht es rechts hinunter in die tiefen Wälder.



Eines muss man dem Park lassen: Ein Großteil der Wände sah am ersten Abend so aus.



Am zweiten Tag dann so.



Ein ziemlich großer Vogel hat seine Spuren hinterlassen.


Wenn dieser dort unten im Keller stehend über den Umschwung fährt ist ein leichtes Beben und Grollen zu spüren, das direkt die Spannung steigen lässt.


Aber zunächst heißt es Treppen steigen um wieder auf Ausgangsniveau zurückzukommen.


Ab dem Beginn der Treppe setzt auch der Soundtrack mit der finnisch/russisch/englischen Ansage ein. Dort wird zum ersten Mal darauf hingewiesen, dass doch bitte die Taschen geleert werden sollen. Und sehr großspurig angekündigt: "Carried by the wings of Taiga. Brave yourself for the ride of your life." Wer dort mal wegen einer Störung längere Zeit steht oder mehrmals mitfährt wird froh sein, dass dieser jemand hoffentlich nur die nervige englische Version versteht und aushalten muss, die sich jede Minute wiederholt.


Sofern bis dahin noch keiner im Käfig durchgedreht ist, ist dann auch das Vogelnest erreicht.



Und da kommt das Intamin-Vögelchen auch schon.



Sonderlich hübsch ist das Vogelnest nicht.



Da die Warteschlange nicht sehr lang war, haben wir uns für die erste und einzige Runde am ersten Tag die Etupenkki herausgesucht. Damit sind wir dann auch in den letzten Zügen des Tages gelandet.


Denn kurz nach unserem Betreten der Warteschlange wurde diese schon geschlossen. Im Park wird jede Warteschlange so geschlossen, dass pünktlich zum Parkschluss Feierabend ist. So werden bei Taiga sogar die Fahrgäste abgezählt. Als ich am zweiten Tag zur letzten Fahrt des Tages erschienen bin, durften noch genau fünf Gäste in den Wartebereich. Der Park hofft wohl, dass zu jedem Einzelfahrer ein Single-Rider gefunden wird. Hat aber nicht geklappt, im letzten Zug sind wir zu fünft gesessen. Sitzenbleiben ist hier übrigens nicht möglich, egal wie voll es ist.


Die späte Uhrzeit hatte auch den Vorteil, dass so die Beleuchtung am Zug einigermaßen zu sehen war, da es um 22 Uhr zu dieser Jahreszeit dort oben noch nicht sonderlich dunkel ist und am zweiten Tag die Beleuchtung ausgeschaltet war.


Und dann beginnt das Abfertigungsprozedere: Jeder einzelne Fahrgast wird nochmals gefragt, ob sich etwas in den Taschen befindet. Die meisten Finnen haben aber noch tatsächlich Dinge darin. Handy, Schlüssel, Geld, etc. Das dauert gefühlt so unglaublich lange. Vor der Reise dachte ich noch, dass bei nur zwei bestellten Zügen sicherlich die Station immer mal wieder leer steht. Dem war aber keineswegs so. Meistens ist das zweite Vögelchen wieder von seinem Rundflug zurück gewesen, bevor der andere Zug überhaupt erstmal annähernd abgefertigt war. Dass die Mitarbeiter normal aber anders können zeigt sich daran, dass die Wartezeit bei angeschlagenen 45 Minuten am zweiten Tag eher 20 waren, wenn die Bahn ohne Störung geblieben ist.

Und was soll ich sagen, die erste Fahrt habe ich vorne links gemacht. Am nächsten Morgen hinten rechts. Beide Male war ich nicht überschwänglich frohlockend aus der Bahn ausgestiegen. Gut, aber nicht so, dass ich dafür nochmal nach Finnland fliegen würde. Mit der dritten Runde in der 2. Reihe rechts wurde es dann langsam besser, womit wir wieder am Anfang des Berichts angelangt sind.



2. August, Freitag. Etwa 16 Uhr unter einem sonnigen Himmel ohne Regenwolken und einer Briese wunderbarer Seeluft.

Die vierte Runde Taiga. In der Station werde ich höflich gefragt, ob ich mich in der letzten Reihe stehend nicht neben einen Gast weiter vorne setzen könnte. Ebenso höflich verneinte ich dies und meinte, dass ich gerne "In the back" sitzen würde, was sie mit einem Kopfnicken und "That's ok" quittierte.


Und dem Achterbahngott sei Dank habe ich damit auch endlich den Platz gefunden, wo mir Taiga endlich zeigen konnte, was im Birdie steckt und sich der Wink des Schicksals nach der Frage, ob ich mir nochmal den nervigen Wartebereich für diese Bahn antue, als Geschenk erwies.


Und damit zur Fahrt:


Langsam wird das Vögelchen freigelassen und sodann lässt es seine Power frei. (Bitte auch mal auf die volle Auflösung klicken. Ich dachte ich versuche mal etwas neues, auch wenn es nicht schon im normalen Format funktioniert.)



Das erste Element ist einfach herrlich verrückt und stimmt auf die Fahrt ein. Immer langsamer werdend dreht sich der Zug ein.



Im Uhrzeigersinn setzt meine geliebte Hangtime ein, die mit den Taron-Zügen doch ein ungewohntes Fahrerlebnis darstellt.



Die Ausfahrt ist dann wie ein Großteil der Strecke trotz 2er-Reihen Zügen davon abhängig, ob sich jemand nach links oder rechts gesetzt hat. Jedoch im Vergleich noch nicht ganz so entscheidend.



Während die Linkssitzer begleitet vom Sitz langsam wieder in die Horizontale begleitet werden, ...



... erledigt dies der Bügel auf der rechten Seite. V.a. im hinteren Teil des Zuges, wenn die Drehung mit immer schneller werdender Geschwindigkeit geschieht, ist dies sehr nett zu fahren.


Vorweggenommen ist dies aber auch die einzige Stelle, wofür ich diesen Sitzplatz wählen würde.


Dann nimmt der Vogel Tempo auf ...



... für einen Sturzflug durch die tiefste Stelle im Tal. Mit ordentlichem Druck kann es dabei das Sichtfeld etwas einengen.



Dann geht es wieder bergauf und der graue Schleier verschwindet.



Es folgt ein von der Intensität etwa mit dem zweiten 180° Umschwung von Taron zu vergleichender Umschwung nach links.


Jedoch mit dem Unterschied, dass der Umschwung hier nicht an der höchsten Stelle stattfindet, sondern erst auf der Abfahrt.


Hiermit beginnt dann auch das Plädoyer für den besten Sitzplatz: Hinten links. Während die Haare der Dame auf dem rechten Sitzplatz eher auf dem Rückweg sind, so heißt es links: Hairtime!


In den folgenden Kurven muss der Birdie erstmal Luft holen. Trotz der niedrigen Geschwindigkeit ist hier auch ein leichtes Vibrieren der Züge zu spüren. Gegebenfalls durch die engen Radien?


Das Luftholen ist aber auch nötig, denn für den folgenden Abschnitt sollte der Brustkorb auch gut gefüllt sein. Jetzt fehlt nur noch der Zug. Komm Birdie! Tweet Tweet!



Ah da kommt er auch schon und nimmt ordentlich Geschwindigkeit auf.



Von der Power und Lautstärke aber nicht mit Taron vergleichbar. Aber so wichtig ist mir das bekanntlich eh nicht.



Dann setzt er zum höchsten Punkt einer finnischen Achterbahn in 51 Meter Höhe zum Steilflug an.



Um sich einen Überblick auf Helsinki zu verschaffen.



Vorne gibt es hier minimalste Airtime. Beim 32 Meter langen Sturzflug wiederum Hangtime.



Hinten hingegen gibt es einen netten langen Airtime-Moment, der gemütlich auf das noch bevorstehende einstimmt.



Leider ist der Zug immer leicht nach rechts geneigt, weswegen das negative G eigentlich nur senkrecht nach oben wirkt.



Reicht eigentlich auch, aber bei solch einem Tophat hätte ich etwas á la Karacho oder Stealth erwartet, wo es einen dann noch durch die rasante Drehung die Sinne vernebelt. Aber irgendwo muss bei den Platzverhältnissen auch ein Schlussstrich gezogen werden.



Durch die Wälder und an der Eisenbahn vorbei wird dann ordentlich Tempo aufgenommen.



Denn nun folgt wohl die Stelle, wegen der sich der Airtime Fan doch einmal nach vorne rechts setzen sollte. Das war auch der Grund, warum die dritte Fahrt besser als die beiden ersten Fahrten war, da sie in der 2. Reihe rechts stattfand.



Die Einfahrt in die bei rcdb als Dive Loop bezeichnete Inversion, die ich eher als Zero-G-Stall beschreiben würde.


Dabei werden die rechtsfahrenden (v.a. vorne, wenn noch mehr Geschwindigkeit vorhanden ist) vom Bügel in die inverse Horizontale gezogen, während man auf dem Money Seat links hinten eher langsam vom Sitz in diese Position begleitet wird. V.a. durch die im Vergleich zu den RMC Zügen viel größere Freiheit für den Unterkörper ein wahnsinnig spaßiger Moment auf der rechten Seite.


Die Überkopfposition ist dann leider (sry Rainer) ähnlich langweilig wie bei Wildfire.



Toll ist es aber, wenn auf der direkt darunter befindlichen Tulireki gerade ein Zug vorbeifährt.



Ein bisschen spannender ist es aber auch dadurch, dass zumindest immer eine klitzekleine seitliche Bewegung des Zugs zu spüren ist, da nie nur geradeaus gefahren wird.



Dann die nicht ganz so wirbelnde Ausfahrt, die in das erste Extremelement führt.



Der Hüpfer sieht so klein und unscheinbar aus. Es fehlen leider die Haare, um sichtbar zu machen, was hier für Kräfte wirken.


In einem Land mit der höchsten Dichte von Metal Bands pro Einwohner (53,2 pro 100.000) sollte das doch machbar sein?


Aaaaah. Viel besser. Und nicht in blond?


Dieser Ejector Hop ist wirklich krass. Kurz und knackig. Mir fast schon zu knackig, worauf ich später nochmal eingehe.


Um dann nicht in das Sea Life Gebäude zu rasen legt der Vogel einen Immelmann hin.



Dieser bietet die Möglichkeit kurz durchzuatmen, da er weder positive, negative G-Kräfte noch Hangtime bietet.



Wenigstens zieht bei der Ausfahrt hinten einen der Bügel wieder angenehm in die Horizontale. Für mich trotzdem das einzige recht langweilige Element der Bahn. Da kann die Icon'sche Variante doch etwas (viel) mehr.



Aber vom Aussichtsfenster im Shop gibt es auf dieses Element einen sehr schönen Blick. Hier sind die Zierlichter zu erkennen. Das Leuchten in den Augen würde bei Taron noch fehlen ...


Nach dieser Atempause beginnt dann der Auftakt zum famosen Ende der Bahn. Zunächst geht es mit ordentlichen positiven Kräften durch eine Senke, ...


... wo der Birdie Schwung holt, um über das Stationsgebäude zu schießen.



Schießen trifft es dabei ganz gut. Vergleichbar mit dem ersten 180° Umschwung nach dem zweiten Launch von Taron.



Hier nur mit dem Unterschied, dass direkt in der Mitte vom Umschwung noch abrupt eine Abfahrt einsetzt, was hier schön an den 90° nach oben stehenden Haaren zu sehen ist, deren Spitzen noch durch die Drehung geneigt sind.



Durch diesen Dip nach unten ist es hier auch egal, ob links oder rechts respektive vorne oder hinten. Aus dem Sitz geknallt werden die Mitfahrer sowieso, auch wenn rechts der initiale Moment durch das Absacken des Sitzes etwas früher einsetzt.


Hier sollte nur Körperspannung gehalten werden, sonst kann der Oberkörper durch die krassen Kräfte einknicken.


In einer engen 270° Kurve über die Warteschlange und Station geht es mit ordentlich Druck dann zu einem Mehrfachumschwung.



Nach dieser Sitzpresse erstmal entspannt in eine kleine Linkskurve.



Und dann einen kurzen Schlenker nach rechts, weshalb sich der ein oder andere Fahrgast nach rechts lehnt. Doch dann denkt sich der Vogel: "Überraschung, war nur angetäuscht!"



And down it goes! Wie anhand des Herrn in Grün zu sehen ist, ist diese Stelle in etwa mit einer gewissen Taron-Stelle vergleichbar, wenn sich der Gast nicht auf das bevorstehende Element vorbereitet.



Was bei Taron aufgrund des nicht einsichtbaren Fahrtverlaufs nicht möglich ist. Nur mit dem Unterschied, dass dies hier auf dem Weg nach oben geschieht und in Finnland eben mit einer Tempozunahme verbunden ist.



Links hinten (vorne ist das leider fast nicht spürbar) ist das dagegen der Airtime-Fetischismus schlechthin.



Schon durch die Drehung nach links wurde ich mit absackendem Sitz in den Bügel gezogen.


Darauf setzt eine ewig andauernde und immer stärker werdende Airtime ein, die bis hinunter ins Tal anhält. Aber genau in der Dosis, dass es mir nicht zu heftig wird. Da stellt es auch schon mal einen Pferdeschwanz im 90° Winkel auf, aber eben nur auf den hinteren linken Plätzen, während die Haare rechts eher durchgewirbelt werden.


Wieder auf dem Hosenboden angekommen nimmt der Zug erneut Anlauf für einen Umschwung nach links.



Bei der Auffahrt gibt es auf allen Plätzen sehr schicke Floater-(H)Airtime, die durch die Abfahrt nach links auf den linken Plätzen noch etwas verlängert wird, während sich rechts wieder der Sitz dem Gesäß anschmeichelt.


Es schließt sich nochmal eine drückende 180° Kurve an, ...


... worauf eine Blue-Fire-Gedächtnis Rolle folgt, wenn auch nicht ganz so stark.



Dann noch ein kurzer Schlenk nach rechts und ein Hüpfer in die Schlussbremse. Das Absacken der Bremsschwerter klingt aus der Warteschlange heraus auch sehr interessant.


Eine Bahn, die zum Ende hin zeigt, was in ihr steckt. Für mich aber eben erst hinten links. Und so war es dann auch nicht überraschend, dass ich diesen Sitz für den Rest des Tages und die verbleibenden vier Fahrten dauerfrequentiert habe. (Achtung: Kritik auf hohem Niveau) Trotz allem fehlt mir persönlich im Vergleich zu Taron die Harmonie im Ablauf der Elemente. Bei Taiga wirkt es mir so, dass einfach ein Element nach dem anderen abgespult wird. Trotz allem sind fast alle super interessant zu fahren, mit meinem Highlight den Mehrfachumschwung, der in der Airtimeorgie endet. Leider führt aber diese wie auch bei Taron dazu, dass sich die 90° Kante am vorderen Ende des Sitzes längere Zeit in die Rückseite des Oberschenkels bohrt, wenn der Körper nach oben gedrückt wird. Ein Problem, was ich leider auch auf den Infinity-Zügen von Gerstlauer habe. So hatte ich am Abend nach den insgesamt 8 Fahrten ein unangenehmes Ziehen im Oberschenkel, der beim Sitzen wehtat. Daher wäre ich wohl auch nicht viel öfters gefahren, auch wenn die Bahn zum Ende hin richtig toll wird, aber dadurch trotz ihrer finnischen Rekordlänge ein wenig kurz wirkt. Mit Schlägen aller Art habe ich kein Problem, aber bei unbequemen Zügen habe ich leider meine Probleme mit dem Dauerfahren. #RMC

Bei den häufigen Ausfällen der Bahn war ein Wechsel der Attraktion aber auch so oft von Nöten. Vielleicht wollte mir der Achterbahngott damit sagen, dass ich auch den mit dem richtigen Bremser geilen Woodie nicht vergessen soll? Oder ist der Platz einfach verflucht, wenn es stimmt, was es über den Vorgänger und seine Ausfälle im Internet zu lesen gibt?


So habe ich meine erste Fotorunde um den Park genau in einen ebensolchen Ausfall gelegt, zu dem die Bahn 1 ½ Stunden down war.


Ich hatte aber Glück und war zufällig direkt am Eingang, als die Bahn wieder öffnete und ich mir nach der morgendlichen Erstfahrt zum zweiten Mal den nervigen Wartebereich ersparen konnte. Als ich mich direkt danach erneut angestellt habe, haben sich zufällig auch die anderen drei wieder im Park eingefunden, die am zweiten Tag zur Mittagszeit ihre Sightseeing-Tour auf die chinesische Festungsinsel unternommen haben. Auch Malte fand, dass die Bahn mit mehr und mehr Fahrten besser wird.


Einfach ein sehr interessant verdrilltes Stück Stahl, das ich gerne mal bei Nacht fahren würde, auch wenn die Bahn nur durch die Beleuchtung des Schriftzugs angestrahlt wird.


Fazit:
Mir hat der Park richtig gut gefallen. Nach dem Abriss von Kanönchen und einer dort fehlenden Attraktion für mich fühle ich mich dort sogar wohler als in Liseberg, auch wenn uns die nächtliche Atmosphäre durch den abrupten Rausschmiss um Punkt 22 Uhr etwas flöten ging. An jeder Ecke eine Attraktion, sogar gestapelt aufeinander. Dazu drei Achterbahnen, die ich ohne Probleme mehrmals fahren könnte und ein ausgewogenes Attraktionsangebot. Weiterhin ein äußerst entspanntes finnisches Publikum und Mitarbeiter, die sich zwischendurch auch mal etwas Zeit ließen, aber trotzdem immer nett, freundlich und hilfsbereit waren. Und trotz einem recht vollem Park und nahezu komplett gefüllter Warteschlange bei Taiga mussten wir nie lange warten (mal abgesehen von der ersten Fahrt, die von Störungen verzögert wurde). Und unter dem Gesichtspunkt, dass der Park zur Generierung von Einnahmen für Wohltätigkeitszwecke für Kinder genutzt wird, muss ich ihn als Referendar sowieso irgendwann wieder besuchen.

In diesem Sinne bedanke ich mich für das Interesse an diesem Bericht und wünsche jedem baldigen Besucher ein freudiges Unterstützen des Kinderhilfswerks!

Mata ne!

Nicolas


Mir gefällt übrigens der rote Zug von der Gestaltung unheimlich gut!
Frossi
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Mitglied

Deutschland . RP
 
Avatar von Frossi
Link zum Beitrag #1017312 Verfasst am Samstag, 17. August 2019 12:11 1 gefällt das Relax
Danke für den ausführlichen und schön bebilderten Bericht!
Dank deiner Beschreibung von Taiga muss ich wohl doch bald unbedingt mal nach Finnland. ...
Hast du zufällig 2020 wieder Lust? S
Phl fan
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Redakteur Janek Richter

Deutschland . NW
 
Avatar von Phl fan
Link zum Beitrag #1017316 Verfasst am Samstag, 17. August 2019 12:55 2 gefällt das Relax
Caruso Malte und ich haben uns am zweiten Tag am Abend von den anderen getrennt, die uns per Nachricht mitteilten, dass wir doch den Woodie mal vorne fahren sollten. Gesagt, getan. Ich hatte meine Kamera und meine Umhängetasche zwischen den Beinen und erwartete leichte abhebende Kräfte. Dass es mich stattdessen aus dem Sitz katapultiert und ich erstmal wie ewig erscheinende Sekunden um mein Zeug und mich selbst bange, war nicht zu erwarten. Das war wohl das erste Mal, dass ich aus Angst nach meinen Taschen und dem Bügel gegriffen habe. Unglaublich.


Das kam bei der ersten Fahrt vorne auch für uns extrem überraschend und hat dann auch dafür gesorgt, dass das alte Holz für nich persönlich die beste Bahn im Park war. Die ganze Atmosphäre und Stimmung hier war -gerade abends- einfach super.

Caruso Mit einem spacigen Theming, hieß die Bahn doch bis 2003 auch Space Express. Dann entschied der Park, dass alle Attraktionen mit englischen Namen umbenannt werden. Worauf zeigt denn Janek?

Ganz einfach: Die Höhe der Stufen war so willkürlich hoch, das es mich fast auf die Nase gelegt hat...


Caruso Wir haben uns in die ersten beiden Reihen gesetzt. Die Fahrt beschreiben kann ich leider nicht, da ich nur einmal gefahren bin und dabei diese blöde Brille auf hatte. Nach den Erzählungen von Janek, der später nochmal ohne Brille gefahren ist, hätte ich darauf verzichten sollen. Vielleicht kann er noch ein paar Worte dazu finden. Malte hat die Brille während der Fahrt ausgezogen, da sie sehr schwer auf der Nase liegt. Der Film selbst war nun auch nicht das tollste auf Erden, auch wenn es drei zur Auswahl gibt. Das nächste Mal fahre ich auf jeden Fall ohne, vom Gefühl ist die Bahn nämlich nicht schlecht gewesen und sie soll v.a. noch über Theming verfügen, das obendrein auch noch genau nach meinem Geschmack sein soll.

Im ehemaligen Wasserturm befinden sich noch diverse größere Schwarzlicht-Kulissen, die vom Zug auch teilweise durchfahren werden - ähnlich wie nun bei der Sat - nur eben mit Space-Theming. Lustig wird das ganze in Kombination mit den vielen massiven Betonsäulen, welche den Wasserturm im Inneren abstützen. Das Layout windet sich quasi permanent um die ganzen Säulen, was teilweise für recht kreative Streckenführungen gesorgt hat. Zudem ist es so, dass die Strecke stellenweise durch die Schwarzlichtwände und die Betonsäulen recht "abgeschlossen" wirkt und man nicht von Anfang an einen Überblick durch die gesamte Halle bekommt.


Insgesamt war - ich denke das kann ich schonmal vorweg nehmen - Linnanmäki der schönste und beste Park der Tour. Die lockere Atmosphäre eines Tivoli-Parks kombiniert mit doch sehr gepflegter Landschaft und Attraktionen (von der Ecke am Powered mal abgesehen) erzeugen eine sehr angenehme Atmosphäre und sorgen für viel Spaß. Die (ohne Ausnahme) sehr freundlichen (und kaum unterscheidbaren :p) Operateusen und Mitarbeiter im Park passen da perfekt rein.

Helsinki als Stadt fand ich hingegen nun nicht so wirklich spannend oder auffallend. Da hat Stockholm doch wesentlich mehr zu bieten (und ist auch nicht ganz so teuer...)

Vielen Dank für Deinen Bericht - da erfährt man mal wieder Dinge, die man vor Ort garnicht wahrgenommen hat.

Und ein FunFact zum Abschluss: An diversen Rides im Park gibt es die bekannten Plexiglaskisten mit verlorenen Gegenständen. Bei Kirnu liegt da neben einem Schlüssel und einem vollkommen zerstören Smartphone auch ein altes Nokia. Es ist unversehrt... :p
Twin
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Onrider Thomas

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Avatar von Twin
Dabei!
Link zum Beitrag #1017318 Verfasst am Samstag, 17. August 2019 14:30 2 gefällt das Relax
Caruso Die Überkopfposition ist dann leider (sry Rainer) ähnlich langweilig wie bei Wildfire.


S
Nun, jeder hat sein Los, und leicht ist keines.
malte0984
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Mitglied Malte

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Avatar von malte0984
Link zum Beitrag #1017322 Verfasst am Samstag, 17. August 2019 16:11 3 gefällt das Relax
Habe erstmal meinen finnischen Lieblingssender HitMix gestartet und dann gemütlich den Bericht gelesen. Du hast den Park wirklich in vielerlei Hinsicht schön beschrieben, sowohl textlich als auch bildlich. Kiitos dafür! Tolle Erinnerung an die Tour.

Diese Innenstadtparks haben wirklich ein ganz besonderes Flair, auch wenn "Lintsi" bei mir hinter Gröna Lund und Liseberg platziert ist. Wirklich schade, dass man nicht wie in Stockholm bis spät abends durch einen wunderschön beleuchteten Park gehen kann. Auch unverständlich, dass der Park quasi kein gescheites Merch hat, dafür aber Süßigkeiten in allen denkbaren Varianten.

Ja, ich bleibe tatsächlich dabei, dass Tulireki besser als ihr Ruf ist, kurios! S S Durch das schwammige Fahrgefühl und die Tatsache, dass der Wagen den Drop eher herunterfällt als fährt (ähnlich dem Bob im Efteling), hat mir dieses Unikat wirklich überraschend viel Spaß gemacht. Die Strecke hätte gern länger sein dürfen.
Bends
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Aufsteiger

Deutschland . NW
 
Avatar von Bends
Link zum Beitrag #1017323 Smartphone verfasst am Samstag, 17. August 2019 16:23 Relax
Tulireki ist die totale Grütze, welche man beim Bau von Taiga direkt mit hätte entsorgen sollen.

Ich schätze dennoch deinen Hang zu Exoten, es sei dir gegönnt, die Bahn toll zu finden.

Was die Preise in Helsinki angeht, finde ich die gar nicht so wild - für dass was ich jetzt in Paris bezahle für eine Nacht, kann man in Helsinki fast eine Woche bleiben. S

Bei mir ist es lustigerweise andersrum, ich verbinde Stockholm eher mit Teuer und - leider - zum zu Fuß erkunden einen Hauch zu groß.
Aber Finnland wird mich wieder sehen, ziemlich sicher sogar. Und ich hoffe schnell.
Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

Deutschland . BW
 
Avatar von Caruso
Link zum Beitrag #1017353 Verfasst am Sonntag, 18. August 2019 13:06
Themenersteller
3 gefällt das Relax
Danke Frossi, Janek und Malte. Freut mich, dass der Bericht nach leider längerer Abstinenz von mir gut ankommt. Ich habe auch extrem viel Arbeit hierfür investiert, weswegen ich ein inhaltloses Smiley als Antwort auf eine einzige Aussage auch mir gegenüber als nicht respektvoll erachte. V.a. von jemand, der im Orion Thread für Anerkennung einer noch nicht einmal gebauten Bahn kämpft und hier nichtmal einen Satz geschrieben bekommt. Ich weiß, dass Rainer die Stelle sehr mag, weswegen ich mich für meine Empfindung (und eine eigene Meinung werde ich wohl haben dürfen?) des Fahrerlebnisses entschuldige, was ich aber nicht bei jeder Person kann. Daher ein dickes Dankeschön für die netten Worte! Und schade, dass Bends Tulireki nicht gefällt. Bei den engen Wagen sind die paar Zentimeter weniger Körpergröße vielleicht auch von Vorteil. Ich hatte ja schon Probleme meine Beine unterzubekommen.

Frossi Hast du zufällig 2020 wieder Lust?


Vielleicht noch nicht direkt nächstes Jahr, aber wenn das kleine Bähnchen in Gröna Lund steht, könnte das eine schöne Tour werden. Und bei dir weiß ich, dass wir auch durch die Natur der schönen skandinavischen Länder streifen können. Daher gerne!

Phl fan [...] ähnlich wie nun bei der Sat - nur eben mit Space-Theming.


Verdammter Mist. Ich hätte die Brille wie Malte auch absetzen sollen und VR VR sein lassen.

Frossi Hast du zufällig 2020 wieder Lust?


Jetzt erst recht!
Mountainman
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Assistent Julian Bergemann

Deutschland . BW
 
Avatar von Mountainman
Link zum Beitrag #1017464 Verfasst am Freitag, 23. August 2019 15:50 Relax
Danke für den wirklich ausführlichen Bericht, Nicolas! Das weckt schöne Erinnerungen an meinen Besuch. S

Tulireki empfinde ich leider auch nur als mehr oder weniger langweiliges Herumgeeiere.

Das große Gebäude neben Taiga ist übrigens nicht das Sea Life-Gebäude, sondern das des Peacock Theaters.

Suomenlinna durfte ich auch früh morgens ganz alleine vor dem Touri-Ansturm erleben. Fand ich super da. Das dazugehörige Museum erzählt auch ganz nett die Geschichte dazu und ist zudem auch nicht allzu groß, sodass man das Problemlos in einer Stunde machen kann. Aber warum hast du denn die Fähre von Katajanokka genommen und nicht die unten vom Kauppatori-Markt, die wesentlich zentraler und näher an den öffentlichen Verkehrsmitteln liegt?
Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

Deutschland . BW
 
Avatar von Caruso
Link zum Beitrag #1017470 Verfasst am Freitag, 23. August 2019 17:55
Themenersteller
Relax
Auch dir ein Dankeschön!

Ich bin mit der Fähre Richtung Kauppatori-Markt auf dem Rückweg gefahren. Als ich gesehen habe, dass es noch eine zweite gibt, bin ich in der App auf die Suche nach ihr gegangen. Da manche Verbindung so sogar schneller war, habe ich auch aufgrund des etwas anderen Fahrwegs und nebenbei etwas gesparten doppelten Fußwegs auf der Insel schnell diese Fähre für den Hinweg ausgesucht. Fährencount und so ...
Tupaii
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Mitglied Fabian
Hamburg
Deutschland . HH
 
Avatar von Tupaii
Link zum Beitrag #1017474 Verfasst am Freitag, 23. August 2019 20:10 Relax
Auch so ein Ort, wo ich mal hin möchte! Danke für den Bericht!
Ingo Wahlen
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Mitglied

Deutschland . NW
 
Avatar von Ingo Wahlen
Link zum Beitrag #1017475 Verfasst am Freitag, 23. August 2019 20:51 Relax
@Nicolas: Kann man unbegrenzt Taiga-Fastracks erwerben oder ist das begrenzt? 9 Euro, korrekt? Wo im Park?
Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

Deutschland . BW
 
Avatar von Caruso
Link zum Beitrag #1017476 Verfasst am Freitag, 23. August 2019 20:58
Themenersteller
Relax
Auf der Homepage steht, dass entweder zwei Einzeltickets erworben werden müssen, die jeweils 9 Euro kosten oder zu einem Wristband ein Einzelticket gekauft werden muss. Eine Beschränkung gibt es dabei augenscheinlich nicht. Gekauft werden kann das alles direkt gegenüber vom Bahnhof bei der großen Ticketstation.

Aber wie ich von einem Kumpel gehört habe, ist es dort außerhalb der Schulferien sehr leer im Park und er musste letzte Woche nicht einmal bei Taiga anstehen. Und selbst bei uns, als die Schlange fast voll war, war das ohne Störung auch nur knapp 20-30 Minuten Wartezeit. Da bin ich aus Japan andere Dimensionen gewohnt, auch wenn das Geld für einen guten Zweck wäre ...
Ingo Wahlen
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Mitglied

Deutschland . NW
 
Avatar von Ingo Wahlen
Link zum Beitrag #1017514 Verfasst am Samstag, 24. August 2019 13:17 Relax
Wie muss ich bitte Bahnhof verstehen? Gegenüber vom Taiga-Bahnhof im Park oder gegenüber vom Hauptbahnhof?
Caruso
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Assistent Nicolas Mayer

Deutschland . BW
 
Avatar von Caruso
Link zum Beitrag #1017515 Verfasst am Samstag, 24. August 2019 13:46
Themenersteller
Relax
Direkt gegenüber vom Ausgang von Taiga und unterhalb der Enterprise, die auf dem Dach des Gebäudes steht. Leider selbst kein Foto davon gemacht, daher hier mal eins von Google ...

Originalfoto anzeigen
Ingo Wahlen
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Mitglied

Deutschland . NW
 
Avatar von Ingo Wahlen
Link zum Beitrag #1017516 Verfasst am Samstag, 24. August 2019 14:21 Relax
Alles klar, dann bin ich Bilde. Vielen Dank für die Info.
Küppi
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Redakteur Christian Küppers
Essen
Deutschland . NW
 
Avatar von Küppi
Link zum Beitrag #1017521 Verfasst am Samstag, 24. August 2019 16:22 Relax
Hätte ich das mit dem Drängelpass mal eher gewusst. Wir haben brav 45 Minuten gewartet. Und die Warteschlange war noch nicht voll. 😅
eKs_Productions
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Onrider

Deutschland . MV
 
Avatar von eKs_Productions
Link zum Beitrag #1017922 Verfasst am Mittwoch, 04. September 2019 11:34
1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.09.2019 11:37
Relax
Applaus. Anders kann ich hier drauf nicht reagieren. Mein Finnland Besuch ist schon vier (oder fünf?!) Jahre her und durch solch großen Berichte leben Erinnerungen so wunderbar wieder auf!

Ich freue mich gerade, dass ich damals die finnische Zierer-Sat auch ohne Brille gefahren bin (vielleicht gab es aber auch noch keine Brille, obwohl, das war damals die Neuheit, da haben sie grad noch das Schild draußen am Eingang gewechselt), denn mir ist das verrückte Weltraumlabyrinth auch noch bekannt.

Liebenswerter Park und einer wo ich immer gern aufs Klo gehe, auch wenn das Steampunk-Klo leider keine fotografische Erwähnung erhalten hat (und ich glaube immer noch, das da ein beschissen-guter IMAscore-Soundtrack lief).

S
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