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Universal Studios Hollywood in USA
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Auf den Spuren von Carl Laemmle
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multimueller
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Aufsteiger Tom

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Link zum Beitrag #884440 Verfasst am Sonntag, 07. Oktober 2012 13:02
3 mal bearbeitet, zuletzt am 07.10.2012 13:13
Themenersteller
2 gefällt das Relax
Dieser Beitrag ist Bestandteil eines Berichts-Zyklus epischen Ausmaßes, ließ auch Du jetzt alles:




Welcome to Unviersal


Ich gebe zu, dass ich nicht der glühendste Verehrer der Universal Studios Hollywood bin, soviel vorweg. Ich denke, dass der Park viel Potenzial verschenkt, denn irgendwie ist die ganze Nummer nicht Fisch, nicht Fleisch. Ist es ein Themenpark? Dann ist der Laden für die geforderten 80 USD Eintritt eigentlich einen Tick zu klein, insbesondere im Vergleich zu Orlando. Ist es ein Film-Studio? Dann fehlt der ganzen Nummer ein gutes Stück weit die Authentizität.

Ich bin ein ausgewiesener Cineast und für mich kommen die besten Filme immer noch aus Hollywood. Und ich blicke auch sehr gerne hinter die Kulissen und da fast jede aktuelle Blu-Ray Making-Ofs mit an Bord hat, ist dies auch ohne weiteres möglich. Wer nun meint, dass so etwas auch in den Universal Studios funktionieren müsste, wird enttäuscht: Auf der knapp einstündigen Studios Tour, der Haupt-Attraktion des Parks, fährt man im Grunde hauptsächlich an Wellblech-Hallen vorbei, aufgelockert durch die eine oder andere Themepark-eske Aktion-Einlage, wie einem 360° Tunnel mit einer King-Kong 3D-Projektion, der von der Ostküste bekannten U-Bahn-Erdbeben-Szene und dem dort mittlerweile nicht mehr zu bewundernden Hai-Angriff. Gelegentlich gibt es auch Kulissen zu sehen, wie die Wisteria Lane aus Desperate Housewives und dem Flugzeugwrack aus Krieg der Welten.

An der Stelle drängt sich für mich immer der Vergleich zu Kennedy Space Center auf. Wenn ich kurz abschweifen darf: Im Rahmen der Apollo-Mission sind gerade mal 24 Menschen auf Missionen zum Mond unterwegs gewesen. Davon leben noch 17. Und im Rahmen eines völlig normalen Besuchs kann man diese außergewöhnlichen Menschen fast täglich treffen, ihnen die Hand schütteln und "einfach mal so" zwanglos plaudern, wie es denn auf einer Mondmission so ist. Ist es denn so schwer, in den Studios "Meet & Greets" mit Schauspielern oder anderen Kreativen aus der Filmbranche zu organisieren? Es müssen ja nicht Matt Damon und Kristen Stewart sein, aber bei den Hunderten TV-Formaten, die in Hollywood regelmäßig produziert werden, sollte sich doch irgendein B-Mime finden, der ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert.

Aber sei's drum. Offensichtlich sind meine Ansprüche hier zu hoch, denn während die meisten Reiseführer das Vorhandensein etwaiger Freizeitparks in Anaheim ignorieren, legen sie die Studios als die Hollywood-Attraktion ans Herz, was dann auch zu einer im Vergleich zu Disney potenzierten Touristen-Dichte in den Studios führt. Gut. Im Vergleich zum "Walk of Fame" sind die Studios in der Tat Gold.

Neben der "Studio"-Tour ist die Hauptattraktion die "Waterworld"-Stuntshow, die in meinem persönlichen Stuntshow-Ranking direkt hinter der genialen Indiana Jones Show in den Hollywood Studios rangiert.

Daneben bietet der Park einige Attraktionen, die man in anderer Form aus Orlando kennt, wie die Mummy (hier aber deutlich schwächer), Jurassic Park River Adventure, Terminator 2:3D (eine 3D-Video-Attraktion), Shrek (eine 3D-Video-Attraktion), Simpsons (eine 3D-Video-Attraktion) und -- ganze neu -- Transformers (eine 3D-Video-Attraktion).

Was soll ich sagen? Ich liebe Spiderman (eine 3D-Video-Attraktion). Und ich freue mich darauf, den Ride mit verbesserter HD-Projektion erleben zu dürfen. Aber was hier -- mit ähnlicher Technik -- präsentiert wird, hat mich überhaupt nicht überzeugt. Das hat verschiedene Gründe:

  • Die eingesetzte Interferenzfilter-Technologie von Dolby sorgt zwar für scharfe und blickwinkelstabile 3D-Bilder, ist insgesamt aber recht dunkel. Das hat Disney bei Star Tours II besser im Griff. Kunststück, die Leinwände sind hier wesentlich kleiner.
  • Ein Plus der Spiderman-Attraktion und etwas, an dem bei der Eröffnung sehr lange gefeilt wurde, ist der dramaturgisch geschickte Einsatz von Bewegung. Bei Transformers ist das Ganze eher ein unmotiviertes Geschaukel.
  • Der Film ist Grütze. Punkt. Klar, man darf da kein Shakespeare-Drama erwarten. Aber dieses unmotivierte Gehampel, das fast provisorisch von einer nervigen Stimme aus dem Off zu einer Pseudo-Storyline zusammengehalten wird ("Look! Watch out! Over there! Oh no, it's coming after you! You made it!") hat mich persönlich genervt.


Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich schon bei den Transformers-Filmen gepflegt eingeschlafen bin. Und dass ich die Tendenz "Wir bauen künftig nur noch 3D-Video-Attraktionen" ausgesprochen bedenklich finde. Und das das Highlight der ersten beiden Transformers-Filme (nämlich Megan Fox, die sich über eine Motorhaube (Teil 1) respektive ein Motorrad (Teil 2) beugt) sträflich vernachlässigt.

Vielleicht werde ich aber mittlerweile einfach zu alt für den Scheiß.

Fazit: Wenn man ohnehin in der Gegend ist, sind die Universal Studios ein Park, in dem man gut und gerne einen halben oder einen knappen ganzen Tag Spaß haben kann. Kennt man Orlando, so wird man auch die überwiegende Zahl der Attraktionen hier bereits kennen. Cineasten sollten die Erwartungen, die die Lage in einem echten Filmstudio ggf. wecken, zurückschrauben.

Zum Abschluß noch Bilder:


Auf der Studio-Tour fährt man an der einen oder anderen Universal-Kulisse vorbei (welch ein Wortspiel)



An einer Stelle der Tour hat man zwei VW-Golf an einen KuKa-Roboterarm geschweißt, lässt diese durch die Luft wirbeln, sprüht Wasser durch die Gegend und zündet eine kleine Explosion. Ergibt das Sinn? Nein! Sieht das gut aus? Ja! Explosionen sind immer gut.



Hier simuliert man Regen. Ergäbe in Florida keinen Sinn.



Diese Szene dürfte dem einen oder anderen aus Peter Jackson's King Kong bekannt vorkommen.



Ein U-Bahn-Station in San Francisco vor ...



... und nach "The big one".



Impressionen aus der Wisteria Lane



Und noch mehr Impressionen



Flugzeugwrack aus "Krieg der Welten"



Artwork von Transformers



Hier erläutern freundliche Mitarbeiter den Gästen die exakte Bedeutung der "Splash-Zone"



Holde Maid. Auf dem Weg, sich retten zu lassen.



Offensichtlich fiese Menschen. Auf dem Weg, es der holde Maid (s.o.) mal so richtig ... äh ... an ehrlich gemeinter Zuneigung mangeln zu lassen.



Kevin Costner -- viel jünger, als ich ihn in Erinnerung hatte



Der Überraschungsmoment der Show.



Er lehnte sich in voller Rüstung weit über die recht hohe Brüstung. Hierbei verlor er alsobald zuerst den Helm und dann den Halt, wonach -- verfolgend stur sein Ziel -- er pausenlos bis unten fiel.



Rettungsaktion ...



... in letzter Sekunde, bevor ...



... alles in die Luft fliegt. Explosionen sind immer gut.



Große Freude nach der erfolgreichen Rettung.
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Link zum Beitrag #884519 Verfasst am Montag, 08. Oktober 2012 20:13 Relax
Puh.
Dass die Studios in L.A. bei dir soo schlecht abschneiden, hätte ich nicht gedacht.
Und "360° Tunnel mit einer King-Kong 3D-Projektion" ist nun wirklich untertrieben. Das ist schon mehr als ordentlich, was dort 2010 zur Tour hinzugefügt wurde.
Aber mit "Look! Watch out! Over there! Oh no, it's coming after you! You made it!" triffst du es genau. Die Story ist (fast zwangsweise) richtig platt.
multimueller
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Aufsteiger Tom

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Link zum Beitrag #884524 Verfasst am Montag, 08. Oktober 2012 21:56
Themenersteller
Relax
sodapop Das ist schon mehr als ordentlich, was dort 2010 zur Tour hinzugefügt wurde.


"hinzugefügt" trifft es nicht ganz. Das Segment ersetzt vielmehr zwei ziemlich beeindruckende Szenen mit einer riesigen King-Kong-Audio-Animatronics, die dem Brand im Juli 2008 zum Opfer gefallen sind. (3D)-Video-Projektionen sind ja gut und schön und "Soarin'" ist eine meiner Lieblings-Attraktionen. Nur der Tendenz, wirklich alle Attraktionen auf Basis dieser Technologie zu machen, stehe ich ziemlich ambivalent gegenüber.


Hier die erste Szene vor dem Affen-Angrif
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Link zum Beitrag #884536 Verfasst am Dienstag, 09. Oktober 2012 05:43 Relax
Trotzzdem schön das Du auch bei Parks, die Dir nicht so zusagen klase Fotos mit bringst (wobei sich natürlich 3D schwer Fotografieren lässt S ).
Und das ein 'Filmstudio' und Park mehr auf Projektion setzt kann ich sogar eine Spur weit nachvollziehen (es muss dann aber auch gut sein und nicht wie leider aktuell bei 3D üblich einfach nur Effekthascherei sein).

multimueller Vielleicht werde ich aber mittlerweile einfach zu alt für den Scheiß.

Endlich mal ein 'vernünftiges' Filmzitat eines Klassikers. Ich liebe diese Film (auch wenn Teil 4 gegenüber den ersten 3 arg Abfällt).

Tschau Kai
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multimueller
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Aufsteiger Tom

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Link zum Beitrag #884544 Verfasst am Dienstag, 09. Oktober 2012 08:13
Themenersteller
Relax
Sicherlich hat Universal als "Filmpark" einen gewissen Bonus, was die Nutzung von Projektions-Komponenten angeht. Aber in dem Umfang? Man darf nicht vergessen, dass auch Transformers eine "richtige" Attraktion ersetzt hat, nämlich die geniale "Backdraft"-Show, die was die Nutzung von Feuereffekten locker als "Templo del Fuego hoch zwei" beschrieben werden könnte.
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Link zum Beitrag #884549 Verfasst am Dienstag, 09. Oktober 2012 08:54
1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.10.2012 08:54
Relax
Mir fehlt der Vergleich (bzw. mir wird der Vergleich fehlen, wenn ich Transformers mal gefahren bin), glaube Dir das aber gerne und ungesehen.

Tschau Kai
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pwk20
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Link zum Beitrag #884557 Verfasst am Dienstag, 09. Oktober 2012 11:37 Relax
Backdraft war einfach GEIL!!!!

Den Nachfolger kenne ich leider nicht. Aber das vorherige zu toppen (insbesondere die physische Wahrnehmung der Hitze z.B.) dürfte schwerfallen.

mfg P.W.K
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Aufsteiger Tom

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Avatar von multimueller
Link zum Beitrag #884566 Verfasst am Dienstag, 09. Oktober 2012 12:46
Themenersteller
Relax
Das ehemalige Backdraft zu beschreiben ist recht einfach: es brannte schlichtweg alles, selbst die Luft.



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